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Flüchtlingsretter im Mittelmeer: Das Moraldilemma
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Woche für Woche ertrinken Menschen im Mittelmeer, trotz des Engagements vieler Seenotretter. Wer hat Schuld? Im Streit über Recht, Politik und Moral gehen die Ansichten weit auseinander. Ein Überblick.

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spontanistin 07.08.2017, 09:45
60. Leer stehende Dörfer?

Ist es also hilfreich, in diesen Ländern Ghettos mit nur Arabisch oder Kisuaheli sprechenden Menschen mit inkompatiblen Kulturen zu etablieren? Wie naiv oder dumm muss man sein, nur body counts zu sehen aber keine kulturellen Eigenheiten und Gegensätze? Der Club of Rome hat schon in den 70er Jahren die Migrationsproblematik beschworen. Die Politik blieb genauso naiv (?), wie bei der Förderung der (heute unrentablen) AKWs, Förderung von Dieselmotoren oder anderen Subventionen zu Kosten von Mensch und Umwelt. Die neuen Informationstechnologien haben durch Vermittlung paradiesischer Zustände in den reichen (?) Ländern das Problem extrem beschleunigt.

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omop 07.08.2017, 09:45
61. Rigoros gegen private Gruppen vorgehen..

sorry aber die NGOs stürzen sich nur auf die Geretteten (Wettlauf wer hat die meisten gerettet) und blenden die Folgen ihres Handelns komplett aus. Die Politik sollte konsequent gegen die NGOs vorgehen und notfalls die Schiffe einziehen. In meinen Augen stehen die NGOs mit ihrem Handeln (auch wenn es gut gemeint ist) auf einer Stufe mit den Schleussern.

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sucherderwahrheit 07.08.2017, 09:46
62. Faktenlage

Personen in Seenot sind nach internationalem Seerecht (SOLAS von 1974) zu retten. Dort ist aber nicht vorgegeben, wohin jemand zu bringen ist. Es ist jedoch für Schutzsuchende die Flüchtlingskonvention (GFK) zubeachten, nach der niemand in ein Land zurück gebracht werden darf, in dem er verfolgt wird. Nach GFK besteht jedoch kein Asylrecht. Nach dieser Logik dürfen außer Libyern alle Personen nach Libyen zurück gebracht werden, da nach GFK nur Libyer (und aus direkten Nachbarstaaten, da sowohl dort wie auch in Libyen verfolgt) kommende aus Libyen vor Verfolgung fliehen können. Alle anderen Nationalitäten haben sich freiwillig nach Libyen begeben und können also dort nicht verfolgt sein, denn wer begibt sich freiwillig aus der Sicherheit in ein Land, in dem er verfolgt wird? Daraus folgt, dass die ganzen Menschen von südlich der Sahara kein Recht haben nach Europa zu kommen, sondern nach Libyen zurück gebracht werden können. Bei einer Anlandung in Afrika können die "Seenotretter" die 10fache Menge an Menschen retten, denn sie müssen nur noch ein Zehntel der Strecke zurück legen. Nur Libyer und Anrainer dürften nach Europa gebracht werden. Und wenn ein Rettungsschiff auf Grund der Menschenmenge an Bord selbst in "Seenot" gerät, dann ist der Kapitän dafür zu Verantwortung zu ziehen und vor Gericht zu stellen, denn er hat die Verantwortung, dass sein Schiff nicht selbstverschuldet in Gefahr gerät.

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viwaldi 07.08.2017, 09:47
63. Was ist "Seenot"?

Wenn ich mit einer Luftmatratze auf die Nordsee fahre, werde ich bestenfalls gerettet, dann bekomme ich die Kosten präsentiert, weil ich unverantwortlich mich selbst - und indirekt meine Retter - in Gefahr gebracht habe. "Seenot" bedeutet, mit einem eigentlich seetauglichen Schiff eine absehbar erfolgversprechende Seereise anzutreten, und dann durch Unfall, widrige Umstände usw. in Not zu geraten. Dann sollte jeder helfen.
Wer aber mit seeuntauglichem Gerät, ohne nautische Ausbildung und angemessene Vorbereitung inklusive Verpflegung eine Reise antritt, deren eigentliches Ziel die "Rettung" ist - so das Geschäftsmodell der Schlepper und letztlich der Flüchtlinge - der gerät gar nicht in Seenot, der will andere Menschen und Länder erpressen. Wohlgenährte Pseudo-Helfer mit Schiffen, deren alleiniger Reisezweck die Aufnahme solcher Schlepperboote ist, geht es gar nicht um die Menschen auf See, sie werden nur benutzt als politisches Instrument, die Ablehnung gegen unsere Gesellschaft zu demonstrieren. Wem es um die Menschen geht, der könnte mit wesentlich geringeren Mitteln direkt in Afrika vor Ort viel mehr tun und bewirken. Diese Jugendorganisation hat sich selber einen Cocktail aus Abenteuerlust, Cluburlaub, Gutmenschentum und arrogantem gesellschaftlichen Überlegenheitsgestus gemixt, gewürzt durch linke Verschwörungstheorien. Die nun belegte Zusammenarbeit mit den Sklavenhändlern unserer Zeit, den Schlepperbanden, enttarnt diese "Helfer" als das, was sie sind: zynische und korrupte Heuchler.

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enivid 07.08.2017, 09:48
64. Abenteuerliche Ansichten...

Zitat: "Florian Westphal, Geschäftsführer Deutschland von Ärzte ohne Grenzenzu SPIEGEL ONLINE: "Wer Menschen auf dem Mittelmeer rettet und sie dann nach Libyen zurückbringt, muss die volle Verantwortung dafür übernehmen." Demnach müssten die Retter auch die Verantwortung für die von Flüchtlingen begangenen Straftaten übernehmen. Körperverletzung, Terrorismus, Mord und Vergewaltigungen. Sinnvoll wäre es die Flüchtlinge von der Überfahrt zu hindern bevor sie ein Boot betreten. Schwierig bis unmöglich, daher zurück an die Afrikanische Küste, gleichzeitig eine Anmeldestelle an eben dieser Küste einrichten in der sich Asylbewerber melden können. Die Behörden prüfen die Anträge und bringen dann die berechtigten sicher über das Mittelmeer.

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klausbacker 07.08.2017, 09:48
65. Super

Da haben Sie ja wirklich nur Befürworter zusätzlicher Rettungsaktionen herangezogen. Natürlich ist retten erstmal eine tolle Sache. Vergessen werden dabei die Folgen für die aufnehmende Gesellschaft. Was würde wohl geschehen, wenn man mit den Geretteten all die leeren Dörfer und Städte füllte? Sie müssten dann dort versorgt werden wie woanders auch. Ausserdem würden sie dort nicht bleiben, sondern in die Städte ziehen.

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böseronkel 07.08.2017, 09:51
66.

Zitat von carcaroba
...desto mehr kommen. Dieses Problem wird leider allzu oft ausgeblendet. Australien fährt hier den richtigen Ansatz, indem sie einfach prinzipiell niemanden mehr aufnehmen, der per Boot kommt. Damit hätte zumindest das ertrinken ein Ende, wenn allen Flüchtlingen klar ist, dass das Besteigen eines Bootes auf keinen Fall zum Erfolg führt. Die tiefer gehenden Ursachen zu bekämpfen ist natürlich etwas anderes, das wird aber noch Jahrzehnte dauern und hilft in der aktuellen Situation nicht.
Es gibt schon einen gravierenden Unterschied zwischen Australien und Europa: Mit den im Mittelmeer eigesetzten Booten ist es für jeden Flüchtling sofort erkennbar, dass Europa ohne die Seenotretter nicht erreicht werden kann. Der italienische Staat handelt also korrekt, wenn er versucht die Aktivitäten der Seenotretter einzudämmen. Wir konnten in der Vergangenheit zur Genüge erleben, wie die europäischen Partner bei der gerechten Verteilung der Flüchtlinge extreme Zurückhaltung an den Tag legen.

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taylordurban 07.08.2017, 09:51
67. Herzlichen Dank lieber Spon...

das Sie es wieder einmal versuchen meinen moralischen Kompass neu zu justieren. Nur leider sind diese Bemühungen trotz ihrer wirklich eloquenten Auswahl an zitierten Persönlichkeiten (einen Philosophen!?) leider nur eine weiterer Baustein, mich glauben zu lassen das in ihren Redaktionsstuben seit geraumer Zeit so etwas wie Lernresistenz eingestzt hat. Wir haben nicht mehr 2015 und Michel wacht langsam auf und ihm dräut das in der Vergangenheit nicht alles so ist wie man uns das ganze Ausmaß der Flüchtlingskrise hat verkaufen wollen. Wenns sich einige wenige in Ihrem Haus einmal die Mühe machen würden die Kommentarezu lesen und diese, sofern es durch Sie gestattet wurde zu diesem Thema überhaupt welche abzugegeben, mit denen von vor 2 Jahren vergleichen würden, müsste es Ihnen doch ins Gesicht springen. Aber Sie verbreiten lieber weiter die höchsfraglichen Aussagen des Chefs von den Ärzten ohne Grenzen anstatt sich endich mal differnziert diesem Thema zu widmen so wie es sich für ein Medienunternehmen ihres Formates sich eigentlich geziemt.

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horstu 07.08.2017, 09:52
68. Einseitige Moraldebatte ist unmoralisch

Okay, reden wir über Ethik und Moral, aber offen und ehrlich, denn auch eine Moralpolitik, die nur eine Seite betrachtet, ist unmoralisch... Jeder einzelne Pull-Faktor, der noch mehr Menschen auf die gefährliche Reise zieht, ist unethisch. Jede Politik, die Menschen trotz der ihnen hier drohenden Perspektivlosigkeit derart zur Flucht einlädt, nimmt ihnen ihre Heimat, und handelt verantwortungslos. Jede Politik, die Asyl und Zuwanderung unterschiedslos miteinander vermischt, ist unrecht. Jede Politik, die den Einwohnern der EU eine derartige Zuwanderungspolitik aufzwingt, die den Kontinent für immer verändern wird, ist unmoralisch. Jede Politik, die sich als das moralisch Alleingültige darstellt und die Suche nach Alternativlösungen aus der Demokratie ausklammert, ist undemokratisch, und damit selbst unmoralisch. Ethisch vernünftig und gut wäre es allein, das Recht auf Heimat zu wahren und zu schützen, und das gilt für Menschen Flüchtlinge genauso wie für EU-Bürger.

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Alles klar10 07.08.2017, 09:52
69. Es gibt kein "Moral"-Dilemma

Die Fakten liegen doch klar auf dem Tisch. Die angeblichen Seenotretter (viel mehr Verbrecher) retten die lieben Wirtschaftsflüchtlinge, liefern sie in Italien ab und überlassen den Rest den bereits total überforderten Behörden. Am Besten ist es, wenn sich dann noch die Seenotretter über zu wenig Integration und Versorgung aufregen. Man braucht auch nicht mehr erwähnen, dass deren Vorhaben nur den Schleppern in die Hände spielt. Es bringt überhaupt nichts alle hierher zu holen. Die Menschen in Osteuropa sehen nunmal, dass im Westen mittlerweile wöchentlich etwas passiert und genau das möchte niemand! Die eigene Sicherheit geht vor, außerdem wäre die finanzielle Belastung zu groß. Nicht zu vergessen, dass sehr viele Flüchtlinge mit hohen Ansprüchen kommen. Wenn es mal beispielsweise kein w-lan gibt, dass kann ganz schnell mal die Unterkunft brennen, selbst um einGlas Nutella kam es schonmal zu einer Massenschlägerei. Man müsste nur einmal die Probleme in den Heimatländern angehen, wenn man jetzt alles herholt, verlagert sich alles nur. Außerdem braucht die Wirtschaft gar nicht erst mit neuen Arbeitskräften anfangen, das Arbeitsverhältnis zwischen Europa und Afrika sind zwei Paar Schuhe. Die Meisten von ihnen könnten höchstwahrscheinlich nur im Niedriglohnsektor arbeiten, für Bildung ist kein Geld mehr vorhanden. Der Westen ist durchaus mitverantwortlich für die Misere, wenn man jedoch die noch heute vorhandene Ausbeutung der afrikanischen Bevölkerung enden und ihnen einen gewissen Wachstum erlauben würde, dann hätte man schonmal eine der größten Fluchtursachen bekämpft. Aber da das Verlustgeschäft für unsere Politiker zu hoch wäre, bewegt man sich lieber weiterhin in diesem Teufelskreis.

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