Forum: Politik
Frankreich: Macron will Einkommensteuer deutlich senken
Philippe Wojazer / Reuters

Als Antwort auf die "Gelbwesten"-Proteste hat Frankreichs Präsident Emmanuel Macron eine Steuersenkung angekündigt. Zugleich deutete er eine Rückkehr zur Vermögensteuer an, die er weitgehend abgeschafft hatte.

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nesmo 25.04.2019, 19:31
1. Interessanter Ansatz

für bessere Vermögensverteilung. Uralter Vorschlag in Deutschland von Links, jetzt wird er in Frankreich praktiziert, weil die Gelbwesten das wollen. Ist das direkte Demokratie oder Erpressung? Jedenfalls soll nun plötzlich etwas funktionieren, was Jahrzehnte lang besonders in Deutschland auch bei SPD-Konservativen als ökonomischer Unsinn galt. Lafontaine samt Gattin werden jetzt begeistert auf Frankreich verweisen, wenn das "scheue Reh Geld" nicht doch Frankreich verlässt.Und was Macron daraus wirklich macht, bleibt abzuwarten.

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querdeutsch 25.04.2019, 19:43
2. Und wie will er seine Wohltaten finanzieren?

das Renteneintrittsalter liegt bei 62, real verabschieden sich franz. Beamte im Schnitt mit 58. Dazu Sozialleistungen an allen Ecken und Enden. Kein Wunder, dass Macron noch mehr aus dem EU Haushalt möchte, am liebsten noch einen EU Finanzminister, selbstredend mit franz. Pass. Seine Angela nickt ja alles ab für ein bisschen geheuchelte Zuneigung des Charmeurs.

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luciusvoldemort 25.04.2019, 20:14
3. Nur herumsitzen und debattieren bis

zum Sankt Nimmerleinstag hätte dieses vorläufige Ergebnis nicht gebracht. Vielleicht ist es tatsächlich ein wenig Erpressung, aber was solls. Und ich höre schon, wie einige konservative nun schreien:Macron der Wendehals. Hauptsache ist, die ärmeren bekommen etwas mehr ins Portemonnaie. Lucius

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vicbrother 25.04.2019, 20:16
4. Frankreich macht es vor...

... und will die Mittelschicht entlasten, während bei uns das Durchschnittseinkommen bei nunmehr knapp 50.000€ liegt und damit knapp unter dem Beginn des Spitzensteuersatzes.
JETZT wäre doch mal die Gelegenheit, den SOLI abzuschaffen, das käme den Bürgern und Unternehmen am nächsten und wurde auch vom BVG gefordert.

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Ontologix II 25.04.2019, 20:20
5. Macrons Wenden

Macron hatte die Renten gesenkt, was mit zur Gelbwesten-Kampagne beitrug. Nun erhöht er sie wieder. Die Steuern zu senken ist riskant, denn der französische Staat ist bis über die Ohren verschuldet - fast so hoch wie der italienische.

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hausierer 25.04.2019, 20:24
6. Clever, der Möchtegern Napoleon.....

aber im Gegensatz zu Merkel hört er zumindest in Teilen aufs Volk und korrigiert sich ....kann aber auch ein Spiel auf Zeit sein, denn vieles stellt er nur in Aussicht in der Hoffnung , dass sich die Volksseele bis dahin wieder beruhigt...als ehemaliger Banker hat er eben gute Berater , die wissen wie man das Volk wieder ruhig stellt...
So würde es zumindest in Deutschland funktionieren, ob es mit den Franzosen auch so einfach geht wage ich stark zu bezweifeln...

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zzipfel 25.04.2019, 20:27
7. Ich glaube nicht, daß Lafontaine samt Gattin

Zitat von nesmo
Lafontaine samt Gattin werden jetzt begeistert auf Frankreich verweisen, wenn das "scheue Reh Geld" nicht doch Frankreich verlässt.
jemals für STEUERSENKUNGEN eingetreten sind, nein die waren und sind stets für Steuererhöhungen. Auch und gerade für Superreiche, die 3TEUR Monatsbrutto oder so verdienen.

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micca221 25.04.2019, 20:31
8. Traumhaft

Die Franzosen haben jetzt schon eine deutlich niedrigere Einkommensteuer, als wir. Mein ehemaliger Chef mit Wohnsitz in F, der verheiratet ist und keine Kinder hat (dafür mit Haus) und damals gleich viel verdient hat wie ich, bezahlte weniger EkSt in F als ich in D, wohnhaft in D, verh. mit 2 Kindern (wohnhaft zur MIete, wieso wohl?). Es ist einfach nur noch irre. Wir werden ausgequetsch als gäbe es kein Morgen mehr und abgespeist mit Allmosen (2. höchste Steuerquote aller entwickelten Länder) und eine Mehrzahl hat scheinbar keinerlei Probleme damit.

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at.engel 25.04.2019, 20:39
9.

Die Einkommenssteuer zu senken ist natürlich eine Idee. Nur zahlen halt gut die Hälfte der Franzosen gar keine Einkommessteuer mehr. Dazu muss man aber auch wissen, dass CSG und CRDS - beides letztendlich nur Steuern - schon seit Jahren vorher abgezogen werden - und zwar von praktisch Einkommen jeglischer Art. Dabei ist der Betrag der CSG (contribution sociale généralisée) gerade bei mittleren Einkommen inzwischen wesentlich höher als die Einkommenssteuer. Auch Leute, die keine Einkommenssteuer zahlen, zahlen die CSG.
Was die CRDS (contribution à la reduction de la dette sociale) betrifft, und die ist wesentlich niedriger, soll die eigentlich 2024 auslaufen. Man kann aber davon ausgehen, dass das verlängert wird.
Kurz, die Einkommensteuer wird langfristig eine immer geringere Rolle spielen - nach und nach wird das in eine Art Quellensteuer umgewandelt. Die Frage ist nicht, inwieweit die "Einkommensteuer" gekürzt wird, sondern inwieweit, sämtliche Steuern sinken werden. Nur zu Erinnerung: Die CSG wurde letztes Jahr gerade erhöht!

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