Forum: Politik
Flüchtlingselend auf Kos: "Sind wir hier in Europa?"
AFP

Sie kommen aus dem Krieg, haben Tod und Zerstörung erlebt. In Europa erhoffen sich die Flüchtlinge Sicherheit für ihre Familien. Doch auf der griechischen Insel Kos stoßen sie stattdessen auf Chaos, Dreck und Demütigungen. Viele können nicht fassen, dass dies Europa sein soll.

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stoffi 13.08.2015, 20:48
150.

Zitat von Alias Alias
Die "Europäische Idee" ist etwas rein positives. Die Umsetzung jedoch gleicht einer Katastrophe. Man lässt Griechenland, Spanien, Portugal und Italien in Flüchtlingsfragen völlig alleine. Sie haben in den letzten Jahren massiven Aufwand betreiben müssen, um den Flüchtlingswellen Asyl zu gewehren. Gleichzeitig tut man in Deutschland/England und sonst wo so, als sei man selbst überfordert und habe schon mehr als genug bei sich aufgenommen. Das ist zynisch und überhaupt nicht loyal gegenüber den anderen EU-Partnern. Gleichzeitig beerdigt man damit exakt DIE christlich-sozialen Werte, auf die man sich bei der Gründung der Staatengemeinschaft geeinigt hat. Welch eine Heuchlerei! Und als sei dies noch nicht alles, unterhölt ausgerechnet Deutschland den Sozialstaat so weit, wie es in keinem anderen Land Europas möglich wäre. Die Konsequenz: Verlust der Wettbewerbsfähigkeit in allen anderen Ländern und nicht einmal die Einsicht, dass wenn Griechenland, Italien, Portugal und Spanien aus genannten Gründen die Schwerindustrie Deutschland überlassen müssen, wir eben diesen Ländern auf andere Weise helfen müssen. Tourismus reicht eben nicht für eine Lebensgrundlage. Tourismus ist abhängig von der Saison. Wo ist die Solidarität? Sie ist in jeder Hinsicht abhanden gekommen. Man kann doch von den Griechen nicht verlangen, dass sie sich mit massiven Abschiebungen belasten?! In Griechenland und Spanien/Gibraltar stehen doch schon rieisige Stacheldraht-Mauern, die von völlig überhöhten Militär-Etats finanziert und bewacht werden. Europa ist zu einer menschenfeindlichen Festung geworden! Es ist an der Zeit, die europäische Idee neu zu formulieren. Vielleicht fällt den Verantwortlichen in Brüssel zur Abwechslung auch mal etwas Lebensfreundliches ein.
Aber erstens können wir unmöglich sämtliche Menschen der Welt aufnehmen, denen es zur Zeit deutlich schlechter geht als uns.
Und zweitens werden wir es leider zu unseren Lebzeiten nicht mehr sehen, dass sich die weltweite Situation bessert, denn aufgrund des ungebremsten Bevölkerungswachstums wird es die nächsten Dekaden über leider wohl noch schlimmer werden.

Realistisch betrachtet haben wir lediglich die Wahl, uns zunehmend abzuschotten, oder unseren relativen Wohlstand der weltweiten Bevölkerungsexplosion zu opfern.
Wenn wir den Wünschen einiger Träumer folgen und tatsächlich die Grenzen komplett öffnen und ohne wenn und aber jeden aufnehmen, der aus welchen Gründen auch immer, herkommen will, dann haben wir in 30 Jahren hier einen Lebensstandard auf Dritte-Welt-Niveau. Denn mit offenen Grenzen endet der Zustrom erst dann, wenn es hier nicht mehr besser ist als

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allonsenfants 13.08.2015, 20:49
151.

Ich rechne stark damit, dass auch die Vereinigten Staaten demnächst Hilfskonvois nach GR schicken werden, um die Flüchtlinge zu versorgen und aufzunehmen.
Schließlich ist dieser Staat durch seine Kriege und Militäraktionen doch für die heutige Katastrophe im ganzen Vorderen Orient verantwortlich - oder etwa nicht?

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NicksAlleVergeben 13.08.2015, 20:49
152.

Zitat von seilerpauli
Ich helfe den Unwissenden gerne weiter: 1820 bis 1928 (...) wanderten 5,3 Millionen, d.h. fast neun Zehntel, in die USA (...) Quelle: Wiki/Deutsche Überseewanderung Sie wurden auch erwähnt: Auch Thomas Jefferson und James Madison teilten die Phobie Franklins gegenüber deutschsprachigen Migranten, allerdings bedienten sie sich anderer Argumente: Deutsche und Migranten aus anderen „rückständigen“ absolutistischen Ländern stellten aus ihrer Sicht eine Gefahr für die amerikanische Kultur der Freiheit und den Wohlstand dar.
Noch eine Ergänzung, wenn gestattet. Jefferson sowie Madison, die - wie Sie zurecht anmerkten - die Deutschen nicht gewollt haben, waren zu Beginn der deutschen Auswanderungswelle lange tot. Vorher war es nur ein warmer Regen, ein leichtes Geplänkel.

Das allerdings hätten Sie wissen können.

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Jahiro1 13.08.2015, 20:49
153. Nicht ganz ...

Zitat von NicksAlleVergeben
Ich finde Angriffe auf Asyleinrichtungen schrecklich. Aber dass es "Unzählige" sind, die brennen, sehe ich nicht. Jedes einzelne ich zu viel, jedes Hakenkreuz widerlich. Aber dass nun landauf-landab Asyleinrichtungen brennen, halte ich für stark übertrieben. Mir selber fallen zwei Fälle ein dieses Jahr, bei denen es brannte. Sie tun mit diesen Übertreibungen jenen keinen Gefallen, denen Sie helfen wollen.
Vor einigen Tagen (Wochen?) schon war in einer Zeitung von 220 nur in diesem Jahr zu lesen. Als Flüchtlingsunterkünfte heutige und zukünftige, die gerade umgebaut werden ...

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yorgosTS 13.08.2015, 20:50
154. Konstruktive Lösungen??

Ja! Den vor Krieg und Verfolgung fliehenden Menschen muss ohne Zweifel geholfen werden! Und ja, auch jeder Asylantrag sollte geprüft werden!

Ich erwarte jedoch von der Politik, dass endlich in der Füchtlingsfrage mit System vorgegangen wird.

Als Mitarbeiter einer Sozialbehörde in einer rheinland-pfälzischen Großstadt, kann ich beurteilen wie die Lage für die Flüchtlinge aussieht. Es ist eben noch nicht damit getan, die Flüchtlinge in Heimen und Wohnblocks unterzubringen; dh. für Obdacht, Nahrung und Kleidung zu sorgen und sich selbst zu überlassen.

Und hier fängt die ganze Misere an! Es fehlen Gelder, Mitarbeiter und überhaupt Regelungen wie eine vernünftige Integration gelingen und durchgeführt werden kann. Sprachkurse? Fehlanzeige! Hilfe bei der Bewältigung des Alltags? Fehlanzeige! Jobs? Fehlanzeige!

Wenn diese und im nächsten Jahr voraussichtlich Flüchtlinge in einer Größenordnung von rd. 600.000 Menschen zu uns kommen, genügt es noch nicht mal, entsprechenden Wohnraum bereitzustellen, sondern überdies die sozialen Einrichtungen und Infrastruktur einer Großstadt! D.h. Kindergärten, Behörden, Schulen, Mitarbeiter im sozialen Bereich, ärztliche Versorgung, Krankenhäuser, Pflegeeinrichtungen usw.

Zu diesen Fragen und kommenden Problemen erwarte ich Lösungen!!!!

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fans 13.08.2015, 20:50
155. Naja

Zitat von Hagbard
Kürzlich habe ich das Lamenti ("Und alle kommen sie zu uns, warum gehen die nicht woanders hin") einer älteren Dame unterbrochen und ihr gesagt, dass andere Länder viel stärker beansprucht werden.
Was Europa angeht, gibt es aber nur sehr wenige Länder die mehr beansprucht sind.
Da herrscht ein unhaltbares Ungleichgewicht, das ist Fakt.

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Wellness 13.08.2015, 20:52
156. Dimensionen

Ich glaube vielen ist noch gar nicht bewußt was für eine Tragödie vor unseren Augen sich abspielen
Komplette ethnische Gruppen werden ihrem Schicksal über lassen.Jetzt wo es wichtig wäre zu helfen hat Europa eigene Wirtschaftliche Probleme die sie nicht im Griff kriegen.
Siehe Jugendarbeitslosigkeit wenn es nicht bald nachhaltig zu einer Wirtschaftlichen Besserung im Süden kommt endet es in einer Katastrophe!

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thom.angelo 13.08.2015, 20:52
157. Europa ist kein Paradis - nicht nur für die Flüchtlingen..

Zitat von Mach999
Es ist eine Schande, wie wir in Europa und auch direkt bei uns in Deutschland mit Menschen umgehen, die Hilfe benötigen.
liebe Medien,
ja 'mit Menschen umgehen', das sind nicht nur die Flüchtlinge. Sonder auch wir die Deutschen.
Erstens ein großes Verdienst unseren Medien ist, dass hier falsches Bild über die wahre Struktur der Menge die zu uns kommt angeboten wird. Unabhängige Recherchen kommen in ARD und ZDF erst nach 00:30 Uhr. Sonst gibt es Moderatoren bei denen die Stimme verschwindet.. wie niedlich.. Alle die bei der Sendung keine Trennen vergossen haben sind 'Rechten' und 'kalt'... nach Deutschland kommen eben nur Familien mit weinende Kinder.. Die Wahrheit ist aber, dass diese machen nur ca. 20% aus.. diese nehme ich gern hier und es tut mir nicht leid, dass Teil meines Steuergelder dafür eingesetzt wir - diese Menschen willkommen zu heißen.
Die Wahrheit ist leider ganz anderes. Es wird Zeit, dass die Medien diese zu präsentieren.
Bei uns gibt es auch (mittlerweile) sehr viele Menschen die Hilfe brauchen - wer wird die helfen?? Wer??
Unsere Politik ist nur von Opportunisten besetzt (wie es sich herausgestellt hat).
Ich werde es so formulieren: in D sind Menschen nicht nur die Flüchtlinge, sonder wir auch (die Deutschen). Wenn die Politik (der Staat) Geld für Flüchtlingen hat, sollte auch für unsere Mitmenschen die im NOtt sind, auch Geld haben. Nicht vergessen - die Politiker, die Medien und die Kanzlerin hängen auch an meine Tasche..
Ich fühle mich nicht schuldig für die schlechte Bedingungen für die Flüchtlingen.. Ich bezahle - jedes Monat, also wenn was nicht o.k. ist - das sind die verantwortliche Politiker und dessen Helfer - die Medien.. so dass liebe Moderatoren verschlucken sie sich nicht die Stimme sonder - machen Sie bitte Ihren Job aber richtig.
Danke
und Gruß

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dantheman77 13.08.2015, 20:52
158. lieber stoffi,

und wenn ich nie mehr von Ihnen lese als den Kommentar 15 so reicht das völlig aus um zu wissen, dass sie nicht die mindeste Ahnung von der Thematik haben. Und sich auch noch nie länger als ein Bildzeitungsartikel mit dem Gesamtzusammenhang beschäftigt haben... aber nur mut, das kann noch werden...

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meinseiner 13.08.2015, 20:52
159.

Zitat von wo_ist_all_das_material?
Überlegen Sie mal, wie viele Deutsche allein in die USA emigriert sind!
Und überlegen Sie mal, wie dort die Versorgungssituation für all die Einwanderer aussah!

Ihre Argumentation kommt aus der gleichen Ecke, aus der auch immer der Vergleich kommt, Lybien hätte mehrere Millionen Flüchtlinge aufgenommen!
Klar, wenn wir die Flüchtlinge auch irgendwo in der Pampa in riesigen Zeltlagern unterbringen würden und einmal am Tag kämen die Vereinten Nationen um die dort zu verpflegen, dann dürfen gern auch noch viel mehr hier aufschlagen.
Aber bei uns hat jeder sofort Anspruch auf ein ziemliches rundum sorglos Paket.
Und nur um es mal zu erwähnen, das muß alles erstmal erarbeitet werden.

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