Forum: Politik
Fördert die Wulff-Affäre eher eine Medien- oder Politikverdrossenheit?

Die Folgen der Affäre um den Bundespräsidenten sind vielfältig: Christian Wulff gilt als beschädigt, sein Amt sowieso, und auch die Politik hat nicht immer eine gute Figur gemacht. Nun sind auch die Medien in der Kritik. Fördert die Affäre eher eine Medien- oder Politikverdrossenheit?

Seite 1 von 105
Pens 14.01.2012, 11:06
1. "Und täglich grüßt das Murmeltier"

Zitat von sysop
Die Folgen der Affäre um den Bundespräsidenten sind vielfältig: Christian Wulff gilt als beschädigt, sein Amt sowieso, und auch die Politik hat nicht immer eine gute Figur gemacht. Nun sind auch die Medien in der Kritik. Fördert die Affäre eher eine Medien- oder Politikverdrossenheit?
Bei mir eindeutig eine Medienverdrossenheit.
Die "Journaille" ekelt mich nur noch an. Jede Zeitung, jede Talkshow, tagein tagaus das Gleiche: Moralinsauere Suche nach Minivorteilen bei der Kreditnahme, nach dem Flug in der besseren Klasse, nach dem geliehenen Kleid ohne Leihgebühr für Wulfs Frau. Ich frage mich, wann seine Schulzeit "aufgerollt" wird: Hat er irgendwo abgeschrieben? Hat ihn jemand im Auto mit zur Schule genommen, ohne eine Gebühr dafür bekommen zu haben? Hat er irgendwo kostenlos übernachtet?

Es geht gar nicht mehr um Wulf. Es geht nur noch um den Machtanspruch einer Presse, die jemand "sturmreif" schießen will, der ihr partout nicht gehorchen will und brav zurücktritt.

Das Ekelhafteste an der Geschichte ist, dass da Journalisten die Moralwächter spielen, die (ganz besonders bei BILD) von Menschlichkeit und Moral so weit entfernt sind wie Kühe vom Fliegen.

Wenn schon Walraf das Ganze als unerträgliche Hetzjagd empfindet, wird es Zeit, dass diese aufgeblasene Horde von Schreibern wieder Bodenhaftung bekommt.
Wenn Pressefreihet bedeutet, dass eine Clique selbsverliebter Schreiber nach Belieben Menschen hoch- und runterschreiben darf, ohne für die Schäden verantwortlich sein zu wollen, haben die Macher des Grundgesetzes schlechte Arbeit gemacht.

Beitrag melden
querulant_99 14.01.2012, 11:08
2.

Zitat von sysop
Die Folgen der Affäre um den Bundespräsidenten sind vielfältig: Christian Wulff gilt als beschädigt, sein Amt sowieso, und auch die Politik hat nicht immer eine gute Figur gemacht. Nun sind auch die Medien in der Kritik. Fördert die Affäre eher eine Medien- oder Politikverdrossenheit?
Eindeutig letzteres!
Die Auflage der Bild-Zeitung leidet sicherlich nicht unter der Affäre.
Anderseits sehe ich keinen Grund, weshalb die Leute deswegen wieder verstärkt zu den Wahlurnen eilen sollten.

Beitrag melden
mundi 14.01.2012, 11:15
3.

Zitat von Pens
Bei mir eindeutig eine Medienverdrossenheit. ... Es geht gar nicht mehr um Wulf. Es geht nur noch um den Machtanspruch einer Presse, die jemand "sturmreif" schießen will, der ihr partout nicht gehorchen will und brav zurücktritt......
Viele Bürger meinen, dass das Amt des Bundespräsidenten so etwas wäre, wie das eines Klassensprechers.
Dabei wurde er von einer Bundesversammlung für 5 Jahre ins Amt gewählt und vereidigt.
Da kann man nicht einfach zurücktreten, nur weil man geärgert wird.
Der Bundespräsident Köhler war da ein sehr schlechtes Beispiel.

Ich persönlich war aus verschiedenen Gründen gegen Wullf aber jetzt bin ich auf seiner Seite, denn die unsportliche Treibjagd widert mich an!

Man sollte sich auch überlegen, wie man im Ausland über Deutschland sprechen würde, hätten wir alle 2 Jahre einen neuen Bundespräsidenten.
Vermutlich ist es vielen Jägern der Treibjagd egal...

Beitrag melden
Berg 14.01.2012, 11:21
4.

Zitat von querulant_99
Eindeutig letzteres! Die Auflage der Bild-Zeitung leidet sicherlich nicht unter der Affäre. Anderseits sehe ich keinen Grund, weshalb die Leute deswegen wieder verstärkt zu den Wahlurnen eilen sollten.
Sehen Sie, so eine widersinnige Ansicht hat das nun bewirkt: Wulff wird gar nicht von Ihnen gewählt. "An den Wahlurnen" entscheiden die Leute über Kommunalpolitiker, Bürgermeister, Landespolitik, Bundestag und noch über einige Bürgerbegehren. Wer solche Rückschlüsse aus der Medienkampagne zieht, wie Sie es tun, ist schon ein Opfer der Medien.

Beitrag melden
Berg 14.01.2012, 11:26
5.

Zitat von mundi
Viele Bürger meinen, dass das Amt des Bundespräsidenten so etwas wäre, wie das eines Klassensprechers. Dabei wurde er von einer Bundesversammlung für 5 Jahre ins Amt gewählt und vereidigt. Da kann man nicht einfach zurücktreten, nur weil man geärgert wird. Der Bundespräsident Köhler war da ein sehr schlechtes Beispiel. Ich persönlich war aus verschiedenen Gründen gegen Wullf aber jetzt bin ich auf seiner Seite, denn die unsportliche Treibjagd widert mich an! .
Das kann ich gut nachfühlen.

In den Medien wurde dazu aufgerufen, Wulffs Ansprache zum Jahreswechsel nicht anzuhören. Sagte er dort etwas Unrichtiges? - Vielmehr sollte man mal die Medien, deren Trommelfeuer nicht abreißt, die wiederholten Talkshow, die Zeitungsausgaben boykottieren.

Beitrag melden
Morotti 14.01.2012, 11:47
6.

Zitat von Berg
Sehen Sie, so eine widersinnige Ansicht hat das nun bewirkt: Wulff wird gar nicht von Ihnen gewählt.
Hatte der Forist auch nicht behauptet, wie Sie Ihm unterstellen.
Zitat von Berg
"An den Wahlurnen" entscheiden die Leute über Kommunalpolitiker, Bürgermeister, Landespolitik, Bundestag und noch über einige Bürgerbegehren.
Genau das meinte der Forist, dass die "Affäre" Wulff ( als MP von NS ) die Politikverdrossenheit noch weiter ansteigen lässt, und Zweifel anmeldete was die Wahlen betrifft.

Aber ich sehe schon ( bei Ihnen ) das es zum Schluss noch darauf hinausläuft, dass die Medien letztendlich dafür verantwortlich gemacht werden soll für die Politikverdrossenheit .

Beitrag melden
willige 14.01.2012, 11:49
7.

Zitat von Berg
Das kann ich gut nachfühlen. In den Medien wurde dazu aufgerufen, Wulffs Ansprache zum Jahreswechsel nicht anzuhören. Sagte er dort etwas Unrichtiges? - Vielmehr sollte man mal die Medien, deren Trommelfeuer nicht abreißt, die wiederholten Talkshow, die Zeitungsausgaben boykottieren.
Ich habe die Konsequenzen gezogen. Seit die unfaire Attacke gerade in der Zeit erfolgen sollte, als Wulff im Ausland weilte, habe ich keine Bildzeitung mehr gekauft. Bis dahin habe ich neben der Tageszeitung täglich Bild gelesen. Aber ich bin nur ein Einzelfall. Obwohl auffällig war in einem Kurzschnitt im Fernsehen, daß Döpfner sehr angekratzt aussah. Spuren wird das auf jeden Fall bei Bild hinterlassen. Werde andere Springerprodukte auch noch kündigen.

Beitrag melden
andreas13053 14.01.2012, 12:09
8.

Zitat von mundi
Ich persönlich war aus verschiedenen Gründen gegen Wullf aber jetzt bin ich auf seiner Seite, denn die unsportliche Treibjagd widert mich an!
Das kann ich so unterschreiben. Jedoch nicht ohne mindestens die Adjektive:
unseriös, unqualifiziert und unaufrichtig dazu zufügen.
Z.B. die Auftritte des Spiegel-Chefredakteurs und eines Chefs des Hauptstadtbüros in den Talkshows, konnte man nur ungläubig und mit Fassungslosigkeit zur Kenntnis nehmen.

Beitrag melden
ewspapst 14.01.2012, 12:10
9.

Zitat von willige
Ich habe die Konsequenzen gezogen. Seit die unfaire Attacke gerade in der Zeit erfolgen sollte, als Wulff im Ausland weilte, habe ich keine Bildzeitung mehr gekauft. Bis dahin habe ich neben der Tageszeitung täglich Bild gelesen. Aber ich bin nur ein Einzelfall. Obwohl auffällig war in einem Kurzschnitt im Fernsehen, daß Döpfner sehr angekratzt aussah. Spuren wird das auf jeden Fall bei Bild hinterlassen. Werde andere Springerprodukte auch noch kündigen.
ich hatte mich bei Ihren uns gelieferten Argumenten in der Regel gewundert.
Nun ist mir vieles klar geworden, wer täglich BILD konsumiert, kann gar nicht anders argumentieren und das wirkt sich auf den ganzen Politikbereich aus.

Beitrag melden
Seite 1 von 105
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge!