Forum: Politik
Flüchtlingselend in Libyen: Barbarei im Namen Europas
REUTERS

Die Europäer haben die Verantwortung für Flüchtlinge auf Staaten wie Libyen abgewälzt. Damit machen sie sich schuldig an den Verbrechen, die dort an diesen Menschen begangen werden.

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Atheist_Crusader 04.05.2019, 17:30
10.

Das ist nur der Anfang. Die Bevölkerung Afrikas wächst ungebremst und ohnehin schon begrenzte Ressourcen wie Wasser, Lebensmittel, Arbeitsplätze, Wohnraum, etc. können mit diesem Wachstum nicht mithalten. Selbst wenn wir den Klimawandel - der all diese Ressourcen noch weiter verknappen wird - mal rauslassen, wird sich das Problem in Zukunft nur verschlimmern.
Und das Problem hat kein Ende: Europas Aufnahmekapazität ist begrenzt, Afrikas Geburtenraten nicht. Selbst wenn wir jedes Jahr zehn Millionen Menschen durchwinken, stehen nächstes Jahr nur noch mehr vor der Tür. Oder vielleicht auch nicht, weil Europa dann irgendwann dann zwischen Millionen unintegrierten Kulturfremden und einer entfesselten Rechten wie man sie seit den 1940ern nicht mehr gesehen hat völlig zerbröselt.

Die europäischen Regierungen scheuen sich immer noch darum das Problem der Geburtenraten anzusprechen, wegen... ich weiß nicht. Angst vor Vorwürfen von Rassismus oder Kolonialherrenattitüde wenn man den Afrikanern erklärt, dass sie doch bitteschön nicht so viele Kinder bekommen sollten.
Klar, es gibt eine Wechselwirkung zwischen Wohlstand und Kinderreichtum: wer eine gesicherte Zukunft hat mit geregelter Arbeit und Rentenversicherung und gesundheitlicher Bildung, der hat auch weniger Kinder. Aber selbst wenn wir sämtliche Hilfen für Afrika verzehnfachen würden, würde das noch nicht ausreichen um das Problem einigermaßen zeitnah in den Griff zu bekommen. Da müsste man direkt eingreifen, und wenn es sein muss dann halt mit einer chinamäßigen zwei-Kind-Politik.

Sehe ich aber nicht passieren. Also meine Vorhersage: das Problem wird immer schlimmer. Afrika wird voller, ärmer und hungriger. Europa wird immer brutaler bei der Grenzsicherung. Entweder um rechten Parteien das Wasser abzugraben oder nachdem diese an die Macht gekommen sind. Man wird natürlich versuchen das Problem bei den südlichen Mittelmeeranrainern abzuladen um selbst nicht so schlecht auszusehen, aber nötigenfalls wird man das auch allein machen. Schiffe werden einfach wieder zurück nach Süden geschleppt, noch bevor Jemand einen Fuß auf europäischen Boden setzen kann. Und an den Grenzen wird wieder geschossen werden.
Und ich sehe nicht wirklich etwas, das dies noch verhindern könnte. Was wir heute erleben sind die kumulativen Folgen von (Fehl-)Entwicklungen die bereits vor Jahrzehnten begonnen haben. Diese jetzt noch aufzuhalten würden eine kombinierte Entschlossenheit auf beiden Seiten benötigen die ich nirgendwo sehe. Eher wird sich jeder in den Egoismus zurückziehen: "Die Leute fliehen aus meinem Land - nicht mein Problem." "Die Leute wollen in mein Land - nicht mein Problem.".

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Atheist_Crusader 04.05.2019, 17:36
11.

Zitat von remedias.cortes
das einzige, was Menschen in Afrika doch überhaupt helfen würde, wäre eine Revolution oder viele Revolutionen, um ihre miese, korrupte, unfähige, menschenverachtende Politikerkaste zu verjagen und sich der Produktionsmittel zu bemächtigen, um Bildung, Eigentum, Wohlfahrt etc. zu finanzieren. Unter anderem lässt das der Westen nicht zu. Dafür nimmt er Flüchtlingsströme in Kauf und bezahlt miese Schergen dafür, sie einzudämmen. Das ganze System ist widerlich, wird sich aber nicht grundsätzlich ändern. Beweis: Wenn schon die harmlosen Bemerkungen des Sozi- Kevins zu Hysterie führen. Die Lösung kann doch nicht sein, Flüchtlinge aufzuhalten, zu verteilen oder umzuverteilen, sondern sie darin zu unterstützen, eine Heimat zu schaffen, in der sie "gut und gerne leben".
Gewaltsame Revolutionen wenden doch eher selten die Dinge zum Besseren. Es gibt viele Gründe warum sich korrupte Eliten an der Macht halten können - einer der wichtigsten ist Tribalismus. Wenn es den nicht gäbe, dann könnte man auch auf friedlichem Weg das Land zum Guten verändern. Und solange es den gibt, werden auch sie meisten gewaltsamen Revolutionen nichts besser machen.

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itgamer 04.05.2019, 17:38
12.

Wie heisst es doch so schön : wer geschäfte mit despoten macht ist Mitverantwortlich . Verlogen ist die EU... Wenn es um die Ziele der Aussengrenzen geht, werden menschenrechte vernachlässigt. Jeder Weis , das fast jede frau, die Über Lybien in die EU kam Übergriffe aller Kullör gewesen ist. Es verdienen die Militärs bei Erpressung von geldern eine ganz grosse Rolle, weil die sich so Ihr Sold aufbessern. Im Mittelmeer ertrinken menschen, Hilfsschiffe werden mit Fadenscheinlichen Argumenten am Auslaufen gehindert. das soll meine EU sein ? Auf die regierung in Brüssel soll ich Stolz sein ? Ein Wirtschaftsverbund, der seine Wirtschaftsbelange schützen will mehr nicht. Seid jahrzehnten sind die Armenhäuser Europas vom Wirtschaftlichen Aufschwung Abgeschnitten, Rumänien etc.... ist es gewollt..damit die Starken Westlichen EU Länder wie Deutschland, Frankreich usw Billigen Prekärbeschäftigten nachwuchs bekommt. ? Diese EU ? Ich schäme mich dafür ein Bürger unter solch Politik zu sein...

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brasilpe 04.05.2019, 17:43
13. Die Konsequenzen.

Zitat von remedias.cortes
das einzige, was Menschen in Afrika doch überhaupt helfen würde, wäre eine Revolution oder viele Revolutionen, um ihre miese, korrupte, unfähige, menschenverachtende Politikerkaste zu verjagen und sich der Produktionsmittel zu bemächtigen, um Bildung, Eigentum, Wohlfahrt etc. zu finanzieren. Unter anderem lässt das der Westen nicht zu. Dafür nimmt er Flüchtlingsströme in Kauf und bezahlt miese Schergen dafür, sie einzudämmen. Das ganze System ist widerlich, wird sich aber nicht grundsätzlich ändern. Beweis: Wenn schon die harmlosen Bemerkungen des Sozi- Kevins zu Hysterie führen. Die Lösung kann doch nicht sein, Flüchtlinge aufzuhalten, zu verteilen oder umzuverteilen, sondern sie darin zu unterstützen, eine Heimat zu schaffen, in der sie "gut und gerne leben".
Alles gut und richtig. Aber es wird nicht zu realisieren sein. Also wird es weitergehen wie bisher. Wir befinden uns in einem Dilemma, aus dem es keinen realistischen (!) Ausweg gibt. Weder können wir sicherstellen, das die afrikanischen (und teilweise auch asiatischen ) Eliten ihre Völker nicht mehr weiter ausbeuten - wir schaffen es nicht einmal im eigenen Land - , noch können wir die afrikanische Gesamtbevölkerung bei uns aufnehmen. Die Konsequenzen sind unabweisbar, auch wenn viele (die Mehrheit) noch so tun, als seien sie es.

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komentisto 04.05.2019, 17:46
14.

Ich fühle mich als Europäer nicht für alles Übel auf dieser Welt verantwortlich und auch nicht dafür, was in Lybien passiert. Weder im Grundgesetz, noch in den Europäischen Verträgen ist eine Verpflichtung zur Beseitigung von Misständen in Afrika festgelegt. Die Migranten in Lybien sind freiwillig als Wirtschaftsmigranten dorthin gegangen, um nach Europa zu gelangen und ich gehe davon, dass sie im Zeitalter der globalen Internetkommunikation über die Zustände in Lybien vorher genauso gut informiert waren, wie über diejenigen in Europa.
Europa sollte zwar versuchen, die Situation in Lybien zu verbessern, ist aber keinesfalls für das Schicksal der Wirtschaftmigranten verantwortlich !

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shingles 04.05.2019, 17:51
15. Warum?

"Die Flüchtlinge müssen im ersten Schritt aus Libyen evakuiert werden, wie beispielsweise MSF das seit Langem fordert. Sie müssen in Lagern in der Region unterkommen, aber selbstverständlich auch in Europa" Zitat Ende
Warum denn selbstverständlich auch in Europa? Sehe ich nicht so. Einmal hier werden die sowieso nie wieder gehen, auch wenn der Asylantrag abgelehnt wird, der Abschiebeprozess ist ein Witz, 2015-2018 nicht einmal 100.000 Abschiebungen (die meisten auf den Balkan, nicht Afrika) bei über 500.000 abgelehnten Asylanträgen in der gleichen Zeit, als ob 400.000 freiwillig ausgereist sind, lachhaft.
Die aktuelle Situation ist nach den Beschreibungen zu urteilen nicht tragbar, aber abertausende "Flüchtlinge" nach Europa zu holen auch keine Lösung.

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seamanslife 04.05.2019, 18:00
16. die Ursachen der Katastrophe liegen in Afrika selbst

Stammeskriege, Korruption und Kleptokratie herrschen vom Mittelmeer bis Kapstadt, diejenigen die dem Kolonialismus die Stirn geboten haben, haben sich die Länder unter den Nagel gerissen und jegliches Recht mit Füßen getreten. Jetzt bietet Frau Merkel in Westafrika zig Millionen zur Schadensbegrenzung an. Wer hat den Schaden denn angerichtet und auf welchen Banken liegen die geplünderten Gelder? Der Mensch ist dort ein jagdbares Objekt, eine Ware die man verkaufen kann solange er Mitglied eines anderen Stammes ist. Das Recht der Machte oder der Kalaschnikow bestimmt dort das tägliche Leben. Aber wer hats gemacht, dieses Recht?

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Spiegelkritikus 04.05.2019, 18:23
17. Evakuierung ja, nach Europa aber nur mit Asylberechtigung

Es wäre sicherlich sinnvoll, wenn möglich alle Migranten aus Libyen zu evakuieren. Allerdings nicht nach Europa, sondern in sichere Schutzzonen oder am besten in ihre Ursprungsländer. Denn nur so kann ein weiterer Zustrom von Migranten nach Libyen verhindert werden. Solange legale oder illegale Migration nach Europa von Libyen aus möglich ist, wird das Elend kein Ende nehmen. Die libysche Grenzschutzaufgabe wird dann hinfällig, wenn sich kaum mehr Migranten dort aufhalten.

Lagale Wege nach Europa müssen unbedingt an die Feststellung der Asylberechtigung vor Ort, also außerhalb Europas, gekoppelt werden. Gleichzeitig sollten schon in Europa befindliche Migranten ohne Asylberechtigung konsequent zurückgebracht werden, am besten ebenfalls in die Ursprungsländer. Dort sollte man sie nach Kräften finanziell und mit sonstiger Hilfe unterstützen. Mit den in Deutschland für einen Migranten nötigen finanziellen Aufwendungen können auf diese Art
bis zu 100 Menschen mit dem Notwendigen versorgt werden. Zudem kann man so auch den wirklich Armen, den Alten und Kranken helfen, die sich nicht nach Europa aufmachen und teure Schlepper bezahlen können. Das wäre human.

Grundsätzlich gilt, daß die Probleme Afrikas und anderer Regionen nicht in Europa gelöst werden können, weil die Zahl der Zuwanderungswilligen viel zu groß ist und die Aufnahmeländer früher oder später völlig überfordert wären. Peter Scholl-Latour hat die Problematik in einem Satz zusammengefaßt: Wer halb Kalkutta aufnimmt, der hilft nicht etwa Kalkutta, sondern wird selber zu Kalkutta.

Europa wird auf längere Sicht auch dann an seine Grenzen kommen, wenn ausschließlich Asylberechtigte aufgenommen werden. Vorläufig aber wäre das der vernünftige und humane Weg.
Die Migrationsenthusiasten müssen lernen, die Problematik rational anzugehen, alles andere führt ins Chaos.

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nomen_nominandum 04.05.2019, 21:31
18. Migrationsabwehr ist legitim

Jawohl, in vielen Ländern Afrikas herrschen unmenschliche Zustände, Krieg, Verzweiflung. Sogar in Ländern, die an natürlichen Ressourcen viel reicher sind als die meisten Länder Europas einzeln und teilweise sogar zusammengenommen. Nigeria, Libyen, Kongo und andere.
Warum es eine Aufgabe europäischer Staaten einzeln oder zusammen in der EU sein soll, sich karitativ um die Opfer afrikanischer Blutsäufer wie Idi Amin, Robert Mugabe oder ähnlichen Verbrechern zu kümmern, bleibt unklar. Paternalistisches, überhebliches, westliches rassistisches Gedankengut ist das. Warum haben die afrikanischen Länder keine Verantwortung für die Opfer des Hitlerismus, haben keine Rettungsschiffe für Juden, keine Evakuierungslager "selbstverständlich auch in Afrika", keine Eingreifstruppenkontingente gestellt, als hier 52 Millionen ums Leben gebracht wurden?
Verantwortlich für die Zustände in afrikanischen Ländern sind die Regierungen dort. Verantwortlich für die Zustände in libyschen Lagern die dortigen Behörden. Verantwortlich dafür, dass es dort in diesen Lagern Nigerianer, Gambier, Somalier, Eritreer etc. gibt, haben ganz allein die Regierungen dieser Länder.
Vielleicht auch mittelbar bestimmte amerikanische Großkonzerne und das Verhalten bestimmter Fischereiflotten ganz bestimmter Länder.
Aber nicht Deutschland und kein einziges deutsches Unternehmen.
Über Mitleid muss man reden. Über die Notwendigkeit zu Spenden ebenfalls nicht. Es sollte durchaus eine Sondersteuer "Hilfe für Flüchtlinge" gesetzlich vorgeschrieben werden. Da würde sich rasch zeigen, wer wirklich selbst willens zu echter Hilfe ist und wer nur billiges Gratis-Samaritertum auf anderer Leute Kosten fordert. Schon die empörten Zahlungsverweigerungen der "Flüchtlingsbürgen" zeigen, dass es mit echter, ernstgemeinter eigener Hilfsbereitschaft bei Weitem nicht so weit her ist wie mit den Aufforderungen an andere, zuvorderst "den Staat" oder "die EU", den bemitleideten Opfern ausländischer Regierungen zu helfen.

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Hans-Hermann K. 05.05.2019, 01:37
19. Es ist nicht

die Schuld der EU allein, sondern der UN und insbesondere der Laender, aus denen sich die Fluechtlinge rekrutieren, weil sie an der Situation in ihren Laendern, die die Menschen veranlassen zu fliehen, nichts aendern bzw. nichts geaendert haben! Ich bin es wirklich leid, in den Berichten der sogenannten Hilfsorganisationen und auch in den Medien, unterschwellig immer eine Anklage Deutschlands heraus zu hoeren, dass Deutschland zu wenig an der Loesung der Probleme bzw. der Hilfe fuer die Fluechtlinge unternimmt. Es ist natuerlich ein Unding, dass man diesem zerrissenen Land Lybien die Aufgabe uebertragen hat, die Fluechtlingswellen zu unterbinden. Aber ich finde, tut mir leid dies so sagen zu muessen, dass es garnicht genug "harte" Fotos ueber das geschilderte Fluechtlingselend geben kann, die auch ueberall gepostet werden sollten, um auch dem letzten Fluechtling und auch vielen anderen Menschen klarzumachen, dass sich eine Flucht absolut nicht auszahlt! Wir, die EU und Deutschland insbesondere, koennen nicht die ganzen Menschen mit den unterschiedlichsten Fluchtgruenden, aus Afrika und den ostarabischen Laendern etc., aufnehmen! Dies muss doch endlich einmal eingesehen werden !!!

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