Forum: Politik
Forumsdebatte zu Sarrazin: "Matusseks Gegenwut rockt"

Mehr als eine Viertelmillion Leser, mehr als 1200 Forumsbeiträge: SPIEGEL-Redakteur Matthias Matussek, der Provokateur Sarrazin im Kern recht gibt, hat extreme Reaktionen hervorgerufen. Viele positive - aber mancher Leser äußert sich auch erschüttert.

Seite 2 von 15
BouvardPecuchet 07.09.2010, 18:00
10. Männer über 50

Zitat von sysop
Mehr als eine Viertelmillion Leser, mehr als 1200 Forumsbeiträge: SPIEGEL-Redakteur Matthias Matussek, der Provokateur Sarrazin im Kern recht gibt, hat extreme Reaktionen hervorgerufen. Viele positive - aber mancher Leser äußert sich auch erschüttert.
Jetzt also auch noch der Matussek. Auch er gehört zu den Vielquatschern, die gerne mal eine "Gegenmeinung" haben. Doch manches Mal ist es besser, eine Sau ungeschossen durch das Dorf treiben zu lassen, denn wer viel redet, redet meist auch viel Blech.

Beitrag melden
swisscat 07.09.2010, 18:00
11. Na und?

Wenn viele Leute in Tränen ausbrechen, weil Sarrazin oder Matussek kontrovers schreiben, kann ich nur den Kopf schütteln.

Wenn in einer Demokratie wie der deutschen andere Ansichten entweder zu "Erschütterung" oder zu Zensur führen, spüre ich da nur die Schere im Kopf vieler Leute ("Überprüfung" des Wortlautes im Forum, wer masst sich das an? = Irgend ein "sysop" - na, tschüss Demokratie! Forum - eine solche farce?)

Im SPIEGEL-Forum fehlt mehr und mehr der Biss, die Kontroverse. Deshalb steigt bei mir oft ein frustriertes Gähnen auf....

Es geht sicher nicht an, dass Leute rassistische oder krass beleidigende Äusserungen posten dürfen. Aber das Gefiltere von unbequemen Ässerungen verfälscht die Diskussion, macht sie unmöglich.

Gruss
Martin

Beitrag melden
Frusciante 07.09.2010, 18:09
12. Mutige Thesen

Das Matussek mit Freude vor allem gegen den Strom schwimmt ist ja spätestens seit seinem Pladoyer für die katholische Kirche in Zeiten der Missbrauchsfälle bekannt. Auf die Seiten von SPON schafft er es mit diesem Reflex leider noch. Dass ist sicher in höherem Maße seinem früheren Standing geschuldet als der Tiefe seiner Gedanken. Traurig, dass solche "mutigen Thesen", so viele Leute hinter dem Ofen hervorlocken. Sagt mehr über das Niveau der SPON-Leser aus, als alles andere.

Wann immer ich dieses "Jetzt müssen wir endlich auch mal sagen dürfen, dass ..."-Gerede höre, überkommt mich ein Gähn-Reflex.

Mag unbestritten so sein, dass es in Deutschland ein Problem mit der Integration gibt. Wer bezweifelt so etwas? Aber das bedeutet noch lange nicht, dass ein rassisch und mit wissenschaftlichen Achtelwahrheiten daherkommender Stotterer angehört werden müsste. Wie kann es sein, dass ein Großteil der SPON-Leser einem solchen Mist Beachtung schenkt.

Beitrag melden
andrej s. 07.09.2010, 18:20
13.

Naja, Meinungsfreiheit ist Halt auch die freiheit derjeninigen die eher keine Ahnung haben. Dass die "Berufsbetroffenen", "Intelligenzija" und die Selbst ernannte 4. Gewalt sich in nicht unbeträchlicherweise von "Volk" entfernt haben überrascht höchstens eben jene Berufsbetroffenen, aber kaum jemand anderen.

Ich entnehme Sarrazins Aussagen (solange man sie mal einigermassen im Kontext lässt), das folgende:
-A) Bunbesbanker und Finanzminister haben keine Genetik auf dem Lehrplan
-B) Es gibt eine Diskrepanz zwischen dem Erfolg verschiedener Einwanderungsgruppen die mit deren Religion und deren Herkunftsgebiet korreliert

Zu ersterem: Das Judentum hat eine weit stärker Korrelation mit bestimmten Ethnien (und daher eine etwas höhere Chance, dass zwei zufällig herausgepickte Juden miteinander verwandt sind) als andere Weltreligionen, wobei ich mir nicht sicher bin ob das Judentum tatsächlich eine Weltreligion ist.

Zum Zweiten:
Man möge mir den, im wahrsten Sinne des Wortes, Sexismus verzeihen, aber Integration passiert meiner Meinung nach genau dann wenn die Anzahl der Mischehen dem entspricht was man statistisch erwarten würde. Die Kombination aus dem Islam (der Mischehen nicht unbedingt leicht macht) und "anatolischen Bräuchen" macht Mischehen ziehmlich schwierig, unabhängig von der exakten Geschlechtskonfiguration.

Beitrag melden
derivo 07.09.2010, 18:30
14. titel

Zitat von mundi
s. macht aus der aussage:
'moslems sind (im durchschnitt) ungebildeter als der durchschnitt der migranten'
einen kausalzusammenhang:
'moslems sind ungebildet, *weil* sie moslems sind'

und das ist eine auesserst gewagte these.

http://www.spiegel.de/panorama/justi...567414,00.html

und von solchen vereinfachungen, verkuerzungen und halbwahrheiten strotzt das buch nur so.
dass der halbgebildete durchschnittsdeutsche das nicht merkt ist verstaendlich. dass aber die gesamte deutsche presse *analysen* durch *meinungen* ersetzt, ist fuer mich ein deutlicheres zeichen fuer das 'verdummen' der deutschen, als das ganze buch des herrn s.

Beitrag melden
To61 07.09.2010, 18:33
15. Na und ...

Die Tatsache, dass eine Mehrheit Sarrazin's Thesen stuetzt, sagt zunaechst einmal gar nichts aus. Wir haben in der Geschichte oft gelernt, dass Mehrheiten furchtbar irren koennen.

Was sie zu Politikern sagen, ist absurd und sachlich falsch. In diesem Land gibt es keinen aktiven Politiker, der nicht vom Sourveraen gewaehlt wurde. Dies sagt zugegebenermassen noch nichts ueber die Qualitaet aus. Der Souveraen bekommt eben, was er waehlt/verdient.

Bei Journalisten sieht die Sache schon anders aus. Da fragt man sich manchmal wirklich, ob zunehmend monopolisierte Medien nicht langsam zum Staat im Staate werden. Es stimmt jedenfalls bedenklich, wenn gewaehlte Volksvertreter unter dem Druck nicht waehlbarer und renditeabhaengiger Medienvertreter handeln. Dies ist aber ein anderes Thema, dass nichts mit der Diskussion um die kruden Thesen eines verbitterten Profilneurotikers zu tun hat.

Im Grunde zeigt Sarrazin's Erfolg doch nur, dass sowohl Deutschtuemelei ("Wir sind kein Einwanderungsland") als auch naive Multikulti-Romantik in die Sackgasse gefuehrt haben. Beide Ansaetze sind Ausdruck der Ignoranz einer "Elite", die sich einer Toleranz ruehmt, die in ihrem eigenen Lebensumfeld nie eingefordert wird und daher ohne jede Bedeutung ist. Wenn die aktuelle Diskussion am Ende zu einer vernuenftigen Einwanderungspolitik fuehrt, soll mir das Anlass recht sein. Peinlich bleibt er trotzdem und symphatischer wird mir der Mann dadurch auch nicht.



Zitat von Transmitter
Sämtliche, ich betone sämtliche, Online-Umfragen zu diesem Themenkomplex zeigen repräsentativ, dass die überwältigende Mehrheit der Wähler und Bürger in diesem Land ohne wenn und aber zu Sarrazins Thesen und Forderungen stehen. Dagegen hetzt und ätzt eine kleine, offenbar selbsternannte, irgendwie spiessig-verklemmt und gestrig wirkende "Journalisten-Elite". Die veröffentlichte Meinung unterscheidet sich offensichtlich diametral zur öffentlichen Meinung hierzulande. Für mich ist aus dieser Erkenntnis abzuleiten, dass eine lediglich "medienlaute", demokratisch jedoch absolut nicht legitimierte Herrscher-Elite aus Berufspolitikern und Gefälligkeitsjournalisten die Macht hierzulande ausübt. Gegen den demokratischen Souverän, das Volk. Es ist im Folgenden zu untersuchen, wie es soweit kommen konnte. Wie es möglich war, dass wenige aktive, demokratisch weder legitimierte noch ambitionierte, Menschen so unanständig mächtig werden konnten. Das Internet wird helfen diese Informationen - überprüfbar der Wahrheit entsprechend - verbreitet werden. Und dann werden wir mal sehen. . .

Beitrag melden
ernstjüngerfan 07.09.2010, 18:41
16. Mehrheitsfähig

Zitat von sysop
Mehr als eine Viertelmillion Leser, mehr als 1200 Forumsbeiträge: SPIEGEL-Redakteur Matthias Matussek, der Provokateur Sarrazin im Kern recht gibt, hat extreme Reaktionen hervorgerufen. Viele positive - aber mancher Leser äußert sich auch erschüttert.
Wenn ihm viele Recht geben und nur wenige "erschüttert" sind,dann steht doch wohl eine Mehrheit klar auf Seiten der Sarrazin-Thesen.Wo ist das Problem?

Beitrag melden
Jan Kleinschnieder 07.09.2010, 19:11
17. Selbstgefälliges Gebrabbel

Selbstgefälliges Gebrabbel von Mattussek.

Da sagt ein Kind als Schimpfwort auf einem Schulhof zu einem anderen Kind "du Christ." Oh, wie schlimm.
Herr Matussek und seine Bewunderer sollten sich mal fragen: was müssen Kinder mit Migrationshintergrund (grauenhafte Formulierung) wohl so alles Hören?
Wie fühlen sich wohl diese Deutschen (ja, auch Deutsche mit Migratonshintergrund sind Deutsch!), wenn Sie solch ein undifferenziertes gebrabbel wie das von Sarrazin und Matussek, Dohnanyi und Co. lesen müssen?
Liebe Menschen, denkt an einen Grundsatz der Höflichkeit und des Umgangs: behandele niemand so, wie du selber nicht behandelt werden willst. Na, löst das vielleicht mal einen Denkprozess aus?

Beitrag melden
Gesine Ungefragt 07.09.2010, 19:13
18.

Zitat von ernstjüngerfan
Wenn ihm viele Recht geben und nur wenige "erschüttert" sind,dann steht doch wohl eine Mehrheit klar auf Seiten der Sarrazin-Thesen.Wo ist das Problem?
Gar kein Problem, weil zum Glück folgenlos. Das ist die gleiche anonyme Mehrheit, die bei Umfragen für die Wiedereinführung von Arbeitslagern plädiert, die Juden für das Grundübel der Weltpolitik hält und - um ganz repräsentativ mal ein Posting von Herrn Rockefeller aus dem Nachbarthread zu zitieren - "keine Muslime mag und auch nicht will, dass die in Deutschland leben".
Es hat schon seinen Sinn, dass wir eine repräsentative Demokratie haben, in solchen Tagen spürt man's wieder. (Denn etwas weiter oben kann man ja nachlesen, was sich der "Bürger" so wünscht: "Das werden wir ja sehen".)

Für die genannten Mehrheits-Sarrazenen sind solche Threads natürlich ein Festschmaus, denn irgendwie bleiben sie ja auch unter sich. Die Menschen, über die man sich hier das Maul zerreisst, die "Nichtintegrierten", haben hier gar keine Stimme, die "integrierten Ausländer" sind grundsätzlich "nie gemeint" und sollten aber mal lieber die anatolische Verwandtschaft miterziehen und wenn sie sich im Angesicht der Debatte unwohl fühlen, werden sie dezent darum gebeten, doch "zurück in die Türkei" zu gehen, wo man ja als Deutscher gar kein Integrationsangebot habe.
Noch besser: sobald jemand schreibt, der tatsächlich mal im Wedding oder Neukölln wohnt und damit überhaupt keine Problem hat, wird ihm - so im Nachbarthread mehrfach geschehen - im Handumdrehen unterstellt, ein türkisches U-Boot zu sein, man würde es ja gleich am Slang erkennen und man verlangt Nationalitätsnachweise. Leute, die an Universitäten arbeiten oder Fragen stellen, sind grundsätzlich "Verharmloser" und "Gutmenschen" und sollten sich ja hüten vor dem "Volkszorn".

Na, wiedererkannt? Recht so.

Beitrag melden
gerdgolf 07.09.2010, 19:23
19. Immer das Gleiche

Zitat von Frusciante
(...) Wann immer ich dieses "Jetzt müssen wir endlich auch mal sagen dürfen, dass ..."-Gerede höre, überkommt mich ein Gähn-Reflex. Mag so sein, dass es in Deutschland ein mit der gibt. Wer bezweifelt so etwas? das bedeutet noch lange nicht, dass ein rassisch und mit wissenschaftlichen Achtelwahrheiten daherkommender Stotterer angehört werden müsste. Wie kann es sein, dass ein Großteil der SPON-Leser einem solchen Mist Beachtung schenkt.
Was denken Sie wie viele Leute beim hervorgehobenen Schema F Ihres Beitrags das große Gähnen bekommen ...

Beitrag melden
Seite 2 von 15
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge!