Forum: Politik
Flüchtlingspolitik der EU: "Man kann das Mittelmeer nicht schließen"
AFP

"Wir eiern jetzt seit 2015 herum": Scharf kritisiert Luxemburgs Außenminister Asselborn die Flüchtlingspolitik der EU. Nationale Alleingänge müssten endlich aufhören - und der Druck auf Osteuropa wachsen.

Seite 18 von 44
qoderrat 26.07.2017, 12:37
170.

Zitat von chiemseecorsar
Migrationen lassen sich nur dann aufhalten, wenn der Migrationsgrund beseitigt wird. Punkt. Alles andere ist reine Geld und Zeitverschwendung.
Jetzt mal Butter bei die Fische. Wie wollen Sie das denn bewerkstelligen? Ein ganz grosses Problem ist das Bevölkerungswachstum in Afrika. Wenn Sie das nicht in den Griff bekommen, bekommen sie die ganze Situation nicht in den Griff. Und Sie müssen das verdammt schnell in den Griff bekommen, denn die Bevölkerung wächst exponentiell.

Also, was sind Ihre Vorschläge? Essensausgabe mit Verhütungsmitteln? Zwangssterilisation? Vor Ort verhungern lassen? Zwangskolonialisierung und Durchsetzung einer Ein-Kind-Familie wie in China?

Oh, ich habe noch eine Vorgabe vergessen, das muss auch noch ethisch vertretbar sein, damit sind die Ideen oben schon mal erledigt. Was denken sie soll die EU denn jetzt genau machen? Schulbildung verbessern? Prima Idee, nach wie viele Generationen hat man dann die afrikanische Gesellschaft so weit verändert, dass die Geburtenrate sinkt?

Es ist immer so einfach den Weltverbesserer zu geben. Nur wirklich in die Realität umsetzen, das ist eher ein Problem. Es hört sich so schön an, Fluchtursachen vor Ort zu beseitigen. Aber wenn die Bevölkerung dies vor Ort eben nicht möchte, müssen Sie zwingen, und das kann man eben auch nicht, oder man wird dem eigenen ethischen Anspruch auch nicht gerecht. Nein, ich habe auch keine Lösung für dieses Problem.

Beitrag melden
markus_wienken 26.07.2017, 12:38
171.

Zitat von rasenmähermann75
Das hat auch niemand gefordert und es ist auch gar nicht erforderlich. Ungeachtet aller Panik-Prognose migrieren die meisten Flüchtlinge nach wie vor innerhalb von Afrika. Völkerwanderungen Richtung Europa sind ein Mythos.
Ja, viele Menschen verbleiben in Afrika weil sie auch nicht die (finanziellen) Mittel haben sich bis nach Europa durchzuschlagen.
Die Völkerwanderungen in Richtung Europa wurde u.a. auch durch das Schließen der Balkan-Route und dem Türkei-Deal gestoppt.

Beitrag melden
larsmach 26.07.2017, 12:39
172. Was "schafft" Australien!? - $90.000.000 Entschädigung.

Zitat von spon_2316845
Wenn man das Mittelmeer nicht schliessen kann, warum kann Australien dann den Pazifik und den Indischen Ozean schliessen?
Migranten kommen auf dem Seeweg nach Australien genauso wie nach Europa - früher hat die Regierung sie jedoch auf bestimmte Inseln verbracht und dort de facto interniert (dafür zahlt Australien heute eine 70 Millionen Dollar Entschädigung an 2.000 der betroffenen Migranten zzgl. 20 Mio Dollar Anwaltskosten - beides zahlbar durch den Staat); mit Internierungen zu Haftbedingungen hatten einige unserer (Ur-)Großeltern in Europa auch noch Erfahrung.
Was, wenn die Herkunftsländer dieser Migranten morgen funktionierende Demokratien sind? Dann kommen hier weniger Rohstoffe für Dünger, Uranoxid für Atomkraftwerke usw. an. Und dann wird einigen vielleicht klar, wie radikal (und de facto auch gewaltsam) anderswo unsere Interessen durchgesetzt werden, damit hier der Laden so reibungslos läuft. Man beutet Staaten aus, schließt dazu Verträge mit Kleptomanen, die Wahlen (wenn überhaupt vorhanden) zu Farcen machen - und dann wundert man sich, wenn Teile der resignierten Bevölkerung sich auf den Weg machen.
Wir können natürlich den Import solcher Rohstoffe boykottieren, die aus nicht demokratisch regierten Staaten Afrikas stammen - und somit nicht deren Infrastruktur und Bevölkerung zugute kommen. Dann zahlen wir plötzlich den Preis, den wir selbst dafür verlangen würden, wenn es die Rohstoffe unserer Länder wären.
Es gibt Zusammenhänge, die sind anscheinend zu unangenehm, um sie sich einzugestehen.
Und Probleme lassen sich nicht einfach internieren - nicht in Demokratien mit Recht und (Grund-)Gesetz.

Beitrag melden
quercusuevus 26.07.2017, 12:40
173.

Zitat von Reinhold Schramm
Nicht Neokolonialismus und Rohstoffimperialismus mit den Staaten Afrikas. Es bedarf gleichberechtigte Wirtschafts- und Handelsbeziehungen mit Afrika. Dies umfasst auch angemessene Preise für afrikanische Rohstoffe und Bodenschätze. Auch die Entwicklung einer unabhängigen afrikanischen Wirtschaft und den Aufbau eines eigenständigen Sozial- und Gesundheitssystems, Bildungs- und Berufsausbildungssystems. Die Entwicklung und den Aufbau einer regionalen und weltmarktfähigen afrikanischen Industrie. Die weltmarktfähige industrielle Verarbeitung, der vorhandenen Rohstoffe und Bodenschätze, zu hochwertigen Waren und Gütern aller Art. Hochwertige afrikanische Waren für den regionalen und internationalen Handel. Das war bisher eine Domäne der europäischen, amerikanischen und asiatischen Wirtschafts- und Handelsmetropolen. In den westlichen und östlichen Weltwirtschaftszentren, auch in Deutschland, bedarf es zukünftig, für gleichberechtigte Wirtschafts- und Handelsbeziehungen mit Afrika, eine tiefgreifende Umwälzung in der bisherigen Ausrichtung der Wirtschaft und deren Industrien. Ohne einen tiefgreifenden Eingriff in die vorhandenen Wirtschaftsysteme und eine nachhaltige Veränderung in der bisherigen Ausrichtung der Industrien, - in den Weltwirtschaftsmetropolen, auch Deutschlands, ohne gerechte Wirtschafts- und Handelsbeziehungen, auch mit Afrika, ohne Verzicht auf eine von Wirtschaftsinteressen getriebene internationale Geo- und Militärpolitik, werden sich weitere Millionen Menschen auf den Weg nach Europa machen müssen! Unter den gegenwärtigen internationalen Wirtschafts- und Handelsbeziehungen, vor allem an westlichen Interessen ausgerichtet, haben die jungen Menschen Afrikas keine berufliche und soziale Zukunft in ihren ökonomischen, ökologischen und sozialen Armuts- und Krisenregionen!
Wir müssen, wir müssen, wir müssen ... Und genau deswegen löst sich Afrika nicht aus seiner Unmündigkeit. Die afrikanischen Staaten müssen ihre Zukunft endlich selbst in die Hand nehmen: Bekämpfung von Korruption, strikte Geburtenkontrolle, Aufbau von Zivilgesellschaften mit Gesundheitsfürsorge und Allterssicherung. Und es gibt einige hoffnungsvolle Ansätze, z.B. Äthiopien, Ruanda, Botswana.
Die klassische westliche Entwicklungshilfe in Afrika kann nach nunmehr 50 Jahren als gescheitert angesehen werden, und zum Glück wird das auch immer häufiger artikuliert: http://www.bonner-aufruf.eu/?seite=aufruf

Beitrag melden
sir wilfried 26.07.2017, 12:40
174. Geht´s vielleicht auch ohne Spenden?

Zitat von Teigkonaut
Ich denke Herr Asselborn versteht die Dimension des Problems nicht. Was wir seit einiger Zeit erleben sind die Vorläufer einer neuen Völkerwanderung aus Afrika und Asien nach Europa. Dabei geht es nicht primär um politisches Asyl vor Verfolgung in den Heimatländern sondern um wirtschaftliche und soziale Perspektiven. Ich schlage vor, dass Mitbürger die die Praxis im Mittelmeer nicht billigen den NGO's, die sich als Fährdienste vor der afrikanischen Küste betätigen keine Spenden mehr zukommen lassen. Das ist dann eine konsequente individuelle Entscheidung, die jeder sofort umsetzen kann.
Das Zusammenspiel zwischen Schleppern und Rettern scheint gut zu funktionieren. Liegt es da nicht nahe, auch über Geld zu reden?

Beitrag melden
Hoberg 26.07.2017, 12:41
175. die 'Rettungsschiffe' fahren in die falsche Richtung

woher nehmen diese Schleuser in den Rettungsschiffen sich das Recht heraus, die Häfen anzulaufen, von denen die Flüchtlinge sicher nicht stammen. Wenn diese die libysche Küste anlaufen würden, gäbe es weniger Tote, weil weniger Flüchtlinge dann Schiffe besteigen würden.

Beitrag melden
bambata 26.07.2017, 12:42
176.

Zitat von cyn
Spanien macht es vor. Ein viel kürzerer Seeweg als vor Italien und praktisch keine Bootsflüchtlinge.
Um die Straße von Gibraltar zu kreuzen, benötigt man ein hochseetaugliches Schiff.
Die Straße von Gibraltar ist eine der meistbefahrenen Wasserstraßen der Welt, täglich durchfahren mehr als 300 Handelsschiffen die Meerenge. Außerdem gibt es dort einen starken, ostsetzenden Strom an der Oberfläche, der sich durch Düsenwirkung und Gegenströmung und in Verbindung mit oft vorherrschenden Westwinden enorm verstärkt.

Ich war selbst an Bord eines 70 Fuss Schooners auf dem Weg von Gibraltar nach Cádiz, aufgrund der Strömung brauchten wir unter Motorantrieb drei Versuche, bis wir durch waren, zwei mal mussten wir zurück in die Hafenbucht von Gibraltar.

Mit den üblicherweise genutzten Flüchtlingsbooten ist eine Havarie geradezu garantiert. Wenn man nicht abtreibt, dann wird man mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit von einem Ozeanriesen abgeräumt.

Daher gibt es dort für Spanien im Hinblick auf Flüchtlingsbewegungen nicht viel zu sichern.

Beitrag melden
Xantos73 26.07.2017, 12:43
177. Google Maps und viele Fragen!

Also wenn man sich mal auf Google Maps Afrika so anschaut. Was das für eine Dimension ist wird einem erst dann klar. Die Bilder die ich hier sehe - da scheinen zum Großteil Menschen aus Zentralafrika in den Booten zu sitzen. Was muss das für ein Flüchtlingsweg sein? Erst durch die Sahara und dann noch über das Mittelmeer. Wo laufen die Flüchtlingsrouten denn lang? Über den Sudan den Nil hinauf? Wie verpflegen sich die Menschen unterwegs? Woher nehmen Flüchtlinge die Mittel Schlepper zu bezahlen? Wie kommt es dazu das tausende Menschen in Europa das gelobte Land erkennen und sich auf den Weg machen? Woher kommen die vielen vielen Schlauchboote mit Außenboardmotor? Warum werden die Boote erst so weit draußen auf dem Meer abgefangen? Zumal solche vollbesetzten Schlauchboote - die maximale Reichweite mit einer Tankfüllung 100km 150km? Das heißt die Boote bleiben auf halben Weg von Tripolis nach Malta liegen und treiben. Das erklärt auch warum Kreta von Bengasi aus nicht groß angesteuert wird, ok ein nautisch gebildeter Mensch wird eh kaum an Board sein. Fragen über Fragen...

Beitrag melden
n - n 26.07.2017, 12:43
178. Geschichte Ungarns...

Man sollte vielleicht mal bedenken, daß Ungarn über 150 Jahre lang vom muslimischen Osmanischen Reich besetzt und beherrscht wurde ! Da ist sicher die Tendenz, muslimische Menschen als Flüchtlinge aufzunehmen, nicht sonderlich ausgeprägt, besonders, wenn man von deren Religion als ungläubig und irgendwie minderwertig betrachtet wird !

Beitrag melden
touri 26.07.2017, 12:43
179.

Zitat von juju1978
Luxemburg hat knapp 600.000 Einwohner und aktuell sind davon knapp 50% Ausländer. Warum bekommt dieses kleine Land die Intergration hin und Länder wie Polen, Ungarn und Slowenien mit einem Ausländeranteil von unter 10% bekommen es nicht hin. Warum bekommen diese und andere europäische Länder es nicht hin eine Anzahl von Flüchtlingen aufzunehmen die im Promillebereich liegen im Verhältnis zur Einwohnerzahl. Rein menschlich fand ich die Entscheidung von Frau Merkel vor zwei Jahren in Ordnung, aber meines Erachtens hätte damals schon der Aufschrei durch die EU gehen müssen, dass Ungarn gefälligst seinen Anteil zu leisten hätte.
Sie vergleichen Äpfel mit Birnen. Wikipedia:

Am 1. Januar 2017 betrug der Ausländeranteil 47,7 % (= 281.497).[2] 16,4 % (= 96.779) der Gesamtbevölkerung sind portugiesische, 7,5 % (= 44.284) französische, 3,6 % (= 21.345) italienische, 3,4 % (= 20.029) belgische, 2,2 % (= 13.092) deutsche Staatsbürger. Kleinere Einwanderergruppen bilden etwa Briten, Serben, Niederländer, Spanier, Polen, Bosniaken, Griechen, Russen und Türken.

Die allermeisten dieser Menschen sind kulturell und vom Bildungsstand her miteiander kompatibel. Die Arbeitlosenquote beträgt 5,9 %, sprich die Meisten dieser Menschen arbeiten auch. Gegen solch eine Einwanderung hat sich bisher noch niemand gesträubt. Sehen Sie langsam den Unterschied zum durchschnittlichen afrikanischen Armutsmigranten?

Beitrag melden
Seite 18 von 44
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge!