Forum: Politik
Frankreich: Gelbwesten machen weiter - trotz Verbotszonen
Kenzo Tribouillard/ AFP

Mehrere französische Städten haben wichtige Straßenzüge für die Gelbwesten-Demonstranten gesperrt. Dennoch wurden die Proteste auch in der 19. Woche in Folge fortgesetzt.

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der_beste 23.03.2019, 19:52
1. Steuern

zahlen die Franzosen und ächzen. So tief greift der Staat in die Taschen.
Der französische Staat kassiert von seinen ehemaligen Kolonien jährlich 440 Milliarden Euro an Steuern. Frankreich ist auf die Einnahmen angewiesen, um nicht in der wirtschaftlichen Bedeutungslosigkeit zu versinken, warnt der ehemalige Präsident Jacques Chirac.
Was würde denn dann noch passieren wenn die Steuern der Kolonien nicht fließen würde?!?

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esel68 23.03.2019, 20:05
2. Chaoten

Der Artikel erscheint mir doch sehr einseitig. Nach dem Chaos und der Zerstörung, die letztes Wochenende von den Gelbwesten angerichtet wurde, erscheint es mir normal, daß Verbotszonen eingerichtet werden und Geschäfte und öffentliche Einrichtungen geschützt werden. In ganz Frankreich betrug die Anzahl der Demonstranten ca. 40.000. Eine kleine Minderheit legt hier seit Monaten das Land lam und sorgt für sehr hohe Schäden, die dann alle tragen müssen. Und mit welchen Forderungen? Macron weg, wir wollen Volksabstimmungen. Das wars dann auch schon. Es ist schade, daß das eigentliche Problem der ungleichen Verteilung, welches vorhanden ist und für das eine Lösung gefunden werden muß, so leider in den Hintergrund tritt.

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brux 23.03.2019, 20:22
3. Oh Gott

@ nr. 1

Klassische fake news. 440 Mrd. wären ein Drittel der französischen Staatseinnahmen. Und das liefern die Kolonien einfach so ab?
Die Wahrheit ist, dass die protestierenden Gelbwesten unter 0.05% der Bevölkerung sind. Ewig Unzufriedene in dieser Grössenordnung findet man überall. Eine Basis in der Bevölkerung hat das nicht und mittlerweile ist die Bewegung sowieso von der extremen Linken und Rechten unterwandert. Da soll ein Wahlergebnis durch den Mob umgedreht werden. Das mit dem Terrorismus ist nicht einmal falsch und wer eine GJ Strassenblockade erlebt hat, darf sich durchaus terrorisiert fühlen.

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vera gehlkiel 23.03.2019, 20:23
4.

Nachdem sich eine Menge der Initiatoren mittlerweile wieder distanzieren, sollte man von der Eingemeindung aller Protestierenden unter ein Label vielleicht in Zukunft absehen. Zumal die eskalative Gewalt eindeutig eine Hervorbringung der rechtspopulistischen Agitation ist. Wie erwartbar setzen die Protofaschisten im Ungeist von Marine Le Pen längst die destruktivistischen Akzente, und ausser Melenchon werden das wohl auch alle früher oder später kapieren. Später werden die kaputten Straßenzüge und zertrümmerten Knochen dann dazu genutzt werden, im rechten Wahlkampf nach mehr Law and Order zu rufen. Eine sich selbst erfüllende Spirale der Gewalt.

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at.engel 23.03.2019, 21:04
5.

Ob und wieviel, und wo die Gelbwesten demonstrieren ist eigentlich inzwischen vollkommen zweitrangig. Der Druck der sich da aufgebaut hat, ist immens. Durch seinen "grand debat" (granddebat.fr) hat Macron zwar etwas Zeit gewonnen - hat das auch ganz gut durchgezogen, nur Anfang April werden auch konkrete Vorschlâge seitens der Regierung erwartet. Knapp 2 Millionen Beiträge sind bisher eingegangen und die Regierung wird sich etwas einfallen lassen müssen, um nicht alle zu enttäuschen.
Die Forderung nach mehr sozialer Gerechtigkeit wird sich so schnell nicht mehr vom Tisch wischen lassen, und dass die Bevölkerung (gut 70% unterstützen nicht unbedingt die Bewegung, aber deren Forderungen) nicht mehr bereit ist, die aktuelle Situation zu akzeptieren dürfte auch klar sein. Hier jeden Samstag die Teilnehmer zu zählen, geht an an den eigentlichen Fragen vollkommen vorbei.

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wahrsager26 23.03.2019, 21:06
6. An Vera gehlkiel. Nr4

Destruktive Akzente werden gesetzt.Es ist klar, das sich die Rechten der Sache annehmen und wenn die Gelbwesten durchhalten , wird Macron nicht als Sieger vom Platz gehen.Dann ist es natürlich sehr einfach, den Rechten sofort die Schuld zu geben.Daselbst herrscht eine ganz andere Protestkultur im Gegensatz zu uns.Das muss nicht gleich 'rechts' bedeuten .Man könnte Mäßigung anmahnen ,das ohne Zerstörungen demonstriert wird. Aber wie es so ist im Leben: Bedingungslos das Erbe der achtundsechziger hochhalten...erscheint zweifelhaft ,denn was war im Handeln da besser ? Danke

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breizh44 23.03.2019, 21:44
7. #4 hat es ganz richtig analysiert

Zitat von wahrsager26
Destruktive Akzente werden gesetzt.Es ist klar, das sich die Rechten der Sache annehmen und wenn die Gelbwesten durchhalten , wird Macron nicht als Sieger vom Platz gehen.Dann ist es natürlich sehr einfach, den Rechten sofort die Schuld zu geben.Daselbst herrscht eine ganz andere Protestkultur im Gegensatz zu uns.Das muss nicht gleich 'rechts' bedeuten .Man könnte Mäßigung anmahnen ,das ohne Zerstörungen demonstriert wird. Aber wie es so ist im Leben: Bedingungslos das Erbe der achtundsechziger hochhalten...erscheint zweifelhaft ,denn was war im Handeln da besser ? Danke
Die Infiltrierung der Gelbwesten von rechts ist eine Tatsache. Deren (bröckelnde) Unterstützung in der Bevölkerung entspringt mehr einem Wunsch nach Rache an Macron für die verlorene Wahl als dem Gefühl, am Monatsende kein Geld mehr zu haben. Wenn man mal etwas genauer hinsieht, in welchen Autos in Frankreich zum Zeichen der Solidarität Warnwesten auf den Armaturenbrettern liegen, fällt sofort auf, daß dies sehr häufig neuere Modelle und schicke SUVs mit hellhäutigen Menschen an Bord sind. Nicht wirklich die Art von Leuten, die mit ihrem Geld nicht hinkommen. Maghrebiner oder Schwarze mit gelben Westen? Fehlanzeige. Seltsam? Nicht wirklich.

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michlauslöneberga 23.03.2019, 22:36
8. Mit Verlaub,

Zitat von breizh44
Die Infiltrierung der Gelbwesten von rechts ist eine Tatsache. Deren (bröckelnde) Unterstützung in der Bevölkerung entspringt mehr einem Wunsch nach Rache an Macron für die verlorene Wahl als dem Gefühl, am Monatsende kein Geld mehr zu haben. Wenn man mal etwas genauer hinsieht, in welchen Autos in Frankreich zum Zeichen der Solidarität Warnwesten auf den Armaturenbrettern liegen, fällt sofort auf, daß dies sehr häufig neuere Modelle und schicke SUVs mit hellhäutigen Menschen an Bord sind. Nicht wirklich die Art von Leuten, die mit ihrem Geld nicht hinkommen. Maghrebiner oder Schwarze mit gelben Westen? Fehlanzeige. Seltsam? Nicht wirklich.
aber das ist eine Behauptung, die nur Populismus und Mainstream nacheifert und nicht den Realitäten entspricht. Solange die Gelbwesten ein etwas diffuses und nicht genau einzugrenzendes Phänomen warem, schmückten sich viele Linke und "Linksintellektuelle" auch in Deutschland mit diesen Insignien. Nahdem es sich herausgestellt hat, dass es sich um einen kleinen Teil von Unzufriedenen und Abgehängten handelt, versucht man auf einmal verzweifelt, das rechten Kreisen in die Schuhe zu schieben. Ich habe in Frankreich keine neuen SUV mit Westen auf der Amaturtafel gesehen, sondern ausschließlich kleine und ältere Fahrzeuge. Unsere Freunde in Frankreich, die wir seit Entstehen der Proteste zwei mal besucht haben, und deren Bekannte und Nachbarn haben eindeutig erklärt, dass es sich um keine politische Bewegung handelt, sondern um Proteste einer kleinen radikalen Minderheit, die für sich im neuen Frankreich Macron`s keine Zukunft sehen.

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breizh44 23.03.2019, 23:09
9. Tatsachen

Zitat von michlauslöneberga
aber das ist eine Behauptung, die nur Populismus und Mainstream nacheifert und nicht den Realitäten entspricht. Solange die Gelbwesten ein etwas diffuses und nicht genau einzugrenzendes Phänomen warem, schmückten sich viele Linke und "Linksintellektuelle" auch in Deutschland mit diesen Insignien. Nahdem es sich herausgestellt hat, dass es sich um einen kleinen Teil von Unzufriedenen und Abgehängten handelt, versucht man auf einmal verzweifelt, das rechten Kreisen in die Schuhe zu schieben. Ich habe in Frankreich keine neuen SUV mit Westen auf der Amaturtafel gesehen, sondern ausschließlich kleine und ältere Fahrzeuge. Unsere Freunde in Frankreich, die wir seit Entstehen der Proteste zwei mal besucht haben, und deren Bekannte und Nachbarn haben eindeutig erklärt, dass es sich um keine politische Bewegung handelt, sondern um Proteste einer kleinen radikalen Minderheit, die für sich im neuen Frankreich Macron`s keine Zukunft sehen.
Ich lebe in Frankreich, weiß also was ich beobachte. Die einzige, die laut Umfragen Profit von dieser Misere zieht ist Le Pen. Der Schulterschluß der Gelbwesten mit den rechtsradikalen Black Blocks spricht für sich. Sans casseurs, pas de 20 heures - frei übersetzt : ohne Gewalt kommen wir in den Abendnachrichten nicht vor.

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