Forum: Politik
Flüchtlingsdebatte: Leben und sterben lassen
AFP

Wenn es ums Sterben im Mittelmeer geht, finden inzwischen auch zivilisierte Bildungsbürger gute Gründe fürs Nichtstun. Die Migrationskrise ist zur Krise unserer Moral geworden.

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hwmueller 16.07.2018, 14:38
50. Ihr verschwurbelter Text ist nicht sonderlich

hilfreich in einer Debatte, die unterschwellig permanent am schlechten Gewissen rüttelt. Ich verstehe auch nicht, warum der Autor am Strand liegt und einen Rechenschaftsbericht über seinen verfehlten moralischen Kompass ablegt. Es geht vielleicht nur darum, seine Selbstgerechtigkeit in einem klugen Diskurs zu verstecken. Also mal ganz konkret, was tun wir gehen das Sterben im Jemen, in Mali, in Bangladesch, in der Bronx, in unseren eigenen Reihen. Dieses sich permanent für andere verantwortlich fühlen, um seinem christlichen Kerngeschäft nachzukommen, wird den 5 Millionen vor der Tür letztlich nichts nutzen . Denn ein Hereinlassen wäre das Ende des Sozialstaates. Also mehr Mut auch gegen das eigene Gefühl konsequent jeden Flüchtling zurück zum Start bringen. Ländern die ihre eigenen Leute nicht zurücknehmen, müssten robustere Argumente unterbreitet werden.

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klarafall 16.07.2018, 14:39
51.

"Wenn wir den Tod im Mittelmeer verhindern können, müssen wir ihn verhindern" - da stimme ich Herrn Augstein uneingeschränkt zu. Wir sind moralisch verpflichtet. Die Frage, die man aber stellen muß ist, WIE man den "Tod im Mittelmeer" verhindern kann. Und bei der Suche nach einer Antwort muß man bedenken, daß niemand ertrinken kann, wenn er sich nicht in einem see-untauglichen Boot auf die Meerüberquerung aufmacht. Denn so, wie es derzeit ist, gehört es zum Geschäft der Schleuser, die Leute nur ein paar Seemeilen aufs Meer zu schippern, und dann von den Europäern "retten" zu lassen. Ist es moralisch vertretbar, das Geschäft der Schleuser zu unterstützen? Oder sollten wir vielmehr verhindern, daß die Boote in Nordafrika losfahren? Wäre das moralisch nicht wesentlich besser? Kann man (also die Europäer in diesem Fall) die Boote "abfangen", bevor sie losfahren? Oder kann man den Ländern dort klarmachen, daß sie nur dann (weiter) Unterstützung von Europa bekommen werden, wenn sie kooperieren und die Boote am abfahren hindern? Oder die Boote konfiszieren, und Schleuser hart bestrafen?

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Slowpoke Rodríguez 16.07.2018, 14:39
52. Von auschwitz lernen?

Das ZDF-Auslandsjournal hat jüngst den Alltag von "Schutzsuchenden" im nigrischen Agadez beschrieben, einem Sammelpunkt auf dem Weg nach Norden. Ausnahmslos junge Männer aus Westafrika, die, ausgestattet mit modernster Mobilfunktechnik, gelangweilt darauf warten, von jeweils einheimischen Schleppern durch die Sahara zunächst bis an die libysche Küste und dann weiter nach Europa GEBRACHT zu werden. Kein einziger sprach davon, seine Heimat aufgrund politischer oder religiöser Verfolgung verlassen zu haben, keiner suchte Schutz vor etwas in des Wortes wahrer Bedeutung, alle wollten schlicht ein materiell besseres Leben. Einer der Wartenden bekannte freimütig, nach Europa zu wollen, um in Italien Fußballprofi zu werden.

Derlei Überlegungen mögen ja aus Sicht der Betroffenen durchaus legitim sein, das aber mit der Flucht vor dem Holocaust in einem Atemzug zu nennen und die Schlepper/ Sklavenhändler der kalabrischen Ndrangheta, wie jüngst Kollege Diez, mit einem Varian Fry oder einem Raoul Wallenberg vergleichen, dessen Leben im Übrigen in der (von unseren Linken doch so vermissten) Sowjetunion ein elendes Ende gefunden hat, ist eine erbärmliche Geschichtslosigkeit.

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wolfman11 16.07.2018, 14:39
53. Dringend nötige Einordnung ...

... und in ihrer Klarheit so unbequem, dass die unvermeidbaren Kommentare derer, die gemeint sind, fast schon reflexartig kommen. Hier gleich an allererster Stelle. Und sofort wieder werden im Angesicht des Todes die falschen Fragen gestellt. Man kann diese Kolumne gar nicht besser rechtfertigen und bewahrheiten, als hier die Kommentare zu lesen. Diese Gesellschaft lässt es zu, dass die Rettung von Leben diskutiert wird, als obliege es unserer Entscheidung, es zu tun ... Heute sind es die Leben derer, die im Mittelmeer ertrinken ... wie lang noch, bis wir die Fragen auf andere ausdehnen? Soll man einen Judendlichen retten, der an Sylvester von Böllern verstümmelt wird? Hat er nicht selbst entschieden sich in diese Gefahr zu begeben? Was ist mit dem, der gegen eine gewaltbereite Nazi-Demo seine Stimme erhebt und Gefahr läuft erschlagen zu werden? Und wann fragen wir bei Rentnern, Behinderten und anderen Schwachen zuerst nach den Kosten für unsere Gesellschaft, bevor wir entscheiden zu Ihrer Rettung zu schreiten? Das Mittelmeer mag fern sein, aber der Weg, auf den wir uns mit der Begründung des Unterlassens der Hilfeleistung begeben, kann sehr schnell zu uns zurückführen.
Wer hier genau die vermeintlichen Argumente vorbringt, die dazu diesen Menschen sterben zu lassen, der hat nichts verstanden. Es bleibt noch die Hoffnung, dass all jene, die hier in Härte und Kompromisslosigkeit argumentieren, die Menschen vermutlich retten würden, wenn sie Ihnen - selbst in sicheren Booten - auf dem Meer begegnen würden. Auch Unmoral ist vom Sessel oder Schreibtisch aus einfacher, als in der echten Situation.

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michael1971 16.07.2018, 14:39
54. Im Internetforen gibt es gibt es so eine Grenze..

Es kommt in Foren immer wieder vor, dass jemand die Nazi-Keule schwingt. An der Stelle ist den meisten bekannt: Jede Fortführung der Diskussion ist zwecklos, weil jemandem die Argumente ausgegangen sind und er gar nicht mehr vernünftig diskutieren will.

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jim_beam 16.07.2018, 14:40
55.

Zitat von richard-x
Was die aktuelle und zukünftige Entwicklung betrifft, die aus Afrika kommt, so muss man realistisch sein und anerkennen, daß wir den Ländern nicht helfen wenn wir jedes Jahr 500000 Menschen aufnehmen, sogar 5 mio. wären quasi nur ein Tropfen auf dem heißen Stein der über 500. mio Bevölkerungszuwachs, der unweigerlich in den nächsten Jahrzehnten in Afrika kommen wird.
Ich weiss nicht, woher sie Ihre Zahlen haben, aber im ersten Halbjahr 2018 sind über die Mittelmeerrouten weniger als 50.000 Flüchtlinge gekommen.

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M. Michaelis 16.07.2018, 14:40
56.

In der Politik geht es nicht um Moral sondern um Ursache und Wirkung.

Es gibt hier keine gute Lösung. Die Retter machen sich zu Komplizen der Schlepper und schaffen zudem immer neue Anreize dass sich Menschen auf den gefährlichen Weg machen.

Eine Möglichkeit wäre evtl. die Menschen zu retten und zum Ausgangspunkt zurückzubringen.

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luke77 16.07.2018, 14:41
57. kommt auch meiste davon

dass man diesen kontinent über jahrhuderte nur elendigst ausgebeutet hat und in stich gelassen nach der komplett abzocke

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global.payer 16.07.2018, 14:41
58. Manchmal hilft die sinnbildliche Übertragung

an einen anderen Ort, um die Argumente ins wahre Licht zu rücken. Niemand kommt auf die Idee der NGO Organisation ADAC einen pull Effekt vorzuwerfen, weil zur Ferienzeit tausende auf die Autobahn drängen. Die ADAC Hubschrauber würden blockiert, die Piloten vor Gericht gestellt, schließlich weiß jeder, wie gefährlich Autobahnen sind und die Autofahrer begeben sich doch freiwillig auf die Bahn. Urlauber belasteten die Gemeinschaft der Krankenversicherten und dürften nicht gerettet werden. Übrigens rettet der ADAC Hubschrauber nicht nur seine Beitragszahler.

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sportimtv-fan 16.07.2018, 14:42
59. Sie haben aber auch keine Lösung!

Hören Sie auf mit dem Moral-Geheule! Wir wissen doch alle, dass die meisten Flüchtlinge aus wirtschaftlichen Gründen ihr Leben aufs Spiel setzen und alle nach Deutschland wollen. Wenn die Geretteten konsequent zurück gebracht werden würden, würde der Strom allmählich nachlassen, weil der letzte dann endlich auch kapiert, dass es sinnlos ist. Und ja...ich fühle mich angesichts der Menge an Menschen, die nicht in der Lage sind, in Frieden miteinander zu leben (weil sie nix Besseres zu tun haben als sich gegenseitig die Köpfe einzuschlagen, wie erst letzte Woche in Nigeria, es gibt abertausende weitere Beispiele dafür), von deren Einstellung zu Frauen ganz zu schweigen, tatsächlich bedroht. Ich brauche solche Leute hier nicht, und wenn sie im Mittelmeer ertrinken, sind sie selbst schuld und nicht wir! Wir haben ein Recht drauf, unser Land zu verteidigen. Und es ist nicht einzusehen, dass wir Tote auf dem Meer verhindern und einheimische Tote in Kauf nehmen sollen. Darauf läuft es letztendlich ja hinaus, wenn es so weitergeht, wie Sie und all die grünen und roten Moral-Gutmenschen es gerne hätten.

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