Forum: Politik
Flüchtlingshilfe: Griechenland beantragt 470 Millionen Euro von der EU
AFP

Griechenland rechnet bald mit 100.000 gestrandeten Flüchtlingen - und fordert 470 Millionen Euro von der EU, um die Menschen zu versorgen. Regierungschef Tsipras droht erneut mit einer Blockade des EU-Gipfels.

Seite 2 von 7
cyoulater 01.03.2016, 12:39
10. Geographie

Zitat von filou8
Es kann nur eine sofortiger Ausschluß Griechenlands aus der EU die Konsequenz sein. 241 Mrd. hat uns dieses Land bereits gekostet, nun fordert Griechenland weitere 470 Millionen, weil es wie üblich seinen Pflichten, wie in diesem Fall die Sicherung der EU-Außengrenze (Schengen-Abkommen) nicht ansatzweise nachkommt. Leidtragende sind in erster Linie die Mazedonier, wo ein aggressiver, gewaltbereiter Mob Grenzeinrichtungen zerstörte und einen Polizisten verletzte. Egal wie viele Mrd. Griechenland auch bekommt, es bedroht und erpresst andere Staaten immer weiter. Schluß damit!
So, dann nehmen Sie jetzt mal einen Atlas zur Hand oder Google oder wo Sie sonste Ihre geographischen Kenntnisse her beziehen, und dann schauen Sie sich mal die Situation an. Wie soll, bittesehr, Griechenland "die EU-Außengrenze sichern"?! Jede Menge Inseln, wie soll das gehen? Die Türken lassen die Griechen hängen (und unternehmen so gut wie nichts gegen die Schlepperboote), die Europäer lassen die Griechen hängen (und ducken sich bis auf wenige Staaten weg, wenn's um die Verteilung von Flüchtlingen geht), und wer im Meer aufgefischt wird, wird nicht zurück, sondern nach Griechenland gebracht. Aber Sie kippen hier Häme über diesen Staat aus! Das ist nicht mal bis zum eigenen Tellerrand gedacht. Ich meine, Griechenland leistet in dieser Krise Außerordentliches, Zoff während Finanzkrise hin oder her. Außerdem: Die verzweifelten Menschen an der Mazedonischen Grenze, die vermutlich irgendwann einfach nicht mehr können, einen gewaltbereiten Mob zu nennen, finde ich einigermaßen zynisch und überheblich.

Beitrag melden
Marut 01.03.2016, 12:42
11. Allianz zwischen D-Land und Griechenland

Hier wäre es wohl an der Zeit für Frau Merkel, auf Alexis Tsipras zuzugehen, denn er könnte ihre Bemühungen nach einer europäischen Lösung nachhaltig unterstützen.
Frau Merkel versucht mit guten Argumenten zu überzeugen, hat da aber gegenüber dem in vielen Ländern entstanden nationalistischen Gedankengut schlechte Karten.
Wenn Tsipras aber anfängt diese und jene europäische Entscheidung zu blockieren, dann geht es für die anderen Staaten auch ans Geld. Da meiner Meinung für die nationalistisch regierten Staaten, wie Ungarn und Polen, das Geld ganz egoistisch im Vordergrund steht, hat Griechenland da einen wirksamen Hebel.
Wenn nämlich der Hauptgrund, warum viele Länder in die EU eingetreten sind, das Geld der vielen Töpfe, auf einmal wegfällt, dann bekommen diese Länder innenpolitisch in Erklärungsnot.

Beitrag melden
hektor2 01.03.2016, 12:45
12. Nö

Zitat von themistokles
Häme und Spot sind in diesem Zusammenhang völlig unangebracht. Griechenland leistet einen herausragenden Beitrag und fordert völlig zurecht Unterstützung.
Nö, das war weder Häme, noch Spott - das ist leider nur zu real.

Wenn in diesem maroden Staatsapparat 470000000,- € gezahlt werden, kommen, wenn die EU Glück hat, 235000000,- € bei den Flüchtlingen an.

Dann lieber das UNHCR mit der Versorgung beauftragen und denen das Geld geben.

Beitrag melden
Marut 01.03.2016, 12:50
13. Fordern ohne zu denken

Zitat von filou8
...weil es (Griechenland) wie üblich seinen Pflichten, wie in diesem Fall die Sicherung der EU-Außengrenze (Schengen-Abkommen) nicht ansatzweise nachkommt.
Wenn jemand kritisiert, Griechenland wäre seiner Pflicht nicht nachgekommen, der soll doch bitte erklären, wie das gehen soll.
Die Griechen können ja erst etwas unternehmen, wenn ein Boot die türkische 3-Meilen-Zone verlassen hat.
Wer dafür keine gute Handlungsidee hat, der muß sich unterstellen lassen, das er es billigend in Kauf nimmt, dass die Flüchtlingsboote dann eben abgeschossen werden.
Vorsätzlicher Mord als politische Handlungserwartung - wie Widerlich ist das denn.

Beitrag melden
PeterPaulPius 01.03.2016, 12:54
14. Alles Amateure

Es fällt einem schwer zu glauben, dass die Architekten des Schengen-Raumes seinerzeit planerisch völlig die Sicherung der Außengrenzen übersehen haben. Das ist der eigentliche Skandal! Da fehlt die komplette Infrastruktur!

Hotspots und Grenzbefestigungsanlagen hätte in Griechenland schon spätestens 2000 errichtet werden müssen. In der gegenwärtigen Krise zeigt sich, dass die EU nichts auf die Reihe kriegt. Und die Griechen hätten schon lange mal das Thema Grenzbefestigung als Dienstleister anbieten können. Mit Recht gegen entsprechendes Salär. Es ist ja nicht so, dass die genug Arbeitsplätze hätten...

Beitrag melden
tpro 01.03.2016, 12:58
15.

Zitat von themistokles
Häme und Spot sind in diesem Zusammenhang völlig unangebracht. Griechenland leistet einen herausragenden Beitrag und fordert völlig zurecht Unterstützung.
Vielleicht sollte man erst mal nachfragen, was mit den 145 Millionen EUR geschehen ist, die GR in den letzten 6 Monaten als Soforthilfe für Flüchtlinge bekommen hat. Wie "herausragend" die Hilfe in Griechenland ist, kann man aus Fernsehberichten der letzten Tage erkennen. Von Griechischen Staat kommt wenig, da man gewohnt war, die Flüchtlinge einfach durchzuwinken.

Beitrag melden
brummer07 01.03.2016, 12:59
16. Na endlich ...

... zeigt sich, warum die sozialdemokratische Regierung in Österreich recht hatte mit Ihrer Konferenz.

Wie schon zuvor zeigt sich, dass Griechenland mit seiner Protestregierung nur auf Druck reagiert und sonst hofft, sich durchzulavieren. Hätte man Schengen Ernst genommen, so hätte dieser Antrag schon vor einem knappen Jahr gestellt werden sollen ... wäre dann auch wegen der im Vergleich lächerlich kleinen Summe gar nicht so aufgefallen. Aber dafür hätte man keine Anfängerregierung haben dürfen ... jeder hat die Regierung, die er verdient weil gewählt hat.

Beitrag melden
ta1982 01.03.2016, 13:02
17. Mich entsetzt das politische Geschacher

Ich war gestern noch in Piräus und habe "aus Versehen" gesehen wie mit den Flüchtlingen die von den Inseln kamen umgegangen wurde.

Um es kurz zu machen: gar nicht. Sie wurden sich selbst überlassen, nur ein entnervter Polizist der in schlechtem Englisch meinte: You want to Athens? Train is over there is one EUR.

Eine Schande, was sich die Europäische Union erlaubt. Ich bin gegen unkontrollierte Massenimmigration, aber Hilfe ist hier ein Gebot und das heist nun aber: liebe Griechen, liebe Grenzschützer, kontrolliert, schafft die Räume und das ist eine Europäische Aufgabe, wie schon Angela Merkel auch gesagt hat.

Niemand erwartet deutsche Empfangskomitees (das war eigentlich mehr unfreiwillig komisch), aber ich erwarte Ordnungspersonal, vorbereitete Lager, medizinische Hilfe und Fairness.

Wir in Europa können nicht alle Probleme lösen, aber wenn der Nachbar anklopft, weil sein Haus abbrennt, hilft man ihm. In dem man in erst bei sich aufnimmt und dann dafür sorgt, dass das Haus gelöscht wird.

Beitrag melden
phg2 01.03.2016, 13:03
18.

Natürlich muß Griechenland bei der Flüchtlingskrise massiv finanziell unterstütz werden - wie soll denn ein Land, das komplett pleite ist das sonst leisten?
Eine Ausgabenkontrolle durch die EU wäre aber sicherlich sinnvoll, sonst landet das Geld wieder bei den Falschen.
Die Flüchtlingskrise wird richtig Geld kosten, leiden werden die Armen in Dt./EU und alle Rechtspopulisten reiben sich die Hände. Europaweit eine Solidarsteuer?
Nee, um Gottes willen - schwafeln kostet doch nix!

Beitrag melden
localpatriot 01.03.2016, 13:03
19. Von der Krise überrumpelt

Zitat von Marut
Hier wäre es wohl an der Zeit für Frau Merkel, auf Alexis Tsipras zuzugehen, denn er könnte ihre Bemühungen nach einer europäischen Lösung nachhaltig unterstützen. Frau Merkel versucht mit guten Argumenten zu überzeugen, hat da aber gegenüber dem in vielen Ländern entstanden nationalistischen Gedankengut schlechte Karten. Wenn Tsipras aber anfängt diese und jene europäische Entscheidung zu blockieren, dann geht es für die anderen Staaten auch ans Geld. Da meiner Meinung für die nationalistisch regierten Staaten, wie Ungarn und Polen, das Geld ganz egoistisch im Vordergrund steht, hat Griechenland da einen wirksamen Hebel. Wenn nämlich der Hauptgrund, warum viele Länder in die EU eingetreten sind, das Geld der vielen Töpfe, auf einmal wegfällt, dann bekommen diese Länder innenpolitisch in Erklärungsnot.
Schieben sie die Schuld doch nicht auf die Osteuropäischen Staaten. Diese Regierungen und deren Einwohner wurden doch von der von der Kanzlerin hervorgerufenen Völkerwanderung vollkommen überrumpelt.

Ausserdem muss man zugestehen dass diese Völker mehr oder weniger undemokratische Geschichtsperioden hinter sich haben und immer noch mit dem Konzept der Demokratie und der Verbindung mit den weltoffeneren Staaten des Westens auseinandersetzen.

Einfach davon ausgehen dass diese Staaten nur wegen dem Geld in der EU sind ist eigentlich eine Beleidigung, wobei man gestehen muss dass das Geld fuer die aufgezwungene Krise in erster Linie aus Brüssel kommen muss.

Die Debatte kann nur beginnen wenn der erste Spruch so geht: Brüssel übernimmt alle mit dem Flüchtlingsstrom verbundene Kosten und finanziert die Integration der Flüchtlinge in die neuen Heimatplätze.

Dann muss man auf eine Antwort warten und erst dann kritisieren.

Beitrag melden
Seite 2 von 7
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge!