Forum: Politik
Flüchtlingskrise: Das andere Osteuropa
imago/ CTK

Osteuropäische Regierungen schotten sich ab und wollen keine Flüchtlinge ins Land lassen. Das Volk feiert sie dafür, doch zunehmend wenden sich Prominente, Intellektuelle und engagierte Bürger gegen die hartherzige Politik.

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privatbahn 21.09.2015, 14:36
10. Der Unterschied

Vieles erinnert einen daran, wie die Bevölkerung bei uns die Flüchtlinge wahrnimmt. Der Blick mit dem ausgestreckten Zeigefinger von deutschen Medien in Richtung Osteuropa ist daher fehl am Platz.
Den Unterschied machen hier wie dort in der Tat Prominente und Intellektuelle aus. Dazu kommen die engagierten Bürger die sich in Ungarn ebenso finden lassen wie in Deutschland.

Nur ob diese Menschen zusammen eine Mehrheitsmeinung vertreten? Ehrlich gesagt ich weiß es nicht und den Meinungsumfragen vertraue ich nicht.

Wir sollten auf die Situation in Deutschland schauen. Unser Land hat wirtschaftlich gesehen ganz andere Möglichkeiten, um Flüchtlingen eine Perspektive zu bieten. Mir fehlt hierzulande das Verständnis bei Politik und Bürgern für die vergleichweise schwierigere Situation in Ländern wie Slowenien oder Kroatien. Infrastruktur, Organisation und Logistik sind nicht mit den Bedingungen in Deutschland vergleichbar, das sollten wir bei all den Diskussionen nicht vergessen.

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dschmi87 21.09.2015, 14:38
11. Osterweiterung war ein Fehler...

Man hätte mit der EU Osterweiterung 20 bis 30 Jahre warten sollen... Diese Staaten sind bis heute nicht auf westeuropäischen Standard in allem... Die Quittung bekommen wir jetzt indem die EU implodieren wird... Ein Staatenverbund hat noch nie gehalten wenn die gefälle unter den Staaten in fast allen Bereichen so unterschiedlich sind... Wo wäre das Problem gewesen zu sagen ok es bleibt bis 2030 bei den damals 15 Staaten... Bis dahin hätte sogar eine richtige europäische Integration stattfinden können... Aber nein die Euro und EU Fanatiker waren mal wieder bei ihrem Wahnsinn dabei Europa gegen die Wand zu fahren... Diese Euro und EU Fanatiker sind genauso gefährlich wie Links und Rechtsextremisten

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pavel1100 21.09.2015, 14:43
12. Christliches Polen

Wiso will Polen unbedingt nur Christen aufnehmen? Es gibt doch gar keine Christen mehr in Polen, denn die würden anders handeln und Menschen in Not ohne Ansehen der Person und Religion aufnehmen. Die Geschichte vom Samariter ist offenbar nie ins Polnische übersetzt worden.

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coyote38 21.09.2015, 14:44
13. Grundlagen der Politikwissenschaft

Wie gut, dass in einer Demokratie jeder Mensch immer nur eine Stimme hat. Das gilt gleichermaßen für "Künstler, Intellektuelle und Prominente" wie für den gemeinen hart schuftenden Arbeiter und Angestellten.

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dieter 4711 21.09.2015, 14:45
14. Zuschüsse kürzen

Wer nicht hören will, muß fühlen. Denen die Zuschüsse kürzen..

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ka117 21.09.2015, 14:45
15.

Zitat von barzussek
wollen ist nicht das Problem sondern die fehlende Solidarität dieser Länder vor allem Polen und Tschechien waren bei den sogenannten "Willigen" welche den Irak zerstört und somit den Grundstein für den IS gelegt haben Das der übereilte Beitritt dieser Länder weil geopolitisch von den USA befohlen ein Kuckucksei für die EU bedeutet ist wohl nicht weg zu diskutieren
Wenn Sie schon hetzten wollen, dann informieren Sie sich bittte lieber zuerst. Zu dieser Koalition gehörten nicht nur Polen und Tschechien sondern genauso die Slowakei, Ungarn, Bulgarien, Rumänien, Estland, Lettland, Litauen, Italien, Island, Spanien und ein Paar andere mehr.

Bis auf Italien, Spanien und z.B. Deutschland hat kein dieser Länder Kolonien in Asien oder Afrika besessen. Und genau dort wurde das "Ei" des Hasses gegen den Westen gelegt.

Und "geopolitisch" und wirtschaftlich werden Länder wie Polen, Tschechien, Slowakei, baltische Staaten als "Musterknaben" der EU bezeichnet.

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ruckchristian 21.09.2015, 14:48
16. Ich fühle mich ein wenig (mit-) beleidigt von diesem Artikel

Sie schreiben:
"Jenseits flüchtlingsfeindlicher osteuropäischer Regierungen gibt es noch ein anderes, ein menschliches Osteuropa"
Sie implizieren mir mit diesem Satz irgendwie das jeder, der etwas an (Wirtschafts-)Flüchtlingen kritisiert, automatisch dann auch unmenschlich ist ja ?

Ist es denn nicht ebenso unmenschlich zum Beispiel millionen Wirtschaftsflüchtlinge ins Land zu lassen und dann in 10-20 Jahren eine total verarmte Gesamtbevölkerung mit extrem hoher Kriminalitätsrate zu haben ?!

Dies soll nur ein "primitives" Beispiel sein ( genauso Primitiv wie das Statement, dass jeder der etwas an der Flüchtlingsverteilung kritisiert, automatisch auch unmenschlich ist.)

Mal kurz zum Thema, hier bei uns Polen ( Seit 3 Jahren wohne ich hier in Stettin ) Sind sehr viele Menschen und auch die Regierung äußerst solidarisch mit den Flüchtlingen gewesen, das hat sich aber ganz stark geändert, als die bereits vorhandenen Flüchtlingen vor 1-2 Wochen quasi über Nacht abgehauen sind nach Deutschland, weil Frau Merkel einlud.
Es gibt mittlerweile unzählige Berichte Polnischer Zeitungen darüber ( z.B. Wyborcza ), wo es Flüchtlinge in Polen sehr gut hatten, nach 3-4 Monaten gibt es schon das Recht hier zu Arbeiten, sie bekamen Wohnungen, Essen und Kleidungs Verpflegung, All-In und haben sich dann nichtmal verabschiedet, als Frau Merkel einlud, einfach über Nacht weg....

Das ist das Problem, die Leute die hierherkommen wollen hier nicht bleiben, Deutschland ist das Ziel, da kann man mehr verdienen und evtl. ist Familie ja auch schon vorhanden.
Polen hat keine Grenzen zu gemacht und kontrolliert auch nicht stärker als sonst, es kommen einfach nur wenige und die die "paar", die kommen wollen hier nicht bleiben.

Natürlich gibt es hier in Polen auch sehr konservativ-Katholisch eingestellte Menschen, diese leben meistens in kleinen Dörfern und sind zwischen 60 und 100 Jahren alt und in einer kommunistischen Gesellschaft ohne keinerlei Ausländer groß geworden, das muss man bitte auch beachten.
Die junge polnische Gesellschaft ist jedoch in keinster weise so konservativ und Ausländerfeindlich, wie es ihr immer wieder von deutschen Medien unterstellt wird !

Mit freundlichen Grüßen,
CR

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Kassandro5000 21.09.2015, 14:49
17.

Dieser Aktivismus ist ein Zeichen wunderbar funktionierender Demokratie in Mittel-Osteuropa. Irgendwann werden die Aktivisten dann hoffentlich akzeptieren, dass ihre Regierungen und die Bevölkerungsmehrheiten, die sie tragen, andere Kosten/Nutzen-Rechnungen anstellen, als sie selbst. Diesen Ländern wird es länger gut gehen, als uns.

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madmax9999 21.09.2015, 14:50
18. Die Geografie spielt keine Rolle

Zitat von walter_de_chepe
Tschechien, Slowakien, Ungarn sind Mitteleuropa - historisch und geographisch; Rumänien ist Südosteuropa. Im Artikel wird die politische Geographie des Kalten Kriegs verwendet. Das sagt sehr viel über ein zunehmend politisch, ideologisch und kulturell isoliertes Deutschland, das die Welt um sich herum nicht mehr versteht.
Die ost- oder südost- oder sonstwie europäischen Staaten, die da im Artikel genannt wurden, waren Mitglieder in der Koalition der Willigen und haben doch den durch keine UN-Resolution gedeckten Krieg der Amerikaner im Irak mitgetragen. Aus dem Machtvakuum im Irak entstand der IS und da waren noch diverse "Frühlinge" und schlussendlich der Bürgerkrieg in Syrien. Und die CIA-Foltergefängnisse in Polen seien auch noch erwähnt. Also warum nicht zusammen mit den Amerikanern eine Koalition der Chaos-Auslöser bilden und Flüchtlinge aufnehmen?

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freespeech1 21.09.2015, 14:52
19.

Zitat von walter_de_chepe
Tschechien, Slowakien, Ungarn sind Mitteleuropa - historisch und geographisch; Rumänien ist Südosteuropa. Im Artikel wird die politische Geographie des Kalten Kriegs verwendet. Das sagt sehr viel über ein zunehmend politisch, ideologisch und kulturell isoliertes Deutschland, das die Welt um sich herum nicht mehr versteht.
Das habe ich auch gedacht. Auch Polen dürfte nicht damit einverstanden sein, nach Osteuropa abgeschoben zu werden, sondern sieht sich als westliches Land. Rumänien ist bekanntlich ein romanisches Land und hat sich schon unter Ceaucescu nicht als Osteuropa gefühlt.

Osteuropa mit östlich des Eisernen Vorhangs gleichzusetzen bedeutet, dass auch Mecklenburg-Vorpommern und Berlin in Osteuropa liegen.

Unabhängig davon ist das Geschwurbel über gute und böse "Osteuropäer" ziemlich sinnlos. Die Migranten haben nicht die gefährliche und teure Fahrt nach Europa gemacht, um in Polen oder Bulgarien zu leben. Sie wollen vor allem nach Deutschland. Und da es offene Grenzen gibt, kann sie keiner zwingen, in "Osteuropa" sesshaft zu werden. Dann hätten sie auch zu Hause bleiben können.

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