Forum: Politik
Frankfurt am Main: Zehntausende Kurden demonstrieren gegen Erdogans Pläne
DPA

"Nein zur Diktatur": Bei einer Demonstration in Frankfurt haben rund 30.000 Teilnehmer gegen die geplante Verfassungsreform des türkischen Präsidenten Erdogan protestiert.

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hugahuga 18.03.2017, 21:15
1.

"Jüngst warf die Uno der Türkei vor, im Kampf gegen Kurden massive Menschenrechtsverletzungen zu begehen."
Da wurden im Südosten ganze Dörfer platt gemacht, wurden Städte entvölkert und tausende umgebracht. Unsere Medien verstecken sich dahinter, dass der Zugang zu den betroffenen Gebieten von den Türken nicht genehmigt würde. Dann braucht man also darüber nicht weiter zu berichten. Auch diese ist - ebenso wie das Verbot Bilder von Özalan zu zeigen - nicht weiter, als Kriecherei vor dem Sultan in Istanbul. Denn wenn sich Kurden gegen die Zerstörung ihrer Heimat zur Wehr setzen und dem Abschlachten ihrer Leute nicht zusehen wollen und deshalb zur Waffe greifen, dann ist das was? Nein, es ist kein Terror - wie es Erdogan so gerne bezeichnet - es ist Selbstverteidigung. Von daher erscheint es mir dringend geboten, die eigene Position zu überdenken und die PKK sowie die YPG und andere, die gegen die Zerstörung ihrer Heimat kämpfen, als das zu bezeichen, was sie sind: Freiheitskämpfer. Weshalb wurden denn zwielichtige Gestalten als "Freiheitskämpfer" bezeichnet, nur weil sie gegen die syrische Regierung kämpften. Das trifft doch dann erst recht auf Kurden zu, die dem Diktator Erdogan widerstehen und die nebenbei auch keine Kopfabschneider sind, wie so manche syrischen "Freiheitskämpfer". Double standards - wie immer.

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pascal3er2 18.03.2017, 21:20
2. sehr gut - Terrorganisation AKP ?

Ich habe mal eine Frage:
Wer ist eigendlich die Terrororganisation?
Die PKK oder Erdogans AKP?

Vielleicht sollte man die PKK nicht mehr als Terrororganisation sehen den scheinbar wollen Kurden Demokratie und die AKP sollte man eher als Terrororganisation einstufen.
Ihr Anführer Erdogan hat doch mit seinem Kreuzzugsschwachsinn gerade klar bewiesen, das er mit dem IS viel mehr gemeinsam hat, als mit Demokratie und Menschenrechten.

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karlm99 18.03.2017, 21:20
3. Diese

Logik muss man erstmal nachvollziehen. Es sei denn man verfügt über die Fähigkeit unserer Elite in Rahmen der Dialektik. Also demonstrierende PKK-Terroristen auf unseren Straßen sind jetzt ok und AKP-Islamisten nebst Wahlkampfveranstaltungen sind es momentan nicht. Aber alle zusammen gehören jetzt zu Deutschland. Und wer jetzt sagt, dass die alle zusammen in unserem Land nichts zu suchen haben, betreibt Hetze und Hass und wird verfolgt. So weit, so klar.

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jottessd 18.03.2017, 21:23
4. Plakat:

Wenn die Bundesregierung sich genauso eindeutig positioniert hätte, hätte sie alle Wahlkampfveranstaltungen für das "Verfassungsreferendum" verboten. "Verfassungsreferendum" klingt so nett! Genau genommen ist das ein Ermächtigungsgesetz zur Abschaffung der Demokratie - und das, nachdem wir schon Verhaftungswellen und die Anfänge der Gleichschaltung in der Türkei beobachten konnten.
Wenn Verbote ausgesprochen wurden, wurden Sicherheitsgründe vorgeschoben, dann später die heftigen Beleidigungen von Seiten der Türkei. Die Bundesregierung hätte Verbote aussprechen und deutlich begründen können: "Wir hatten in Deutschland schon mal Werbung für die Abschaffung der Demokratie (von den Nazis u. KPD); dann Verhaftungswellen; dann Ermächtigungsgesetz; dann Gleichschaltung. Hier in Deutschland gibt es dafür keinerlei Toleranz mehr." Hätte sie sagen können, hat sie aber nicht ...

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DönerMan 18.03.2017, 21:26
5.

Ich dachte Flaggen der Terrororganisation - neuerdings vor allem, die die den Terrorfürsten Abdullah Öcalan zeigen - seien verboten? Überall auf der Demo, die von PKK-Vereinen organisiert ist, waren verbotene PKK-Fahnen zu sehen. Ist das rechtsstaatlich?

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barry911 18.03.2017, 21:27
6. Deutsche Doppelmoral

Soweit ist es also nun gekommen mit der Demokratie in Deutschland! Wenn man die eine Seite verbietet, die andere, auch von der Bundesregierung als Terrorgruppe bestätigte Gruppe demonstrieren lässt, hat das mit Demokratie wirklich nichts mehr zu tun. Hier wird klar Partei ergriffen und man muss sich nicht wundern wenn das Verhältnis mit der Türkei vor die Hunde geht. Will die Bundesregierung in Zukunft mit der PKK und anderen Terroristen sich verbünden ? Pfui!

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felix_tabris 18.03.2017, 21:33
7. Absurd

"Nein zur Diktatur": Bei einer Demonstration in Frankfurt haben rund 30.000 Teilnehmer gegen die geplante Verfassungsreform des türkischen Präsidenten Erdogan protestiert.

Jedoch die Bundesregierung - das Innenministerium - hält es für nötig, weiterhin Repressalien gegen Kurden auszusprechen, die ein Bild von Öcalan tragen und kommt im Großen und Ganzen den türkischen Diktum des "kurdischen Terrorismus" nach.
Angesichts dessen, was der kurdische Widerstand gegen den islamischen Terror leistet, sei es im Irak oder Syrien - und zwar an Seiten der Allianz mit den USA, erscheint es geradezu absurd.
Während die erdoganische Türkei ihren Kampf gegen den IS ganz praktisch gegen die kurdische Bevölkerung zelebriert, nämlich in der Zerstörung ganzer Dörfer und Landstriche.
Ich frage mich zunehmend, wann gedenkt eigentlich die Bürokraten im Nadelstreifen, sitzend im Ledersessel zwischen Gedeck und Aktendeckel gründlich studierend, im Außenministerium aufzuwachen und festzustellen, dass sich inzwischen die Politik deutlich beschleunigt bewegt.
Die Experten am Werderscher Markt kommen mit den Anfordernissen des Zeitgeschehens nicht mehr hinterher, als wähnen sie sich noch zu Bismarck-Zeiten mit Postkutsche und Pfeifenschmaus.

Es gab mal vor langer langer Zeit eine gewisse Notwendigkeit, opportun den Wünschen der türkischen Regierung nachzukommen; damals war´s als noch "Westliche Werte" galten, Demokratie und Menschenrechte, wo hier und da Verbote ausgesprochen worden; gar Verfolgungen angesetzt.
Aber jetzt?
Wie lange braucht es diesmal Zeit, bis das Außenministerum eine neue Politik einleitet?
Wie gabriel sprach, er hätte ja schon lange gewußt, dass es mit den EU-Beitritt nix wird.
Ja und wo waren dann die klaren Worte und die Taten?
Hinterher schlau daher zu reden ist geschenkt.

Die Beziehungen zum AKP-Regime unter deren Führer Erdogan kann wohl angesichts der unglaublichen verbalen Entgleisungen kaum noch schlechter werden.
Es gilt zwar weiterhin, diplomatische Kontakte zum Regime zu halten.
Doch das Gebot der Stunde gilt:
Anerkennung der kurdischen Interessenvertretung
und deren finanziellen - wirtschaftlichen - militärischen Unterstützung gegen den islamischen Terror.
Offensiven Ausbau und anerkennung der demokratischen Opposition von CGP und HDP.

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ali_yildirim 18.03.2017, 21:38
8. angeblich ist die PKK verboten...

Unabhängig von Erdogan auch zu Zeiten von Tansu Ciller, Mesut Yilmaz, Turgut Özal, erfuhr die PKK stets in Deutschland offene Sympathie. Vom indirekten und direkten Support gar nicht zu reden. Nun werden die verlängerten Arme der PKK in der Türkei, Nordsysrien und Nordirak durch die Türkische sehr erfolgreich bekämpfen. Natürlich werden diese PKK Sympathisanten gegen die aktuelle Regierung demonstrieren. Was für eine Erkenntnis.

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Stäffelesrutscher 18.03.2017, 21:41
9.

Zitat von DönerMan
Ich dachte Flaggen der Terrororganisation - neuerdings vor allem, die die den Terrorfürsten Abdullah Öcalan zeigen - seien verboten? Überall auf der Demo, die von PKK-Vereinen organisiert ist, waren verbotene PKK-Fahnen zu sehen. Ist das rechtsstaatlich?
Sie scheinen jeden Kurden für ein PKK-Mitglied zu halten. Da sind sie mit dem Putschgewinnler einer Meinung.

Sie haben Recht, dass Deutschland kurdische Fahnen und Öcalan-Bilder verboten hat. Das ist allerdings ein Kniefall vor dem Putschgewinnler im illegalen Palast.

Rechtsstaatlich wäre gewesen, die Anwandlungen des Erdoğan-Regimes zurückzuweisen und Öcalan-Bilder zu erlauben - oder aber auf AKP-Kundgebungen (also den Auftritten der Minister) sämtliche Porträts von Erdoğan zu untersagen.

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