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Folge der Pannenserie: Bundeswehr heuert Berater für "Gorch Fock"-Reparatur an
Mohssen Assanimoghaddam / DPA

Seit Jahren folgt bei der Instandsetzung der "Gorch Fock" Panne auf Panne. Nach SPIEGEL-Informationen sollen nun neuerlich externe Berater für einen reibungslosen Ablauf sorgen. Ausgerechnet.

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Emderfriese 06.07.2019, 11:15
50. Doppelt

Zitat von MisterD
externe Berater sind natürlich immer gut, die hätte man vielleicht ganz zu Beginn mal ins Boot holen sollen. Die Bundeswehr selbst hat ja ganz offensichtlich keine Ahnung von ihrer eigenen Technik und Ausrüstung. Der Mastbauer... tja Pech gehabt, ne. Wieso soll die Bundeswehr jetzt die Masten nochmal bezahlen? Wer baut mir denn mein Haus weiter, wenn mein Bauunternehmer pleite geht und ich schon die komplette Summe überwiesen hab? Oder andersrum, wer übernimmt meinen Kredit, wenn ich mit der Finanzierung baden gehe? Das ist leider das Risiko eines privaten Unternehmens...
Wird trotzdem interessant, was weiter passiert, wenn der Hersteller die Herausgabe der Masten verweigert. Hängt natürlich auch vom Vertrag mit dem Generalunternehmer ab. Aber normalerweise schützen sich die Firmen mit dem Vertragszusatz "die Ware bleibt bis zur endgültigen Bezahlung Eigentum des Herstellers". Sollte das in diesem Fall auch so sein, werden Frau vdL (so sie dann noch da ist) und ihre Berater wohl doppelt bezahlen müssen.

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formatierer 06.07.2019, 11:15
51. Hallo

Zitat von markus.pfeiffer@gmx.com
Eine solche Expertise müsste das BMV eigentlich ohne weiteres aus eigener Kraft und ohne externe Berater schaffen. Das BMV hat einen gigantischen Mitarbeiterstab, da müssten sich doch genügend genug qualifizierte Fachkräfte finden - und falls nicht, hat man in der Vergangenheit bei Personalauswahl und -entwicklung gewaltige Fehler gemacht.
Die Bundeswehr ist keine Firma. Dort gilt Befehl und Gehorsam. Hacken zusammen und jawohl Herr General , das machen wir. Das färbt sogar auf die Bundeswehrzivilisten ab. Kein Jawohl, keine Beförderung.

Deshalb wird es höchste Zeit für eine externe Überwachung. Es ist Wurst wie man sie nennt.

Übrigens auch erfolgreiche Firmen lassen sich extern beraten. Andernfalls würden Sie betriebsblind und es ginge Bergab.

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Draw2001 06.07.2019, 11:21
52. Es fehlt die Fachfrau oder der Fachmann...

Dort wird sie instandgesetzt. Die Bundeswehr erhält einen Kostenvoranschlag. Vorher prüft eine Bundeswehr-Abteilung, welche von einem diplomierten Betriebswirtschaftler geführt wird, ob das ausführende Unternehmen auch die Kapazität hat, den Werkliefervertrag durchzuführen. Danach wird der Auftrag erteilt. Bezahlt wird nach Baufortschritt. Dieser wird von der betriebswirtschaftlichen Abteilung gesichtet und dann bestätigt. Dann: Es muß gleichzeitig einen Plan „B“ geben, da jedes Unternehmen während der Leistungsphase niedergehen kann. Dieser sieht vor, wer die Auftragsfortführung für diesen Fall übernimmt. Hier müssen Bereitstellungsgelder bezahlt werden. Es gibt noch weitere Fragen: Wozu müssen die Beschäftigten der Bundeswehr „Segeln“ können? Und: Man sollte endlich mal die Menschen dort einsetzen, wo sie einen Fachbereich erlernt haben: Wirtschaftsminister/Dr. in Volkswirtschaft - Gesundheitsminister/Dr. med - Sozialministerium/ Dr. für Soziologie - Finanzminister/Dr. Jur. f. Steuerrecht- usw. Das macht üblicherweise jeder Betrieb und auch jedes Rathaus so. Niemand stellt im Bauamt einen diplomierten Journalisten ein, der dann einen Architekten als „Berater“ benötigt.
Herr Scheuer wird Verkehrsminister: Er war Hauptschullehrer und hat in Tschechien irgendwie fast einen Dr. für irgendwas gemacht. Dieser Mann hatte auch viele Berater. Leider kamen die alle aus dem Lager der Seite, die er kontrollieren sollte. Etwas Positives hatte die Sache dann doch: Die Beratung war kostenlos. Trotzdem kann auch dann das Ergebnis teuer werden. Auch hier stehen 300 Mill. im Raum. Vielleicht sollte man eine Partei gründen, die nicht ihre besten Redner nach vorne schickt, sondern ihre besten Köpfe für politische Ämter anbietet. Das würde das Volk überzeugen. Dieses „Der sieht gut aus + der kann gut reden + der ist nett“ reicht einfach nicht, um eine konkrete Leistung zu erwarten. Und wer fachlich nichts kann, der kann auch einen anderen in seinem Fach nicht überwachen.

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twominus 06.07.2019, 11:22
53. Einstellungskriterien

Man könnte fast meinen, in unseren Ministerien wird weniger nach Qualifikation sondern viel mehr nach Parteibuch eingestellt.
Sonst hätte man ja - verrückte Idee - bei der Marine den Einen oder Andern einstellen können, der etwas von Schiffen versteht.

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Emderfriese 06.07.2019, 11:23
54. Erfahrungen

Zitat von danreinhardt
Ich finde das Schiff gut und jede Nation, die was auf sich hält, hat ein repräsentatives Schiff vorzuzeigen. Dazu kommt: ich bezahle keine Beamten dafür, dass Sie sich mit der Reperatur von Segelschiffen extrem gut auskennen. Dazu muss man nicht auf Lebenszeit verbeamtet sein. Also muss man outsourcen, schon alleine aus Kosten- und Effizienzgründen. Wenn das Unternehmen nach allen Standards des Vergaberechts ausgewählt wurde.. Warum nicht?
Meinen Sie nicht, dass in der Bundesmarine eigentlich Experten für Marinetechnik und -planung das Ruder in der Hand halten müssten? Vom General bis zum einfachen Matrosen werden und sind die Menschen doch ausgebildet worden für ihren Beruf. Dass ein Finanzbeamter keine Ahnung von Segelschiffen haben muss, ist klar. Aber wenigstens die Fahrensleute sollten genügend Kenntnisse haben, um der Werft beratend zur Seite zu stehen.

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laermgegner 06.07.2019, 11:24
55. Es ist zum K.

Die Beamten schaffen keine Arbeit
Betriebe bringen keine Leistung

Es wird alles nur durch Dritte getan und wenns um Kohle geht, geht es nur anders rum.
Der Bund soll seine Leistung gefällst selbst bauen und überwachen - denn wir haben ja schon den Zustand, dass die Truppen im Krieg mehr mit gelben Müllsäcken und dem TÜV beschäftigt sind, als sich um die eigentlichen Dinge zu kümmern !

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Emderfriese 06.07.2019, 11:25
56. Zustimmung

Zitat von kolappps
der nächste Waffenkonflikt wird mit Beratern ausgeführt. Kein Blutvergießen, keine scharfe Munition, die noch jahrelang im Wald rumliegt. Es kommt drauf an, wer die besten Berater aufbringt. Das dauert dann Jahre und hinterlässt keine Spuren.
Erstklassiger Gedanke. Und wenn wir dann noch alles über Computer und Internet abwickeln kann jeder risikolos dabei sein.

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Kritik 06.07.2019, 11:26
57.

Ich kenne solch eine Vorgehensweise unter dem Namen: „dem schlechten Geld noch gutes hinterher werfen“
Die Bundeswehr soll diesen Seelenverkäufer verschrotten, warum müssen Soldaten im 21. Jahrhundert noch lernen, ein Segel zu hissen?
Sich demütigen und anschreien lassen kann man auch an Land in einer Kaserne.

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mpigerl 06.07.2019, 11:26
58. Die Beamten kommen oben drauf...

Zitat von danreinhardt
Ich finde das Schiff gut und jede Nation, die was auf sich hält, hat ein repräsentatives Schiff vorzuzeigen. Dazu kommt: ich bezahle keine Beamten dafür, dass Sie sich mit der Reperatur von Segelschiffen extrem gut auskennen. Dazu muss man nicht auf Lebenszeit verbeamtet sein. Also muss man outsourcen, schon alleine aus Kosten- und Effizienzgründen. Wenn das Unternehmen nach allen Standards des Vergaberechts ausgewählt wurde.. Warum nicht?
Wer sagt denn, dass wir wegen der Berater keine Beamten zahlen? Die zahlen WIR sowieso. Was Du beschriebst wäre das erste Konzept gewesen. Man sucht sich einen Generalunternehmer, der die ganze Renovierung und alle Unteraufträge managet. Leider hat sich da die Marine eine betrügerische Pleitewerft gesucht und noch dazu schlecht verhandelt, zB keine Pauschalbeträge, sondern nach Aufwand, usw.
Jetzt wollen sie dagegen alles selber managen. Aber da keiner der hoch dekorierten Beamten Verantwortung übernehmen will, sucht man sich Berater. Wenn’s dann wieder schief geht, kann man sagen, dass kam alles von den Beratern. Ich hab keine technischen Kenntnisse, ich bin nur der Manager. Diese Beraterflut ist ein Zeichen mangelnder Kompetenz, gepaart mit fehlender Bereitschaft Verantwortung zu übernehmen.

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Trockenfisch 06.07.2019, 11:28
59. Wenn,

Frau v.d.Leyen wirklich nach Brüssel geht wäre es clever auf Berater umzuschulen. Das scheint in ganz Europa ein gefragter Beruf zu werden. Kenntnisse und Wissen sind kaum erforderlich, Ursula zahlt schon aus der Kasse die wir als Bürger mit gefüllt haben. Tolle Sache das!

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