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Flüchtlingspolitik: Es heißt jetzt Refugee
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Heidenau ist zum Glück nicht überall - Deutschland empfängt Flüchtlinge überwiegend freundlich. Aber auch die Ressource Gutmütigkeit kann versiegen. Deshalb brauchen wir eine andere Abschiebepolitik.

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rickmarten 25.08.2015, 18:06
80. Bewusste Verdrehung?

Der thüringische Ministerpräsident, dessen Partei ich mehr als skeptisch gegenüberstehe, hat plausibel in einem Deutschlandfunk-Interview erklärt, warum er die Flüchtlinge trennen will in den Erstaufnahmeeinrichtungen. Durch die Belastungen der Reise nach Deutschland ist der Boden für Spannungen gelegt zwischen Menschen, deren Herkunfstländer oder Religionen sich Spinnefeind sind. Nur für diese ersten Unterkünfte will er nicht im Wissen um diese nun einmal vorhandenen Probleme noch weitere Schwierigkeiten schaffen durch Wegsehen. Mit den Niederungen der Ebenen der praktischen Welt hat es der Autor nicht so. Auch die Tatsache von 43 Prozent der Asylbewerber in Deutschland deutet der Autor völlig falsch. Deutschland ist nicht so beliebt, das zeigen die tausenden Wartenden vor dem Tunneleingang Richtung England, es ist eine andere schlichte Wahrheit. Man weiss, und die Flüchtlinge und Schleuser sind wohlinformiert und sicher im Kontakt mit den Herkunfstlandern, in Deutschland herrscht ja eine erklärte Bereitschaft der Regierenden zum Aufnehmen aller Zuwanderer auf diesem Weg aus demografisch-arbeitsmarktpolitischenGründen. Ein Teil dieser Menschen wird sicher dann bei erlaubter Niederlassung in der EU durch Deutschland weiterwandern, da die Wunschländer Großbritannien, Holland, Dänemark oder Belgien auf dem direkten Weg kaum errreichbar sind. Es ist beschämend, wie schlecht recherchiert hier kommentiert wird. SPON berichtet doch sonst so ausführlich, wie sich zB Sunniten und Schiieten sind.

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julius.ott 25.08.2015, 18:06
81. Toller Kommentar....

weil er auch die Realität anspricht. Zum Beispiel dass dieses Land noch nicht einmal n der Lage ist, die abgelehnten Asylbewerber auch wirklich abzuschieben. Nur 2 Prozent aller Asylbewerber werden derzeit tatsächlich abgeschoben. Der Rest erhält eine Duldung oder bleibt illegaler Weise im Land. Das spricht sich rum und nacht den Stast "schwach". Leider wurde i n dem Kommentar das Thema "Kriminalität" nicht angesprochen. Leider ein wohl ein zu heisses Eisen. Hier im Südwesten wissen die Menschen wovon ich rede. Wenn schon das Z D F plant einen Beitrag in Aktenzeichen X Y nicht auszustrahlen, weil der unbekannte Täter ein Farbiger ist, dann sagt das alles, wie "krank" in diesem Land scheinbar gedacht wird. Nach dem Mann wird übrigens gefahndet, weil er eine junge Frau brutal vergewaltigte und sie auch noch beraubte....!
Der Kommentar ist klasse, weil er sich auch mit der Kehrseite der Medaille beschäftigt und nicht nur Menschen in die Naziecke stellt, die sich über diese geballte Einwanderungswelle -eben auch von sehr, sehr vielen Menschen vom Balkan- sorgen und nicht das Gefühl haben, dass von Seiten der Politik Massnahmen getroffen werden, dass Deutschland nicht Millionen von Menschen in so kurzer Zeit aufnehmen und versorgen kann. Denn es gibt auch noch ein Jahr 2016, 2017,...

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Riker 25.08.2015, 18:07
82. Danke Herr Fleischhauer

dass ich es noch erleben darf, im Spiegel auch mal einen kritischen Artikel zur Refugees Welcome Doktrin zu lesen. Was Sie ansprechen ist genau der Punkt. Wer ein rechtsstaatliches Verfahren bekommen hat und abgelehnt wurde hat auf dem schnellsten Weg das Land zu verlassen. Auch um menschenwürdige Bedingungen für die wirklich Bedürftigen zu schaffen. Wir brauchen keine neuen Gesetze, wenn die bestehenden nur mal richtig angewendet würden.

Und auch ihre Einschätzung zu den Krawallen in Suhl kann ich nur teilen. Da werden Polizisten mit Eisenstangen und Steinen brutal attakiert, aber kein Aufschrei geht durch die Medien wie in Heidenau. Statt dessen hat man ja ach so viel Verständnis. Gewalt gegen Polizisten sollte mit aller Härtze des gesetzes bestraft werden, egal von wem diese ausgeht. Nur leider ist das in Deutschland nicht der Fall, wie die zruückliegenden Tage zeigen.

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Trouby 25.08.2015, 18:07
83.

So langsam - sehr spät, hoffentlich nicht viel zu spät - nimmt die Diskussion realistischere Sichtweisen ein. Einerseits muss krimineller Gewalt (und Volksverhetzung) entschlossen begegnet werden, andererseits muss eine realistische Flüchtlingspolitik etabliert werden, die den wirklich Verfolgten Hilfe anbietet und die Integration weitestgehend fördert.

Dies bedeutet aber auch Anforderungen an die Migranten, denn es häufen sich Klagen über Belästigungen in der Umgebung von Flüchtlingsunterkünften. Wenn man beim Beladen seines Fahrzeugs vor dem Supermarkt von einer Gruppe (teils alkoholisierter) junger Männer mehrfach umrundet und auffallend beobachtet und inspiziert wird, sorgt das nicht gerade für ein gutes Gefühl und Wohlwollen. Gerade Frauen bekommen immer mehr Angst, alleine auf die Straße zu gehen.

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StFreitag 25.08.2015, 18:07
84. Danke für

diese Kolumne, die es auf den Punkt bringt.

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Sedesmaterie 25.08.2015, 18:08
85.

Ich bin überrascht, dass ein so ausgewogener Artikel im Spiegel veröffentlicht wird. Meine Wahrnehmung der Berichterstattung in den einschlägigen Medien ist deutlich einseitiger.

Deutschland hat gerade mit Blick auf seine schreckliche Vergangenheit in der Tat eine hohe Verantwortung, und dieser gerecht zu werden, ist nicht nur ein Imperativ des Grundgesetzes, sondern sollte uns allen ein Anliegen sein. Menschenunwürdige Zustände wie auf Kos muss man in diesem Kontext nicht weiter kommentieren. In diesem Kontext mag man sich auch die Frage stellen, ob ein wirtschaftlicher Flüchtling nicht ein genau so armes Schwein sein kann wie jemand, der politisch verfolgt wird - und in der Tat dürfte es noch eine Weile dauern, bevor Deutschland - und einige andere europäische Länder - an ihre Kapazitätsgrenzen gelangen.

Das ist aber nicht der Punkt. Was mir nicht behagt, ist der Gedanke, dass wir offensichtlich Menschen aufnehmen wollen, die andere Menschen lynchen möchten, wenn diese den Koran unflätig behandeln. Ich will die Beleidigung der Religion nicht beschönigen und sehe die besonderen Umstände. Auch habe ich keine Probleme mit irgendwelchen Religionen. Zu meinen Freunden, Bekannten und zu meiner erweiterten Familie zählen Christen wie Muslime und Atheisten.

Ich finde aber jede Form von Fundamentalismus scheiße, sei sie ideologisch oder religiös motiviert. Meine persönliche Meinung ist daher, dass wir nur solche Menschen in Deutschland aufnehmen sollten, die sich einer freiheitlich demokratischen Grundordnung verpflichtet fühlen - und da versagt die Politik kläglich - nicht nur in der Asylpolitik, sondern tagtäglich, wie man gerade in meiner Heimatstadt Bonn feststellen kann. In den Medien findet man zu dieser Thematik zu gut wie nichts. Dass mag dem Umstand geschuldet sein, dass man in einer eskalierenden Situation kein Öl ins Feuer gießen möchte. Verantwortungsvoll finde ich es trotzdem nicht.

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citizen63 25.08.2015, 18:08
86. Ein wichtiger Artikel

Das ist einer der wenigen Artikel in letzter Zeit, der nicht irgendjemanden aus dieser Debatte ausgrenzen will. Es wäre schön, wenn man auch weiterhin die Hysterie aus dem Medien heraushalten würde und allen Meinungen eine Plattform geben könnte. Einfach mal versuchen zu analysieren und mehrere Optionen anzusprechen, auch "unangenehme" und solche, die bis vor kurzem nicht "political correct" waren. Ohne gleich in irgendwelche Extreme abzudriften. Ein guter Anfang. Weiter so.

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spon-facebook-10000834574 25.08.2015, 18:08
87. schön Herr Fleischhauer,

ich freue mich immer wenn in der Debatte einigermaßen angemessen argumentiert wird und nicht nur der lila Schal vom Kirchentag geschwungen wird. Danke

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käthe 25.08.2015, 18:08
88. Sie haben mal wieder recht

Lieber Herr Fleischhauer,
nicht immer, aber immer öfter treffen Sie ins Schwarze (kleines Wortspiel, haha). So lange Bulgaren und Rumänen als EU-Bürger völlig legal bei uns Arbeit suchen, können wir nicht auch noch Albaner und Kosovaren aufnehmen - die Plätze werden für die wirklich Bedrohten und Verfolgten benötigt. Die Ressource Gutmütigkeit, wie Sie es so schön nennen, wird wahrscheinlich leider bald kippen, wenn es nächstes Jahr statt 800.000 womöglich 1.500.000 oder mehr Asylsuchende geben wird.

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fliegender-robert 25.08.2015, 18:09
89. zusammenhängende Zahlen sind nicht so einfach zu finden

Zuerst: Danke, danke, dass zu diesem Thema mal wieder in Forum freigeschaltet ist.

Zitat "... Nicht einmal 15 Prozent der Ausländer, die in den vergangenen Jahren von den Behörden zur Rückkehr aufgefordert wurden, haben das Land wirklich verlassen. ..."

Es braucht schon etwas Mühe, aussagekräftige und zusammenhängende Zahlen zu finden. Die Presse traut sich ja auch nicht recht heran... Ich habe folgende Prozente gefunden:
Anerkennungsquote 2014 = ca. 25 %
http://www.bmi.bund.de/SharedDocs/Pressemitteilungen/DE/2015/01/asylzahlen_2014.html
Abschiebequote 2014 = ca. 5 Prozent
http://www.spiegel.de/politik/deutschland/asylrecht-zahl-der-abschiebungen-steigt-a-1019225.html
Schon hier stolpert mein Kopfrechnen...??


Auch:
Bei Wikipedia steht https://de.wikipedia.org/wiki/Schengener_Abkommen "... Daher ist an jedem Punkt der Schengen-Außengrenze die Einreise zu verweigern, wenn kein Schengen-Visum vorhanden ist ... ".
Zur Umsetzung gab es bis 2007-2013 den "Außengrenzenfonds" (1,9 Mrd. Euro) und ab 2014 den "Fonds für die innere Sicherheit". Dieses Geld erhalten die Staaten von der EU, um die Grenzsicherung zu verbessern. (offizielle Dokumente leicht zu finden)

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