Forum: Politik
Flüchtlingskrise: Ein Zaun für Europa
REUTERS

Die Deutschen müssen sich entscheiden: Wenn sie gute Europäer sein wollen, müssen sie ihre Flüchtlingspolitik revidieren. Oder sie bestehen weiter darauf, keine Zäune zu bauen - und bringen damit alle gegen sich auf.

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joes.world 03.11.2015, 15:28
1. Es ist schwierig dieser Tage, gutes politisches Personal zu finden.

Und mit einigen Journalisten verhält es sich ähnlich.
Klar. Es sind immer die anderen schuld.
Die Osteuropäer, die nach russischer Besatzung einfach Angst haben, schon wieder mit einer anderen Kultur leben zu müssen.
Die Ösis, die pro Kopf so viele Flüchtlinge aufnehmen wie Deutschland.

Die Slowenen und so weiter.

Dieser Hang alle anderen zu verurteilen, nur sein eigenes Konzept für zielführend zu halten - erinnert an einen Geisterfahrer auf der Autobahn. Der, als er im Radio die Warnung vorn einem Geisterfahrer hört, zu sich sagt:
"Wieso EIN Geisterfahrer? Da sind ja nur Geisterfahrer."
Das Problem liegt anderswo:
Jetzt rächt sich Merkels falscher Schwerpunkt in den vergangenen Jahren. Nämlich primär auf ihren Machterhalt zu schauen. Kluge Köpfe nicht zu fördern, sondern am Aufstieg zu hindern. Oder von oben entfernen zu lassen.

Merkel wollte Treue, kaum Fachwissen. Und steht nun ziemlich nackt da.
Um eine Analogie aus dem Fußball zu bemühen: unsere Regierung handelt so, wie wenn Fußballer einer Mannschaft immer nur auf den rollenden Ball gehen würden.
Weder die Räume decken. Und auch sonst alles andere vergessen. Weil sie - wie hypnotisiert - immer nur hinter dem Ball her rennen.
Anstatt sich schon vorher richtig zu positionieren. Um dann da zu sein, wenn der Ball dorthin rollt.
Wenn ein zukünftiger Flüchtling in und um Syrien morgen entscheidet, nach D zu gehen - ist er in 2 Wochen bei uns.

Die Aufmerksamkeit unserer 3 Überforderten ist nur auf die Ankommenden gerichtet. Niemand denkt an die, die sich erst morgen entscheiden, zu uns zu kommen.
Niemand in der Politik setzt dort, wo die Flüchtlinge aufbrechen, wirklich mutige und innovative Schritte.
Niemand in der Journaillie fordert diese Schritte ein.
So können wir deutsche, als Europas Geisterfahrer, weiter auf alle entgegen kommenden fluchen - und uns so davon ablenken, dass die Lösung nicht dort ist, wo der Ball gerade rollt. Sondern Vor- und Querdenken gefragt wäre.
Dafür aber, finden sich weder in der Politik, noch in der Medienlandschaft, genügend Personen, die das lautstark fordern.

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p-schrader 03.11.2015, 15:33
2. Bravo

Endlich mal wieder einer der ach so raren Artikel, der die Fakten beschreibt, ohne ständig in dieses irreale Gutmenschentum zu verfallen.

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lupidus 03.11.2015, 15:34
3.

"Es gibt kein Gesetz, das von Deutschland verlangt, diese Flüchtlinge aufzunehmen."

ok, das mag es theoretisch nicht geben. wenn jedoch die bundeskanzlerin öffentlich verkündet, dass quasi alle flüchtlinge weltweit bei UNS willkommen sind, dann nehmen die durchreiseländer das sehr wörtlich. merkel vesteht darunter wohl die EU, die anderen länder verstehen in diesem zusammenhang darunter nur "deutschland".

wenn man sich anschaut wie deutschland in den letzten jahren in der eu aufgetreten ist, fragt man sich zwangsläufig, wie lange die anderen länder diesen ego-trip noch mitmachen. gefragt werden sie i.d.r. nicht, oder es wird, wie bei der griechenlandrettung, als solidarisch unabdingbar erachtet.

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ClausB 03.11.2015, 15:35
4. Na, dies

ist seit langem wieder mal ein Kommentar im Spiegel, dem ich voll und ganz zustimmen kann.
"Wir brauchen einen Zaun" wurde schon vor Wochen von vielen Menschen in Deutschland gefordert; damals wurde die Forderung nicht zuletzt in den Medien als fremdenfeindlich oder rassistisch gekennzeichnet.

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eirenistes 03.11.2015, 15:35
5.

"Nach Einschätzung von Amnesty werden in dem Erstaufnahmelager "grundlegende Menschenrechtsstandards" bei der Unterbringung von Asylbewerbern verletzt." (Zeit Online-Artikel über die österreichische Erstaufnahmeeinrichtung Traiskirchen vom 14.08.2015, http://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2015-08/oesterreich-fluechtlinge-amnesty-international-menschenrechte-traiskirchen). Sind das noch nicht unmenschliche Umstände genug, um weiterzuwollen?

Und ich würde gerne eine Begründung dafür hören, warum ein Europa mit Zäunen das einzige sein soll, das "zu haben ist". Dinge wie Freizügigkeit gehören zur europäischen Idee. Was wäre der Sinn daran, die EU äußerlich zu erhalten, wenn ihre Identität dabei verlorengeht?

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dborrmann 03.11.2015, 15:36
6. Eine Politik offener Grenzen ist die bessere Alternative

Isolationismus ist ungut, Autarkie ist nicht klug, geplante vergreisung (Polen, Tschechien usw.) helfe nicht weiter. Ich wünsche uns hier gutes Gelingen; wir sollten den zustrom der Flüchtlinge als die große Chance schlechthin begreifen.

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paulkersey 03.11.2015, 15:36
7.

Irgendwann wird sich dann auch die Frage stellen, ob wir unsere Gartenzäune und Haustüren weglassen.
Oder wohin sollen solche Diskussionen führen!?

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locke27 03.11.2015, 15:36
8. tja...

momentan wären Zäune nicht schlecht. Hauptsache niemand hat die Absicht eine Mauer zu bauen xD

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dokuti1 03.11.2015, 15:36
9. Ich will den Zaun ...

Ich bin für einen Zaun, bis ich wieder Fragen stellen darf! Es werden immer mehr Ungeheuerlichkeiten lapidar dahergeplappert:
"Es wird Verteilungskämpfe geben."
Niemand fragt: WEN betrifft das?
Die Kanzlerin: "Deutschland wird sich verändern". Niemand stellt die Frage: WIE?

Anscheinend wissen alle die Antworten, nur konkretisieren will sie niemand! Lieber thematisiert man edles Helfertum - wer unschöne Fakten anspricht ist ein "Hetzer".
Wer glaubt, dass die Mächtigen und unsere Wirtschaft, deren Marionetten unsere Politiker längst sind, plötzlich blindem Helfertum folgen? Damit hat sich für mich die Moral-Debatte erledigt, die nur Opium für das Volk ist.

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