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Flüchtlingskrise: Ein Zaun für Europa
REUTERS

Die Deutschen müssen sich entscheiden: Wenn sie gute Europäer sein wollen, müssen sie ihre Flüchtlingspolitik revidieren. Oder sie bestehen weiter darauf, keine Zäune zu bauen - und bringen damit alle gegen sich auf.

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deranalyst2015 03.11.2015, 16:06
50.

Danke Herr Fleischhauer! Es scheinen ja nicht mehr viele in der SPIEGEL-Redaktion übrig geblieben zu sein, die angesichts der Lage nicht vom Willkommens-Rausch besoffen sind, Sie sind da eine wohltuende Ausnahme!

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oslomæn 03.11.2015, 16:07
51. genau ...

... von Zäunen und Mauern. Manchem ist die Erinning an die Zäune und mauern zwischen BRD und DDR offenbar abhanden gekommen. Oder hätte man die eigentlich stehen lassen können... und wäre wenigstens Pegida und ähnlich ... sorry, was sich so verhält muß auch so genannt werden können ... stumpfes Pack erspart geblieben.
Herr Fleischhauer möchte offenbar zu denen gezählt werden, die der festen, aber vollständig irrigen Auffassung sind, dass Zäune und Mauern Menschen nachhaltig abschrecken könnten. Ein Narr, wer solches glaubt. Zäune und Mauern funktionieren als Abschreckung nur, wenn sie in Verbindung mit scharfen Waffen und der entsprechend notwendigen verrohten Gesinnung verteidigt werden. Wer solches äussert, muß sich gefallen lassen, in die Nähe von Nazis, Baumanns und Princis gerückt zu werden. Na, wo haben Zäune und Mauern ihren 'Dienst' effektiv versehen können? Nichtmal die Volksarmee hat soetwas geschafft, wie die Geschichte lehrt. Wo hats denn wohl funktioniert, na, fällt der Groschen?

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habu 03.11.2015, 16:08
52. Weil Frau Merkel sie eingeladen hat und jene anderen 144 Staaten nicht

Zitat von bruderlaurentius
sind 1967 sage und schreibe 145 Staaten beigetreten. Die jetzigen Flüchtlinge könnte man ganz bequem auf diese Staaten aufteilen, ohne dass man irgendwo großartig gesellschaftliche Schräglagen befürchten müsste. Warum wird dann das Gros der Flüchtlinge auf so wenige Beitrittsländer, wie z.B. unser so "verrohtes Deutschland", aufgeteilt?
Deutschland (nicht Europa) bietet jedem vom Krieg gepeinigten Schutz und eine neue Heimat hat die barmherzige Mutter Merkel verkünden lassen. Die Syrer haben sie begeistert gefeiert. Dann hat sie noch einen draufgesetzt: Das (deutsche) Recht auf Asyl kennt keine Obergrenze. Mehr Einladung geht nicht. Wenn jetzt aber dummerweise mehr Gäste kommen als Stühle im Wohnzimmer vorhanden sind, dann kann man nicht einfach Solidarität einfordern und die bei den Nachbarn an den Tisch setzen. Daher hat Europa völlig recht, diese Krise primär als deutsches Problem zu sehen.

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wauz 03.11.2015, 16:08
53. Die Flüchtlinge müssen - dahin, wo sie gebraucht werden!

Die Bundesregierung muss sich nicht vorhalten lassen, sie hätte die Flüchtlingsströme verursacht. da waren unsere Freunde und verbündeten fleißig. Libyen wurde von England, Frankreich und den USA destabilisiert - mit fatalen Folgen. Die gleiche dumme Politik (politischen Protest von außen um Bürgerkrieg zu eskalieren) wurde in Syrien von UK, USA, Türkei und Israel betrieben. Wir wissen auch, wer die katastrophale Lage im Irak zu verantworten hat. Und auch in Afghanistan waren es die USA, die die bürgerlich-säkulare Revolution als zu fortschrittlich empfunden hat, und dafür lieber wieder Stammesfürsten und reaktionäre Islam-Krieger am Ruder sehen wollte.
Jetzt also sind die Flüchtlinge auf dem Weg und müssen irgendwo hin. Wohin? natürlich dahin, wo sie eine Perspektive haben. Deutschland ist ein Land, das dringend mehr Bevölkerung braucht. Da diejenigen, um die man geworben hat, bessere Bedingungen anderswo gefunden haben, muss man eben mit denen auskommen, die freiwillig kommen. was im Falle Syrien nicht sonderlich schwer ist, ist dieses Land seit den 60ern doch auch säkular ausgerichtet gewesen. Auch für Afghanen und die anderen gilt: ubi bene, ibi patria!
Warum sollten wir Zäune erreichten, damit Leute draußen bleiben, die wir doch drinnen brauchen?
Warum sollten wir Ungarn und Rumänen usw aus ihren Ländern abwerben, wenn diese doch dort gebraucht werden?
Klug ist, die Gelegenheit zu nutzen. Wer die Trecks durch Europa nicht will, muss eben eine Luftbrücke einrichten. Es wird sich keiner darum reißen, im Winter im Schlauchboot übers Mittelmeer zu schippern, wenn es doch bequem mit dem Flugzeug auch geht. Visum können auch deutsche Konsularbeamte in der Türkei ausstellen. Ein Ticket werden die meisten selbst bezahlen können. Allemal billiger, als die ganzen Nepper quer durch den Balkan zu bezahlen.
Der junge Bursche, der hier kolumnieren darf, hat ganz einfach nicht begriffen, dass es eine historische Notwendigkeit ist, diese Leute jetzt nach Deutschland zu lassen.
Und was machen wir dann hier? Das nächste Wirtschaftswunder. Angefangen mit einem Wohnungsbau-Programm, das ganz nebenbei auch noch Arbeitsplätze schafft. Der Rest kommt dann fast von selbst...

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Mach999 03.11.2015, 16:10
54.

Zitat von lupidus
wenn jedoch die bundeskanzlerin öffentlich verkündet, dass quasi alle flüchtlinge weltweit bei UNS willkommen sind, dann nehmen die durchreiseländer das sehr wörtlich.
Da sie das nicht gesagt hat, noch nicht einmal annähernd, ist der Rest Ihres Beitrags hinfällig. Sehr schade.

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donnerkeil 03.11.2015, 16:11
55. Da fehlt was

Zitat von dborrmann
Isolationismus ist ungut, Autarkie ist nicht klug, geplante vergreisung (Polen, Tschechien usw.) helfe nicht weiter. Ich wünsche uns hier gutes Gelingen; wir sollten den zustrom der Flüchtlinge als die große Chance schlechthin begreifen.
Ich höre immer wieder Chance.
Chance auf was?

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johannesmapro 03.11.2015, 16:12
56.

Als erstes fällt mir ein seit 26 Jahren erzählen vor allem meine Freunde von der Christen Union, wie schrecklich die Innerdeutsche Grenze war, aber jetzt wollen alle einen Zaun bauen.
Aber das führt ins Leere.
deswegen sage ich was anderes, was würden wir machen, wenn Russen und Amerikaner seit 4 jahren u.a. in Berlin testen würden, oder noch schlimmer seit 36 Jahren wie in Afghanistan? wir würden fliehen.

Warum fliehen die Menschen, weil es Krieg gibt, was brauche ich für Krieg? Waffen, Geld und Energie. Wo bekommt man das her? die Deutschen haben den zweiten Weltkrieg verloren, weil sie keine Energie mehr hatten.

Wenn also Waffen, Energie und Geld in allen Kriegsgebieten gestoppt werden würden, dann gebe es keinen Krieg mehr, man könnte noch wie in Ruanda verfahren, aber das dauert Wochen und nicht Jahre.
Warum haben wir Krieg, weil irgend welche Typen Bismarck und Napoleon spielen. War es schon einmal besser? die sozialistischen Parteien, wollten diese Typen abschaffen.

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bi-rma 03.11.2015, 16:12
57. Versteckspiel

Was Herr Fleischhauer hier betreibt, ist ein Versteckspiel. Der Hinweis auf die ach so bösen anderen Europäer hilft aber nicht weiter. Deutschland ist für den Umgang mit den in seinem eigenen Grundgesetz zugesicherten Grundrechten selbst verantwortlich. Der Verweis auf das unsägliche Dublin II Abkommen ist unsäglich, denn damit hat Deutschland sich immer sehr bequem die Probleme mit den lästigen Flüchtlingen vom Hals gehalten. Natürlich: man muss für das Verhalten der Österreicher kein Verständnis haben. Und für das der anderen europäischen Partnerstaaten auch nicht. Aber es ist vor allem Deutschland, dass seine europäischen Nachbarn durch seine Niedriglohnpolitik in massive wirtschaftliche Probleme stürzt und dann auch noch mit dem verheerenden Würgegriff der Austeritätspolitik jede Aussicht auf Wachstumsimpulse im Keim erstickt.
Und Deutschland ist eben auch nicht unschuldig daran, dass überhaupt so viele aus ihren Heimatländern fliehen. Anstatt sich vor Ort um eine Verbesserung der Lage für die zu bemühen, die bleiben - auch durch klare Positionsnahme gegenüber unseren transatlantischen Verbündeten - verschärfen wir auch weiterhin die Situation durch die Aufrechterhaltung von Wirtschaftssanktionen und die Lieferung von Waffen in alle Krisengebiete dieser Welt. Auch das Verschweigen der Wahrheit ist eine Lüge.

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dokuti1 03.11.2015, 16:13
58. Das muss man aber weiter denken!

Zitat von dborrmann
Isolationismus ist ungut, Autarkie ist nicht klug, geplante vergreisung (Polen, Tschechien usw.) helfe nicht weiter. Ich wünsche uns hier gutes Gelingen; wir sollten den zustrom der Flüchtlinge als die große Chance schlechthin begreifen.
Alle Grenzen für alle auf und dann?
Würden Sie erklären, wie die Demokratie und unsere freiheitlichen Werte offene Grenzen überleben sollen? Sie würden das doch nicht opfern wollen, oder?

Und da Sie Polen ansprechen: mir fällt in Krakau immer auf, wie unbekümmert und normal man da in der Öffentlichkeit über den Islam reden kann als Atheistin und Frauenrechtlerin!
In Deutschland wird einem Islam-Kritik als Intoleranz und Fremdenfeindlichkeit ausgelegt und man wird in der Öffentlichkeit dafür mit Blicken gelyncht - man hat schon automatisch einen Zensor im Kopf, der die Stimme senken läßt oder solche Gespräche auf private Räume reduziert.
So ein Aufenthalt im Ausland kann einem vor Augen führen, was im eigenen Land längst im Argen liegt, wo man die Meinungsfreiheit opfert, um dem bequemen Weg einer "Toleranz mit Allem und Jedem" zu folgen.

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ditor 03.11.2015, 16:14
59. Nachhaltigkeit

Zitat von dborrmann
Isolationismus ist ungut, Autarkie ist nicht klug, geplante vergreisung (Polen, Tschechien usw.) helfe nicht weiter. Ich wünsche uns hier gutes Gelingen; wir sollten den zustrom der Flüchtlinge als die große Chance schlechthin begreifen.
Die große Chance schlechthin ist dass wir die Bevölkerungszahl Deutschlands ohne Krieg oder Zwangsmaßnahmen a la China senken können. Die Vorteile wären reichhaltig. Abgesehen davon ist wenig davon zu sehen dass sich D ohne Flüchtlinge isolieren würde.

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