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Flüchtlingsretter im Mittelmeer: Das Moraldilemma
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Woche für Woche ertrinken Menschen im Mittelmeer, trotz des Engagements vieler Seenotretter. Wer hat Schuld? Im Streit über Recht, Politik und Moral gehen die Ansichten weit auseinander. Ein Überblick.

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Shoxus 07.08.2017, 08:53
1. Diese

gemeinnützigen Organisationen, die mit ihren Schiffen an die 12-Meilen-Grenze von Lybien fahren, sind sicherlich keine Hilfe. Einmal werden die Schleusergangster motiviert, die sich über diese Hilfe freuen und den Flüchtlingen werden auch noch falsche Hoffnungen gemacht. Die NGO´s spielen Taxiunternehmen für die Schleuser. Kann man ja schön bei vehicletracking (oder wie die gängigen Seiten auch immer heißen) verfolgen.

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wecan 07.08.2017, 08:53
2.

"So verstoße etwa die Vorgabe, bewaffnete Polizisten an Bord der Schiffe zu lassen, gegen Prinzipien der Seenotrettung, teilte Jugend Rettet mit."

Hierbei handelt es sich also um ganz normale Seenotrettung?

Dann möchte ich mal eine ganz normale Hilfeleistung bei einem Verkehrsunfall schildern:

Ich wohne in München und habe gehört, dass in Hamburg öfters Verkehrsunfälle passieren. Deshalb fahre ich nach Hamburg, um dort erste Hilfe leisten zu können. Ich bekomme dann einen Anruf, der mir mitteilt, wo genau in 30 Minuten einer dieser Unfälle stattfinden wird. Da fahre ich hin und warte. Bald darauf kommt ein Auto, hält an, der Fahrer steigt aus, zündet sein Auto an und steigt dann zu mir in den Wagen. Ich fahre diesen Mann nun nach München in ein Krankenhaus.

Eine völlig normale Erbringung von erster Hilfe, wie wir sie alle aus eigener Erfahrung kennen. Vom Ablauf her absolut üblich und ohne eine einzige offene Frage. Wem dabei nun irgendetwas seltsam vorkommt, muss ein bildungsferner, gesellschaftlich abgehängter und moralisch verkommener Rechtspopulist sein.

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Dmitrii 07.08.2017, 08:53
3. Version

Die Deutsche Version: "keine gerichtsfesten Beweise"
Die italienische Version:
http://roma.corriere.it/notizie/cronaca/17_agosto_04/agente-infiltrato-nave-ong-cosi-ho-scoperto-contatti-iuventa-trafficanti-libici-e765329e-7880-11e7-8ef0-c9b41f95269b.shtml

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rosinci 07.08.2017, 08:59
4. Vor der lybischen küste

Sind die Schiffe unterwegs in bestimmten muster, kann man per tracking verfolgen. So nah an der küste das sie die Hoheitsgewässer kratzen teilweise überfahren. Ich habe immer gedacht lybien hat grosse landstriche an der küste unter isis einfluss ? Finde ich als NGO doch gefährlich. Sillen die Flüchtlinge doch nach 70 meilen gerettet werden. Das ist mehr als fair.

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carcaroba 07.08.2017, 09:00
5. je mehr man rettet...

...desto mehr kommen. Dieses Problem wird leider allzu oft ausgeblendet. Australien fährt hier den richtigen Ansatz, indem sie einfach prinzipiell niemanden mehr aufnehmen, der per Boot kommt.
Damit hätte zumindest das ertrinken ein Ende, wenn allen Flüchtlingen klar ist, dass das Besteigen eines Bootes auf keinen Fall zum Erfolg führt. Die tiefer gehenden Ursachen zu bekämpfen ist natürlich etwas anderes, das wird aber noch Jahrzehnte dauern und hilft in der aktuellen Situation nicht.

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kölner Vater 07.08.2017, 09:03
6. Als ob

die Schlepper weniger Menschen auf das Meer bringen würden, wenn dort keine Seenotretter unterwegs wären...
Die Sicherheit ihrer "Kunden" ist diesen Menschen doch völlig egal.

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retterdernation 07.08.2017, 09:03
7. Philosophie ...

hilft bei dieser Diskussion nicht weiter - sondern verklärt die Situation weiter! Halten Wir uns doch lieber an die Fakten: das See-Recht legt fest, dass Schiffsbrüchige an das Land angelandet werden, welches nach der Bergung am nächsten liegt. Das ist das geltende Recht und eine Diskussion erübrigt sich damit. Das See-Recht sieht allerdings nicht vor, dass sogenannte Hilfsorganisationen Hand in Hand mit den Schleppern
zusammen arbeiten. Einen Fährdienst in das Land seiner Wahl, wird durch die Rechtslage ausgeschlossen!

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Atheist_Crusader 07.08.2017, 09:04
8.

"Man soll Menschen in Not retten, auch wenn diese auf diese Hilfe spekulieren"

Ja, aus Seenot retten. Aber nicht auch noch gratis die Arbeit der Schlepper für sie machen. Dann ist es nämlich kein Wunder wenn immer mehr kommen, auf immer klapprigeren Booten die immer öfter gerettet werden müssen.
Würde man die Menschen schlicht wieder nach Afrika karren, würrden die Zahlen auch sinken weil jeder Versuch nunmal kostet. Aber so abeiten ja im Grunde alle Beteiligten daran, diese Menschen nach Europa zu bringen. Und wenn man mal die monatlich eintreffenden Flüchtlinge mit den monatlich dabei Umkommenden vergleicht, stehen die Chance eigentlich sogar recht gut.

Die politischen Möglichkeiten schaffen um Gerettete nach Afrika zurückzubringen und das dann auch gnadenlos tun. Die Flüchtlingslager besser finanzieren. Jede versuchte illegale Einreise hart bestrafen, inklusive lebenslangem Einreiseverbot - aber gleichzeitig bessere legale Mittel schaffen. Leichtere Abschiebungen - Gewalttäter und andere Kriminelle können auch in Krisengebiete zurückgeführt werden. Und als langfristige Maßnahme die afrikanischen Nationen zu Bevölkerungskontrolle und Korruptionsbekämpfung verpflichten - und sie dabei unterstützen.

Klar ist das aufwändig und teuer - aber wenn wir das nicht tun, wird Europa wie wir es kennen vor die Hunde gehen. Entweder weil wir uns so viele Probleme importieren dass wir selbst zu einem Afrika mit schlechterem Wetter werden - oder weil Jemand vorher die Rechten an die Macht wählt und wir uns zurück ins 19. Jahrhundert bewegen. Beides würde ich gerne vermeiden.

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ulrich_loose 07.08.2017, 09:04
9. Peinlich

nun müssen schon Philosophen herhalten, um eine (Mit)Schuld der Europäer zu belegen und zeitgleich die Forderung aufzustellen, Europa müsse "faire" Gesetze beschießen um die "Schutzsuchenden" aus den Subsaharastaaten problemloser aufnehmen zu können... Es bleibt aber dabei - die "Schuld" liegt an der explosionsartig steigenden Bevölkerung, unfähigen Regierungen, religiösen Grundüberzeugungen etc etc in den Herkunftsländern. Mittlerweile ersetzen manchen diese Tatsachen aber glatt durch "Klimaflüchtlingen" und schanzen so am Ende doch noch den entwickelten Staaten die "Schuld" zu. Mal sehen wie lange es (noch) dauert, bis die Europäer die reale Gefahr für den Standort erkennen und entsprechend handeln. Ewig kann das nicht mehr dauern.

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