Forum: Politik
Flüchtlingselend in Libyen: Barbarei im Namen Europas
REUTERS

Die Europäer haben die Verantwortung für Flüchtlinge auf Staaten wie Libyen abgewälzt. Damit machen sie sich schuldig an den Verbrechen, die dort an diesen Menschen begangen werden.

Seite 5 von 23
Braveheart Jr. 05.05.2019, 17:38
40. Sorry, aber ...

... in erster Linie sind hier die afrikanischen Staaten gefordert. Statt Maßnahmen zu treffen, die eine Konzentration entlang der nordafrikanischen Küste verhindern, üben sie sich lieber in Korruption, Nepotismus, und Milliardenausgaben für Protzprojekte. Die europäischen Staaten sollten lieber ihre "Entwicklungshilfe" überdenken, die in beträchtlichem Maß zu der heutigen Situation beigetragen hat. Der Konsum- und Geburtenboom der letzten Dekaden hat darin seine Wurzeln. Einstellen, umstellen, den Warlords und Diktatoren die Luft abdrehen. Und dann die Schlepperrouten abriegeln, statt für diese Kriminellen das Geschäft der "letzten Meile" zu übernehmen. Und wenn schon Familienzusammenführung - dann bitte auf afrikanischem Boden!

Beitrag melden
thememleser 05.05.2019, 17:39
41. Wirtschaft und Flüchtlinge

Die Zahl der Flüchtlinge, welche wirklich vor Verfolgung, Vergewaltigung, Mord und Terror in Libyen landen, dürfte sehr gering sein.

Um die tatsächlichen Betroffenen, welche sich die "Flucht" finanziell gar nicht leisten können, schert sich die EU einen Dreck.
Lieber kümmert man sich um die "Neubürger", mit dem neusten Smartphone an der Backe.

Das "Elend" im jeweiligen Herkunftsland mit friedlichen Mitteln zu lindern, dass mag die EU nicht. Auch nicht die "Weltengemeinschaft".

Lieber produziert und liefert man Waffen. Hauptsache der Rubel rollt.

Beitrag melden
ach-nur-so 05.05.2019, 17:41
42.

"Damit machen sie sich schuldig an den Verbrechen, die dort an diesen Menschen begangen werden."

Leserbrief:

Nicht mehr "mitschuldig", jetzt bin ich - als europäischer Leser Teil von "Die Europäer" - schon schuldig. Und vermutlich ist das so. Bin ich mit aufgewachsen, mit Schuld. Bin Enkel meiner deutschen Großeltern. Kann ich mit umgehen, dachte ich. Aber es wird mir zu viel. Ich wähle linkslich-grün und/oder sozialdemokratisch, fliege nicht, fahre einen Kleinstwagen, trage 2nd-Hand Klamotten, lebe 17 Jahre meiner 40 in der selben Wohnung auf Möbeln, die andere nicht mehr haben wollten usw. und so fort. Aber bin schuldig. Sklavenhalter, Vergewaltiger, Mörder. Nur: Dann kann ich es nicht ändern. Ganz wirklich. Mea Culpa. Und ich werde Texte, die mir mein lächerlich kurzes, sogenanntes Leben versauen, auch nicht mehr lesen. Es ist einfach nur noch zum verzweifeln. Kauft ihr anderen, werimmer ihr seid, eure 150 Kleidungsstücke pro Jahr pro Kopf, das ist die haarsträubende Zahl für Deutschland, und lasst mich mit meiner untragbaren Schuld bitte in Ruhe. Vielen Dank und einen schönen Restsonntag.

Beitrag melden
muunoy 05.05.2019, 17:43
43. Immer nur fordern, aber nichts machen, ist lächerlich

Zitat von hiho_filu
Wahrscheinlich ist der Autor gleichzeitig pro Atlantikbrücke und hat gejubelt, als der "böse Diktator" Gaddafi völkerrechtswidrig aus dem Amt gebombt wurde. Nein, ich habe keinen Deut zur Destabilisierung von Lybien beigetragen. Beschweren Sie sich bitte bei den Franzosen, Briten und Amerikanern inklusive dem Nobelpreisträger Obama. Wenn Sie finanzielle Mittel, Wohnraum und Kapazitäten für Integrationsmaßnahmen über haben, hindert Sie niemand, diese entsprechend einzusetzen (fangen Sie bitte aber erstmal bei den ca. zwei Millionen bereits her gestrandeten "Flüchtlingen" an). Ich persönlich brauche jedenfalls nicht noch mehr staatlich organisierte Konkurrenz auf dem hiesigen Wohnungsmarkt, weiteres Preisdumping im Niedriglohnsektor und "kulturelle Vielfalt", die die Straßen hier (Berlin) noch unsicherer machen. Diese wohlfeile Gutsmenschenrethorik aus den journalistischen Elfenbeintürmen können Sie für sich behalten.
Die verfehlte Zuwanderungspolitik Deutschlands ist einer der Hauptgründe dafür, dass viele Afrikaner überhaupt in Libyen gelandet sind. Sie jetzt dort abzuholen und nach Europa zu transportieren, würde noch mehr Menschen südlich der Sahara dazu animieren, sich auf den Weg nach Libyen zu machen. Dem Autor steht es selbstverständlich frei, so viele Menschen wie möglich bei sich unterzubringen und zu versorgen. Ich habe mein Spendenverhalten seit den desaströsen Entscheidungen von A. Merkel in 2015 dahingehend geändert, dass ich nur noch Organisationen unterstütze, die ausschließlich Hilfe vor Ort leisten.
Ansonsten gibt es legale Wege nach Europa. Das ist sogar ganz einfach und sei dem Autor ans Herz gelegt: Einfach einen Arbeitsvertrag mit einem Jahresbrutto von mind. 60 TEUR ausstellen, schon gibt es überhaupt keine Probleme mit den Behörden und der neue Arbeitnehmer kann bequem mit dem Flieger einreisen. Da ich selbst so schon Experten aus Indien rekrutiert habe, war ich erstaunt, wie einfach das inzwischen ist.

Beitrag melden
ms_sche 05.05.2019, 17:43
44. Barbarei!

Tun wir nicht so, als wissen wir nicht um diese Barbarei.
Endlich wird es in den Medien prominent wahrgenommen! Es ist unerträglich und unmenschlich. Es sind menschliche Wesen wie wir, die dort aufs misshandelt und massakriert werden.
Europ handelt aus Angst vor dem nationalradikalen Sumpf, der sich in zahlreichen Mitgliedsländern, so auch Deutschland, breit macht.
Das was in Libyen geschieht, sind die Folgen.

Rechte fühlen sich für Afrika nicht verantwortlich. Niemand, der sich auch nur ansatzweise mit der jüngeren afrikanischen Geschichte befasst hat, kann die europäische Verantwortung bestreiten. Sklaverei, Kolonialismus, kulturelle Zerstörung, Ausbeutung und Misshandlung sind ide Folgen europäischen Wirkens in Afrika. Und alle sind verantwortlich: Groß Britanien, Belgien, die Niederlande, die aus der Sklaverei erst eine Industrie gemacht hatten, Frankreich, Spanien und nicht zuletzt Portugal. Habe ich Deutschland vergessen? Sie kamen spät und sie kamen zerstörerisch und führten den 1. Genozid des 20. Jahrhunderts durch.
Keine Verantwortung? Was dann ist Verantwortung?

Beitrag melden
Cicero4Mindset 05.05.2019, 17:44
45. Populismus ist nicht niedlich

Dieses Leid ist unerträglich. Aber ich denke jeder von uns ist ein trägt seinen kleinen Teil der Verantwortung. SPON leistet hier einen großartigen Beitrag um die öffentliche Meinung - inkl. die von Christian Lindner - auf einen nicht zu akzeptierenden Auswuchs von verfehlter Migrationspolitik zu lenken.
Seehofer als bayrisch-traditioneller Trottel? Gaulands Hundekrawatten? Irgendwie aus der Zeit gefallen und lächerlich? Ohne Frage, und doch wählen millionen Deutsche aus Angst vor sozialem Abstieg populisten, denen Flüchtlinge nicht mehr bedeuten als einen Baustein der persönlichen Machterweiterung. Jeder von uns kann im persönlichem Umkreis populistischen Ideen die Stirn bieten. Natürlich humoristisch, elegant, Brücken bauend. Aber mutig, im Bewusstsein das populismus der Nährboden ist auf dem grausamkeiten wachsen und der ungerechtigkeiten mit Lügen überdeckt. So wie nicht nur Flüchtlingselend, sondern auch Klimawandel geleugnet und verdreht werden. Rückgrat gegen Populismus zeigen und entsprechend wählen ist das mindeste was wir für diese armen Menschen in Lybien aufbringen sollten

Beitrag melden
Sonia 05.05.2019, 17:45
46. Und, die Barberei im Jemen

auch mit unseren Waffen, beeindruckt die Autoren nicht, obwohl UNHCR diese als größte humanitäre Katastrophe unserer Zeit einschätzt? Europa ist nicht der Vormund Afrikas. Und für das entsetzliche Elend in Libyen tragen in erster Linie die die Verantwortung, die dieses Land aus eigenen Interessena ins Chaos stürzten. Wenn die Einheimischen dort selbst tgl. um das Überleben kämpfen, Zehntausende Geflüchtete es dorthin zieht u. nicht nach Südafrika oder in die sog. afrikanischen Boomstaaten, weil sie Europa vorziehen, ist es m.E. unzutreffend, hier der EU Vorwürfe zu machen. Dieses Problem gehört vor die UNO. Der Friedensnobel-Preisträger Obama ließ sich von Frau Clinton weichklopfen - und das wars dann für Libyen.

Beitrag melden
schulz.dennis.84 05.05.2019, 17:46
47. Wir sind absolut nicht verantwortlich!

Für die Fluchtursachen sind doch erst Mal die Regierungen der Heimatländer verantwortlich. Was können wir Deutsche dafür, wenn z.B. Islamisten ein normales Leben dort nicht mehr möglich machen und die Infrastruktur wegbomben? Und wenn diese Länder es nicht schaffen die extreme Überbevölkerung im Griff zu bekommen?
Ich lasse mir doch nicht hier ein schlechtes Gewissen einreden. Zumal Deutschland fast zwei Millionen Menschen nicht nur aufgenommen hat sondern hier in Deutschland vollversorgt all inklusive mit meinen Steuergelder. Und das wahrscheinlich lebenslänglich!
Und die unhaltbaren Zustände in Libyen sind doch erst entstanden nachdem von westlichen und nicht von mir gewählten Regierungen den Sturz von Gaddafi militärisch durchgeführt haben, um an die reichen Erdölvorkommen zu gelangen.

Beitrag melden
jan07 05.05.2019, 17:46
48. Hilfe ja - aber nur vor Ort!

Nur das ich das richtig verstehe: Europa ist also Schuld, dass korrupte und unfähige Verwaltungen afrikanischer Länder ihre Bevölkerungen trotz aller bisheriger Hilfen (die ein Vielfaches des Marshalplanes sind) ins Elend stürzen. Libyen braucht keine Grenzsicherung, damit möglichst viele Afrika dorthin fliehen können. Natürlich auch keine Küstenwache, damit die Leute ungehindert sich in Seenot bringen können. Und selbstverständlich sollen etliche von denen dann in Europa angesiedelt werden? Geht's noch?
Natürlich kann und soll Europa vor Ort helfen. Europa sollte auch Lager finanzieren und diese - in Absprache mit den jeweiligen Ländern - auch bewachen. Aber eines sollte Europa gewiss nicht: eine Massenmigration solcher Leute nach Europa auch noch unterstützen.

Beitrag melden
nixproblem 05.05.2019, 17:46
49. Keine Lösung

Die Forderungen von Popp laufen darauf hinaus, dass jeder, der Libyen erreicht in der EU aufgenommen würde. Das ist ausgeschlossen, würde zudem die Anzahl der Einreisewilligen ins Unermessliche steigern. Ich muss allerdings auch gestehen, mir keinerlei Lösung für dieses Problem vorstellen zu können.

Beitrag melden
Seite 5 von 23
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge!