Forum: Politik
Flüchtlingsdebatte: Leben und sterben lassen
AFP

Wenn es ums Sterben im Mittelmeer geht, finden inzwischen auch zivilisierte Bildungsbürger gute Gründe fürs Nichtstun. Die Migrationskrise ist zur Krise unserer Moral geworden.

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hexenbesen.65 17.07.2018, 06:57
210.

Zitat von feistus_raclettus
Die meisten hier scheinen aber auf die Moral gerne verzichten zu wollen. Das unser Wohlstand auf Leichenbergen aufgebaut ist, will keiner sehen. Wir haben Armut und Krieg exportiert und dafür den Friedensnobelpreis bekommen. Hat sich schon mal einer für EPA interessiert? Dass ist das Pendant von TTIP zwischen Europa und Afrika - eine Fortsetzung der bereits bestehenden Fluchtursachen. Kenia wollte dem nicht beitreten und wurde von der EU mit Boykott bedroht, also gab es klein bei. Jeder von uns braucht regelmäßig ein neues Smartphone und nimmt billigend in Kauf, dass in den Coltanminen Kinder umkommen. Daran die Fluchtursachen zu bekämpfen ist keiner interessiert. Nicht wirklich, da müssten wir ha sonst bei uns anfangen.
Dann müssten Sie aber auch nach China und Indien usw sehen. Oder meinen Sie, in Fernost würden die Fußball-Trikots nicht von "zarten Kinderhänden" genäht ?
Wie war es bei uns ? Kinder wurden in die Kohlemienen gesteckt, Kinder in Schornsteine zum putzen gezwungen..

Und nein, ich brauch NICHT "regelmäßig" ein neues Smart-Phone. Das von meinem Mann (hat den Namen Smart-Phone noch nicht mal verdient) ist über 15 Jahre alt, meines über 5..

Sollen wir nun unser ganzes Geld in die Cobaltminen stecken,damit die Kinder nicht mehr arbeiten müssten ? (Dann würden die Eltern sie woanders hinschicken zum Geld verdienen)...und unsere Eltern / Großeltern, die unser Land mit ihrem SChweiß und Blut aufgebaut haben, vegetieren in Altenpflegeheimen---äh Altenaufbewahrstationen ?

Und Fluchtursachen bekämpfen ? Hm...intressant....habe zufällig einen Film gesehen, der auf Tatsachen beruht..."Tango Foxtrott Charlie"....Es ging um Reporter in Afgahnistan (ja, war sehr ausgeschmückt der Film)...aber alleine die TATSACHE, dass von Amis gebaute Brunnen immer wieder in die Luft gesprengt wurden---damit die FRAUEN zusammen zum Fluß gehen können, und nicht zuhause eingesperrt sind (damit sie Wasser holen können) --es wäre die einzigste Möglichkeit, zu "quatschen und ratschen.."..(Die Frauen haben die Brunnen mit russischen Landmienen in die Luft gesprengt)

Oder Felder bestellen in Afrika.....dann kommen die Rebellen und plündern alles (im schlimmsten Fall zünden sie noch alles an )..

Wie wollen Sie dort die Fluchtursachen bekämpfen ? WIR können nichts machen...es sind die Politiker dort...aber solange es denen gut geht (Mamortempel mit 200 Zimmern usw..) wird da nichts passieren.

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hexenbesen.65 17.07.2018, 07:01
211.

Zitat von arty22
. In der DDR durften Menschen aus befreundeten sozialistischen Ländern studieren um dann beim Aufbau Ihrer Länder zu helfen. Wäre doch mal ein besseres Modell der Entwicklungshilfe.
Die vergessen aber, das erstmal viele gar nicht lesen und schreiben können....und ob sie den Intellekt (soll nicht abwertend klingen) haben, Maschinenbau und Hoch/Tiefbau oder Ingeneur zu studieren, ist ne andere Frage.
Klar, Maurer kann jeder lernen...wäre mal ein guter Anfang. Die wären dann in ihrer Heimat sehr gefragt...so sie denn zurück kehren wollen würden...was ich sehr bezweifle..

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hexenbesen.65 17.07.2018, 07:03
212.

Zitat von Henderson
Warum folgen wir nicht einfach dem Modell Australiens. "Wer versucht illegal Einzureisen wird hier niemals eine Heimat finden". Das klingt brutal, wird aber am Ende illegale Einreiseversuche verhinden. Wer von Anfang an klar gemacht bekommt, dass es auf illegalem Weg niemals etwas zu erreichen gibt wird es sich zweimal überlegen. In Australien funktioniert es scheinbar, warum können wir nicht von anderen lernen?
Funktioniert aber nur scheinbar. Der Onkel meines Mannes lebt schon über 50 Jahre in Australien, und er meint, es würde immer schlimmer mit den illegal Eingereisten..

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hexenbesen.65 17.07.2018, 07:06
213.

Zitat von klarafall
"Wenn wir den Tod im Mittelmeer verhindern können, müssen wir ihn verhindern" - da stimme ich Herrn Augstein uneingeschränkt zu. Wir sind moralisch verpflichtet. Die Frage, die man aber stellen muß ist, WIE man den "Tod im Mittelmeer" verhindern kann. Und bei der Suche nach einer Antwort muß man bedenken, daß niemand ertrinken kann, wenn er sich nicht in einem see-untauglichen Boot auf die Meerüberquerung aufmacht. Denn so, wie es derzeit ist, gehört es zum Geschäft der Schleuser, die Leute nur ein paar Seemeilen aufs Meer zu schippern, und dann von den Europäern "retten" zu lassen. Ist es moralisch vertretbar, das Geschäft der Schleuser zu unterstützen? Oder sollten wir vielmehr verhindern, daß die Boote in Nordafrika losfahren? Wäre das moralisch nicht wesentlich besser? Kann man (also die Europäer in diesem Fall) die Boote "abfangen", bevor sie losfahren? Oder kann man den Ländern dort klarmachen, daß sie nur dann (weiter) Unterstützung von Europa bekommen werden, wenn sie kooperieren und die Boote am abfahren hindern? Oder die Boote konfiszieren, und Schleuser hart bestrafen?
Die Boote, die Flüchtlinge transportieren, werden zerstört.Und die SChleuser machen sich gleich nach Abfahrt von Bord...die Flüchtlinge sind also auf sich alleine angewießen...da ist kein "Captain" an Bord..

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hexenbesen.65 17.07.2018, 07:08
214.

Zitat von michael1971
Es kommt in Foren immer wieder vor, dass jemand die Nazi-Keule schwingt. An der Stelle ist den meisten bekannt: Jede Fortführung der Diskussion ist zwecklos, weil jemandem die Argumente ausgegangen sind und er gar nicht mehr vernünftig diskutieren will.
nicht wollen....können !

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jhea 17.07.2018, 07:13
215. Ja holt sie aus dem Wasser...

und bringt sie dahin zurück wo sie ins Wasser eingestiegen sind.
Ich geh auch in Spanien ins Wasser und zurück in Spanien aus dem Wasser, da kann ich vom Libyer erwarten dass er in Libyen wieder aus dem Wasser steigt, bzw dort an Land gebracht wird, wenn er meint dass sein Ausflugskahn für 5 Personen mit 120 Personen und 40 km weit draußen wirklich Hochseetauglich wäre.

Es kann ja nicht mein Problem sein, wenn er dafür überteuerte Preise zahlt... ich würde keine 4000 Euro für ein 40 km Bootstour berappen...

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decathlone 17.07.2018, 07:18
216. In einem früheren Kommentar...

hat Herr Augstein sehr richtig festgestellt, dass unkontrollierte Einwanderung die Abschaffung des Sozialstaates zur Folge haben wird. Also ist die Frage der Moral auch eine Frage der persönlichen Abhängigkeit vom Sozialstaat. Herr Augstein wird das als Millionenerbe naturgemäß lockerer sehen als ein Aufstocker oder eine Familie, die auf das Kindergeld angewiesen ist. Aber auch viele der sogenannten Leistungsträger werden das Weite suchen wegen der dann bevorstehenden Zustände. Länder wie Kanada mit einer rationale n Einwanderungspolitik bieten sich da an. Wer will schon weiter Steuern zahlen in eiinem Land, das nicht viel zu bieten hat..

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jhea 17.07.2018, 07:34
217.

Zitat von MikeMeyerhof
Wir sind nicht schuld dass er ertrinkt wir sind aber schuld dass er überhaupt diesen Weg nehmen muss. Bitte nicht verwirren. Das er nur den Weg hat über das Meer wenn er in eine Ausweglosen Situation ist daran sind wir aktiv schuld. Nicht alles was hinkt ist ein Vergleich. Das mit dem Flugpassagier wäre dann richtig wenn der der im Flugzeug sitzt durch uns nur dort sein kann um sein ziel zu erreichen. Damit wären wir auch verantwortlich. Es ist ja nicht so dass wir alles tun dass die Leute nicht über das Meer kommen müssen. Wir machen das Gegenteil wir machen moralisch extrem Fragwürdig alles zu was sonst ev. gehen würde. Ja lassen uns sogar von Erdogan erpressen um den Preis weniger Flüchtlinge zu haben. Das alles nicht weil es keine Wahl gibt sondern weil die Politiker keine Konzept liefern sondern lieber auf den Abschottungsmythos aufspringen um gewählt bzw. wieder gewählt zu werden. Das ist nicht nur für die Migranten teilweise tödlich sondern für die Politik erbärmlich. Mainstream/Machtgier statt Konzepte und Lösungen. Für eine Gesellschaft ist das der Wertetot.
Bullshit.
Wir sind auch nicht daran Schuld dass er diesen Weg wählt.
Und von 'müssen' kann auch nicht die Rede sein.
Es gibt legale und sichere Wege nach Europa zu kommen.
zB mit einem Visum... müsste man sich halt nur für 3 4 Minuten mit der Botschaft/dem Auswärtigen Amt beschäftigen... am besten Online...
ups ich vergas, die haben ja kein Internet da drüben... ups ich vergas - hat ja jeder ein Smartphone ;) ich bin so verwirrt!

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naturalscience 17.07.2018, 07:34
218. Kann man so nicht stehen lassen

Zitat von solltemanwissen
Und an genau dieser Stelle verstehen Sie die Kritiker der Kritiker falsch! Natürlich ist der Transfer nach Europa keine Pflicht. Nur was soll man tun? Kein Nordafrikanisches Land nimmt sie derzeit zurück. .........
Wenn man dem Bericht in der printausgabe des Spiegels Glauben schenken darf, so wurde der Kapitän der "Lifeline" von einem Offizier der lybischen Küstenwache, die Geretteten in Lybien wieder an Land zu bringen. Der Kapitän der "Lifeline" hat dies verweigert.

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Timothy Martin 17.07.2018, 07:40
219. Moralinsaurer versuch

Sich der ethischen frage hinter der Flucht zu entziehen. Die frage lautet eben nicht: soll wir die Menschen sterben lassen, sondern: welches ist unser Anteil daran das sie sterben - überall, auch z.B. in unseren KH an MRSA.
Denn dann muss man die Eigentums, Macht und Kapital Frage stellen. Aber ich glaube das ist noch weniger gewünscht, als diese unnütze Debatte. Ein Drama aus der 'Brot und Spiele'-Sammlung von Machiavelli.

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