Forum: Politik
Frankreich: Messias der Mitte
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Mit Charisma und Optimismus begeistert Emmanuel Macron in Frankreichs Wahlkampf. Für seine Anhänger ist er Revolutionär - für Kritiker ein Utopist ohne Programm. Doch er hat die beste Chance, Marine Le Pen zu schlagen.

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CaptainSubtext 13.02.2017, 13:03
20. Überschrift

Sich als Außerhalb des Establishments definieren obwohl man zum Establishment gehört? Kommt mir bekannt vor.

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ir² 13.02.2017, 13:11
21.

Macron steht für gar nichts und für alles, der neue Politiker-Typus der Generation App. Allen alles versprechen ist heute populären denn je, konkrete Vorschläge und auch Zumutungen sind nicht mehrheitsfähig. Es ist so wie der Zeitgeist, alle Optionen offen halten, "etwas mit Medien" studieren, sich durch keine festen Lebensentwürfe binden. Am Ende merkt diese Generation das man zwischen allen Stühlen am unbequemsten sitzt. In Deutschland zeigt gerade der Hype um Schulz wie die Smart-Gesellschaft sich in ihren illusionen verliert. Das wird ein böses Erwachen geben....

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gluecklich_woanders 13.02.2017, 13:11
22. Ich wundere mich...

... dass die Journalisten des Spiegel nicht mehr Begeisterung (und auch Erleichterung!) dafür aufzubringen vermögen, dass die Franzosen offenbar eine wählbare Alternative zu LePen gefunden haben, die sowohl Europa-freundlich eingestellt, als auch betont demokratisch und der Mitte zuzurechnen ist. Ich nehme an, es ist das Übliche: der Mann ist jung, mitteilsam, und digital nicht gänzlich unbedarft. Das finden vor allem die jungen Leute gut, und was die Generation der 20-35-jährigen begeistert und umtreibt, ist hier ohnehin scheinbar hochgradig suspekt. Die Mehrheit der Leute sorgt sich glücklicherweise viel mehr um die Zukunft der EU und den Erhalt des demokratischen Wertesystems "Europa", als um die Zuwanderung - und will trotzdem Wandel. Diejenigen, die unsere Demokratien jetzt retten müssen, sind nicht die Rentner und die Gewerkschaftler, es sind genau jene gut gebildeten "Millennials", die seit Jahren auf Zeitverträgen hingehalten werden, keine Familien gründen können, aber eben doch genau wissen, was sie an Europa und der fortschreitenden internationalen Vernetzung haben. Diesen Menschen gehört die Zukunft - und denen, die sie und ihre Probleme ansprechen. Ich hoffe auf einen Wahlsieg Macrons, und später auf einen deutschen Kanzler Schulz. Dann bewegt sich in Europa hoffentlich auch mal wieder was - und zwar nicht immer nur im Gleischritt nach rechts!

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Tschepalu 13.02.2017, 13:16
23. Macron...

er sondert Sprechblasen ab ohne konkret zu werden! Typisch für den Wahlkampf. Aber, er kommt aus dem Bankensektor und ist ein Neoliberaler, wie bei uns die SPD. Die Franzosen werden sich noch wundern wen sie da zum Präsidenten wählen...

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PETERJohan 13.02.2017, 13:23
24. Die Sehnsucht nach neuen Gesichtern ist groß

So war es in den USA mit Trump und Schulz zur Zeit bei uns.Doch die Gegner werden nicht Ruhe lassen und Wege finden mit der sie deren Vergangenheit aufrollen. Mit Schulz beginnt gerade dies die CDU.Ein schwerer Weg fürdie Betroffenen

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mapcollect 13.02.2017, 13:35
25. Genau

Zitat von josho
....als Heizer im Maschinenraum der Europa-Lokomotive. Klingt ganz charmant.
Genau. Immer schön Kohle nachwerfen, nicht nachschauen ob bei den Passagieren alles in Ordnung ist und bloss keine Weichen umstellen. Da kann man sich sicher sein, dass noch ein paar X-Exits folgen werden. Dummerweise sind es vor allem die Geberländer die abhauen werden.

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Emderfriese 13.02.2017, 13:39
26. Die französische Trumpete

Oh lala! Superman! Oder besser: Superhomme... Welch eine Aussicht für die Franzosen! Er will alles besser machen und doch wohl gleich lassen. Ganz ohne Programm! Warum nur habe ich das Gefühl, dieser Macron ist schlicht ein Trump Frankreichs? Kein Wunder, wenn Frau le Pen mit genau diesem Typen Probleme hat.

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Putin-Troll 13.02.2017, 13:40
27. Gut eingedeutscht.

Zitat von der_bulldozer
Nur weil es bei Wikipedia steht ist der Begriff "Graswurzelbewegung" noch lange nicht schön.
Och, finde ich schon. Hat etwas von grünen Wiesen und Picknickausflug. "Basis" hingegen klingt immer so nach Luftwaffenstützpunkt...

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Emderfriese 13.02.2017, 13:40
28. Gedenken

Zitat von thomas310
Ich bin Franzose und freue mich, dass endlich frischer Wind in die Politik reinkommt, der nicht gleichzeitig auch rechtsextremistisch oder linksutopisch ist! Ein Beispiel dafür wie man festgewachsene Fronten und ein dekadentes politisches Milieu erneuern kann!
Genau das haben wir von Schröder und die Briten von Blair auch einmal gedacht! Weiter siehe Beitrag 5...

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seine-et-marnais 13.02.2017, 13:41
29. 'En marche' aber planlos

Die Übersetzung von 'En marche' auf dem Vormarsch ist so nicht ganz richtig. 'En marche' heisst nur 'auf dem Weg', aber im Kreis? wohin? Macron verspricht nur, aber es gibt bis jetzt kein Programm. Er ist der Kandidat der Presse (zB Drahi, dessen Spekulationen er als Minister genehmigt hat nachdem Montebourg, sein Vorgänger, dagegen war, Bergé der schon Royal unterstûtzte), wird hochgejubelt, aber seine 'Erfolge' als Minister sind eher mager und umstritten. Und als Ratgeber hat er Personen die wie Attali, den 'Erfrinder' des Euros, die schon für Mitterand oder Sarkozy gearbeitet haben, also alter Wein in einem neuen Schlauch. Macron profitiert von dem Linksschwung des PS mit Hamon, profitiert von der Schwäche Fillons aufgrund der Probleme. Macron ist ein reines Produkt des Establishments in Frankreich und gibt sich als 'Erneuerer' aus, als Revolutionär, allerdings des herrschenden Mainstreams für den Mainstream und den Erhalt und Ausbau des liberalen Systems.
Als Bollwerk gegen Le Pen im 2. Wahlgang sehe ich ihn auch nicht. Wo Macron Recht hat, 'Links' und 'Rechts' ist zT überholt, es geht für oder gegen die 'Mondialisierung', für oder gegen die EU, den Euro, die sozietalen 'Reformen' usw. Letzte Woche gab es eine Zahl die mich aufhorchen liess, 50% der Wähler Mélenchons und 50% der Wähler Fillons sind bereit im 2. Wahlgang Le Pen zu wählen, bei den Wählern Mélenchons sind es meiner Meinung nach Personen die einen 'wirtschaftlichen' Schutz suchen, bei Wählern von Fillon sind es Personen die gegen den sozietalen Mainstream stimmen wollen.
Kurz und bündig, Fillon hat Federn gelassen bei Penelopegate und wegen seiner Beraterverbindungen (zB AXA), und Le Pen, Hamon und Mélenchon werden jetzt Macron sturmreif schiessen wollen. Bisher hat Macron kein Programm, also wenig Angriffsfläche, aber er muss jetzt etwas vorlegen und sagen wie er denn eigentlich, und mit wem?, regieren will. Am Wochenende gab es Unruhen in Bobigny und Argenteuil die man versucht etwas herunterzuspielen, dazu schweigt Macron, während Mélenchon und Le Pen Stellung nahmen. Man kann sich nicht Themen herauspicken und ansonsten schweigen statt Stellung zu nehmen. Wenn Macron das nicht tut, es keine programmatische Debatte gibt, wird der Wahlkampf sehr schmutzig. Ein Vorgeschmack war das versuchte Hochspielen eines Skandals seitens eines Republikaners.

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