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Flüchtlingskrise: Menschenrechtler kritisieren EU-Gipfel als vertane Chance
AP/dpa

Die EU-Mission "Triton" soll dreimal mehr Geld erhalten, mehr Konkretes wurde beim Gipfel zur Flüchtlingskrise nicht beschlossen. Amnesty International wirft den europäischen Regierungschefs Halbherzigkeit vor.

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der-schwarze-fleck 24.04.2015, 13:58
30. Frage

Zitat von rudig
in finde unseren Kontinent nicht 'schön' und mich auch nicht gut, wenn ich weiß, daß Tausende von Menschen, Männer/Frauen/Kinder, an der Grenze verrecken, weil ihnen nicht geholfen wird. Was Australien tut, verstößt gegen sie Menschenrechte!
Welche?

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rene.muellender 25.04.2015, 06:38
31. Beschämend

Es ist beschämend, was wir Europäer machen.
Wir erhöhen die Grenzzäune anstatt mit diesem Geld den Flüchtlingen zu helfen.
Ich werde mir gut überlegen, wen ich nächstes mal wähle.

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neonknight_ger 25.04.2015, 07:47
32.

Es ist längst überfällig, dass mit weitaus mehr Ehrlichkeit über das Thema Flüchtlinge/ Asyl/ Zuwanderung gesprochen und vor allem: geschrieben wird.

Das fängt bereits bei der Bezeichnung "Flüchtling" an, die in einer Weise verwendet wird, die an Orwells Neusprech erinnert. Nur ein Bruchteil der über das Mittelmeer einreisenden fliehen tatsächlich vor Krieg oder Verfolgung. Allen gemeinsam ist lediglich, dass Sie unter Umgehung der gesetzlichen Einreisebestimmung in das Hoheitsgebiet europäischer Länder eindringen wollen. Es sind also schlicht illegale Einwanderer oder, härter ausgedrückt: Eindringlinge. Als souveräne Staaten haben die europäischen Länder jedes Recht, ihre Grenzen zu schützen.

Und Europa trägt auch keine moralische Verantwortung dafür, wenn Menschen sich selbst in Gefahr bringen.

Die Europäer haben erst Recht keine wie immer geartete Verpflichtung, illegalen Einwandern zu einem gefahrlosen Übergang über das Mittelmeer zu verhelfen.

Nichts desto trotz bin ich aus Gründen der Humanität dafür, Menschen aus Seenot zu retten, selbst wenn sie sich selbst in diese Gefahr begeben haben.

Allerdings sollten die Europäer als Sofortmaßnahme schleunigst auf eine Änderung der internationalen Konventionen zum Seerecht dringen. Es kann nicht sein, dass die Staaten, die bei Seenot helfen, dafür quasi noch bestraft werden. Künftig muss es so sein, dass die Länder des letzten Anlegeplatzes der Unglücksschiffe bzw. diejenigen, in denen sie registriert sind, für das Auskommen der Geretteten zu sorgen haben und auch verpflichtet sind, diese zurückzunehmen. Schließlich haben die es auch in der Hand, die Verkehrssicherheit zu gewährleisten.

Es kann auch nicht sein, dass Hinz und Kunz aus der ganzen Welt mit dem Zauberwort "Asyl" ein dauerhaftes Bleiberecht in Deutschland erzwingen können, nur weil eine Abschiebung heute so gut wie unmöglich ist. Die Politik legt hier die Hände in den Schoss und sagt: Geht halt nicht. Das muss sich dringend ändern.

Man kann natürlich auch anderer Meinung sein und sich darüber freuen, dass so viele Menschen zu uns kommen wollen. Meinetwegen. Aber: Macht dies zum Wahlkampfthema, die Europäer haben ein Recht darauf, darüber abzustimmen, ob sie wirklich halb Afrika hier siedeln lassen wollen.

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a.b. surd 25.04.2015, 12:33
33. Um so zu argumentieren wie Sie, ...

Zitat von neonknight_ger
Es ist längst überfällig, dass mit weitaus mehr Ehrlichkeit über das Thema Flüchtlinge/ Asyl/ Zuwanderung gesprochen und vor allem: geschrieben wird. Das fängt bereits bei der Bezeichnung "Flüchtling" an, die in einer Weise verwendet wird, die an Orwells Neusprech erinnert. Nur ein Bruchteil der über das Mittelmeer einreisenden fliehen tatsächlich vor Krieg oder Verfolgung. Allen gemeinsam ist lediglich, dass Sie unter Umgehung der gesetzlichen Einreisebestimmung in das Hoheitsgebiet europäischer Länder eindringen wollen. Es sind also schlicht illegale Einwanderer oder, härter ausgedrückt: Eindringlinge. Als souveräne Staaten haben die europäischen Länder jedes Recht, ihre Grenzen zu schützen. Und Europa trägt auch keine moralische Verantwortung dafür, wenn Menschen sich selbst in Gefahr bringen. Die Europäer haben erst Recht keine wie immer geartete Verpflichtung, illegalen Einwandern zu einem gefahrlosen Übergang über das Mittelmeer zu verhelfen. Nichts desto trotz bin ich aus Gründen der Humanität dafür, Menschen aus Seenot zu retten, selbst wenn sie sich selbst in diese Gefahr begeben haben. Allerdings sollten die Europäer als Sofortmaßnahme schleunigst auf eine Änderung der internationalen Konventionen zum Seerecht dringen. Es kann nicht sein, dass die Staaten, die bei Seenot helfen, dafür quasi noch bestraft werden. Künftig muss es so sein, dass die Länder des letzten Anlegeplatzes der Unglücksschiffe bzw. diejenigen, in denen sie registriert sind, für das Auskommen der Geretteten zu sorgen haben und auch verpflichtet sind, diese zurückzunehmen. Schließlich haben die es auch in der Hand, die Verkehrssicherheit zu gewährleisten. Es kann auch nicht sein, dass Hinz und Kunz aus der ganzen Welt mit dem Zauberwort "Asyl" ein dauerhaftes Bleiberecht in Deutschland erzwingen können, nur weil eine Abschiebung heute so gut wie unmöglich ist. Die Politik legt hier die Hände in den Schoss und sagt: Geht halt nicht. Das muss sich dringend ändern. Man kann natürlich auch anderer Meinung sein und sich darüber freuen, dass so viele Menschen zu uns kommen wollen. Meinetwegen. Aber: Macht dies zum Wahlkampfthema, die Europäer haben ein Recht darauf, darüber abzustimmen, ob sie wirklich halb Afrika hier siedeln lassen wollen.
muss man etwa 200 Jahre Geschichte vollständig ignorieren. Sie brauchen Stichworte? Bitteschön: Imperialismus und Kolonialpolitik, Ausbeutung, Sklaverei, Missionierung, ...

Was glauben Sie, warum Europa im weltweiten Vergleich so reich ist. Die Europäer haben unter Missachtung von Grenzen sogar einen ganzen Kontinent für sich in Beschlag genommen (Amerika), und dass Obama heute den Begriff "Genozid" im Zusammenhang mit Armeniern vermeidet, ist angesichts des Massenmords an den Ureinwohnern Nordamerikas gut nachvollziehbar.

Ich möchte Ihnen persönlich nicht zu nahe treten, aber Ihre Ansicht entbehrt nicht einer gewissen Arroganz gegenüber denjenigen, die Sie als "Eindringlinge" bezeichnen.

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mundi 25.04.2015, 12:44
34. Sparpotential

Zitat von ornitologe
.... Wie wäre es denn mal damit: Vor der Schaffung sicherer Wegen nach Europa, die gesetzlichen Grundlagen für Einwanderung zu schaffen? Deutschland als rechtsfreier Raum in Sachen Migration ist ja wohl nicht die Lösung des Problems.
Man könnte auch viel Geld einsparen, würde man die sogenannten Asylbehörden abschaffen.
Denn welchen Sinn hat ein Verfahren, wenn nach Ablehnung des Antrages die Betroffenen ohnehin bleiben dürfen.

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neonknight_ger 25.04.2015, 13:32
35.

Zitat von a.b. surd
muss man etwa 200 Jahre Geschichte vollständig ignorieren. Sie brauchen Stichworte? Bitteschön: Imperialismus und Kolonialpolitik, Ausbeutung, Sklaverei, Missionierung, ... Was glauben Sie, warum Europa im weltweiten Vergleich so reich ist. Die Europäer haben unter Missachtung von Grenzen sogar einen ganzen Kontinent für sich in Beschlag genommen (Amerika), und dass Obama heute den Begriff "Genozid" im Zusammenhang mit Armeniern vermeidet, ist angesichts des Massenmords an den Ureinwohnern Nordamerikas gut nachvollziehbar. Ich möchte Ihnen persönlich nicht zu nahe treten, aber Ihre Ansicht entbehrt nicht einer gewissen Arroganz gegenüber denjenigen, die Sie als "Eindringlinge" bezeichnen.
Danke für die Nachhilfe, die gängigen linken Glaubensbekenntnisse sind mir bekannt, auch wenn ich sie nicht runterbete. Sie stimmen schlicht nicht mit der Realität überein.

Sicher war der Sklavenhandel ein Menschheitsverbrechen, allerdings fand dieser zwischen Amerika und Afrika statt. Die Nachfahren der damals nach Amerika verschleppten Sklaven sitzen jedenfalls nicht in Afrika, allenfalls ausnahmsweise. Genauso wenig wie die Nachfahren der Profiteure heute in Europa sitzen. Das Thema Sklavenhandel und insbesondere die Rolle einheimischer Sklavenjäger dabei ließe sich auch noch weiter vertiefen, aber das würde den Rahmen sprengen.

Was den Kolonialismus angeht, war auch das keine Sache, auf deren Wiederholung ich wert legen würde, und zwar auch nicht jetzt unter umgekehrten Vorzeichen. Allerdings die wirtschaftlichen Probleme Afrikas darauf zurückführen zu wollen, ist schon beinahe grotesk. Der Lebensstandard ist durch den Kolonialismus nämlich mit Sicherheit nicht abgesenkt worden.

Das Zeitalter des Kolonialismus ging vor einem halben Jahrhundert zu Ende. Seitdem ist Afrika für sich selbst verantwortlich.

Es ist auch garantiert keine Lösung, Afrika durch einen Bevölkerungstransfer Richtung Europa demographisch auszubluten.

Aber wie gesagt: Ich bin dafür, dass das Thema Asyl und Massenzuwanderung Gegenstand im Wahlkampf wird.

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a.b. surd 25.04.2015, 18:07
36. Es ist mir ...

Zitat von neonknight_ger
Danke für die Nachhilfe, die gängigen linken Glaubensbekenntnisse sind mir bekannt, auch wenn ich sie nicht runterbete. Sie stimmen schlicht nicht mit der Realität überein. Sicher war der Sklavenhandel ein Menschheitsverbrechen, allerdings fand dieser zwischen Amerika und Afrika statt. Die Nachfahren der damals nach Amerika verschleppten Sklaven sitzen jedenfalls nicht in Afrika, allenfalls ausnahmsweise. Genauso wenig wie die Nachfahren der Profiteure heute in Europa sitzen. Das Thema Sklavenhandel und insbesondere die Rolle einheimischer Sklavenjäger dabei ließe sich auch noch weiter vertiefen, aber das würde den Rahmen sprengen. Was den Kolonialismus angeht, war auch das keine Sache, auf deren Wiederholung ich wert legen würde, und zwar auch nicht jetzt unter umgekehrten Vorzeichen. Allerdings die wirtschaftlichen Probleme Afrikas darauf zurückführen zu wollen, ist schon beinahe grotesk. Der Lebensstandard ist durch den Kolonialismus nämlich mit Sicherheit nicht abgesenkt worden. Das Zeitalter des Kolonialismus ging vor einem halben Jahrhundert zu Ende. Seitdem ist Afrika für sich selbst verantwortlich. Es ist auch garantiert keine Lösung, Afrika durch einen Bevölkerungstransfer Richtung Europa demographisch auszubluten. Aber wie gesagt: Ich bin dafür, dass das Thema Asyl und Massenzuwanderung Gegenstand im Wahlkampf wird.
völlig gleichgültig, ob Sie mich für einen Linksgläubigen, einen Träumer oder sonstwas halten. Tatsache ist, dass dieser Planet genug für alle bietet, und dass nirgendwo auf diesem Planeten Hunger, Bildungsnotstand oder mangelnde Gesundheitsversorgung existieren müsste. Tatsache ist aber leider auch, dass die dafür notwendigen Mittel in den Händen weniger liegen, die nicht teilen wollen. So erklärt sich nicht nur die Armut in großen Teilen der Welt, sondern auch die immer weiter auseinanderklaffende Schere zwischen Arm und Reich hier in unserem Lande. Ich finde allein den Begriff "Wirtschaftsflüchtling" mit seiner negativen Konnotation schon abwegig und habe vollstes Verständnis für alle Menschen, die es auf den reichsten Kontinent der Erde zieht. Und wir lassen diese armen Leute ersaufen.

Die Sklaverei habe ich nur als Beispiel genannt - heute macht man das natürlich viel subtiler. Man holt die Sklaven nicht mehr ins Land, sondern lässt dort produzieren, wo Arbeiter wie Sklaven "gehalten" werden.

50 Jahre - als ein halbes Jahrhundert - ist nicht besonders viel Zeit für die Regeneration, finden Sie nicht auch?

Das Problem des Bevölkerungstransfers, wie Sie es nennen, gäbe es überhaupt nicht, wenn überall auf der Welt ein menschenwürdiges Leben möglich wäre. Aber nennen Sie mich ruhig einen Linksgläubigen, Träumer, Phantasten oder sonstwas. Eindringlinge waren als Kolonialisten wir - diese Leute wollen einfach nur leben.

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neonknight_ger 25.04.2015, 18:57
37.

Zitat von a.b. surd
Tatsache ist aber leider auch, dass die dafür notwendigen Mittel in den Händen weniger liegen, die nicht teilen wollen. So erklärt sich nicht nur die Armut in großen Teilen der Welt, sondern auch die immer weiter auseinanderklaffende Schere zwischen Arm und Reich hier in unserem Lande. Ich finde allein den Begriff "Wirtschaftsflüchtling" mit seiner negativen Konnotation schon abwegig und habe vollstes Verständnis für alle Menschen, die es auf den reichsten Kontinent der Erde zieht. Und wir lassen diese armen Leute ersaufen.
Zunächst: Wir lassen die armen Leute nicht ersaufen, sondern diese begeben sich sehenden Auges in Lebensgefahr, und leider kann nicht überall ein europäisches Rettungsschiff in Bereitschaft liegen. Teilweise werden die Seenotfälle auch absichtlich herbeigeführt, um damit unter Missbrauch internationaler Regeln eine Aufnahme in Europa zu erzwingen.

Die notwendigen Mittel, Afrika aus seinem Dauer-Elend zu erlösen, haben die Europäer nicht. Wer so etwas behauptet, der hat Allmachtsphantasien. Dieses Potential haben allein die Afrikaner selbst, und niemand sonst auf der Welt. Nur bislang haben sich die afrikanischen Eliten leider zumeist als durchwegs korrupt und unfähig erwiesen, trotz - oder wie manche Experten sagen: gerade wegen - umfangreicher Entwicklungshilfe aus dem Westen.

Auffallend ist außerdem, dass Sie bislang überhaupt kein Interesse zeigen, über den von mir gemachten Lösungsvorschlag zur Unterbindung unsicherer Schiffsfahrten zu diskutieren. Hauptsache, der böse Westen/ der Kaptialismus ist schuld. Es gibt selbst Afrikaner, die auf diese Diskussion schon längst keinen Bock mehr haben.

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neonknight_ger 25.04.2015, 19:09
38.

Zitat von a.b. surd
Die Sklaverei habe ich nur als Beispiel genannt - heute macht man das natürlich viel subtiler. Man holt die Sklaven nicht mehr ins Land, sondern lässt dort produzieren, wo Arbeiter wie Sklaven "gehalten" werden. 50 Jahre - als ein halbes Jahrhundert - ist nicht besonders viel Zeit für die Regeneration, finden Sie nicht auch? Das Problem des Bevölkerungstransfers, wie Sie es nennen, gäbe es überhaupt nicht, wenn überall auf der Welt ein menschenwürdiges Leben möglich wäre. Aber nennen Sie mich ruhig einen Linksgläubigen, Träumer, Phantasten oder sonstwas. Eindringlinge waren als Kolonialisten wir - diese Leute wollen einfach nur leben.
Auch hier vorneweg: Afrika hat sich nicht fünfzig Jahre lang vom Kolonialismus erholt, sondern fünfzig Jahre von der durch die Kolonialherren geschaffene Infrastruktur gezehrt. Seit die weg sind, geht es dort den Bach runter.

Ich befürworte den Kolonialismus in keinster Weise, weil ich selbst nicht von irgendwelchen Landesfremden vorgeschrieben bekommen möchte, wie mein Land regiert werden soll und ich glaube, das jedes Volk der Welt das naturgegebene Recht hat, sich selbst - so gut, oder so schlecht, es will - zu regieren.

Was die morderne Sklaverei angeht: Wollen Sie solche Länder komplett boykottieren? Meinen Sie, den Menschen dort damit zu helfen? Oder wollen Sie diesen Ländern deutsches Arbeitsrecht aufzwingen?

Damit wären wir im Übrigen wieder beim Kolonialismus. Was Sie am Ende des Zitats über den moralischen Unterschied zwischen europäischen und afrikanischen Kolonisten schreiben, ist natürlich völliger Humbug. Es gibt keinen. Außer vielleicht, dass die Europäer aufgrund ihrer überlegenen Zivilisation Afrika mit technologischem - und auch gesellschaftlichem - Fortschritt impfen konnten. Umgekehrt ist es eher äußerst unwahrscheinlich, dass dies bei einer afrikanischen Masseneinwanderung nach Europa geschehen würde. Da sind andere Szenarien weitaus realistischer.

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