Forum: Politik
Fördert die Wulff-Affäre eher eine Medien- oder Politikverdrossenheit?

Die Folgen der Affäre um den Bundespräsidenten sind vielfältig: Christian Wulff gilt als beschädigt, sein Amt sowieso, und auch die Politik hat nicht immer eine gute Figur gemacht. Nun sind auch die Medien in der Kritik. Fördert die Affäre eher eine Medien- oder Politikverdrossenheit?

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HaPeGe 15.01.2012, 21:29
180. Frust ??? Nicht doch !

Zitat von willige
Könnte ich daraus ableiten. Aber ehrlich gesagt: Ich lese auch nicht alle langatmigen Postings durch, die nur ihren Frust über die Nichtwahl von Gauck hier abladen.
Ich bin nur der Meinung, dass wir diesen Präsidenten nicht verdienen ! Für mich ist der Maßstab immer noch Richard von Weizsäcker, ...und dem kann Christian Wulff ja wohl noch nicht einmal das Wasser reichen. Ja, es ist schon fast eine Beleidigung Christian Wulff in einem Satz mit Richard von Weizsäcker zu nennen, so unendlich groß sind die Unterschiede! Nur will das keiner in der CDU/CSU wahrhaben.

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Morotti 15.01.2012, 22:32
181.

Zitat von willige
Eine Klage muß er selbstverständlich als Privatmann auf seine Kosten machen. Er ist ja schließlich neben dem Bundespräsidenten auch noch ein Mensch und Privatmann, oder sehen Sie das anders.
Bildergalerie: Karikaturen von Stuttmann und Schwalme - Karikatur - Mediacenter - Tagesspiegel

Nur so kann man sich vieles erklären.

Da könnte die Merkel noch etwas lernen.

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evaontour 15.01.2012, 23:57
182. Meinungsumfrage

Zitat von sysop
... Nun sind auch die Medien in der Kritik. Fördert die Affäre eher eine Medien- oder Politikverdrossenheit?
Um diese Frage einigermaßen realitätsnah beantworten zu können, bedürfte es einer Meinungsumfrage aufgrund ausgewiesener qualifizierter Statistik-Erhebungen.
Mit ca. 15 - 20 bislang ausgewiesenen Forumsteilnehmern wird sich diese Frage nicht wirklich beantworten können.

Vielleicht wäre die Fragestellung, inwieweit die Medien die Macht haben und ausüben, um öffentlich agierende Personen ihres Amtes oder ihrer medialen Wahrnehmung aufgrund ihrer Meinungsäußerung zu entheben (Sarrazin, Eva Herrman) sinnvoller.
Die Medienverdrossenheit beginnt/begann nicht mit der Causa Wullf.
Im Falle CW recherchieren die Medien über Tatsachen, die möglicherweise ein unkorrektes geschäftliches/politisches Vorgehen eines BPräs aufdecken. Das ist mMn vom Volke und von der Verfassung berechtigtes und auch gefordertes Interesse an die sog. vierte Gewalt i.S.d. Art. 5 GG.

Kampagnen gegen "lediglich" Andersdenkende haben mMn die "Medienkultur" und damit verbunden auch ein demokratisches Grundverständnis beschädigt, nicht aber die Aufdeckung von Tatsachen, die vom jeweils Angegriffenen widerlegt und zur Entlastung entsprechend kommentiert werden können.

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ja-sager 15.01.2012, 23:58
183. Spiegel TV Sontag Abend 15.01.12

Zitat von sysop
Die Folgen der Affäre um den Bundespräsidenten sind vielfältig: Christian Wulff gilt als beschädigt, sein Amt sowieso, und auch die Politik hat nicht immer eine gute Figur gemacht. Nun sind auch die Medien in der Kritik. Fördert die Affäre eher eine Medien- oder Politikverdrossenheit?
Ganz klar, hier wird Stimmung gemacht und zwar vom Spiegel....in einer Sendung die ansonsten frei vom ewigen Thema war, wird mit heftigen Beleidigungen des Bundespräsidenten und seiner Frau anmoderiert. Das ist einfach nur noch widerlich. Pfui!
Liebe Spiegelredaktion, dafür dürfen sie sich von meinem Skistiefel getroffen fühlen.

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evaontour 16.01.2012, 00:43
184. Medienverdrossenheit

Zitat von sysop
... Christian Wulff ...Fördert die Affäre eher eine Medien- oder Politikverdrossenheit?
Die für einen BPräs unangebrachte tagespolitische Einmischung zum Fall Sarrazin hat jedenfalls bei mir die Politikverdrossenheit mehr befördert, da der BPräs sich seines Amtes und der politischen Neutralität mMn nicht verpflichtet fühlte und recht rigoros Konsequenzen einforderte:

Kritik an Bundespräsident: Wulff gerät zwischen die Sarrazin-Fronten - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Politik

Nun, da er gefordert ist, sein geschäftliches Gebahren insoweit zu rechtfertigen, dass eine Verquickung von privaten Vorteilen auszuschließen ist, fordert er für sich "mitmenschliches Verständnis" bzw. Nachsicht in der "Unerfahrenheit" seines Amtes als BPräs, in das er ja so schnell - fast überrollt - hingeraten sei.

Da passt was nicht zusammen: einerseits rigorose Härte gegen Andersdenkende zeigen und - wenn selbst ins Visier der nachfragenden Medien geratend - für sich selbst mitfühlende Vergebung einzufordern.

Diesbezüglich sollten sich auch die Medien Gedanken darüber machen, inwieweit sie sich der sogenannten PC in der Vergangenheit unterworfen hatten bzw. sich aufgrund der Machtverhältnisse der Verleger-Finanzwelt sich dieser untergeordnet hatten/haben/müssen.

Die Meinungsfreiheit innerhalb der Grenzen des GG sollte ein hohes verteidungswertes Gut bleiben und nicht nur dann, wenn die Pressefreiheit zur Debatte steht. Dies als Appell an die Medienlandschaft.

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trebsleg 16.01.2012, 03:02
185. Der Fall ist doch klar ...

Jeder Tag, den Wulff länger im Amt bleibt, lässt das Ansehen der Politikerkaste weiter sinken. Ganz unabhängig davon, ob weiter über Wulff geschrieben wird oder nicht. Allein seine Präsenz im Amt ist ein demokratisches und rechtstaaliches Ärgernis ersten Ranges.

Denn Wulff selbst hat sich so verhalten, wie sich jemand verhält, der Dreck am Stecken hat, indem er über zwei Jahre die wahre Herkunft seines Hauskredits vertuscht hat. Da wirkt selbst der plötzliche Ausbruch von Transparenzwilligkeit halbseiden. Und dann wird der noch nicht mal eingehalten. Ein solches Verhalten ist eines Amtsträgers unwürdig, und erst recht eines Bundespräsidenten.

Die Medien, also Presse, Funk, Fernsehen und Internet, spielen dabei im Großen und Ganzen die Rolle des Überbringers der schlechten Nachricht; was wäre, abgesehen von ein paar Über-Bande-Tricksereien von BLÖD, daran auszusetzen?

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jens45 16.01.2012, 07:56
186.

Zitat von Morotti
Nur so kann man sich vieles erklären. Da könnte die Merkel noch etwas lernen.
nicht nur die.

http://forum.spiegel.de/f4/braucht-d...ml#post9430601

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einsteinalbert 16.01.2012, 09:27
187. sie foerdert

Zitat von sysop
Die Folgen der Affäre um den Bundespräsidenten sind vielfältig: Christian Wulff gilt als beschädigt, sein Amt sowieso, und auch die Politik hat nicht immer eine gute Figur gemacht. Nun sind auch die Medien in der Kritik. Fördert die Affäre eher eine Medien- oder Politikverdrossenheit?
beides, wenn auch mit leichtem Ueberhang zur Politikverdrossenheit.

Selbstbedienungspolitiker waren mir von jeher suspekt. Bisher ging es nur Knalltueten aus den eher nachgeordneten Raengen an den Kragen. Jetzt aber geht es um den Bundespraesidenten und es scheint so, als ob dieser Profilneurotiker und Raffzahn die unsaubere Sache straflos uebersteht. Dies mit der Hilfe anderer Parlamentarier, welche ihren originaeren Aufgaben ueberwiegend nicht nachkommen, welche den Souveraen wider besseres Wissen mit Unwahrheiten und falschen Versprechungen " fuettern ", nur hoechst selten vollzaehlig im Parlament anzutreffen sind und darueber hinaus sogar noch versuchen, die freie Presse zu manipulieren.

Doch gilt meine Kritik auch der Presse, welche sich teilweise von den Politikern missbrauchen laesst und oft nur das veroeffentlich, was gerade opportun ist. Im Falle von Wulff waere es beispielsweise sinnvoll gewesen, alle Karten auf den Tisch zu legen, damit der muendige Buerger sich selbst ein vollstaendiges Bild von den Fakten machen und so sein Urteil faellen kann.

Letzteres gilt nicht nur im Fall Wulff. Zur Euro-Frage werden nur sehr spaerlich Informationen in nicht oder wenig nachvollziehbarer Ausfuehrung geliefert. Die Kritik an Frau Merkel war und ist eher verhalten.

Wer sich mit der Politik anlegt hat schlechte Karten. Allerdings gilt auch das Gegenteil. Sicher ist es richtig zu versuchen, immer einen Konsens zu finden. Dieser darf aber nicht zu Lasten des Souveraens gehen und / oder Rechtsbrecher zu schuetzen.

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bammy 16.01.2012, 12:06
188.

Zitat von HaPeGe
Und was den Anstand angeht: Einige Forumsteilnehmer hier scheinen vergessen zu haben, dass Christian Wulff mit seinem Anruf bei Herrn Dieckmann versucht hat die Pressefreiheit zu unterlaufen und das als Bundespräsident! Das ist für mich ein absolutes KO-Kriterium!
Ich möchte nicht wissen, wie oft Promis wutentbrannt bei Diekmann anrufen und ihn eine Kampfansage (Verläumdungsklage usw.) hinterlassen haben. Damit sehe ich noch kein Unterlaufen der Pressefreiheit.
Eher unterläuft die Presse ihr Freiheit irgendwann selber, wenn sie nicht lernt, verantwortungsvoll damit umzugehen.

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bammy 16.01.2012, 12:40
189.

Zitat von derwodaso
auch wenn ich Lanz nicht viel abgewinnen kann,so war dies m.E. mit die beste sendung im wulffschen dilemma.
Da fand ich die Lanz-Sendung zwei Tage vorher zu dem gleichen Thema besser.

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