Forum: Politik
Flüchtlingsdrama im Mittelmeer: Abgestumpft
AP

Mindestens 700 Menschen sind vergangene Woche im Mittelmeer ertrunken. Doch die Europäer berührt das kaum noch. Sie haben sich an das Sterben vor ihren Grenzen gewöhnt.

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Teddy0 01.06.2016, 23:17
1.

Leider hat der Autor recht. Ich habe mich an das sterben gewöhnt und konnte ohne Probleme mein Abendessen weiteressen.

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hador2 01.06.2016, 23:20
2. Nicht ganz...

...es berührt schon, sehr sogar...aber niemand hat einen Lösungsansatz. Und Betroffenheit alleine löst die Probleme der Welt halt auch nicht.

Es ist also weniger Gleichgültigkeit als vielmehr Resignation...

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christianwf 01.06.2016, 23:26
3. Wieso gewöhnt?

Ich habe mich nicht an das Sterben gewöhnt, möchte gerne jeden die Hand reichen.

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wahn-sinn 01.06.2016, 23:27
4.

wer ist europa? ja, wir alle! aber wer macht die asylpolitik? wir alle? wohl kaum. es sind die von vielen gewählten politiker - ich habe sie nicht gewählt! -, die waffenexporte in die krisenherde machen, aus denen viele flüchtlinge kommen. wer macht die grenzen dicht? nicht wir/ich, sondern viele (rechte) politiker - ich habe sie nicht gewählt! -, die sich einen dreck um menschlichkeit und europäische werte kümmern. wir brauchen viele cap anamurs für das mittelmeer, viele rupert neudecker´s, damit dieses leid endlich ein ende hat. dieses wir bin ich dann gerne und heure sofort auf so einen schiff an!

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SPONU 01.06.2016, 23:28
5. Seit Generationen wird gestorben...

...und nein, ich lebe tatsächlich ohne dass ich von Schuldgefühlen erdrückt werde. Manche auf diesem Planeten haben Glück, andere Pech. Der Planet hat bald 8 Milliarden Menschen. In Afrika und Asien steigt die Bevölkerung exponentiell...was sollen die Bilder von toten Babies bei mir bewirken? Dass ich bei mir 10 Leute aufnehme? Mein Gehalt spende sodass mir nur noch Geld für Reis und Mehl bleibt? Was erwarten die Autoren mit dem gut sichtbaren moralischen Zeigerfinger? komplette Selbstaufgabe der westlichen Bevölkerung? Alle rein? Fährverkehr von Libyen nach Italien?

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AxelSchudak 01.06.2016, 23:34
6. Das Sterben beenden...

Es gibt nur zwei Wege, das Sterben im Mittelmeer zu beenden.

1. Wir holen alle ab, die über das Meer wollen.
2. Wir schicken alle zurück, die über das Meer kommen.

Im ersten Fall müssten wir vermutlich auch noch die Wege durch die Wüste absichern, da sich sehr viele aufmachen werden und dann dort sterben. Zudem dürften wir vor der Aufgabe stehen, viele Millionen Menschen - eher 50 als 10 - in den nächsten Jahren aufzunehmen, mittelfristig eher 100+. Ob wir das schaffen ist mehr als fraglich, und sei es ein Ende durch Rechtsparteien in den Regierungen.

Der zweite Fall tut menschlich weh - und man kann ihn nur rechtfertigen, wenn man für jeden, den man zurückschickt, mindestens einen von denen aufnimmt, die sich keinen Schlepper leisten können und Hilfe noch dringender brauchen. Man muss vorrangig diejenigen aufnehmen, die wirklich Hilfe brauchen UND daneben diejenigen, die wir brauchen. Das sind zwei unterschiedlichen Richtungen die beide notwendig sind um potentiellen Einwanderern eine Perspektive jenseits der Boote zu bieten - und wer Schlepper benutzt, muss bei beiden Schienen raus sein.

TUN werden wir beides nicht, also werden vorerst weiter Menschen sterben.

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vierpunktzwo 01.06.2016, 23:41
7.

Berichten Medien in Afrika über sterbende Landsleute im Mittelmeer?
Welche Maßnahmen trifft die Vereinigung Afrikanischer Staaten um dieses Sterben zu verhindern?
Wie geht es mit den rohstoffreichen Staaten Afrikas und des Orients weiter, wenn die Industrieländer auf Grund des Klimawandels auf fossile Energien verzichten?
Warum spricht man nicht mehr über die Überbevölkerung?
Wieso bekommt die Frau in Nigeria ohne soziale Absicherung acht Kinder, währden europäische Paare aufgrund der wirtschaftlichen Lage maximal ein oder zwei Kinder bekommen?
Wir sind nicht abgestumpft, wir bekommen einfach keine Antworten auf unsere Fragen?

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sag-geschwind 01.06.2016, 23:47
8.

"Die EU-Staaten haben in den vergangenen Jahren ihre Grenzen schrittweise gegen Flüchtlinge hochgerüstet."
Das haben sie. Aber es gibt auch Länder, die sog. "Schutzsuchenden" Hoffnung auf relativen wirtschaftlichen Wohlstand machen, auch wenn sie nicht Asylberechtigt sind. Es ist auch die Abschottung gepaart mit dem Köder von für diese Menschen paradiesischen Sozialleistungen, die sie in den Tod lockt.
Europa muss klären, ob es Masseneinwanderung will und dann alle Grenzen öffnen, oder sich vollständig zur Abschottung bekennen und danach handeln. Alles dazwischen lockt die "Schutzsuchenden" in den Tod.

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fusselsieb 01.06.2016, 23:47
9.

Tja, es ist traurig, aber was will man machen?

Eine sichere Überfahrt gewährleisten, gar Europa öffnen und die Menschen abholen?

Abschrecken tun die Toten die Menschen offenbar nicht sonderlich.

Letztendlich bleibt nur, die Gründe der Flucht zu beseitigen.

Also Kriege führen und die Länder übernehmen? Kolonialismus? Geführte Regierungen? Oder mehr Entwicklungshilfe in die Rache der Despoten zu stopfen?

Vielleicht sollte der Spiegel mal Vorschläge unterbreiten statt immer nur anzuklagen.

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