Forum: Politik
Frankreich: Messias der Mitte
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Mit Charisma und Optimismus begeistert Emmanuel Macron in Frankreichs Wahlkampf. Für seine Anhänger ist er Revolutionär - für Kritiker ein Utopist ohne Programm. Doch er hat die beste Chance, Marine Le Pen zu schlagen.

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RobbyBlack 13.02.2017, 15:29
60. Demokrate im 21. Jahrhundert

Wie kann ein Mann, der über Jahre erfolgreicher Investmentbanker bei Rothschild war, ein ernstzunehmender Sozialist sein? Fillon wurde von den Medien auseinandergenommen. Macron, der mindestens genauso viele Angriffspunkte anbietet, wird gefeiert wie ein Star. Politik ist im Jahr 2017 vollends zu einem Marionettentheater unsichtbarer Kräfte und Interessen verkommen.

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Pless1 13.02.2017, 15:53
61.

Zitat von t.h.wolff
Dieser Herr ist ein politischer Giftköder nach Art von Blair und Schröder. Es war doch gerade diese überzeugungslose "Neue Mitte", die Europa auf den Weg des Abstiegs geführt hat. So viele naive Jungwähler kann Frankreich doch nicht haben?
Blair und Schröder haben Europa nirgendwohin geführt - und schon gar nicht auf den Weg des Abstiegs. Schauen Sie sich mal um in der Welt - auch außerhalb der EU - und fragen Sie sich bitte einmal, warum aus nahezu allen Weltregionen so viele Menschen hier her streben. Sicher nicht, um an unserem Abstieg zu partizipieren. Europa, das ist eine beispiellose Erfolgsgeschichte - so erfolgreich, dass die verwöhnten Bürger kein Gespür mehr für ihre eigene Situation mehr entwickeln können.

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wk03 13.02.2017, 16:02
62. En marche, mais où?

Zitat von t.h.wolff
Dieser Herr ist ein politischer Giftköder nach Art von Blair und Schröder. Es war doch gerade diese überzeugungslose "Neue Mitte", die Europa auf den Weg des Abstiegs geführt hat. So viele naive Jungwähler kann Frankreich doch nicht haben?
Das passt schon sehr gut. Nur, dass er gleich nach seinem Ausscheiden aus der Regierung gesagt hat, er sei nie links gewesen. Damit wollte er lieber weder an der linken noch der rechten Vorwahl teilnehmen. Er ist sowieso nie gewählt worden; immer ernannt.
Leider sind seine Anhänger tatsächlich "moderne" junge Leute. Und nach der unsäglichen Fillon-Pleite sieht man ihn im Establischment als letzte Chance. Also beten die Medien jetzt "Daumen drücken für unseren Emanuel" (nach "Daumen drücken für unsere Hillary"). Das Ergebnis könnte dasselbe sein: eine abgehobene Präsidentin. Allerdings wird sie die anschließenden Parlamentswahlen nicht gewinnen; es wird also eine bizarre "Cohabitation" geben. Frankreich droht fünf Jahre kraftloses Vegetieren.

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paysdoufs 13.02.2017, 16:05
63.

Zitat von thomas310
Ich bin Franzose und freue mich, dass endlich frischer Wind in die Politik reinkommt, der nicht gleichzeitig auch rechtsextremistisch oder linksutopisch ist! Ein Beispiel dafür wie man festgewachsene Fronten und ein dekadentes politisches Milieu erneuern kann!
Ich bin quasi-Franzose (darf aber nicht wählen...) und freu' mich zwar auch über das Erstarken einer politischen Mitte in FRA als Alternative zum ewigen links-rechts...
Aber Macron bleibt mir viel zu sehr im Vagen und Beliebigen. Wo bleibt sein eindeutiges Programm? Wo seine "mesure(s) phare"?

Dann doch lieber Fillon - der hat zwar menschlich enttäuscht, dafür aber wenigstens eine ernsthafte Analyse der Situation betrieben und schlägt daraus resultierende Massnahmen vor; die er im Gegensatz zu Fillon auch mit der Unterstützung von Assemblée und Senat wird durchsetzen können.

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paysdoufs 13.02.2017, 16:07
64. Bitte!

Zitat von hardeenetwork
Und frisches Blut für Frankreich bedeutet auch frisches Blut für Europa. Gegen Rechts für Europa und gegen die unsägliche "Politik" eines Mr. Trump. Mehr als nur ein Lichtblick am Horizont.
Le Pen hat absolut keine Chance auf einen Sieg im zweiten Wahlgang - es sei denn ein Weltwunder geschieht und Hammon oder Melanchon sind die Alternative zu ihr...

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Pierre30 13.02.2017, 16:08
65. Mit Macron hat Frankreich eine Chance

Er ist jung, gebildet, hat Ideen. Wie man erfährt, ist er wohlhabend. So darf man hoffen, dass er es nicht nötig hat, sich zu bereichern, sondern sich auf die Arbeit konzentrieren kann. Er könnte z.B. das absurde System beseitigen, wo ein Minister außerdem noch Bürgermeister sein darf, statt sich auf einen Job zu beschränken.

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passiflore 13.02.2017, 16:09
66.

Zitat von flytogether
Produkte, Service, Alltag - funktioniert halt einfach nicht 100%. Und folglich hat man auf dem Weltmarkt schlechte Karten. Gehen Sie mal auf eine französische Webseite dann verstehen Sie was gemeint ist. Jeder, der auf einer Tastatur rumklimpern kann......
Ich weiß nicht, in welchen Restaurants Sie reservieren, aber La Fourchette funktioniert eigentlich immer, wenn nicht: Rufen Sie doch einfach im Restaurant an, geht auch. Übrigens heißt es foie gras, nicht fois gras - na ja, auf dem Niveau bewegt sich wohl auch Ihre Landeskenntnis... und an Champagner geilen sich meistens Engländer, Deutsche und Amerikaner auf, wenn sie in einem zweitklassigen Strandrestaurant am Cap Ferrat sitzen.

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paysdoufs 13.02.2017, 16:14
67.

Zitat von gluecklich_woanders
...(1) der Mann ist jung, mitteilsam, und digital nicht gänzlich unbedarft. Das finden vor allem die jungen Leute gut, und was die Generation der 20-35-jährigen begeistert und umtreibt, ist hier ohnehin scheinbar hochgradig suspekt. (2) Die Mehrheit der Leute sorgt sich glücklicherweise viel mehr um die Zukunft der EU und den Erhalt des demokratischen Wertesystems "Europa", als um die Zuwanderung (...)
Ad 1 - Diese Generation hat ein geringes demographisches Gewicht (auch wenn es sich vor lauter Twitter hier und Facebook da vielleicht anders anfühlt); v.a. auch an der Wahlurne.

Ad 2 - Was macht Sie da so sicher? Warum sollte man annehmen können, dass das demokratische Wertesysteme unangetastet bleibt bei massiver, unselektierter Einwanderung von Menschen, denen diese Werte und dieses System völlig fremd sind?!

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option@l 13.02.2017, 16:15
68. Der letzte Heiland...

...als Präsident ohne Mehrheit im Parlament hieß Obama. Sein Erbe aus Dekreten wird Trump in 3 Monaten mit eigenen Dekreten neutralisiert haben. Ein Präsident mit soviel Machtfülle braucht eine starke, gut organisierte Kraft im Rücken, keinen Internet Fanclub mit vielen Likes. Das ist kein Winke-August wie Gauck oder jetzt Steinmeier, sondern entspricht eher unserem Bundeskanzler. Und wer kann sich einen Hofreiter oder Lindner mit einer Groko im Rücken vorstellen? Genau...

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e.pudles 13.02.2017, 16:16
69. Kommentar 60

Lesen Sie doch bitte die französische Presse und dann werden Sie dort finden, dass Macron sich keineswegs als Sozialist bezeichnet. Er verwahrt sich sogar auf härteste gegen dieses Einordnung.Er ist ungreifbar was eine Parteizugehörigkeit betrifft, somit hat er den Vorteil, er kann alle seine Gegenkandidaten kritisieren ohne seine eigene Partei direkt anzugreifen.

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