Forum: Politik
Frankreich: Zehntausende demonstrieren gegen Macron
REUTERS

Viele Franzosen sind zunehmend unzufrieden mit Präsident Macron. Gewerkschaften und linke Parteien riefen zu Demos im ganzen Land auf - und sprechen von 250.000 Teilnehmern.

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louhec 26.05.2018, 22:40
40. louhec

Macron ist dabei Frankreich zu sanieren nach Jahrzenten Verschwendungen und schwache politische Führung.
Dass es nicht ohne Reibungen und Reaktion einer kleinen Minderheit, die ihre überholten Vorteile nicht verlieren will ist doch ganz klar. Deswegen finde ich diesen Spiegel-Beitrag mit völlig orientierter und unobjektiver Sachverhalt, was mich als Franzose sehr wundert
In der Tat, und das werden sie Morgen in den sachkündigen Berichten lesen können, diese Kungebungen in über 100 Städten waren ein eklatanter Misserfolg, sowohl von den teilnehmenden Gewerkschaften und extremlinken Parteien. Die Anzahl der Teilnehmer war nicht mal 75 000 im ganz Frankreich, davon 31 000 in Paris, was das schlechteste Ergebniss der Kundgebungen in der Ära Macron ist

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gammoncrack 26.05.2018, 22:53
41. Das andere ist auch mir bekannt und

Zitat von gersois
Die 440 Mrd sind sicher Blödsinn, aber die Kontrolle über den CFA-Franc übt Frankreich schon aus und hat bei Euro-Einführung nicht an die EZB abgegeben, obwohl der CFA-Franc an den Euro gebunden wurde. Frankreich allein bestimmt die Währungsparität. Und die Despoten in den CFA-Ländern dürfen den Wahlkampf gewisser Poliker finanzieren als Ausgleich.
sicherlich kritikwürdig.
Mir ging es aber ausschließlich darum, dass hier wieder mit Zahlen jongliert wird, die hinten und vorne totaler Unsinn sind.

Und deswegen sollte man derartige Artikel, die ja vom Verlag bewusst mit Unwahrheiten bestückt werden, hier nicht zum Besten geben.

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hnoi 26.05.2018, 23:00
42. Klar ...

Zitat von Trevor Philips
Aber demonstrieren dürfen die Leute doch noch wenn es ihnen nicht passt was Macron da veranstaltet, oder? Was der Hinweis auf das Wahlergebnis soll ist auch noch nicht so ganz klar, 1/3 der Bevölkerung waren also schon mal gar nicht begeistert, ein guter Teil dürfte ihn dann noch gewählt haben um Le Pen zu verhindern. Das Wahlergebnis bedeutet ja auch nicht das alle auf ewig mit Macron zufrieden sein müssen, oder? Nibelungentreue bis zur Selbstaufgabe findet man meist auf der anderen Seite des Rheines.
Sie dürfen demonstrieren, so oft und so lange sie wollen.

Aber dieses reflexhafte Behauptungen, er regiere gegen das Volk nur weil ein paar Leute demonstrieren, geht mir gegen den Strich.

Wennn landesweit Millionen gegen seine Politik demonstrieren, dann kann man davon vielleicht reden ...

Im Übrigen macht der Mann wohl nur das, was er vor der Wahl auch angekündigt hat.

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harzinger 26.05.2018, 23:07
43. Da fehlt doch etwas.

Warum wird eigentlich nicht im Artikel erwähnt das es im Vorfeld zu Verhaftungen kam? Also wenn in Russland Teilnehmer an illegalen Protesten verhaftet werden ist der Aufschrei unserer Medien doch immer ganz groß. Hier gab es eine genehmigte Demonstration und es wurden einfach Menschen verhaftet und nichts?

Also schönen Gruß an die Doppelmoral.

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Reinhardt Gutsche 26.05.2018, 23:22
44. Deutsch-französische Legenden

Zu den hartäckigsten Legenden im elektronischen Stammtisch gehört die Vorstellung von einem drastischen wirtschaftlichen Unterschied zwischen einem faulen, innovationsträgen und unproduktiven Frankreich voller Sozialprivilegien für seine Beamten und einem fleißigen und produktiven Deutschland mit maßvoller Sozialpolitik. Allerdings werden diese Legenden durch die Zahlen nicht gestützt. Ein Produktivitätsvergleich 2015 nach BIP/Arbeitsstunde ergibt mit 55 € (nach Kaufkraftparität) einen Gleichstand zwischen Deutschland, USA und Frankreich (Quelle: OECD), die damit mit Abstand die Spitzengruppe unter den G20 bilden. Bei anderen Parametern liegen die Unterschiede zwischen F und DE im Bereich einer quantité négligeable: Bei einem EU-Durchschnitt 40,1 beträgt die durchschnittl. Wochenarbeitszeit in F 40, in DE 39,9 h (Eurostat, LFS). Die durchschnittl. Jahresarbeitszeit beträgt in F 1479 und in DE 1393 h (OECD). Die Zahl der Urlaubstage und Feiertage beträgt in DE 37 und in F 33 Tage (Statistika 2017). Das tatsächliche Renteneintrittsalter liegt in DE bei 61,7 und in F bei 59,3 Jahren. Der Produktivitätsindex beträgt für F 113 und für DE 105 Punkte (tradingeconomics). Der Anteil der armutsgefährdeten Bevölkerung beläuft sich in DE auf 16,7 % und in Frankreich auf 13,6 %.
Zu den Beamtenprivilegien: DE gehört zu den weltweit wenigen Industrieländern, wo Beamte gar keine Beiträge in die Pensionskasse zahlen und in denen die Pensionsansprüche der Beamten fast doppelt so hoch sind wie die der gesetzlich Rentenversicherten. Diese Kombination ist international einzigartig (OECD). Im Gegensatz zu allen übrigen EU-Ländern (außer Lux) sind sie budgetfinanziert und für viele Analytiker eine Zeitbombe. In F genießen ça 15 T. Spitzenbeamte mit Mondgehältern, luxuriösen Gratiswohnungen usw. in der Tat exorbitante Privilegien. Sie anzutasten wird sich Macron aber schwer hüten, ganz im Gegenteil- Für alle übrigen „fonctionnaires“ im Öffentlichen Dienst ist die Altersversorgung sehr mit denen in DE vergleichbar.

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walter_de_chepe 27.05.2018, 01:27
45. Wer ist Macron?

Bei Macron stimmt vieles nicht: die Biographie, der Aufstieg, die Unterstützer. Die ganze Person passt nicht zur Rolle und Karriere. Ich halte ihn für einen Strohmann.

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hevopi 27.05.2018, 05:38
46. Wer die Wirtschaft in Frankreich kennt,

wußte schon in der Hochphase Macrons, was jetzt passiert. Die Unternehmen in Frankreich haben durch die starken Gewerkschaften keine Chance, wenn es mal bergab geht, denn der Abbau von Mitarbeitern ist fast unmöglich. Es ist immer schlimm, wenn man Mitarbeiter entlassen muß, aber welche Chance hat man, wenn die Einnahmen dramatisch fallen? Also den Konkurs anmelden (kostet alle Arbeitsplätze) und ausländische Unternehmen so verunsichern, dass sie lieber nicht in Frankreich investieren. Durch die Änderung dieser völlig verkorksten Politik vorher, haben die Menschen in Zukunft wieder eine Chance.

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seine-et-marnais 27.05.2018, 08:34
47. Und leise plätschert das Mittelmeer

Jean-Luc Mélenchon hat in Marseille demonstriert, 'seiner' Stadt in der er Abgeordneter ist. Und es war ein Flop. Er erinnert mich an den Film der vor einigen Jahren ein grosser Erfolg war 'Brice de Nice'. Der gute Brice aus Nizza stand am Mittelmeer und wartete mit seinem Surfbrett pausen- und ergebnislos auf Wellen wie am Atlantik. Genauso wie Mélenchon mit seiner 'Marée humaine' auf eine Flut wartet, nur Gezeiten die gibt es nicht am Mittelmeer, da hätte er am Mont Saint Michel demonstrieren müssen.
Ich persönlich bin politisch gegen Macron, habe im September Bastille-Republique hinter Mélenchon gemacht und bin diesmal nicht mehr hingegangen. Warum? Schon im September habe ich mich beteiligt aus Protest gegen Macrons Politik und nicht um Mélenchon zu unterstützen. Aber seitdem benimmt sich Mélenchon pausenlos daneben mit seinem Corbière, Coquerel oder seiner Autain, Obono oder Girard. Sie machen Spektakelpolitik, geben sich islamistophil, und man hat das Gefühle dass ihnen nicht die Menschen in Frankreich wichtig sind, sondern die 'Reinheit' ihrer Ideologie, sprich Revolution durch die 'revolutionäre Masse' der Migranten. Das hat nichts mehr mit 'humanitärer' Politik zu tun, das ist eine andere Form der Ausbeutung des Elends, des Unbehagens weiter Bevölkerungskreise.
Hätten die Gewerkschaften alleine aufgerufen, und Mélenchon nur zur Unterstützeung, dann hätte ich mitdemonstriert, denn Gewerkschaften brauchen wir nun mal zur Kontrolle und zur Interessenvertretung für Arbeiter und Angestellte. Aber einen narzistischen Mélenchon der sich als der unnachahmliche Oppositionsführer sieht, das ist mir doch zuviel. Und den Rest hat mir gegeben als er beim Fête à Macron einen Protest gegen Macron für eine Zustimmung für seine Politik aufwerten wollte. Mélenchon ist der ideale 'Oppositionsführer' für Macron, das ideale Schreckgespenst. Wenn Mélanchon so weiter macht wie bisher dann vertreibt er die letzten Wählerschaften der 'populären Klasse' nach rechts wenn sie eine Opposition suchen weil sie nicht mit Macrons Politik einverstanden sind. France Insoumise ist leider nicht mehr der Vertreter einer 'linken' einer 'sozialen' aufmüpfigen Politik, sie steht für verknöchertes Besserwissen. Mélenchon der im Präsidentschaftswahlkampf sehr gut aufgetreten ist, etwas verkörpert hat, ist nichts mehr als ein grantiger besserwisserischer Parteikader.

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seine-et-marnais 27.05.2018, 08:42
48. Stimmt

Zitat von gersois
Und die Despoten in den CFA-Ländern dürfen den Wahlkampf gewisser Poliker finanzieren als Ausgleich.
Nur Frankreich garantiert gewissen Despoten in seiner Rolle als 'Gendarme Afrikas' das Überleben. Und schlimm wird es wenn wie zB in der Elfenbeinküste vor rd 10 Jahren UMP und PS verschiedene Favoriten hatten. Was dem einen sein Ouattara war, war dem anderen sein Gbagbo. Da gab es einen Bürgerkrieg mit einer Zweiteilung des Landes, und Frankreichs Armee war da auch stationiert um die Bürgerkriegsarmeen auseinanderzuhalten.

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OhMyGosh 27.05.2018, 13:00
49.

Marine verhindert, "Jupiter" bekommen. So weit, so ungut. Denn Manu hat die Penunzen für seinen gigantischen Wahlkampf selbstredend NICHT von "Bibi" bekommen. Manu ist das "Cheval de Troie" einer feinen kleinen Clique, die sich nicht in die Kärtchen schauen lässt und nun von ihrer "figure de proue", ihrer Galionsfigur entsprechende Gegenleistung erwarten. Und zwar "sans autre forme de procès" - der Président de la République ist schließlich nicht zum Federlesen von ihnen ins Rennen geschickt worden, die Herrschaften wollen weiterhin fleißig ihre Coupons schneiden. Ainsi soit-il.

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