Forum: Politik
Flüchtlingsdebatte: Leben und sterben lassen
AFP

Wenn es ums Sterben im Mittelmeer geht, finden inzwischen auch zivilisierte Bildungsbürger gute Gründe fürs Nichtstun. Die Migrationskrise ist zur Krise unserer Moral geworden.

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jhea 17.07.2018, 07:43
220.

Zitat von feistus_raclettus
Die meisten hier scheinen aber auf die Moral gerne verzichten zu wollen. Das unser Wohlstand auf Leichenbergen aufgebaut ist, will keiner sehen. Wir haben Armut und Krieg exportiert und dafür den Friedensnobelpreis bekommen. Hat sich schon mal einer für EPA interessiert? Dass ist das Pendant von TTIP zwischen Europa und Afrika - eine Fortsetzung der bereits bestehenden Fluchtursachen. Kenia wollte dem nicht beitreten und wurde von der EU mit Boykott bedroht, also gab es klein bei. Jeder von uns braucht regelmäßig ein neues Smartphone und nimmt billigend in Kauf, dass in den Coltanminen Kinder umkommen. Daran die Fluchtursachen zu bekämpfen ist keiner interessiert. Nicht wirklich, da müssten wir ha sonst bei uns anfangen.
Schwachsinn.

Selbst wenn ich mir ein Smartphone kaufen will, kann ich genauso gut dafür sein dass es kein Kind mit Spitzhacke und Eimerchen aus dem Berg klopft.
Davon abgesehen ist ein Kind nicht so Leistungsfähig wie ein ordentlicher Bagger... auch wenn ich dem weniger zahlen muss, lohnt sich das nicht für die 200 Gramm Kobalt pro Tag... und die Inhaber des Bergwerkes werden das sicher auch nicht an ein Techunternehmen verkaufen das Smartphones herstellt... weil das einfach x tonnen braucht und nicht 5 kg pro tag.

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Timothy Martin 17.07.2018, 07:58
221. @alfie solomons @196

70% des Fischfanges sind für die Industrie, davon das meiste für Tierfutter, das verfüttert, geschlachtet, exportiert wird. Den Rest der Geschichte können sie sich wohl denken. Und mit 'früher' braucht man ' heute' kommen. 'Früher' war Afrika ein 'Paradies'.

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frank.huebner 17.07.2018, 07:58
222. Wieder mal moralisch voll daneben

Was regt mich diese Argumentation des Herrn Augstein wieder auf! Wie rosa kann eie Brille sein (klar, wenn man sozial völlig in Sicherheit schwebt). Aber sehr viele Deutsche sehen die Migration als reale Bedrohung ihres Lebensstandards, in Angesicht von Altersarmut und immer weniger Krankenkassenleistungen.
Keine Frage ist, dass Menschen in Seenot geholfen werden muss. Nur, gemöß Seerecht müssen diese in den nächsten Hafen gebracht werden. Aufsammeln 20 m vor der lybischen Küste und 300km Verbringen nach Europa ist einfach falsch. Die "Retter" sind schon lange ein festes Glied in der Kette der Schlepper. Wer sagt, das stimme nicht, der muss aufwachen und der Realität ins Auge sehen. Wenn Flüchtlinge ab heute wieder in die Ausgangshäfen gebracht würden, die Bootsroute würde innrhalb von Tagen zusammenbrechen, weil kein Flüchtling das Geld für eine Rundreise zahlen würde. Das ist der Kern des Mittelmeerproblems.
Der Vergleich mit Auschwitz ist dabei so unglaublich mies und feige, dass ich über den Vergleich gar keine Erklärung geben möchte, warum er grundfalsch ist.

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csm101 17.07.2018, 08:19
223. Demagogie pur

Lieber Herr Augstein. Ich weiß ja nicht in welchen Kreisen Sie sich bewegen, aber das was Sie schreiben, ist schon im Ansatz falsch: "Wenn es ums Sterben im Mittelmeer geht, finden inzwischen auch zivilisierte Bildungsbürger gute Gründe fürs Nichtstun." Bitte zeigen Sie mir nur einen Bildungsbürger, der es gut heißt, dass Menschen auf der Flucht im Mittelmeer ertrinken. Es gibt diese Leute schlichtweg nicht. Die einzige Debatte, die hier geführt wird ist, ob bei einer Seenotrettung ein kostenloser Transport nach Europa mit inbegriffen sein sollte oder nicht. Keine Partei, die im Bundestag vertreten ist sagt so etwas. Nicht mal hinter vorgehaltener Hand.
Auch das hier ist grundsätzlich falsch: "Es gibt inzwischen Menschen - nicht wenige - die halten schon solche Fragen für eine Zumutung. Zu viel Moral, sagen sie dann." Wer soll das sein? Und dann natürlich wieder Auschwitz. Auschwitz ist ein Symbol für das industrialisierte Abschlachten von Menschen. Durch Deutsche.
Und der letzte Absatz ist dann nur noch leeres Geschwafel. Merken Sie eigentlich, dass Sie darauf hin arbeiten das Sie die Gesellschaft mit an den Haaren herbeigezogenen Vergleichen und Wortspielereien einer Spaltung immer näher bringen? Nichts, aber auch gar nichts was Sie geschrieben haben entspricht den Tatsachen. Alles was Sie tun ist aufhetzen und dann zurücklehnen.

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sha-de 17.07.2018, 08:28
224. Und wieder .....

.... kommt die Nazi Keule. Faellt Ihnen nichts besseres ein lieber Kollege ? Aber zum Thema. Es sollte sich mittlerweile auch bis nach Afrika herumgesprochen haben dass nicht jedermann hier Asyl bekommen kann. 95% dieser sogenannten Asylanten sind Wirtschaftsfluechtlinge die sehr sehr genau wissen was sie hier riskieren. Wir reden hier nicht von " Not" sondern von einem knallharten Kalkül in Europa Sozialleistungen erschleichen zu koennen. Sie wissen auch dass es zig Boote gibt die diese " armen" Menschen zu " retten" versuchen. Nein - das eigentliche Verbrechen hier ist die Tatsache dass Frau Merkel ohne Legitimation der Welt das Signal gesendet hat " welcome ". Sie hat diesen Ansturm zu verantworten und sollte hier fuer auch die Verantwortung uebernehmen. Aber davon ist sie mit ihrem Starrsinn und politischer Ueberheblichkeit weit entfernt. Lassen sie uns diese Debatte sachlich führen - ohne Auschwitz und journalistischer Politikmache.

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Kommentator123456 17.07.2018, 08:34
225. Der Artikel bleibt ziemlich an der Oberfläche ...

es klingt erstmal richtig, zu sagen, dass wir doch Ertrinkende retten müssen, wenn wir können ...
Aber es ist nunmal unter anderem eine Frage der Resourcen und der Eigenverantwortung der zu Rettenden.
Hat Herr Augstein denn schon einmal in Betracht gezogen, auch viele andere Dinge getan werden müssten. Aufstockung der Polizei, Erweiterung der medizinischer Dienste, Verteilung von Nahrungsmitteln in aller Welt etc.

Wenn man Leute vor der Küste Nordafrikas rettet, muss man sie auch dort wieder hinbringen. Alles andere vermischt die Rettung von Leuten in Seenot mit ganz anderen Dingen. Europa lässt sich hier moralisch erpressen. Anscheinend nimmt das kaum jemand zur Kenntnis.
In Indien gibt es auch genug arme Familien, die ihre eigenen Kinder verstümmeln, damit sie mehr Mitleid erregen und ertragreicher betteln können. Auf so etwas darf man sich nicht einlassen.

Wie würde Herr Augstein reagieren, wenn ein Mensch vor seinem Haus fordert, dass Herr Augstein sein ganzes Vermögen hergibt, ansonsten wird sich der Mensch umbringen?

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im_ernst_56 17.07.2018, 08:42
226.

Zitat von newbie99
Die Menschen versuche eine Überfahrt auf Holzflößen, Lkw-Reifen oder leckgschlagenen Nussschalen. Das Risiko, dabei zu ersaufen ist wahnsinnig hoch! Die Überfahrt von Europa nach Amerika während der Auswandererzeit war auch nicht ohne, aber weit, weit gefahrloser, als dieses Himmelfahrtkommando heute. Die Schiffe sind bspw. nicht regelmäßig abgesoffen. Das Schiffen vom Hamburger Lloyd u. ä.. In der ersten Klasse ist die Prominenz mitgefahren. Die Gefahr einer eines Untergangs war gering. Die größte Gefahr war die von Krankheiten o. ä.. Die Unterbringen im Zwischendeck war nicht besonders luxuriös. Aber die Reeder damals hatten kein Interesse daran, die Menschen verrecken zu lassen, denn dann wäre die nächste Welle an Ausreisewilligen nicht mehr mit ihnen gefahren. Es wurde regelrecht um sie geworben. Man muss sich nur einmal die Ballin-Stadt in Hamburg dazu anschauen. Nein, die Überfahrt über den Atlantik - auch im 18. Jh. -, war kein Vergleich mit dem, was da heute passiert! Und abseits davon: Was spielt das für eine Rolle? Natürlich haben auch die allermeisten die europäischen Auswanderer ihre Heimat notgedrungen verlassen. Sie sind vor Armut oder Verfolgung in ihren Ländern geflohen. Die Geschichte kennt viele zynische Mommente. Die Lehre daraus kann aber nicht sein, dass das Leid anderer Menschen daher keine Rolle spielt.
Was folgt daraus? Müsste man dann nicht einen Fährdienst von Libyen nach Italien einrichten und - weil schon der Weg an die Küste lebensgefährlich ist (über die Toten oder Verschleppten spricht keiner) - einen Busdienst durch die Sahara? Wenn man der Meinung ist, dass es nicht nur um die Rettung der Menschen geht, sondern darum, dass sie ihr Ziel, Europa und zwar vorzugsweise Großbritannien, Deutschland, Österreich und Schweden erreichen, dann müsste man das eigentlich fordern. Das traut sich aber keiner. Auch Herr Augstein nicht.

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im_ernst_56 17.07.2018, 08:52
227.

Zitat von mostly_harmless
Ich verstehe offen gesagt die Frage nicht. Wir haben kein Problem damit, ohne weitere Rückfragen zu akzeptieren, dass die Syrer aus den Gebieten flüchten, in denen der IS seinem "Hobby" des Kopfabschneidens nachging. Ebenfalls ist halbwegs akzeptiert, dass viele Leute in Syrien nicht gerne ständig Fassbomben auf den Kopf bekommen Aber bei den Leuten, die aus den Ländern kommen wo Al Shabaab, Boko Haram & Co. Ihr Unwesen treiben, oder da wo in Afrika Krieg herrscht (Äthiopien, Süd-Sudan etc.) ist es nicht offensichtlich, warum die Leute flüchten? Können Sie mir das erklären?
Kleiner Hinweis: Die meisten Asylanträge von Afrikanern im Jahr 2018 wurden nicht von Menschen aus Äthiopien oder dem Süd-Sudan gestellt, sondern von Menschen aus Nigeria. Nigeria liegt hier sogar vor Afghanistan hinter Syrien und dem Irak. Es kommen nicht unbedingt die, bei denen die Not am Größten ist.

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jamsrhb 17.07.2018, 09:00
228. Wir sind schuld?

Nein, wissen Sie wer schuld ist? Die selbsternannten Seenotretter der NGOs.
Die Leute würden nicht in Boote steigen, wenn sie nicht nach ein paar Kilometern sofort aufgesammelt würden.
Genau das hat uns die null Toleranz Politik Australiens gegenüber Bootsflüchtlingen gelehrt. Nachdem die gnadenlos alles zurück geschickt haben ist keiner mehr gekommen.
Davon abgesehen verrecken genauso viele oder sogar mehr Leute auf ihrem Weg durch die Sahara. Warum schreiben sie nicht darüber? Weil die nicht öffentlichkeitswirksam sterben?
Dieser Artikel ist pure Heuchelei und dieser moralische Erpressungsversuch widert mich an!

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im_ernst_56 17.07.2018, 09:01
229.

Zitat von Kommentator123456
Wie würde Herr Augstein reagieren, wenn ein Mensch vor seinem Haus fordert, dass Herr Augstein sein ganzes Vermögen hergibt, ansonsten wird sich der Mensch umbringen?
Diese Frage habe ich mir auch gestellt. Wie würde Herr Augstein reagieren, wenn eines Tages diejenigen, deren unbegrenzte Einwanderung er offensichtlich befürwortet (siehe auch seine letzte Kolumne) eines Tages vor seiner Haustür stehen und sagen "Sorry, aber jetzt wohnen wir hier"?

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