Forum: Politik
Forumsdebatte zu Sarrazin: "Matusseks Gegenwut rockt"

Mehr als eine Viertelmillion Leser, mehr als 1200 Forumsbeiträge: SPIEGEL-Redakteur Matthias Matussek, der Provokateur Sarrazin im Kern recht gibt, hat extreme Reaktionen hervorgerufen. Viele positive - aber mancher Leser äußert sich auch erschüttert.

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chrisring 07.09.2010, 20:58
30. Subjektive Erlebnisse

Zitat von Gesine Ungefragt
Seltsam, ich spüre gar nichts. Und ich sehe meine Zukunft überhaupt nicht dramatisch. Warum auch? Wegen Sarrazin?
Ihre persönlichen Erfahrungen seien Ihnen vergönnt. Vielleicht hätte ich nicht "man" schreiben sollen, sondern "ein nicht unerheblicher Teil der Bevölkerung".

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klaus1201 07.09.2010, 21:08
31. -

Zitat von dadalyst
... einige verzweifelt ihre Kleider suchen und sich ihrer argumentativen Nacktheit schämen, und das vor den Augen der erstaunten Weltöffentlichkeit, sind Sie es doch und Ihre wenigen Mitstreiter aus ihrem gemeinsamen Sozial-Zoo, der Sie wahrscheinlich bisher unkontrolliert bestens genährt hat. Kommen Sie da endlich raus, es ist der Tag und die Zeit, sich der Realität nun zu stellen.
Welcher Realität???
Etwa der, daß tagtäglich islamistische Selbstmordattentäter neben mir explodieren;-(((
Man könnte es gerade glauben, wenn man die Sarrazin-Jünger hier so liest.

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Ylex 07.09.2010, 21:11
32. Kein Keil

Zitat von zynik
Die derzeitigen "moralischen Druckverhältnisse" sorgen für eine massive finanziellen Umverteilung zu Lasten der Mehrheit jener Bevölkerung, die den Großteil der Migranten mit einschliesst. In diese Mehrheit jetzt einen Keil zu treiben und dafür zu sorgen, dass man sich gegenseitig die Köpfe einschlägt, ist ein historisch beliebtes Mittel der Pseudoeliten um ihren Status Quo zu sichern.
Der Mechanismus, den Sie hier beschreiben, existiert nicht. Es gibt keinen ‚Hass-Keil’ mit dem die Masse der Unterprivilegierten gespalten werden soll. Natürlich ist die soziale Erosion der Gesellschaft das entscheidende Zukunftsproblem – damit hängen die Gerechtigkeits- und die Verteilungsfrage eng zusammen. Aber die Integrationsdefizite der moslemischen Minderheit sind ein anderes, ein Sonderproblem, das schichtenunabhängig als solches wahrgenommen wird. Es geht letzten Endes um die Infragestellung eines nationalen Identitätsgefühls, das legitim und nicht einmal rassistisch ist – die meisten Deutschen fühlen sich hier von der Politik allein gelassen, sie wollen einfach unbehelligt in ihrer eigenen Kultur leben, nicht mehr und nicht weniger, und das finde ich ganz verständlich.

Zitat von zynik
Wenn dann der letzte Migrant assimiliert oder abgeschoben worden ist, werden die Sarrazinfreunde feststellen, dass sich ihre individuelle Situation dadurch nicht im geringsten verbessert hat. Aber dann steht sicher schon die nächste Bevölkerungsminderheit bereit, die man als Blitzableiter instrumentalisieren kann.
Vergessen Sie den Blitzableiter. Die Moslems sind hier, sie sind größtenteils schon lange hier, und sie sind deutsche Staatsbürger. Die wichtigste Frage lautet, ob diese große Minderheit auf Dauer bereit ist, die Gebote ihrer Religion hinter die selbstverständlichen Gebote und Regeln unserer Gesellschaft zu stellen – wenn nicht, dann wird diese Minderheit von der Bevölkerungsmehrheit weiter als unangenehmer Fremdkörper empfunden, eben weil der Islam in vielen Bereichen automatisch mit unseren zivilsatorischen Wertvorstellungen kollidiert. Ein Forumsmitglied hat es schon geschrieben: Das ist der heiße Brei, um den alle herumschleichen, mich übrigens eingeschlossen, denn ich weiß auch keine Lösung.

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klaus1201 07.09.2010, 21:15
33. Jau...

Zitat von Transmitter
Sämtliche, ich betone sämtliche, Online-Umfragen zu diesem Themenkomplex zeigen repräsentativ, dass die überwältigende Mehrheit der Wähler und Bürger in diesem Land ohne wenn und aber zu Sarrazins Thesen und Forderungen stehen. Dagegen hetzt und ätzt eine kleine, offenbar selbsternannte, irgendwie spiessig-verklemmt und gestrig wirkende "Journalisten-Elite". Die veröffentlichte Meinung unterscheidet sich offensichtlich diametral zur öffentlichen Meinung hierzulande. Für mich ist aus dieser Erkenntnis abzuleiten, dass eine lediglich "medienlaute", demokratisch jedoch absolut nicht legitimierte Herrscher-Elite aus Berufspolitikern und Gefälligkeitsjournalisten die Macht hierzulande ausübt. Gegen den demokratischen Souverän, das Volk. Es ist im Folgenden zu untersuchen, wie es soweit kommen konnte. Wie es möglich war, dass wenige aktive, demokratisch weder legitimierte noch ambitionierte, Menschen so unanständig mächtig werden konnten. Das Internet wird helfen diese Informationen - überprüfbar der Wahrheit entsprechend - verbreitet werden. Und dann werden wir mal sehen. . .
...man merkt die Fortschritte der deutschen "BILD-Dung"
Die Methode "Florida-Rolf" funktioniert offensichtlich prima.

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kiu77 07.09.2010, 21:21
34. Was mir die Geschichte zeigt:

Die These, dass etwa 25% der deutschen im Kern faschistisch denken, die stimmt leider. Matussek ist so einer und Sarrazin auch. Beide würde das Attribut "faschistoid" weit von sich weisen.Sei wollen bloß "gute Deutsche" sein, die darauf stolz sein wollen, das zu sein.
Sie und die Clacuere gehören aber logisch und sachlich in diese 25%.

Ist schade, aber ist halt so.

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Mr. XXX 07.09.2010, 21:32
35. xxx

Zitat von klaus1201
...benebelt:
Der "Fall Sarrazin" hat doch gezeigt, daß die Rechnung aufgeht... man braucht sich bloß in den (gefühlten) 30 Parallel-Threads zu dieser ganzen Nebelkerze eines "Leistungsträgers" umschauen... Man sieht, es funktioniert!

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Gerlinde66 07.09.2010, 21:40
36. Gegenwut oder politischer Populismus - das ist hier die Frage

Es ist mal wieder soweit, das Soziale droht in seiner verwahrlosten Gestalt wiederzukehren; von rassistisch-antisemitistischen "Untertönen" bis zum dumpfen Unwillen gegen Fremdarbeiter, Leistungsschwachen oder Leistungsverweigerer, bis hin zum Einklagen der nationalen Volksgemeinschaft - alles ist unter dem Deckmantel der "Meinungsfreiheit" vertreten - Hauptsache die Vielfalt der freien Meinungen lenkt von den basalen Ursachen der sozialen Verwerfungen ab

Und exakt darin besteht die populistische Botschaft derartiger Artikel. Der Autor stellt sich, ob bewusst oder nicht, in die Reihe der Apologeten der Finanzblasen-Ökonomie und trägt dazu bei, dass sich die soziale Spaltung zum klaffenden Abgrund erweitert. Ist man tatsächlich so naiv zu glauben, dass wenn alle Milliardäre des Planeten ihr ganzes Vermögen verschenken würden und alle hier lebenden Muslime schon morgen aus reinster Integrationsbereitschaft zum christlichen Glauben und damit vom mittelalterlichen feilschenden Muslim zum christlichen industriellen Schacherer konvertieren würden - den drohenden Absturz des Systems der abstrakten Plusmacherei verhindern zu können?

Kapitalismus ist keine Frage des guten Willens. Die Art und Weise wie wir produzieren erweist sich als das eigentliche Problem, das mit Sicherheit nicht mit bloßer Verteilungsgerechtigkeit zu lösen ist. Wie soll in einem konkurrenzgetriebenen System Assimilation und Integration von fremden kulturell unterschiedlichen Volksgruppen denn funktionieren, wenn schon die inländischen "Einheimischen", vom sozialen Gemeinwesen isolierte Menschen, mit Solidarität und Mitgefühl nichts mehr anzufangen wissen? Oder ist die hier propagierte Gegenwut als ein ausschließliches Recht auf nationale Selbstverstümmelung zu verstehen? Man sieht, das Problem liegt nicht an den Menschen, sondern an der politischen Ökonomie.

Die täglichen kapitalistischen Zumutungen sowie die rasante Prekarisierung mit dem die Bürger konfrontiert sind wollen erst einmal verkraftet sein, daher präsentiert man dem Volk rechtzeitig zum globalen Kolbenfresser des Wirtschaftsmotors, die obligatorischen gesellschaftlichen Sündenböcke zum kollektiven Abbau neuronaler Angst- und Stressreaktionen, denn eines kann das mehr und mehr kollabierende Verwertungssystem nicht brauchen - ein sozial motiviertes Bewusstsein über den wahren (Un)Sinn und (Selbst)Zweck seiner verselbstständigten von allen menschlichen Eigenschaften abgekoppelten irrationalen und menschenfeindlichen Profit-Ökonomie.

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chrisring 07.09.2010, 21:52
37. "logisch und sachlich"

Zitat von kiu77
Die These, dass etwa 25% der deutschen im Kern faschistisch denken, die stimmt leider. Matussek ist so einer und Sarrazin auch. Beide würde das Attribut "faschistoid" weit von sich weisen.Sei wollen bloß "gute Deutsche" sein, die darauf stolz sein wollen, das zu sein. Sie und die Clacuere gehören aber logisch und sachlich in diese 25%. Ist schade, aber ist halt so.
Ich würde eher sagen, Sie gehören zu den 25%, die mit Logik und Sachverstand ungefähr soviel anfangen können, wie Wattwürmer mit Wasserski. Können Sie wirklich nichts anderes aus Ihrem Hirn herausdestillieren als diesen einzigen Gegensatz entweder links oder Hitler?
Schonmal davon gehört, dass zu Intelligenz auch Wahrnehmungs- und Differenzierungsqualitäten gehören?

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Mr. XXX 07.09.2010, 22:00
38. xxx

Zitat von Transmitter
Sämtliche, ich betone sämtliche, Online-Umfragen zu diesem Themenkomplex zeigen repräsentativ, dass die überwältigende Mehrheit der Wähler und Bürger in diesem Land ohne wenn und aber zu Sarrazins Thesen und Forderungen stehen.
Online? Wen wollen Sie hier mit dieser Online-Farce benebeln? Da ich selbst mit meinen Beiträgen, in denen ich nur ein wenig gegen den Sarrazin-Hype zu halten versuchte, auf eine Zensur-Quote von 60% gekommen bin, brauchen wir über gefühlte Volksmehrheiten in der Parallel-Welt des Internets gar nicht weiter zu diskutieren...

Zitat von Transmitter
Dagegen hetzt und ätzt eine kleine, offenbar selbsternannte, irgendwie spiessig-verklemmt und gestrig wirkende "Journalisten-Elite". Die veröffentlichte Meinung unterscheidet sich offensichtlich diametral zur öffentlichen Meinung hierzulande.
Im Gegenteil, die Medien liefern dem Konsumenten auf der (digitalen) Straße genau das "journalistische Produkt", welches dieser auch bekommen will... bekommen hat, und mit dem er weiterhin gefüttert wird (>>Mattussek-irgendwat...)

Zitat von Transmitter
Für mich ist aus dieser Erkenntnis abzuleiten, dass eine lediglich "medienlaute", demokratisch jedoch und Gefälligkeitsjournalisten die Macht hierzulande ausübt. Gegen den demokratischen Souverän, das Volk. Es ist im Folgenden zu untersuchen, wie es soweit kommen konnte. Wie es möglich war, dass wenige aktive, noch ambitionierte, Menschen so unanständig mächtig werden konnten. Das Internet wird helfen diese Informationen - überprüfbar der Wahrheit entsprechend - verbreitet werden.
Man kann zu realpolitischer Bedeutung von Wahlen im Sinne: "was bringt das überhaupt? Kann sowieso nichts verändern" stehen, wie man will. Aber die gab es. So viel zum Thema: "demokratisch nicht legitimiert".

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Walther Kempinski 07.09.2010, 22:09
39. deutsche Demokratie

Zitat von kiu77
Die These, dass etwa 25% der deutschen im Kern faschistisch denken, die stimmt leider. Matussek ist so einer und Sarrazin auch. Beide würde das Attribut "faschistoid" weit von sich weisen.Sei wollen bloß "gute Deutsche" sein, die darauf stolz sein wollen, das zu sein. Sie und die Clacuere gehören aber logisch und sachlich in diese 25%. Ist schade, aber ist halt so.
Obs 25% sind weiß ich nicht. Möglich ist es schon. Ganz schlimm wird es, wenn wie bei Illner letztens dieser Schweizer importiert wird. Der gibt immer den Superdemokraten und setzt die "junge deutsche Demokratie" herab. Wir wüßten ja gar nicht wie man streitet und das man ja doch gegenteilige Meinungen akzeptieren müsse.

Demokratie hört für den guten langsam sprechenden Mann jedoch dort auf, wo das schweizer Bankgeheimnis anfängt. Er gehört somit zu den Leuten, die zB einen Steinbrück als Nazi beschimpfen, nur weil er die Abschaffung des schweizer Bankgeheimnisses gefordert hat.
Doppelmoral aus den Alpen. Den Schweizer möchte ich jedenfalls nicht mehr sehen. Es genügt schon, wenn Leute aus Deutschland wie der Matussek sich erneut negativ äußern.

Matussek? Was ist das eigentlich für ein Name? Deutsch klingt er nicht.

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