Forum: Politik
Flüchtlingsheim in Leipzig: "In Syrien stirbst du schnell, hier stirbst du langsam"
Jonas Schreijäg

Stacheldraht, marode Rohre, durchgelegene Betten: Die Flüchtlingsunterkunft "Torgauer" ist in einem desolaten Zustand. Doch statt sie zu schließen, wird die Unterkunft in einem Plattenbau sogar noch ausgebaut.

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freespeech1 11.04.2015, 16:28
260.

Zitat von Lisa_can_do
Die Flüchtlinge sind überwiegend junge Männer, die wir ghettoisieren, ohne Arbeit, ohne Aufgabe - teilweise schulpflichtige junge Menschen, die wir nicht zur Schule gehen lassen
Jeder Asylbewerber hat nach dem dritten Monat Aufenthalt eine Arbeitserlaubnis, nach 15 Monaten sogar ohne Vorrangprüfung. Was fordern Sie eigentlich? Dass Unternehmen verpflichtet werden, langjährige Arbeitnehmer zu entlassen, um Asylbewerber einzustellen, damit die Arbeit haben? Und wieso sind eigentlich überwiegend junge Männer, die flüchten müssen? Geht es Frauen in den Fluchtländern besser oder sind sie Fluchtgrund?

Letztlich: Schulpflichtige Flüchtlinge sind nicht nur, wie das Wort ja besagt, zum Schulbesuch verpflichtet, die Gemeinden sind auch verpflichtet, Klassen einzurichten.
Die Schulpflicht besteht für Kinder von Asylbewerbern, sobald sie einer Gemeinde zugewiesen sind und solange ihr Aufenthalt gestattet ist. Für ausreisepflichtige ausländische Kinder und Jugendliche besteht die Schulpflicht bis zur Erfüllung ihrer Ausreisepflicht. Im Übrigen unterliegen Kinder von Ausländerinnen und Ausländern der Schulpflicht, wenn sie in Nordrhein-Westfalen ihren Wohnsitz oder ihren gewöhnlichen Aufenthalt oder ihre Ausbildungs- oder Arbeitsstätte haben. Sie sollten sich mal informieren. Daneben bekommen diese Kinder Zusatzunterricht in kleinen Fördergruppen. Förderklassen haben nur 15-18 Schüler.
http://www.derwesten.de/politik/schulen-aechzen-unter-dem-ansturm-von-fluechtlingskindern-id9993579.html

Und das in einer Zeit, in der zahllose Kinder nicht beschult werden können, wenn der Lehrer ausfällt. In der Eltern von Politikern immer wieder gesagt wird, es ist kein Geld für die Einstellung von Lehrern vorhanden.

Also bitte nicht immer so einen Unsinn schreiben. Die Leistungen des Staates für Flüchtlinge sind gewaltig

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bellfleurisse 11.04.2015, 16:36
261. Mein Vater

Zitat von t dog
Nach dem 2. WK ist mein Vater als Kleinkind von Ost nach West geflüchtet. 5 Jahre Turnhalle mit 500 Anderen. Ein Waschbecken. Hat auch reichen müssen. Was ist das Problem heute? Das sind Flüchtlinge und keine Touristen.
ein Kleinkind, mit Mutter& Geschwistern einmal geflüchtet und wieder zurück, dann vertrieben.
Er hat es nicht leicht gehabt in dem Dorf, die Bewohner waren nicht nur Gastfreundlich. Damals wurde "einquartiert"


Es wurde gearbeitet, sich ein Zuhause geschaffen.
DAS bleibt denen in Zentralunterkünften heute verwehrt. Sich einzubringen.

Die Umstände in denen mein Vater seine Kindheit leben musste haben ihn dazu veranlasst mich so zu erziehen, dass Flüchtlinge Menschen sind und als solche zu behandeln.



Was damals da war, hat reichen müssen?

Die Umstände und Zustände waren der Zerstörung durch den Krieg geschuldet.
Wir leben seit 70 Jahren in Frieden. In Wohlstand zu dem wir nicht ohne HIlfe gekommen sind.

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Ingmar E. 11.04.2015, 16:37
262.

Zitat von HaioForler
Unterschieden Sie bitte zwischen Qualifizierten und der überwiegenden Menge an nicht Qualifizierten.
Haben Sie für diese Behauptung eine Quelle?

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zorga 11.04.2015, 16:47
263. Fachkräfte

Mich würde persönlich echt mal interessieren, was genau es mit diesen ominösen Fachkräften auf sich hat. Ich kenne einen Syrer, der Veterinärmedizin studiert hat. Wird in D aber nicht anerkannt. Er arbeitet in einer Pommesbude. Ich kenne eine Luftfahrtsingenieurin aus Russland, deren Fachwissen hier nicht anerkannt wurde. Ich habe sie in der Umschulung zur Pflegekraft kennengelernt. Selbst die DDR war nicht gut genug, ich kenne eine ausgelernte Altenpflegerin aus der DDR, die ihre Ausbildung wegen Nichtanerkennung nach der Wende wiederholt hat.
Ist doch also alles Quatsch. Ausländisches Fachwissen wird doch hier gar nicht anerkannt.

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mantrid 11.04.2015, 16:47
264. Massenmenschhaltung

Die Unterkunft erinnert mich an meine Bundeswehrzeit. Ebenfalls j.w.d. und hinter Stacheldraht, allerdings mit sieben anderen wildfremden Menschen auf engstem Ram. Das war "state of the art" und galt keinesfalls als menschenunwürdig. Allerdings es war ein BW-Ghetto mit abendlichen Frust-Besäufnissen und jede Menge Agtessionen. So eine Massen-menschhaltung ist weder einer Integration, noch einem friedlichem Miteinander zuträglich. Solche Unterkünfte sind höchsten für einen Wochenaufenthalt zumutbar, länger nicht.

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bellfleurisse 11.04.2015, 16:49
265. Die Akzeptanz

Zitat von freespeech1
Nach dem Asylbewerberleistungsgesetz stehen jedem 352 Euro monatlich zu. Krankenversicherung mit Karte wie jeder GKV-Versicherte. Die Kosten für Wohnung und Heizung werden zusätzlich übernommen. Wenn man bedenkt, dass Asylbewerber praktisch gleichstellt sind mit Menschen, die in diesem Land ihr Leben lang hart gearbeitet haben, Beiträge zur Sozialversicherung geleistet haben, nach einem Jahr Arbeitslosigkeit in Arbeitslosengeld II fallen, dann ist das Klagen auf hohem Niveau.
der Sozialreform ist nun von den Flüchtlingen zu verantworten?

Ich fass es nicht.
Das System IST ungerecht. Ja. Es war an uns sich dagegen zu stellen. Haben wir nicht.

Die Abschaffung der Arbeitslosenhilfe und Schaffung dieser unsäglichen SGB II Gesetze hat NICHTS mit den Flüchtlingen zu tun.

Wissen Sie eigentlich, was im Asylbewerberleistungsgesetz wirklich steht? Die von Ihnen genannten 352 Euro jedenfalls bekommt man erst nach 15 Monaten und vorher darf in Gemeinschaftseinrichtungen auch der Bedarf über Sachleistung gewährt werden. Dazu gibt es dann ein sogenanntes Taschengeld in Form von Barleistung.

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warkeinnickmehrfrei 11.04.2015, 16:59
266. so what...

Man muss unterscheiden: Politisches Asyl wurde für Menschen geschaffen, die politisch oder rassisch verfolgt werden. Das waren zu allen Zeiten nur wenige. Das Flüchtlingsthema ist ein anderes: In Ländern, die nicht in der Lage sind, eine vernünftige Ordnung herzustellen und dem Leben dauerhafte Perspektiven zu geben, neigen die Menschen dazu, wegzugehen. Dorthin, wo es besser ist. Das sind anderthalb bis zwei MILLIARDEN Menschen, fast ganz Afrika und der Nahe Osten. Wenn wir den humanitären Maßstab anlegen, sind sie fast alle für einen Flüchtlingsstatus in Europa qualifiziert. Das kann es aber nicht sein. Der Maßstab muss lauten, dass alle Staaten für ihre eigenen Probleme verantwortlich sind und diese auch lösen müssen. Dabei leisten wir Hilfe. Das war es dann aber auch. Sonst gibt es keine natürliche Grenze, dass nicht demnächst jährlich 800.000 Menschen nach Deutschland kommen. Mit dem Familiennachzug werden daraus ganz schnell zwei Millionen. Diese Frage muss prinzipiell diskutiert werden. Das vermeiden aber unsere Politiker.

Die Lösung ist eine rationale europäische Politik, die die Außengrenzen der EU wirksam kontrolliert und nur jene einreisen lässt, die politisches Asyl bekommen können. Flüchtlingen kann man auch in oder nahe ihren Heimatländern helfen. Je mehr Boote von Flüchtlingen Lampedusa erreichen, umso besser verdienen die Schlepperbanden, umso mehr Flüchtlinge werden kommen.

Man muss die Grenze so sorgsam kontrollieren, dass sie gar nicht erst ankommen. Die wirksame Sicherung der Grenzen ist eine Frage der politischen Entscheidung, die aber nicht getroffen wird. So setzen wir uns einem Jahrzehnte anhaltenden Flüchtlingsstrom aus, für den wir keine inhaltlichen Konzepte haben und mit dem wir den Heimatländern nicht wirksam helfen.

Es ist die Sache jedes politisch Verfolgten, ein sicheres Land zu erreichen. Nicht die Sache des Aufnahmelandes. Ein wirksames Grenzregime ist die elementare Aufgabe jeden Staates.

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Martin Ogger 11.04.2015, 17:02
267. Andere Seite der Medaille

Mir fehlen noch ein paar Fakten, warum das Flüchtlingsheim so aussieht, wie es heute dasteht.

Zunächst einmal ist der martialische Zaun nicht zum Ein-, sondern zum Aussperren, also als Objektschutz gedacht.

In den letzten Jahren hat es im Heim immer wieder gebrannt, meist weil die Flüchtlinge die offene Küche ihrer Herkunftsländer in geschlossenen Räumen durchführten, was der Bausubstanz nicht gerade zuträglich war. Viele sehen sich auch außerstande, gewisse hygienische Grundarbeiten zu verrichten.

Die Leser könnte zudem interessieren, dass sich einige Rettungsdienste nur mit Polizeischutz in das Objekt begeben, da es in der Vergangenheit allerhand Übergriffe gab.

Alles in allem kein wirklich schöner Ort, egal, wer dort wohnt.

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marcw 11.04.2015, 17:04
268.

Zitat von zorga
Ich kenne einen Syrer, der Veterinärmedizin studiert hat. Wird in D aber nicht anerkannt. Er arbeitet in einer Pommesbude. Ich kenne eine Luftfahrtsingenieurin aus Russland, deren Fachwissen hier nicht anerkannt wurde. Ich habe sie in der Umschulung zur Pflegekraft kennengelernt.
Und warum sind die beiden ausgerechnet in Deutschland? Es gibt 21 Staaten in der arabischen Liga, da wird sich doch eines finden lassen, in der ein Syrer als Veterinär eine Stelle findet. Russisch ist in 7 Staaten Amtssprache, da wird doch wohl eine Luftfahrtsingenieurin irgendwo eine Stelle finden können. Dass letztere eine Umschulung zur Pflegekraft annimmt, statt ihre angebliche Qualifikation irgendwo woanders fielzubieten, lässt mich an der beschriebenen Situation zweifeln.

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Liberalitärer 11.04.2015, 17:13
269. Geldleistungen

Zitat von bellfleurisse
... Wissen Sie eigentlich, was im Asylbewerberleistungsgesetz wirklich steht? Die von Ihnen genannten 352 Euro jedenfalls bekommt man erst nach 15 Monaten und vorher darf in Gemeinschaftseinrichtungen auch der Bedarf über Sachleistung gewährt werden. Dazu gibt es dann ein sogenanntes Taschengeld in Form von Barleistung.
"Die Sachleistungsgewährung ist in der Praxis von der Regel zur Ausnahme geworden. Es ist vielerorts politisch nicht mehr gewollt. So werden in Hamburg, Bremen, Berlin, Hessen, Rheinland-Pfalz, Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern und seit 2012/13 in Niedersachsen[12] jeweils mit Ausnahme der bis zu dreimonatigen Erstaufnahme für Asylbewerber sowie teilweise Fällen der Leistungskürzung nach § 1a AsylbLG flächendeckend Geldleistungen gewährt."
...
Nur in Bayern werden bislang noch flächendeckend „echte“ Sachleistungen in Form von Essens-, Kleidungs- und Hygienepaketen erbracht, die Umstellung auf Barleistungen ist auch dort angekündigt


http://de.wikipedia.org/wiki/Asylbewerberleistungsgesetz#cite_note-13

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