Forum: Politik
Flüchtlingsheim in Leipzig: "In Syrien stirbst du schnell, hier stirbst du langsam"
Jonas Schreijäg

Stacheldraht, marode Rohre, durchgelegene Betten: Die Flüchtlingsunterkunft "Torgauer" ist in einem desolaten Zustand. Doch statt sie zu schließen, wird die Unterkunft in einem Plattenbau sogar noch ausgebaut.

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Schoenvogel 11.04.2015, 18:48
290. Und da sollte man auch noch bedenken,...

Zitat von Vinetus
... Wenn ich mich an unsere damaligen Unterkünfte in den "Nissenhütten" oder über Monate unter dem blanken Ziegeldach erinnere, dann kommen mir selbst die beschriebenen Leipziger Unterkünfte noch als passable ! Die danach folgenden jahrelangen Diskriminierungen als protestantische Flüchtlinge/Vertriebene im katholischen Rheinland waren auch nicht einfach...
Und da sollte man auch noch bedenken, dass eigentlich deutsche bürger nach Deutschland geflohen sind. Sprache und allgemeine kulturelle dinge waren also kein Problem und trotzdem war es schwierig.

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bellfleurisse 11.04.2015, 19:20
291. Hä?

Zitat von freespeech1
Sie sind also der Meinung, dass Asylanten gegebenenfalls besser versorgt werden sollten als Arbeitslose, die ihre Leben lang gearbeitet und in die Sozialkassen eingezahlt haben, nachdem sie ein Jahr arbeitslos sind?
Lesen Sie den Beitrag und unterlassen solche Unterstellungen. Ich schreibe von der Ungerechtigkeit des reformierten Sozialsystems und beziehe mich auf einen Beitrag eines anderen Nutzers.

Dieses ist aber nicht Thema, sondern die Tatsache einer unwürdigen Unterbringung.

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fördeanwohner 11.04.2015, 19:25
292. -

Zitat von uuillingun
Das im Artikel beschriebene Anspruchsdenken einiger Flüchtlinge ist eher noch harmlos. Ein guter Freund von mir ist Servicetechniker bei einem großen deutschen Telekommunikationsunternehmen. Anfang diesen Jahres bekam er den Auftrag, einen DSL-Anschluss mit 16MBit Bandbreite für eine fünfköpfige syrische Flüchtlingsfamilie in einem Pfarrheim freizuschalten. Der Vater war mit einem State-of-the-art Samsung Galaxy ausgestattet, und auch jedes der drei Kinder im Grundschulalter hatte ein neues Smartphone. So weit, so gut, der Anschluss war schnell fertiggestellt und lief ohne Komplikationen. In der folgenden Woche traf besagter Freund dann den Pfarrer, der ihn kurz zur Seite zog: die Flüchtlinge hätten sich über den langsamen Internetzugang beschwert, ob es denn nichts Schnelleres gäbe... Solche und ähnliche Geschichten häufen sich in meinem Freundes- und Bekanntenkreis; selbst bei ausgesprochenen Asylbefürwortern scheint die Stimmung langsam zu kippen.
Und ich kenne ganz andere Geschichten.
Das Problem ist, dass die meisten Menschen generell eher negative Dinge ansprechen, die guten werden als selbstverständlich betrachtet, müssen also nicht erörtert werden. Das gilt in allen Bereichen. Es geht ja sogar soweit, dass z.B. positive Nachrichten in irgendwelchen Foren sofort zerpflückt werden und in Frage gestellt werden.
Um auf das Thema zurückzukommen, vielleicht sollte man einfach mehr darüber berichten, wie sich die meisten anderen Flüchtlinge verhalten. Da gibt es sehr viel Bemerkenswertes.

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mirau 11.04.2015, 19:28
293. Schade

Ich dachte mit einem Dach über dem Kopf und einer warmen Bleibe bei freier Beköstigung wäre man als Flüchtling aus einem Kriegsgebiet erst einmal mehr als Glücklich.
Sicher keine Luxusunterkunft. Aber wie viele Menschen in Deutschland haben gar keine Bleibe?
Wir sollten Menschen in Not helfen. Ansprüche zu stellen ist da aber fehl am Platz. Es ist nicht das Geld der Anspruchsteller welches ausgegeben werden muss sondern es ist deutsches Steuergeld. Würde mir in der Diskussion mehr Augenmass wünschen!

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coraccorioredannae 11.04.2015, 19:40
294. Diese Männer beschweren sich äußerlich...

Diese Männer beschweren sich äußerlich über Matratzen, aber innerlich über was ganz anderes, das sie nicht beschreiben können. Das wäre der Unterschied von einer islamischen Kultur der Barmherzigkeit im Umgang mit Fremden zu einer Kultur des Konkurrenzkampfes. Sie können es nicht beschreiben, machen aber das mit, was die Deutschen auch machen, nämlich sich Güter zu beschaffen, seien es nun schöne Matratzen oder schnelles Internet und Smartphones.

In gewissem Sinne passen sie sich an. Das ist den Einheimischen aber auch nicht recht, weil sie wollen das derjenige etwas leistet, der etwas bekommen soll. Gemäß dem Konkurrenzkampf-gedanken. Dummerweise dürfen Asylanten aber nicht direkt leisten indem sie offiziell arbeiten (soweit ich weiß). Also gibt es einige Möglichkeiten der Veränderung: Weniger Konkurrenzkampf unter den Deutschen würde dazu führen, dass auch die Ausländer besser aufgenommen würden. Oder: Integration in die bestehende Gesellschaft und Veränderung der Kultur der hierher kommenden mit entsprechender Anpassung. Was eine schlechte Prognose hat, wenn die Kultur des Ziellandes sich sehr von deren Kultur unterscheidet.

Das Ungeheuerliche am Leben ist oft: Man versteht es nicht, was zu tun ist, was verlangt wird, was die Regeln sein sollen, die ein zufriedenes Leben ermöglichen können. So wäre denkbar, dass der Flüchtling, der sich über sein Bett beschwert, ohnmächtig ist in seinem Nichtverstehen dieser Regeln und Möglichkeiten in Deutschland. Niemand hat sie deutlich gemacht, also die Kultur. Und das kann wiederum daran liegen, dass die Deutschen das selber nicht so recht wissen, und dass sie unglücklich sind. Sie machen nur das, was gekommen ist, was historisch sich ergeben hat aus dem Krieg. Auch ungeheuerlich der Gedanke, nicht wahr?

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helro56 11.04.2015, 20:15
295.

der Bund macht die Gesetze, die den Zustrom der Asyl
suchenden möglich macht! das finanzielle Problem und die
Belastungen auf die Länder zu übertragen, finde ich eine
Unverschämtheit von seiten der politischen Entscheider!
NICHTS absolut NICHTS ist anscheinend richtig geplant
oder koordiniert, geschweige denn, wird nach Gesetzes
vorgaben ausgeführt! Lieber an Schulen (Lehrer) Kitas
oder sonstige Infrastrukturmassnahmen (Strassen
Brücken oder sonstiges) sparen, um die Lasten, weil
weiter wachsend , irgendwann nicht mehr vertretbar
sind und erst dann die POLITIK aufwacht! erst dann!!

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anblake 11.04.2015, 20:59
296.

Wenn das alles ist, was vier Spiegel-Autoren zum Thema "Torgauer Straße" zusammentragen können, dann 'Gute Nacht' Journalismus. Vor allem das bewusste oder unbewusste Auslassen ist nicht zu verzeihen. Kein Wort darüber, dass einzelne Eingänge der Anlage bereits saniert sind. Kein Wort darüber, was mit den 5,7 Mio. Euro gemacht wird. Kein Wort darüber, wer zum Zeitpunkt des Todes des Libanesen mit der Heimleitung betraut war. Kein Wort darüber, welche Konsequenzen daraus in Leipzig gezogen wurden. Kein Wort darüber, dass im Stadtrat selbst Fraktionen, die die Schließung forderten, der Sanierung zugestimmt haben. Kein Wort darüber, warum sie das taten. Nichts, aber auch nichts davon taucht auf. Dabei wäre es für vier Journalisten in kurzer Zeit möglich, sich darüber zu informieren. Aber warum dies tun? Der Grundtenor stand ja sicher wieder einmal fest, bevor auch nur ein Wort geschrieben war: Osten, Flüchtlinge, schlechtes Heim - passt. Zu viel Recherche kann da hinderlich sein.

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haltetdendieb 11.04.2015, 21:12
297. Zweierlei

Erstens: Der Bund ermöglicht diesen Zustrom nach Deutschland mit Absprache mit der EU! Der Bund muss zahlen.

Zweitens: All diese Vorkommnisse werden den Zulauf zu PeGiDa in ungeahnte Größen treiben. Das weitere Verschweigen dieses Problems ist nicht die Lösung!

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deckergs 11.04.2015, 21:29
298. über 90 %?

Zitat von erdmann.rs
Da ich einige Ihrer Beiträge gelesen habe, ist mir aufgefallen, dass Sie immer wieder mal Vergleiche ziehen zwischen der Situation in Deutschland nach dem Krieg und der heutigen Flüchtlingssituation in Deutschland. Ich fürchte, der Vergleich hinkt in vielfacher Hinsicht. 1945 und in den darauffolgenden Jahren kamen ca. 12 Millionen Flüchtlinge in ziemlich kurzer Zeit. Die meisten aus den ehemaligen Ostgebieten, viele aber auch aus zerbombten Städten der westlichen Zonen. Es war ein absoluter Notstand damals. Die Flüchtlinge hatten Sprache, Religion und "Kultur" mit den Einheimischen gemeinsam. Mangels anderer Möglichkeiten wurden die Menschen auf die Städte und Gemeinden verteilt, der größte Teil der Flüchtlinge wurde in den Haushalten einquartiert, die irgendwie noch Zimmer entbehren konnten. Ich selbst gehörte als damals 5-jähriger zu einer dieser Flüchtlingsfamilien - Mutter mit 3 kleinen Kindern - aus dem Osten, der Vater kam im Krieg um. Wir kamen Ende Januar 1945 im Westen an und landeten nach mehreren Zwischenstationen Anfang 1946 in einem winzigen Ort am Jadebusen, unweit Wilhelmshaven. Ich habe keine Unfreundlichkeit und erst recht keine Feindseligkeit erlebt. Im Gegenteil...ich weiß nicht, wie oft ich hungrig ins Bett gegangen wäre, wenn mich die Nachbarn nicht mehrmals in der Woche zum Abendessen hereingerufen hätte. Die Nachbarn waren "kleine Leute", Deicharbeiter mit ganz kleiner Landwirtschaft nebenbei. Auch die "richtigen" Bauern waren ausnehmend nett, hilfsbereit und freigiebig. Die Menschen, die heute zu uns nach Deutschland kommen, sind bei weitem weniger (in einem bestimmten Zeitraum), sie haben durchweg weder Sprache, noch Religion oder Kultur mit den hier Einheimischen gemeinsam. Das erschwert die Integration erheblich. Wir müssen auch bedenken, dass nach 1945 keine Wirtschaftsflüchtlinge kamen, heute aber schon. Mit der Zahl der abgewiesenen Asylanträge (über 90%)kann man das belegen.
Können Sie diese Zahl belegen?
im Jahr 2014 hat das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge 128.911 Entscheidungen (Vorjahr: 80.978) getroffen. Insgesamt 33.310 Personen (25,8 Prozent) wurde die Rechtsstellung eines Flüchtlings nach dem Abkommen über die Rechtsstellung der Flüchtlinge vom 28. August 1951 (Genfer Flüchtlingskonvention) zuerkannt. Darunter waren 2.285 Personen (1,8 Prozent), die als Asylberechtigte nach Art. 16a des Grundgesetzes anerkannt wurden, sowie 31.025 Personen (24,0 Prozent), die Flüchtlingsschutz nach § 3 des Asylverfahrensgesetzes i.V.m. § 60 Abs. 1 des Aufenthaltsgesetzes erhielten.
Quelle: http://www.bamf.de/SharedDocs/Pressemitteilungen/DE/2015/20150114-0001-pressemitteilung-bmi-asylzahlen-dezember.html?nn=1366068

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deckergs 11.04.2015, 21:36
299. GEZIELT nach Deutschland?

Zitat von messwert
Keiner wird bestreiten wollen, dass obige Asyl-Unterkunft unzulänglich ist, ABER: Die allermeisten Asylanten haben doch bereits während der Flucht mitbekommen müssen, dass der Fluchstrom überwiegend GEZIELT nach Deutschland geht! Warum also macht ihnen keiner klar, dass es sich hierzulande um Hunderttausende handelt die in kurzen Abständen untergebracht werden wollen? Zumal unser Land ohnehin eng besiedelt ist und keineswegs das Ausmaß vieler ihrer Herkunftsländer hat. Demgemäß sollte auch mal Verständnis für das Aufnahmeland aufgebracht werden, statt zu klagen und zu fordern. Erhebliches Verschulden für diese enorme Problematik hat, neben der Politik in Städten und Gemeinden, auch die Flüchtlingsindustrie die Rückführungen abgelehnter Asylbewerber schlicht ignorieren, bzw. verhindern. Amtlich festgestellt, sind es derzeit 600.000 Abgewiesene die sich dem Bescheid entziehen und weiterhin hier aufhalten.
Der Libanon hat rund vier Millionen Einwohner - und mehr als eine Million Flüchtlinge aus Syrien aufgenommen.

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