Forum: Politik
Flüchtlingsdebatte: Leben und sterben lassen
AFP

Wenn es ums Sterben im Mittelmeer geht, finden inzwischen auch zivilisierte Bildungsbürger gute Gründe fürs Nichtstun. Die Migrationskrise ist zur Krise unserer Moral geworden.

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ruderpinne 16.07.2018, 15:57
130. Werter Herr Augstein,

hier einmal, was ein aufrichtiger und wirklicher Linker und Sozialdemokrat, Herbert Wehner, in Sachen Asyl zu sagen hatte:
"Wenn wir uns weiterhin einer Steuerung des Asylproblems versagen, dann werden wir eines Tages von den Wählern, auch unseren eigenen, weggefegt. Dann werden wir zu Prügelknaben gemacht werden. Ich sage Euch - wir sind am Ende mitschuldig, wenn faschistische Organisationen aktiv werden. Es ist nicht genug, vor Ausländerfeindlichkeit zu warnen - wir müssen die Ursachen angehen, weil uns sonst die Bevölkerung die Absicht, den Willen und die Kraft abspricht, das Problem in den Griff zu bekommen"
Herbert Wehner zum SPD-Parteivorstand Feb. 1982
Übrigens, Wehner ist Vorbild für Pseudos wie Nahles und Kühnert.

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linksrational99 16.07.2018, 15:57
131. Bitte endlich Mal differenziert!

Hier finden sich nun dutzende Kommentare, die Herrn Augstein an das offensichtliche erinnern: Die Differenzierung zwischen Rettung aus Seenot und dem Transport nach Europa. Der Spiegel hatte Anfang des Jahres Besserung gelobt bzgl. Ausgeglichenheit in der Berichterstattung. Zum Thema "Seenotrettung" finden sich aber nur Berichte von privaten Rettern und selbstgerechte und dogmatische Kolumnen. Die öffentliche Diskussion des Flüchtlingsthemas in Deutschland ist dort falsch abgebogen, als man den Verfechtern einer unkontrollierten Migration den Titel "Gutmenschen" verpasst hat. Denn mir scheint es geht diesen Menschen kaum um die individuellen Schicksale, sondern um die Durchsetzung ihrer (naiven) politischen Idee einer globalen Freizügigkeit der Migration um jeden Preis.

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Pickle_Rick 16.07.2018, 15:58
132.

"(...)die Retter seien längst "Teil des Geschäftsmodells der Schlepper".

Um diese These zu überprüfen, müsste die private Rettung eingestellt werden. In dem Maße, in dem öffentliche Schiffe nicht einspringen, erhöht sich die Zahl der nicht Geretteten. Das ist ein anderes Wort für Tote."

Es ist schon einigermaßen kühn angesichts der Indizien zu beweifeln, dass die Rettung durch Europäer und der anschließende Transport nach Europa nicht Teil der Geschäftsmodells der Schlepper ist.
Niemand muss es unterbinden die Menschen vor der direkten Gefahr des Ertrinkens zu retten. Dort zu helfen ist richtig. Das ist doch auch nicht das Problem. Der anschließende Transport nach Europa ist das Problem und diesen kann man sehr wohl unterlassen ohne die Menschen ersaufen zu lassen. Was ist denn hier eigentlich die übergeordnete Idee? Soll jeder Mensch auf der Welt das Recht haben in Europa aufgenommen und versorgt zu werden? Das klappt schlicht und ergreifend nicht. Letztendlich ist das ganze Theater um die Flüchtlinge eher ein Ablenkungsmanöver für die wahren Probleme. Die Bekämpfung von Fluchtursachen würde nämlich auch bedeuten, dass wir mit unseren Geschäftsmodellen nicht mehr die Märkte vor Ort kaputt machen. Das ist mit der Wirtschaftskanzlerin Merkel nicht zu machen.

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spon-facebook-10000523851 16.07.2018, 16:00
133. Was mich stoert ist,

dass jeder, der sich in Afrika auf die Reise macht, bereits ein "Fluechtling" ist. Die meistem duerften wohl in die Kategorie der ehemaligen Europaeischen Auswanderer fallen, die vor Generationen Amerika als das "gelobte Land" sahen und alles dafuer taten , um dort hin zu kommen. Dabei besteht jedoch ein grosser Unterschied zwischen dem damaligen Amerika und dem heutigen Europa. Das damalige Amerika ist wohl eher mit dem Deutschland der Sechziger und Siebziger zu vergleichen. Das war die Zeit wo Deutschland um dringend notwendige Gastarbeiter warb, wenn fuer Gastarbeiter (heutige "Armutsfluechtlinge" ?) tatsaechlich Arbeit vorhanden war.

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heidelinde1980 16.07.2018, 16:00
134.

Ich bin einigermaßen entsetzt über viele Kommentare. Glaubt den wirklich jemand, dass auch nur einer der Flüchtlinge freiwillig und leichtfertig seine Heimat, seine Freunde, seine Familie aufgibt? Ich denke nicht... und wir hier in Europa sollten jeden Tag auf die Knie fallen und dafür danken hier geboren zu sein, und nicht irgendwo anders auf der Welt. Und vielleicht anfangen darüber nachzudenken, dass hinter jedem „Flüchtling“ ein Mensch steckt, mit Träumen, Hoffnungen, Wünschen, für sich und seine Familie... Es ist einfach nur zynisch über Leben und Tod von Menschen zu entscheiden, einfach nur weil wir in unserer sicheren Bank leben, nur durch Schicksal, Zufall, oder wie auch immer. Und, eine Flucht aus seinem bisherigen Leben, aus welchen Gründen auch immer, ist doch etwas anderes als ein Fallschirmsprung... Das sind alles Menschen wie du und ich... Es wird keine einfache Lösung geben, das maße ich mir auch nicht an eine zu haben, aber dieser Zynismus muss aufhören... bzw sollte sich jeder fragen, wie erkläre ich das mal meinen Kindern?

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blabla55 16.07.2018, 16:02
135.

Zitat von wolly21
darf man fragen, wie viele Flüchtlinge Sie selbst in Ihrem sicher recht geräumigen Haus aufgenommen haben? 2? 5? 10? Hätten nicht noch ein paar mehr Platz? Und versorgen tun Sie die ja auch gerne. Leisten können Sie sich das doch sicherlich. Deutschland ist ja ein so reiches Land, und zu den Hartz 4 Empfängern gehören Sie ja nicht. Merke: Der Staat sind wir alle!
Na ja,Hartz 4 Empfängern u.Armutsrentner gabs auch vor der angeblichen Asyl-Krise, wohl nicht mit bekommen.

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jim_beam 16.07.2018, 16:07
136.

Zitat von ruderpinne
Für den Tod der 629 Migranten im Juni 2018 ist niemand anderes verantwortlich als die selbsternannten Seenotretter, deren Aktionen in Afrika die Illusion verbreiten, man brauche nur in einem Schlauchboot ein paar Seemeilen aufs Mittelmeer hinauszufahren, um dort von hilfreichen Europäern ins gelobte Land gebracht zu werden.
Sie verdrehen Ursache und Wirkung. Schon 2013 wurden Flüchtlinge mit seeuntauglichen oder total überladenen Kähnen transportiert. Die Italiener haben als Reaktion(!) auf die Schiffsunglücke um Lampedusa die Operation Mare Nostrum gestartet und übrigens ebenfalls bis kurz vor der libyschen Zwölf-Meilen-Zone operiert und alle Flüchtlinge nach Europa gebracht. Im Zuge von Mare Nostrum / Triton / SOPHIA werden auch Schlepperboote beschlagnahmt. Das hat nur dazu geführt, dass die Schlepper auf selbst produzierte Schlauchboote umgestiegen sind und die Preise für die Überfahrt gefallen sind. Die privaten Organisationen kamen erst später, als die EU sich geweigert hat, Italien bei Mare Nostrum zu unterstützen und als Alibi Triton mit deutlich kleinerem Operationsgebiet gestartet hat. Der Punkt ist: die Flüchtlinge gehen so oder so (teils mit Gewalt gezwungen) an Bord, ob da jetzt irgendwo ein Hilfsschiff rumfährt oder nicht.

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louis-winthorpe 16.07.2018, 16:08
137. schlecht wird mir

... wenn ich die Foristen-Kommentar lese. Schlecht wird mir, wenn versucht wird, aus Kriegsflüchtlingen 'Migrationstouristen' zu machen. Protestiert gegen NATO, Waffenhersteller und Banken - die sind es, die diese Menschen, zwecks Rohstoffraubes und Überfluss-Exportes, aus ihrer Heimat vertreiben! Schlecht wird mir - weil wegen Eurer Dekandenz und Eurer Ignoranz ihr Blut auch an meinen Händen klebt. Schlecht wird mir, wenn ich an die Erzählung meiner Mutter denke, die aus Schlesien fliehen musste und hier als 'Polaken-Balg' empfangen wurde - trotz deutscher Abstammung. Schlecht wird mir, weil 'Mensch' offenbar nicht lernen will.

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markus_wienken 16.07.2018, 16:12
138.

Zitat von jim_beam
Genau und die zurückgeschafften Flüchtlinge gehen dann brav wieder in ihr Herkunftsland zurück oder wie stellen Sie sich das vor? Das ist doch total weltfremd, die probieren es denn eben bei nächster Gelegenheit wieder, so wie das schon jahrelang vor Ceuta und Melilla ist.
So eine Überfahrt kostet bei den Schleusern mehrere Hundert bis Tausend Euro, insofern ist es mehr als unwahrscheinlich, dass es viele Menschen gibt, die das mehrmals versuchen werden.

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Bondurant 16.07.2018, 16:14
139. Wohl kaum

Zitat von spon-facebook-10000523851
Die meistem duerften wohl in die Kategorie der ehemaligen Europaeischen Auswanderer fallen, die vor Generationen Amerika als das "gelobte Land" sahen und alles dafuer taten , um dort hin zu kommen. Dabei besteht jedoch ein grosser Unterschied zwischen dem damaligen Amerika und dem heutigen Europa. Das damalige Amerika ist wohl eher mit dem Deutschland der Sechziger und Siebziger zu vergleichen.
in der BRD der sechziger und Siebziger herrschte bereits der Sozialstaat. Wenn Sie dagegen vor 1914 in die USA auswanderten, waren Sie völlig auf sich gestellt. Entweder Arbeiten oder Verhungern. Das ist ein "Einwanderungsland". Solche zustände wollen wir nun wirklich nicht, aber Augstein scheint sowas romantisch zu finden.

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