Forum: Politik
Flüchtlingsdebatte: Leben und sterben lassen
AFP

Wenn es ums Sterben im Mittelmeer geht, finden inzwischen auch zivilisierte Bildungsbürger gute Gründe fürs Nichtstun. Die Migrationskrise ist zur Krise unserer Moral geworden.

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Patrik74 17.07.2018, 14:29
360. @349 Gesteigerte Form von Dyskalkulie

Zitat von
Seit den ersten Meldungen über Tote die vor Lampedusa angeschwemmt werden, ist die Bevölkerung in Afrika um 620 Millionen Menschen angewachsen und sich damit verdoppelt.
Der eine Forist erklärt uns, dass in Afrika 1,3 Mrd. Menschen leben, und der nächste erklärt uns, dass davon 0,6 Mrd. in den letzten 3-5 Jahren geboren wurden.

Das schlimme ist, dass solche Leute auch noch den Anspruch erheben, ernst genommen zu werden...

Anbei mal - zur Abwechslung - Fakten. Die Wachstumsrate liegt im langfristigen Mittel bei ca. 2,6% pa. Alles andere sind Märchen.

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Tribess 17.07.2018, 14:31
361. Ach ja, erst Gutmensch, jetzt der Moralische

Zitat von rennflosse
Die meisten, welche hier im Forum gar nicht schreiben, tun mehr durch Spenden und Patenschaften als jene, die hier den großen Claqueur spielen. Wie viele Schüsseln ihres Reis haben Sie denn schon abgegeben? Wie viele Flüchtlinge leben in Ihrer Wohnung? So lange es einen nicht betrifft, kann man den Moralischen geben. Warum sollte man die Belegschaft des Spiegel nicht komplett austauschen und durch Afrikaner ersetzen? Schreiben und drucken können die bestimmt auch und sogar für die Hälfte des Gehaltes eines Stamm-Mitarbeiters. Nur leider ist weder der Kolumnist noch die ganzen Zustimmer hier willens und in der Lage, die Konsequenzen ihrer Moralvorstellungen persönlich zu tragen.
Eine Ferndiskussion lohnt nicht, denn es gibt leider viel zu viele Menschen, welche sich weigern historische Zusammenhänge wahrzunehmen, geschweige denn aus diesen zu lernen und in ihr eigenes Verhalten zu integrieren. Das nennt man dann Fortschritt.
Ich kenne die Gegenargumente, ich höre das Geschrei, allein, es stört mich persönlich nicht. Aber zu Ihrem Einwand, ja, ich habe gesprendet und ich spende weiterhin, ja, ich habe Flüchtlingen zum Aufenthaltsstatus verholfen und mache das auch weiterhin, ja, ich kümmere mich um Flüchtlinge und tue das auch weiterhin, das habe ich aber schon vor Jahren gemacht, da konnten viele in diesem unserem Land noch nicht einmal das Wort "Flüchtling" schreiben. Das sollte reichen und ich bleibe bei Max Liebermann. Gerade oder auch, weil ich weiß, dass meine Meinung und mein Handeln nicht den derzeit üblichen Populismus bedient. Hurra!

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rennflosse 17.07.2018, 14:33
362. Unfähig

Zitat von freekmason
grob gesschätzt, einstellig ja, zweistellig nein. nun die anschlussfrage an Sie: wieviele millionen erwarten Sie und glauben Sie, leugnung des klimawandels, waffenexporte an möglichst viele konfliktparteien, ausbeutung und übervorteilung etc. sind geeignete maßnahmen die zahl zu reduzieren? oder auch: halten Sie es für ausgeschlossen, eine langfristige lösung zu erreichen, die auch ethischen mindeststandards genügt?
Die Fragen richten sich an die Falschen. Keiner der Bürger tut, was sie ihm hier vorwerfen. Was unsere Regierung tut, kann niemand von uns verhindern.
Und nein. Angesichts der politischen Verhältnisse auf dem gesamten Erdball kann eine Lösung niemals erreicht werden.
Übrigens auch nicht von ein paar Naivlingen mit rot angestrichenen Fischkuttern. Die sind ein Beispiel dafür, wie man Probleme mit den besten Absichten noch zusätzlich verschärfen kann.

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aus-berlin 17.07.2018, 14:34
363. machen Sie sich frei

Zitat von mother_sky
Worin also besteht Ihrer Meinung nach die Lösung des Problems? In der Aufnahme aller Menschen, die sich auf den Weg nach Europa machen? Haben Sie sich schon mal Gedanken darüber gemacht, was es für ein hoch entwickeltes Industrieland wie Deutschland politisch, gesellschaftlich und sozial bedeuten könnte, Millionen von armen, kulturfremden und bildungsfernen Menschen aus aller Welt, hauptsächlich Afrika, aufzunehmen?
Machen Sie sich mal frei von der Fixion, das die Anderen die Flüchtlinge immer nur rein ins gelobte Land lassen wollen. Wir Europäer müssen erstmal unsere Mitverantwortung an der Situation klar erkennen und annehmen. Am Ende wird unsere Konsumgesellschaft darunter leiden, wenn viele Produkte teurer werden oder es im Winter keine grünen Gurken und rote Tomaten mehr gibt. Was bleibt von einem all inclusiv Urlaub vor Ort hängen? Unser Konsum geht zulasten der afrikanischen Bevölkerung. Natürlich nicht überall. Entweder unser gutes Leben geht etwas runter oder die Afrikaner kommen zu uns. Das ist die Option.

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buerner-bad 17.07.2018, 14:35
364. Emigranten aus Afrika

Wer nach Deutschland will wird von den schleppen aufgefordert ihr werdet sofort von Schiffen aufgenommen.Papiere sofort vernichtet.Egal ob es Verbrecher sind oder andere Lichtscheue Exemplarische Menschenn sind.

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K.Hexemer 17.07.2018, 14:37
365. natürlich kann man keine Menschen ersaufen lassen

aber wer so moralisiert wie Herr Augstein, der muss sich auch die Frage gefallen lassen, in wie weit die selbsternannten Retter einen Pullfaktor darstellen und immer mehr Menschen dazu verführen auf diese Rettung zu vertrauen und letztendlich der Tod finden. Die Lösung kann nicht sein Menschen ersaufen zu lassen, aber man muss Ihnen die Sinnlosigkeit ihres Unterfangens klar machen indem man sie konsequent zum Ausgangspunkt zurück bringt! Wenn dieses konsequent geschieht wird auch keiner mehr Geld an die Schlepper bezahlen. Das Geschäftsmodell bricht zusammen. Parallel muss man legale Einwanderungsmöglichkeiten schaffen, Kontignte die allerdings auch nicht einen Adrlass qualifizierter Leute aus den Entwicklungsländern erzeugen dürfen. Wer illegale Einreise versucht muss von diesen Kontigenten ausgeschlossen werden, auch das ein Beitrag zur Vermeiduzng der Schlepper-Toten!

Darf man soviel Rationalität erwarten?

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Kommentator123456 17.07.2018, 14:38
366. Moralische Forderungen sind oft nur leeres Gerede ...

Herr Augstein schreibt: "Wer ernsthaft darüber debattiert, ob wir alles tun müssen, um Menschen auf dem Meer zu retten, hält die Antwort "Nein" für möglich. Das lobt sich zwar selbst als "Debattenkultur" - läuft aber auf ein AfD-mäßiges "Man wird ja noch fragen dürfen …" hinaus. Ja, was? Ob man Schwarze ersaufen lassen darf?"

Ich nehme an, Herr Augstein war beim Schreiben dieser Zeilen gerade mal nicht damit beschäftigt, Ertrinkende aus dem Mittelmeer zu ziehen. Er hat dann wohl nicht alles dafür getan, Ertrinkende zu retten. Ist er damit jetzt
ein AfDler?

Ich denke nicht. Aber es sollte klar sein, dass man das Problem nicht mit Maximalforderungen, wie "alles dafür tun ..." nicht erfolgreich angehen kann. In der Tat ist es moralisch geboten, sorgfältig zu überlegen, welche Resourcen für welchen Zweck eingesetzt werden sollten. Wenn wir beispielsweise in den nächsten 5 Jahren 10 Millionen ungebildete Afrikaner in unsere Sozialsysteme aufnähmen, wären wir sicher einem grossen Chaos nahe, vermutlich hätten wir bürgerkriegsähnliche Zustände. Auf der anderen Seite, wäre Afrikas Bevölkerung um ca. 150 Millionen Menschen gewachsen - die Probleme in Afrika wären trotz unserer Selbstaufgabe noch gewachsen.
Afrika muss sich in erster Linie selbst helfen - sonst kann es keiner. Ob wir willig sind Afrikaner aufzunehmen, spielt für das Schicksal der afrikanischen Bevölkerung zahlenmäßig kaum eine Rolle.

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pgm 17.07.2018, 14:38
367. Irrlichternde Moralisiererei

Herr Augstein sollte sich den Bericht eines unverdächtigen Zeugen, des Kapitäns der Lifeline, zu Gemüte führen:"Flüchtlinge werden mit Lügen und oft mit Gewalt auf die lebensgefährliche Reise gelockt". Mehr ist dazu m.E. nicht zu sagen.

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freekmason 17.07.2018, 14:42
368.

Zitat von im_ernst_56
Realistische Schätzungen gehen von 10 Millionen + x aus. Die Frage ist dann noch, welche Chancen hätten die auf einem Arbeitsmarkt, in dem einfache Tätigkeiten zunehmend wegfallen und durch hochqualifizierte Jobs ersetzt werden? Ja - man kann und muss etwas gegen die Fluchtursachen tun, soweit sie von uns beeinflussbar sind. Die Faktoren Überbevölkerung, korrupte Regime usw. sind schwer beeinflussbar. Die Fluchtursachen sind nicht mono- sondern multikausal. Was verstehen Sie denn unter ethischen Mindeststandards?
darunter verstehe ich z.b. nicht mit dem totschlagsargument "arbeitsplätze" waffen zu exportieren, was nebenbei auch noch überaus rational wäre, nicht noch mehr elendslager in afrika zu errichten, damit wir die katastrophalen zustände möglichst nicht mitbekommen, diktatoren nicht zu untertützen, nicht mit abschreckung durch ersaufen lassen zu operieren, anderen ländern nicht die rohstoffe zu konditionen abzusaugen, die man selbst nie akzepieren würde oder entwicklungshilfe nicht als feigenblatt in argumentationen zu verwenden, denn peanuts sind nicht geeignet, etwas zu verhüllen. also grundsätzlich alles zu unterlassen, das man in der situation des anderen ziemlich dreist und bescheiden finden würde, um das mal forenkonform zu formulieren, und auf kontraproduktive doppelmoral zu verzichten - verhütungsverbot des vatikans, z.b.

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der.belgarath 17.07.2018, 14:46
369. Nicht ganz richtig

Zitat von nasodorek
Haben Sie einen Führerschein? Wenn ja geben SIe ihn bitte ab. Sie sind verpflichtet Menschen in Notsitutuationen zu helfen, solange Sie sich nicht selbst in Gefahr bringen. Wenn Sie sich weiter informieren wollen, das Gesetz es Ihrer Meinung nach nicht gibt finden Sie hier: § 323c StGB Unterlassene Hilfeleistung; Behinderung von hilfeleistenden Personen Wahrscheinlich sind Sie auch so einer der bei Unfällen das Smartphone zückt und die Hilfskräfte anpöbelt und attakiert, weil sie im Weg stehen.
Ich bin verpflichtet, zu helfen, wenn ich an Menschen in Gefahr, zufällig oder absichtlich, vorbeikomme.

Ich bin indessen nicht verpflichtet, mich an eine Stelle zu begeben, von der ich weiß oder vermute, daß dann, wenn ich dort ankomme, dies bei anderen Menschen den Impuls auslöst, sich nun in Lebensgefahr zu begeben!

Niemand ist verpflichtet, sich dorthin zu begeben, wo andere sich selbst in Gefahr begeben, oder in Gefahr sind.

Im Klartext: Zufällig vorbeifahrende Schiffe sind zur Hilfeleistung verpflichtet, aber kein Staat und keine Organisation muß Schiffe ins Mittelmehr oder an den Südpol oder wohin auch immer schicken, weil sich dort ggf Menschen in Lebensgefahr begeben könnten!

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