Forum: Politik
Forumsdebatte zu Sarrazin: "Ade Meinungsfreiheit"

Thilo Sarrazin provoziert - auch die SPIEGEL-ONLINE-Leser: Mehr als 12.000 Beiträge sind in den Foren zusammengekommen. Viele kritisieren Sarrazins polemische Wortwahl, doch es gibt auch viel Zustimmung. Und Empörung über die Entscheidung der Bundesbank, ihren Vorstand zu feuern.

Seite 3 von 134
hundevater 04.09.2010, 09:07
20. Reale Umfrageergebnisse?

Zitat von sysop
Thilo Sarrazin provoziert - auch die SPIEGEL-ONLINE-Leser: Mehr als 12.000 Beiträge sind in den Foren zusammengekommen. Viele kritisieren Sarrazins polemische Wortwahl, doch es gibt auch viel Zustimmung. Und Empörung über die Entscheidung der Bundesbank, ihren Vorstand zu feuern.
Entschuldigung, aber ich halte die Umfragergebnisse

-In einer Forsa-Umfrage für den "Stern" teilen 46 Prozent der Befragten die Annahme, die Deutschen könnten immer mehr zu Fremden im eigenen Land werden. 51 Prozent sehen das anders.

- In einer Emnid-Erhebung für den Sender "N24" stimmten 30 Prozent den Thesen Sarrazins zu, 35 Prozent lehnten sie ab.

- Auch die Leser von SPIEGEL ONLINE diskutieren hitzig. Im Vote sagten rund 52 Prozent, die Kritik an Sarrazin sei unangemessen

für ganz eindeutig manipuliert.

Es wird wiederum versucht, den Lesern und Bürgern Sand in die Augen zu streuen.

Bei allen anderen Befragungen liegt die Zustimmung für Sarrazin zwischen 85% und 95%

Die Hetze der Politiker, Lobbygruppen und der Medien nimmt irreale Formen an.

Sarrazin hat das Volk nicht gespalten, eher geeint.
Sein Verdienst ist es, dass nun die grosse, wohl nicht mehr kittbare Kluft zwischen den Regierenden, den Medien, die diese stützen und diversen Lobbygruppen schonungslos aufgezeigt wurde.
Zu oft wurden die Menschen belogen, betrogen, falsch oder garnicht informiert.
Beispiele sind der Lissabonvertrag, die Afghanistanentscheidung, die Bundespräsidentenwahl, Stuttgarter Hauptbahnhof, Sarrazin undundund....

Beitrag melden
Dino 04.09.2010, 09:07
21. Glosse für die Gosse

Zitat von sysop
Thilo Sarrazin provoziert - auch die SPIEGEL-ONLINE-Leser: Mehr als 12.000 Beiträge sind in den Foren zusammengekommen. Viele kritisieren Sarrazins polemische Wortwahl, doch es gibt auch viel Zustimmung. Und Empörung über die Entscheidung der Bundesbank, ihren Vorstand zu feuern.
Offensichtlich ist auch der SPIEGEL redaktionsintern tief gespalten. Einerseits wird relativ sauber berichtet, andererseits darf man Beiträge, wie das aktuelle Video von Yasemin Yüksel, Zitat von
dass an dreister Doofheit seinesgleichen sucht bewundern.
Wie auch immer, die SpOn Gemeinde spricht eine inzwischen unüberhörbare Sprache und es wird auch darüber berichtet.
Immerhin ein Anfang.

Beitrag melden
woscha 04.09.2010, 09:08
22. Eigentlich

Zitat von sysop
Thilo Sarrazin provoziert - auch die SPIEGEL-ONLINE-Leser: Mehr als 12.000 Beiträge sind in den Foren zusammengekommen. Viele kritisieren Sarrazins polemische Wortwahl, doch es gibt auch viel Zustimmung. Und Empörung über die Entscheidung der Bundesbank, ihren Vorstand zu feuern.
weiß doch jeder, ob als Privat - oder Geschäftsmann, daß es nichts bringt, unangenehme Dinge auf die lange Bank zu schieben oder einfach gar nicht anzupacken.

Im Gegenteil, nichts tun heißt, das Problem den ganzen Tag mit sich rumzuschleppen. Ist nur gut für Magengeschwüre.

Und wenn es in einem Laden nicht läuft, dann ist immer und ausschließlich die Geschäftsführung schuld. Das heißt, der Fisch stinkt vom Kopf her.

Genauso verhält es sich mit der Integrations - bzw. Nichtintegrations, bzw. Einwanderungsdebatte .

Daß hier vieles gewaltig schief läuft, weiß jeder.

Es nützt nun überhaupt nichts mehr, die Debatte abzuwürgen. Das Verhalten von Frau Merkel ( die bisher von uns sehr geschätzt wurde ) ist schlichtweg skandalös. Das geht nach unserer Meinung schon in Richtung Bücherverbrennung. DDR light, ganz klar.

Beitrag melden
Andreas Heil 04.09.2010, 09:09
23. Bigotterie

Zitat von sysop
Thilo Sarrazin provoziert - auch die SPIEGEL-ONLINE-Leser: Mehr als 12.000 Beiträge sind in den Foren zusammengekommen. Viele kritisieren Sarrazins polemische Wortwahl, doch es gibt auch viel Zustimmung. Und Empörung über die Entscheidung der Bundesbank, ihren Vorstand zu feuern.
Was für eine Heuchelei.

SPON ist seit vielen Jahren Teil des Problems, ob aus Dummheit oder Verfolgung kurzsichtiger Eigeninteressen spielt dabei nur eine untergeordnete Rolle und das nicht nur im Hinblick auf die hauseigenen Rechtspopulisten, wie Henryk Broder, die man sich als quotenbringende Narren "hält".

Dass sich ein signifikanter Teil der Leserschaft, ebenso wie der Parteibasis der sogenannten "Volksparteien" in fröhlicher Renaissance des "Extremismus der Mitte" dabei ähnliche Hirngespinste schräg neben der Faktenlage zusammenspinnt, darf wohl kaum verwundern.

Glücklicherweise gibt es allerdings inzwischen sogar in der FAZ, die selber mit Lust die Ressentiments des Spießbürgertums mit ihren Staraufregern Heinsohn und Sloterdijk regelmäßig bespielt, auch ein wenig zur Aufklärung des Publikums - und dort ausgerechnet von Frank Schirrmacher.

Aufklärung tut ja anscheinend Not, weil es weder mit den Fakten, noch mit dem selber Denken offenbar nicht so gut läuft.

Damit wären wir dann bei Intelligenz.

Hiermit fordere ich Thilo Sarrazin öffentlich auf, sich an einem der nächsten Mensa-Tests zu beteiligen - die Kosten übernehme ich - damit wir doch mal sehen, wie es denn um seine bestellt ist. Anbieten würde sich der disjährige "Tag der Intelligenz", an dem in einer ganzen Reihe Städte Tests unter definierten Bedingungen stattfinden (18.09.).

Seine Biographie und das unter wissenschaftliche Gesichtspunkten geradezu verheerende Geschreibsel deuten nämlich daraufhin, dass es gerade darum nicht sehr gut bestellt sein könnte. Vielmehr sieht es doch so aus, dass der im Wesentlichen kenntnis- und aufgabenfreie von der Politik mit 300.000 Euro Stillhaltegage im Bundesbankvorstand "entsorgte" Ex-Finanzsenator und bereits bei der Architektur der Finanzseite der deutschen Vereinigung so jämmerlich versagende Großdenker eher nicht mit Intelligenz und Leistung, sondern sich mit einer Mischung aus Frechheit, Großmäuligkeit und Einsatz von Ellenbogen auf die bel etage der Gesellschaft katapultiert hat, was auch noch mal unterstreicht, dass Intelligenz und davon ein angeborener Teil erst recht - nur einer unter einer ganzen Reihe von "Erfolgsfaktoren" ist.

Falls davon unabhängig Sponsoren gerne die von ihm angedachte Gebärprämie in Höhe von 50.000 Euro zur eugenischen Verbesserung des Volkskörpers stiften wollen, nenne ich gerne meine Kontonummer und weise dem Stifter durch Beleg selbstverständlich den IQ von mir und meiner Tochter im oberen einen Prozent der Bevölkerung nach. Damit wäre dann aber nur der in der Debatte wenig tragfähige Beleg erbracht, dass Intelligenz von Eltern und Kindern durchaus korrelieren können.

Das Geld werde ich dann gemeinnützig für örtliche Projekte zwischen Bildung und Integration verwenden.

Beitrag melden
DJ Doena 04.09.2010, 09:09
24. Meta

Oh cool, jetzt beginnen wir eine Forumsdiskussion über die Forumsdiskussion(en). Das ist ja mal wunderbar meta. :-)

Beitrag melden
5Minute 04.09.2010, 09:12
25. ..

Zitat von DJ Doena
Oh cool, jetzt beginnen wir eine Forumsdiskussion über die Forumsdiskussion(en). Das ist ja mal wunderbar meta. :-)
Ich weiss nicht was es daran auszusetzen gibt.

Beitrag melden
vectorius 04.09.2010, 09:12
26. Das "Er hat ja Recht..."-Märchen

Zur Verteidiung von Sarrazin wird gern behauptet er hätte ja Recht, aber das dürfe man in Deutschland nicht sagen. Ein Beispiel aus dem Artikel:

Zitat von
Selbst ich als SPD-Mitglied muss sagen: Sarrazin hat recht,
Bei seiner "Intelligenz ist zu 50 bis 80 Prozent angeboren"-Aussage beruft er sich auf Elsbeth Stern. Die hat aber mittlerweile klargestellt, das diese Aussage wissenschaftlich keinen Sinn macht.

Wie kann er da Recht haben?

Zitat von
nur in Deutschland darf man solche Themen nicht ansprechen,
Natürlich darf man das. Sonst wäre das Buch verboten worden.

Die Meinungsfreiheit gilt aber nicht nur für Herrn Sarrazin sondern auch für alle anderen. Jeder hat das Recht sich eine Meinung zu Sarrazins Aussagen zu bilden.

Wenn er Bevölkerungsgruppen beleigt und sich herausstellt, das die "wissenschaftlichen Fakten" auf die er sich beruft nicht stichhaltig sind (siehe "50 bis 80 Prozent"), dann werden diejenigen die sich damit auseinandersetzen keine gute Meinung von ihm haben.

Damit muss er dann leben.

Zitat von
ohne gleich in der rassistischen oder neonationalistischen Ecke zu landen.
Wenn jemand behauptet das alle Mitglieder einer Relegionsgemeinschaft das gleiche Gen besitzen, dann muss ihn niemand in die "rassistische" Ecke stellen, weil er das bereits selbst getan hat.

Beitrag melden
Agir 04.09.2010, 09:13
27. Demokratur-Problem

Zitat von sysop
Thilo Sarrazin provoziert - auch die SPIEGEL-ONLINE-Leser: Mehr als 12.000 Beiträge sind in den Foren zusammengekommen. Viele kritisieren Sarrazins polemische Wortwahl, doch es gibt auch viel Zustimmung. Und Empörung über die Entscheidung der Bundesbank, ihren Vorstand zu feuern.
Das ist ja das Problem mit der Demokratur: Egal welche Meinungen im Volk vorherschen, egal was gut und sinnvoll für's Land wäre (Bankenkrise, Atomausstieg, Patentunwesen...), egal was der gesunde Menschenverstand sagt: Was kümmerts die da oben? Sie haben einen mächtigen Verbündeten: die kollektive Vergesslichkeit.

Heute regen sich viele darüber auf, dass Herr Sarrazin für das öffentliche äußern seiner Meinung bestraft werden soll. Morgen wird das alles wieder vergessen sein, spätestens dann, wenn die nächste Sau durchs Dorf getrieben wird. Wer weiß das schon, evtl. ist man ganz froh, dass momentan die Laufzeitverlängerung für AKWs aus der Schusslinie gerät.

Dabei sollte diejenigen, die eine Strafe für Sarrazin fordern daran denken, dass Freiheit immer nur die Freiheit des anders Denkenden ist.

Aber wenn unsere Regierung es mit vorgeschobenen Argumenten irgendwann geschafft hat, das Internet soweit zu zensieren, dass nur noch weichgespülte Meinungen gefunden werden können, dann wird wieder Ruhe einkehren im Land.

Ein besorgter Bürger

Beitrag melden
Denseman 04.09.2010, 09:13
28. "meinungsfreiheit"

alle die von "ade meinungsfreiheit" reden, scheinen den unterschied zwischen einer meinungsäußerung und einer (falschen) tatsachenbehauptung nicht zu kennen. sarrazins meinung ist: es gibt zu viele muslime in deutschland. das unterfüttert er mit pseudowissenschaft, um der latent vorhandenen (keineswegs auf deutschland beschränkten) xenophobie der mehrheit das mäntelchen der intellektualität umzuhängen. schließlich haben wir es, laut ihm, rational-statistisch unterlegt, also eine klare tatsachenbehauptung, mit genetisch und kulturell unintegriebaren gruppen zu tun (was natürlich schwachsinn ist, wie jeder weiß, der in einer großstadt aufwuchs, ohne spießig-paranoide eltern zu haben). dass der als person des öffentlichen lebens nach einer derartigen verspottung von aufklärung und wissenschaft ("ein gen", die krönung des unwissens wie jeder zwölftklässler weiß) die antwort ertragen muss, versteht sich ja von selbst. dazu kommt natürlich die fast schon realsatirische komponente, dass sarrazin "meinungsfreiheit" ist und die kritik daran keine meinungsfreiheit sondern verschwörung/komplott sein soll, oder wie man soll das verstehen? ist es nicht eher der frust der eigenen durchschnittlichkeit, der dazu führt, dass man dümmliche emotional-elaborate für die wahre meinung hält und die kritik von wissenschaft und politik und sozialarbeit als komplott (für was auch immer) abtut? wahrscheinlich weil die meisten ach so intelligenten deutschen die kritik intellektuell überhaupt nicht nachvollziehen können und darum, in ihrem streben nach einem einfachen weltbild, die (nachvollziehbare) wahrheit bei sarrazi finden. das schöne an sarrazins buch ist, dass man sich als was besseres fühlen kann und auf andere gruppen herabschaut, was natürlich gerade für die kleinteiligen spießer in diesem land, einige, fest zum weltbild gehört. fremdschämfaktor extrem.

Beitrag melden
Juro vom Koselbruch 04.09.2010, 09:16
29. Nein, den un/edlen Ritter Sarrazin brauchen wir nicht

Zitat von sysop
Thilo Sarrazin provoziert - auch die SPIEGEL-ONLINE-Leser: Mehr als 12.000 Beiträge sind in den Foren zusammengekommen. Viele kritisieren Sarrazins polemische Wortwahl, doch es gibt auch viel Zustimmung. Und Empörung über die Entscheidung der Bundesbank, ihren Vorstand zu feuern.
Sarrazin hat weder informiert noch Neuigkeiten ans Tageslicht gebracht. Stattdessen hat er nicht nur polemisiert, sondern in hohem Maße diffamiert und Ressentiments geschürt. Sarrazin hat nicht sauber gearbeitet, sondern ein Schriftstück verfasst, dessen Kernthesen widerlegt sind, und dies nicht seit heute, sondern schon seit Längerem. Man kann ihm mit Fug und Recht nachsagen, dass er die Leser systematisch verscheißert und mit Falschangaben bedient.

Seine These der Weiterverbung der Dummheit ist schlichtweg Kappes. Die hierzu von ihm zitierte Wissenschaftlerin schreibt ihm wohlbegründet ins Stammbuch, wesentliche Dinge der Intelligenzforschung und Vererbung nicht begriffen zu haben.

Seine Aussagen zur Überfremdung nach 120 Jahren sind, zugespitzt formuliert, geistiger „Dünnsch…“. Auch hier haut ihm seine „Datenquelle“ höchst selbst die Brocken um die Ohren. 120 Jahre in die Zukunft schauen kann man demographisch nicht. Wer das tut, spielt evtl. Nostradamus. Aber das Statistische Bundesamt kann 120 Jahre zurückblicken. Legt man Sarrazins „Berechnungen“ zugrunde, müssten auf der Basis der Bevökerung von 1890 heute ca. 350 Millionen Deutsche in Deutschland leben. Zu „dumm“ nur, dass es Weltkriege gab und Verhütung machbar wurde.
Es ist nicht dumm gelaufen für Sarrazin, sondern Sarrazin verdummt die Leute. Das Statistische Bundesamt stellt fest, dass seine Argumentation nicht redlich ist. Berechtigte Ohrfeige erster Klasse.

Selbstverständlich geht von islamistischen Extremisten eine erhebliche Gefahr aus. Selbstverständlich muss man das benennen können. Selbstverständlich gibt es bei extremen religiösen Gruppierungen auch Bildungsferne und Integrationsverweigerung. Nichts davon ist unbekannt. Und die vielen Diskussionen allein im Spon beweisen, dass die Dinge auch beim Namen genannt werden können.
Nein, Sarrazin ist nicht der mutige Ritter, dessen Lanze wir bedürfen, um ein unter den Tisch gekehrtes Thema aufzuspießen.

Sarrazin hat mit seinen auch deutlich rassistischen Tendenzen, der notwendigen Debatte über Integrationsprobleme einen Bärendienst und sich selbst als Teil des Problems erweisen. Es geht nicht um seinen Verdienst, sondern um seine destruktiven Abbrucharbeiten

Ob jemand, der Sachen gezielt falschdarstellt, sich die Fakten unredlich hinbiegt, politisch eindimensional und hochgradig diskriminierend und maßlos öffentlich auftritt, dem Anspruchsprofil eines Bundesbankers entspricht, kann bezweifelt werden. Vielleicht verrichtet der von Sarrazin so genannte „übel riechende Beamte“ ja seine Aufgabe viel besser als Sarrazin seine eigene. Über Entlassung kann man da berechtigt nachdenken.

Nein, Zarrazin weder Opfer noch die Meinungsfreiheit futsch. Niemand verbietet sein Buch. Dann wäre die Meinungsfreiheit "Ade".

Das Wichtigste zuletzt:

„Die Moslems“ à la Sarrazin gibt es nicht. Es gibt Problemgruppen unter ihnen, aber die Mehrheit versucht sich zu integrieren mit allen Chancen, Risiken und Fehlern. Und diese Leute sind unsre Mitbürger, vor denen unsre Urenkel keine Angst haben müssen. Und Fehler, sogar erhebliche, wurden auch vom deutschen Staat gemacht, und dies über Jahrzehnte.

Beitrag melden
Seite 3 von 134
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge!