Forum: Politik
Flüchtlingspolitik der EU: "Man kann das Mittelmeer nicht schließen"
AFP

"Wir eiern jetzt seit 2015 herum": Scharf kritisiert Luxemburgs Außenminister Asselborn die Flüchtlingspolitik der EU. Nationale Alleingänge müssten endlich aufhören - und der Druck auf Osteuropa wachsen.

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jj2005 26.07.2017, 12:14
140. Asselborn hat recht.

"Den Flüchtlingen muss verdeutlicht werden, welchen Gefahren sie sich aussetzen, wenn sie sich auf den Weg über das Mittelmeer machen. Es muss daran gearbeitet werden, einen Großteil dieser Flüchtlinge in ihre Heimatländer zurückzubringen." ... "Im Gespräch sind 250.000 Euro pro nicht aufgenommenem Flüchtling."

Man stelle sich vor, diese 250.000 Euro pro Kopf würden in die Herkunftsländer fliessen, direkt an die Armen. Unglücklicherweise wird die ganze Diskussion zwischen zwei absurden Positionen geführt: Links die naive "man muss die Armen retten"-Fraktion, rechts die rassistischen "Deutschland den Deutschen"-Krakeeler. Tatsache ist, dass die OECD-Länder, allen voran die USA, viel Mitschuld an der Misere tragen (in Afrika, Irak, Syrien, ...), Tatsache ist aber auch, dass es zwar rund eine Milliarde arme Afrikaner gibt (@CSU: Obergrenze, hurra!), aber die 100,000 oder so "Armutsflüchtlinge" eben NICHT in diese Kategorie fallen. Wer 5,000 Euro für den Schleuser berappt, ist für afrikanische Verhältnisse reich, nicht arm. Was daraus folgt? Gute Frage, wie wäre es mit einer sachlichen Diskussion, bei der solche Zahlen nicht von vornherein aus humanitären Gründen ausgeklammert werden? Man kann und sollte Afrika helfen, aber bitte mit intelligenten Ideen. Wenn vollausgebildete Ingenieure an unseren Stränden Plastikschrott verkaufen, dann hilft das sicher nicht den Armen in Afrika.

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chiemseecorsar 26.07.2017, 12:15
141. @rasenmähermann75, @PublicTender

Schönes Beispiel für ein "Gutmenschendeckmäntelchen". Danke. Und bitte - wir sind im 21.Jahrhundert. Heute noch von "Einladen von Flüchtlingen" oder "Motivieren" zu dozieren. Wer mal in Afrika war weiß woher der "Deutsche Gute Ruf" herkommt. Die ganze Welt weiß das. Und der Rest der Welt ist - verglichen mit Deutschland - im Großen und Ganzen "Entwicklungsland". Das wissen all die, die zu Hause nichts mehr hält. Und auch Frau Merkels "Einladung" damals ist wohl eine der überbewertetsten Aussagenihrer gesamten Amtszeit. Und ein Migrationsstrom schert sich einen Dreck um Grenzen, Gesetze, "Geht-Garnicht" oder ähnliche
spiessig-deutsch-demokratische Gedanken. Er strömt. Und verschluckt dabei was sich in den Weg stellt. Das ist Schwarmintelligenz gepaart mit Selbsterhaltungstrieb und einer gehärigen Portion Darwinismus. Wieviele Völker sind in der Menschheitsgeschichte in Bewegung geraten? Wieviele sind verschwunden? Wir täten gut daran uns zu arrangieren mit dem was ist und dem was - unweigerlich und unabwendbar - noch kommen wird.
Ich hab vor einigen Jahren auf einem Dorffest bei uns im Chiemgau Bemerkung eines alten Einheimischen gehört, Grund war ein 6-jähriges afrikanisches Madl im Dirndl in einer Trachtengruppe: "As Kind vo Afrika.(na ja, Dom.-Rep.) As G´wand vo am PreissnJud (Wallach). Da Chorleiter a Sudetndeitscha.Und de Musi vo de Tschechn(Polka). Und as Bier vo de Fischköpf. Und koana g´schpannds!" Es hatte ein Grinsen im Gesicht und ein Franziskaner Weißbier in der Hand. Noch Fragen? Der Mann ist Meßner, fast 90, Ostfront im Krieg und dann 10 Jahre den Hof voll Flüchtlinde aus Schlesien. Wir hatten - nach dem 2.WK - auf 180qm und 7 Zimmern mit unserer Familie 25 Leute im Haus. Mit Freud und Leid - und OHNE DISKUSSION, US-Forces Refugee Com. Und noch heut kennen sich die Familien. Der Nachbar wollte keine Protestanten einquartiert bekommen. Nun ... One World.No border.

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Reinhold Schramm 26.07.2017, 12:16
142. Gerechte Wirtschaftsbeziehungen mit Afrika müssen her!

Nicht Neokolonialismus und Rohstoffimperialismus mit den Staaten Afrikas. Es bedarf gleichberechtigte Wirtschafts- und Handelsbeziehungen mit Afrika. Dies umfasst auch angemessene Preise für afrikanische Rohstoffe und Bodenschätze. Auch die Entwicklung einer unabhängigen afrikanischen Wirtschaft und den Aufbau eines eigenständigen Sozial- und Gesundheitssystems, Bildungs- und Berufsausbildungssystems. Die Entwicklung und den Aufbau einer regionalen und weltmarktfähigen afrikanischen Industrie. Die weltmarktfähige industrielle Verarbeitung, der vorhandenen Rohstoffe und Bodenschätze, zu hochwertigen Waren und Gütern aller Art. Hochwertige afrikanische Waren für den regionalen und internationalen Handel.

Das war bisher eine Domäne der europäischen, amerikanischen und asiatischen Wirtschafts- und Handelsmetropolen.

In den westlichen und östlichen Weltwirtschaftszentren, auch in Deutschland, bedarf es zukünftig, für gleichberechtigte Wirtschafts- und Handelsbeziehungen mit Afrika, eine tiefgreifende Umwälzung in der bisherigen Ausrichtung der Wirtschaft und deren Industrien.

Ohne einen tiefgreifenden Eingriff in die vorhandenen Wirtschaftsysteme und eine nachhaltige Veränderung in der bisherigen Ausrichtung der Industrien, - in den Weltwirtschaftsmetropolen, auch Deutschlands, ohne gerechte Wirtschafts- und Handelsbeziehungen, auch mit Afrika, ohne Verzicht auf eine von Wirtschaftsinteressen getriebene internationale Geo- und Militärpolitik, werden sich weitere Millionen Menschen auf den Weg nach Europa machen müssen!

Unter den gegenwärtigen internationalen Wirtschafts- und Handelsbeziehungen, vor allem an westlichen Interessen ausgerichtet, haben die jungen Menschen Afrikas keine berufliche und soziale Zukunft in ihren ökonomischen, ökologischen und sozialen Armuts- und Krisenregionen!

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qoderrat 26.07.2017, 12:17
143.

Zitat von m.sielmann
Menschen in Not haben ein Recht auf Zuflucht. Die Politik der Abschottung ist ein Bruch mit den Grundlagen unserer Gesellschaft, die eigentlich doch die Menschenwürde, das christliche Menschenbild oder den kantschen Imperativ zur Grundlage hat. Wenn eine Million Menschen nach Deutschland kommen, bedeutet das für eine Schule mit 800 Kindern, dass man etwa zehn Kinder mehr unterbringen muss. Das wirkt sich nichtmal ernsthaft auf die Klassengröße aus.
Das ist so schön moralisch argumentiert. Die 1 Million haben wir schon, die Frage ist, was machen wir mit den restlichen Reisewilligen (und da liegen wir in Afrika alleine im 2 stelligen Mio-Bereich).

Dann kann man sich aussuchen, wir nehmen alle auf, dafür bricht unser Sozialsystem zusammen, für alle, nicht nur die Neuankömmlinge. Die zu verteilenden Mittel sind nun einmal endlich und halten mit dem Bevölkerungswachstum in Afrika ganz sicher nicht mit. Im Endstadium würde sich irgendwann die Armutszustände bei uns und in Afrika angleichen, bis sich der Aufwand nicht mehr lohnt.

Oder man sichert die Grenzen und führt die Einreisewilligen eben doch wieder zurück, aber das wird dann moralisch-ethisch ziemlich unappetitlich, weil diese sich wehren und die Schlepper dann noch grausamer bei verdeckten Operationen vorgehen werden. Das wird dann ein Rüstungswettkampf werden, denn die Migranten mit vielen Leben bezahlen werden. Keine schönen Bilder, das ist sicher.

Klar ist jedenfalls, Ihr Ansatz wird deutlich mehr Nebenwirkungen auf unsere Gesellschaft haben als Sie suggerieren möchten. Schon Ihr Vergleich an sich ist unredlich, denn er geht völlig an der Realität vorbei da er eine gleichmässige Verteilung voraussetzt, und genau daran haben auch die Migranten selbst kein Interesse, diese bauen lieber ihre Parallelgesellschaft auf. Das ist bereits jetzt der Fall und wird sich bei höheren Anteilen noch verstärken.

Ob es am Ende besser ist, wenn bei uns und unseren Nachbarn rechtsradikale Extremisten an die Macht kommen, weil diese der Bevölkerung versprechen die Neuankömmlinge wieder rauszuwerfen und damit etwas eigenen Wohlstands zu erhalten, das wage ich dann doch zu bezweifeln. Und beim Wohlstand hat jeder von uns eine Schmerzgrenze, ab der der Schlussstrich gezogen wird, diese ist nur individuell ziemlich verschieden. Danach setzt die Selbsterhaltung ein, und dann ist es vorbei mit der Moral. Das wird nicht gut enden, fürchte ich.

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releonline 26.07.2017, 12:19
144. Flucht vor der Armut

Wem, der in absoluter Armut lebt, kann man denn Verdenken, dass er sein Heil in der Flucht in eine angeblich bessere Welt sucht? Wir, die wir in dieser "heilen" Welt aufwachsen dürfen, nehmen unseren Wohlstand schnell als gottgegeben hin und sind bereit, diesen mit allen Mitteln zu verteidigen. Notfalls auch mit Panzern am Brenner.
Oder wir übernehmen endlich mal Verantwortung.
Warum wird für staatliche Entwicklungshilfe eigentlich nicht das Know How bewährter Hilfsorganisationen, wie z.B. Oxfam, genutzt?

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nordlys 26.07.2017, 12:19
145. Antwort

Zitat von juju1978
Luxemburg hat knapp 600.000 Einwohner und aktuell sind davon knapp 50% Ausländer. Warum bekommt dieses kleine Land die Intergration hin und Länder wie Polen, Ungarn und Slowenien mit einem Ausländeranteil von unter 10% bekommen es nicht hin....
Die Antwort auf Ihre Frage lautet: Weil diese 50% Ausländer in Luxemburg ganz überwiegend aus der EU kommen. Die müssen dort nicht erst sprachlich, kulturell, religiös oder sonst irgendwie integriert werden.

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styxx66 26.07.2017, 12:19
146. xxx

Asselborn hat nur teilweise recht. Es wird in der Tat Zeit, dass Europa mit einer Stimme spricht und an einem Strang zieht. Aber jedes Land hat andere Ansichten und Einsichten und es gibt, bei so vielen Mitgliedsstaaten einfach keinen Konsens. Es wird jedoch höchste Zeit, das wichtigste Thema der letzten Jahrzehnte anzugehen und eindlich eine Lösung zu finden. Die Bürger können das verlangen, warum bezahlen wir schliesslich diesen Monsterapparat? Die sollen endlich ihre Daseinsberechtigung dokumentieren.

Man kann das Mittelmeer nicht schliessen. Ach wirklich, schauen wir nach Spanien. Dort ist klar zu erkennen, dass die Spanier die Lage im Griff haben. An den spanischen Küsten ist es fast nicht möglich, dass Flüchtlinge anlanden und sich dort als Gäste anbieten. Australien macht sogar den Indischen Ozean dicht. Das Gleiche gilt für die USA und Canada. Wen die nicht wollen, der hat keine Chance ins Land zu kommen. Hat Italien etwa keine Marine, um ihren Laden dicht zu machen? Wenn man unsere Politier lamentieren hört, das geht nicht, schwillt mir echt der Kamm. Dann sollen sie ihren Beruf wechseln und was anderes machen. Aber wie wir sie kennen, kleben die an ihrem Posten, obwohl die meisten ihn nicht beherrschen und zu nichts zu gebrauchen sind.

Und schliesslich die Medien. Auch die blasen ins gleiche Horn und lamentieren, man kann das Mittelmeer nicht abriegeln. Bullshit, kann man doch, man muss nur wollen und einen Plan haben. Wenn ich sehe, was die NGO's da alles anschleussen, in Australien wäre das Problem schon lange gelöst und die Herrschaften wären im Knast. Nur hier in Europa, wo anscheinend die babylonische Sprachenverwirrung herrscht, kriegen die hochdotierten Vollversager nichts gebacken. Diese EU ist ein Alptraum, ein Konglomerat von Inkompetenz und Unverantwortlchkeit dem Bürger gegenüber. Ich hoffe, das hat so keine Zukunft.

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ich2010 26.07.2017, 12:19
147.

Zitat von spon_2316845
Wenn man das Mittelmeer nicht schliessen kann, warum kann Australien dann den Pazifik und den Indischen Ozean schliessen?
schon mal auf eine landkarte geguckt? australien ist eine insel und schwer erreichbar mit einem schlauchboot. ausserdem setzt australien flüchtlinge auf einer insel aus unter menschenunwürdigen verhältnissen. nicht gerade ein vorbild für menschlichkeit.

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toskana2 26.07.2017, 12:20
148. falsche Humanisten

Die Frage, die sich hier stellt, ist nicht
ob man das Mittelmeer schließen kann oder nicht.

Die Frage ist doch,
wie man die Brüsseler Zentrale,
die von realitätsfernen Politikern
und falschen Humanisten durchsetzt ist,
lichten kann.

Der politische Wille zählt!
Ist er vorhanden, so gibt es auch Lösungen.
Mancher Forumsbeitrag weist darauf hin.

Bis dahin wird ein Chaos verwaltet,
das mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit
nicht im Interesse Europas liegt.
Auch nicht im Interesse von Menschen,
die sich auf der Suche nach Utopia gemacht haben.

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misterknowitall2 26.07.2017, 12:20
149. @shevchenko 76

kein outflow? allein aus Deutschland sind 2015 knapp eine Million Menschen ausgewandert. was haben sie denn für eine Angst? ich will jedenfalls nicht im goldenen Käfig sitzen. und dann noch mit Menschen, die glauben, nur weil sie in Europa geboren wurden, sich über andere zu erheben zu dürfen. widerlich.

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