Forum: Politik
Flughafen Hahn: Das Dreyer-Debakel
DPA

Die Landesregierung in Mainz ist beim Flughafen Hahn wohl wieder dubiosen Geschäften aufgesessen. Die Opposition stellt die Vertrauensfrage, der Imageschaden für Malu Dreyer ist gewaltig. Die wichtigsten Antworten.

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dr._seltsam 14.07.2016, 10:47
50. Die eigentliche Pein...

...lichkeit liegt für mich in der Tatsache, dass eine der renommiertesten Wirtschaftsprüfungsgesellschaften der Welt dem angeblichen Investor Unbedenklichkeit bescheinigte. Dicht gefolgt davon, dass man aus dem Abblasen dieser Verkaufsluftnummer nun eine Art von Skandal kreiert, der dazu reichen soll, a) eine Regierung zu stürzen und b) eine Person zu diskreditieren. Ist schon ziemlich erbärmlich ein solches Verhalten! Generell muss bei internationalen Verkäufen aus meiner Sicht a) eine transparente Prüfung erfolgen und b) eine unabhängige. Beides ist im vorgeführten Fall -wenn auch spät- erfolgt und hat letztlich zur Absage des Verkaufs geführt. Gut so! Sollte man das kritisieren? Das denke ich keineswegs! Vor allem wo völlig unklar ist, ob die jeweiligen Kritiker überhaupt in der Lage gewesen wären, es besser zu machen. Der Skandal liegt mehr in dem Bereich, wo eine schlampige Wirtschaftsprüfung Unbedenklichkeit bescheinigt. Als Lehre daraus muss man wohl ziehen, eigenständiges Ermittlungspersonal zu beschäftigen. Wie zu lesen ist, hat ja eine einzelne Person die betrügerische Absicht leicht enttarnen können. Einfach mal runterfliegen und sich die Geschäftsräume des vermeintlichen Big-Business ansehen. Lange vorher geplant hätte man sogar einen Billigflieger dafür nutzen können. ;P

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DankeAnke 14.07.2016, 10:51
51. Ausgerutscht!

Auch diese Episode zeigt, dass immer dann, wenn die Politik versucht, sich wirtschaftlich zu betätigen, eine intellektuelle Schwelle überschritten wird.

Damit betritt sie - die Politik - eine Plattform, auf der sie regelmäßig ab- und ausrutscht.

Dass Frau Dreyer Wirtschaft nicht kann, mag ihr nicht vorzuwerfen sein. Für die Auswahl offensichtlicher Dilettanten trägt se jedoch die volle Verantwortung.

In Zeiten klebriger Haftung an das Amt ist ein Rücktritt wohl zu viel verlangt...

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platin-iridium 14.07.2016, 10:54
52.

Zitat von colonium
Wer das erst kürzlich erteilte Votum der Wähler nun bereits hinterfragt, dem geht es wohl hier nicht um die Sache, sondern um die nicht verkraftete wiederholte Wahniederlage Klöckners. ...
Ach herrjeh - Frau Klöckner. Außer "Weinkönigin" und einem halbwegs attraktivem, jungem Äußeren hat sie doch nichts zu bieten.

Zum Flughafen-Debakel:

Der Airport Hahn war und ist von Anbeginn an defizitär.
Wer bequeme, internationale Verbindungen braucht, fährt gleich nach Frankfurt-Main - dieses Drehkreuz ist ohnehin nur 120 Kilometer von Hahn entfernt.

Man sollte auch nicht unerwähnt lassen, daß sämtliche Vorgänger von Frau Dreyer - seit 1947 waren es fünf von der CDU (inclusive Helmut Kohl) und drei von der SPD - die heiße Kartoffel Hahn nicht haben anfassen wollen.

Jetzt traut sich jemand - und bekommt - wie zu erwarten - populistische Prügel von der CDU.

Die ist an dem Debakel ebenso mitschuldig wie die SPD.

Der Flug"hafen" hätte schon lange geschlossen werden müssen.

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Pless1 14.07.2016, 10:55
53.

Zitat von yvowald@freenet.de
Die grundsätzliche Frage ist doch: Was hat eine Landesregierung mit einem kommerziellen Flugplatz zu schaffen? Warum werden Airports nicht generell privatwirtschaftlich betrieben? Besitzt eine Landesregierung überhaupt die fachlichen Kompetenzen zum Flughafenbetrieb? Und zu geschäftlichen Kenntnisse etwa dem Verkauf dieses Großbetriebes? Von Dingen und Geschäften, von denen Politikerinnen und Politiker generell nichts verstehen, sollten sie einfach und schlicht die Finger lassen. Dies gilt für Rheinland-Plalz ebenso wie etwa für Berlin und Brandenburg.
Nun ja, die wirtschaftliche Entwicklung eines Landes ist schon ein Thema der Landesregierung. Und Flughäfen sind Infrastruktur. Würde es nur private Betreiber von Infrastruktur geben, dann würde sie nur dort entstehen, wo sich das für Investoren lohnt. Es ist Aufgabe des Staates sicherzustellen, dass Infrastruktur flächendeckend entsteht.

Ob das bedeuten muss, in der hintersten Prärie Flughäfen zu eröffnen ist eine andere Frage, die man im Einzelfall betrachten muss.

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klmo 14.07.2016, 10:56
54.

Zitat von yvowald@freenet.de
Die grundsätzliche Frage ist doch: Was hat eine Landesregierung mit einem kommerziellen Flugplatz zu schaffen? Warum werden Airports nicht generell privatwirtschaftlich betrieben? Besitzt eine Landesregierung überhaupt die fachlichen Kompetenzen zum Flughafenbetrieb? Und zu geschäftlichen Kenntnisse etwa dem Verkauf dieses Großbetriebes? Von Dingen und Geschäften, von denen Politikerinnen und Politiker generell nichts verstehen, sollten sie einfach und schlicht die Finger lassen. Dies gilt für Rheinland-Plalz ebenso wie etwa für Berlin und Brandenburg.
Alles richtig. Ich muss aber als Politiker delegieren können, wo Kompetenz und Umsetzungsvermögen zu erwarten ist.
Man vergleiche einfach die Bauzeit und Kosten des neuen Münchner Flughafens, wo die Kriterien und Zeiten, inklusiv Kosten, strikt eingehalten wurden. Und nun vergleichen mit Berlin und deren Entscheidungsträger bzw. politischen Protagonisten.
Frage: Warum funktioniert etwas in Bayern, was in Berlin nicht funktioniert? Die Antwort dürfte simpel und klar sein.

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arrogist 14.07.2016, 11:12
55. Einfach dichtmachen!

Wenn sich der Flughafen nicht durch Landegebühren und Läden rechnet,dann muss man ihn eben dichtmachen. Und wenn Ryanair meint, nicht mehr Gebühren zahlen zu können, dann sollen sie eben auf einem Acker nebenan landen.
Denn wieso soll der Steuerzahler einen seit Jahren defizitären Flughafen subventionieren?

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Izmir..Übül 14.07.2016, 11:20
56.

Zitat von rt12
Es ist unfassbar wie naiv und größenwahnsinnig die Landesregierung unter Kurt Beck und später mit Frau Dreyer agiert. Noch erschreckender ist das, dass Volk immer wieder die Gleiche Regierung wählt.
Unfassbar sind auch solche Kommentare, die erkennen lassen, dass sich der Verfasser gar nicht richtig mit der Thematik befasst hat. Der eigentliche Skandal ist doch wohl eher, dass hier zum wiederholten Male die überbezahlten "High Potentials" eines "renommierten" Consulting-Unternehmens bei der Bonitätsprüfung des vermeintlichen Investors total versagt haben.

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