Forum: Politik
Frankreichs Konservative und Deutschlands SPD: Das Sterben der Dinos
JACQUES DEMARTHON/AFP

Nicht zufällig muss der Chef der französischen Konservativen zeitgleich mit der deutschen SPD-Vorsitzenden zurücktreten. Die Altparteien sind überall in Europa in der Bredouille.

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ruhepuls 04.06.2019, 08:02
10. Reale Bedürfnisse?

Zitat von Der_Theo
Die "Altparteien" haben halt den Kontakt mit dem Buerger, und damit das Verstaendnis zu den realen Bedurfnissen, verloren. Wann hat sich das letzte mal ein Regierungsmitglied eine Fahrkarter der DB gekauft und ist regional in 2ter Klasse gefahren. Wann hat sich ein Bundestagsabgeordneter zuletzt in ein Postamt begeben um eine Einzahlung vorzunehmen. Usw. Hier fuehlt man den Puls der Leute.
Vergleichen Sie einmal die "realen Bedürfnisse" von heute mit dem realen Leben vor 50 Jahren. Da klafft in der Tat etwas, nämlich die gestiegenen Ansprüche. (Damals fuhren übrigens Regierungsmitglieder im Sonderwagen. Und wer zahlt heute noch in einem Postamt etwas ein?)

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Makrönchen 04.06.2019, 08:02
11. Parteiendemokratie

Ich frage mich, ob die politische Willensbildung ausschließlich durch Parteien nicht sowieso gescheitert ist. Wer findet heutzutage noch Parteien, die im kompletten Spektrum seinen eigenen Vorstellungen entsprechen.
Mein Vorschlag: Lasst über Sachthemen abstimmen.
Wer derzeit die Klimapolitik als das wichtigste Thema ansieht, wählt die Grünen. Wer keine Migration nach Europa will, wählt AfD. Fast keinen interessiert (bzw. wird sich damit identifizieren), was diese Parteien auf anderen Politikfeldern wollen. Früher gab es mal die Piraten, die gewählt wurden als Netzthemen als wichtig angesehen wurden. Für die Positionen, die sie in anderen Politikfeldern vertreten, gibt es aber schon die Linken.
Wen wählt z. B. jemand, der Klimapolitik will aber keine Migration?
Deshalb muss bei den großen Fragen der Wähler das letzte Wort haben. Natürlich muss man dann was für politische Bildung tun. Natürlich muss man den Bürger dann ernst nehmen und um seine Zustimmung werben. Mit ehrlichen Argumenten und nicht mit Polemik oder Ideologie oder Moralisierung. Und natürlich muss man regelmäßig fragen und nicht nur punktuell. Denn dies würde nur zu Denkzettelabstimmungen führen, die allgemeine Unzufriedenheit ausdrücken aber nicht am Sachthema orientiert sind.

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jjcamera 04.06.2019, 08:10
12. Demokratisierung der Politik

Macron war ein erstes Zeichen dafür, dass sich die Parteiendemokratie auf ihr Ende zubewegt. Die Zeiten von unverrückbaren Ideologien, von links und rechts sind vorbei. Schon bald werden überall auf der Welt Expertenregierungen entstehen, die mit Fachkompetenz statt mit gebetsmühlenartig wiederholten Glaubenssprüchen aus der Vergangenheit glänzen. "Fraktionstreue kommt vor Vernunft", wird dann der Vergangenheit angehören.
Die Digitalisierung hat entscheidend zu dieser Veränderung beigetragen.
Ohne Parteien wird Politik zwangsläufig modernen, kompetenter, beweglicher, realistischer und vernünftiger gemacht. Ich freue mich auf die einzig wahre Demokratisierung der Politik.

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ruhepuls 04.06.2019, 08:11
13. Sind wir alle Sozis?

Zitat von onkelzahm
Um Deutschland Sozialdemokratie mach ich mir keine Sorgen. An sich lebt der Geist der Sozialdemokratie in jedem von uns. Deswegen werden die Menschen sich immer nach dem Original sehnen. Mag sein, dass die SPD zur Zeit in einer schwierigen Lage sich befindet, aber sie wird wieder aufstehen. Ferner hat die SPD fast alle Parteien dieser Republik (sei es die Grünen oder die FDP oder die Union) sozialdemokratisch gezähmt. Seien wir ehrlich: wer war die treibende politische Kraft für die notwendigen und wichtigen Reformen in den letzten zwanzig Jahren in dieser Republik? Eindeutig die SPD
Wohl kaum. Der Geist der Sozialdemokratie beruhte auf dem Ideal gelebter (!) Solidarität. Die Gemeinschaft stand im Mittelpunkt. Heute aber versteht man unter Solidarität immer nur die Solidarität der anderen. Wie heißt es so schön: "Die Menschen sind ja so egoistisch. Alle denken nur an sich, keiner denkt an mich. Bloß ich..."

Die Sozialdemokratie stirbt, weil ihr Ideal für die meisten von uns kein Ideal mehr ist. Die Gemeinschaft ist so lange gut, wie sie gibt. Das Verhältnis des Einzelnen zur Gemeinschaft (und zur Politik) ist heute das eines Kunden zum Anbieter: Solange einem die Sonderangebote gefallen, wird gekauft. Wenn nicht, geht man zum nächsten Supermarkt.

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schmidthomas 04.06.2019, 08:13
14. Der Terminus "Altparteien" ist hier zutreffend, ....

Zitat von JSorel
Echt jetzt? Die Altparteien? Warum bedient sich der Autor eines Ausdrucks, den die Afd aufgebracht hat?
wenn man sich die Entwicklung, der in der Berichterstattung genannten Parteien anschaut. Nur weil die AfD diesen Begriff benutzt, muss er noch lange nicht falsch sein. Sollen alle Wörter, welche von den Nationalsozialisten benutzt wurden, tabu sein und wer bestimmt darüber?
Ach so, schönen Gruß noch an die anderen Kollegen der Sprachpolizei.

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mitverlaub 04.06.2019, 08:14
15. Ach mein Gott,

jetzt wollen auch noch einige Foristen hier sich als Sprach- und Denkpolizisten aufführen und mir das Wort "Altparteien" verbieten. Nein, ich lasse mir den Begriff nicht verbieten, weil er genau das besagt, was es ist. Also, die Altparteien haben ein riesiges Personalproblem. Es sind fast nur noch Dummschwätzer am Werke, die sich in einer Endlosschleife von "wir müssen, wir sollten, wir fordern usw." verheddern, aber keine Taten folgen lassen. Frau Merkel läßt sich in Amerika belobigen für das, was sie hier angerichtet hat. Wie marode die Infrastruktur ist, interessiert unsere Politiker nicht. Man läßt sich, von einem kleinen Mädchen Greta, in die Klimahysterie treiben, statt den Kindern zu sagen, sie sollen freitags in die Schule gehen und sich die Erdgeschichte und den ständigen Jahrmillionenfachen Klimawandel, noch bevor die Menschen diesen Erdball bevölkerten, erklären lassen. Es gibt eben in diesen Altparteien niemanden mehr, der Helmut Schmidt, Willy Brandt oder Adenauer das Wasser reichen können. Hätten wir nach dem 2. Welt-Krieg in Europa, besonders in Deutschland und Amerika solche Luschen an den Schalthebeln gehabt, wie wir sie heute haben, Deutschland wäre untergegangen.

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marinero7 04.06.2019, 08:18
16.

Zitat von KommenTaTorte
Lieber Herr Blume, bitte bitte bitte - korrigieren Sie ihre Begrifflichkeiten. Falls das ein Versehen war, okay. Falls das bewusst war, lassen Sie es nicht unerklärt. "Altparteien" ist ein Kampfbegriff der AfD, durch diese genutzt und etabliert. Früher als Kampfbegriff der NSDAP in der Weimarer Republik genutzt. Sicher, es gibt auch eine neutrale Bedeutung ("etablierte Parteien"), aber die ist einfach nicht vorherrschend. Ich hoffe, Sie beherzigen das.
Vielleicht besser von "Gebraucht-Parteien" schreiben? Oder Oldtimer-Parteien?

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Freifrau von Hase 04.06.2019, 08:28
17.

Zitat von mitverlaub
Also, die Altparteien haben ein riesiges Personalproblem. Es sind fast nur noch Dummschwätzer am Werke
Alice Weidel, Bernd Höcke, Alexander Gauland....merken Sie was?

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cave68 04.06.2019, 08:32
18.

Zitat von ruhepuls
Früher war ja bekanntlich alles besser. Nur leider bleibt die Zeit nicht stehen. Europa erlebte einen jahrzehntelangen wirtschaftlichen Aufstieg, der zu Massenwohlstand - und Massenansprüchen - führte. Dieser war nur möglich auf Kosten der Umwelt - und durch immer mehr "Effektivität" in der Produktion. Jetzt bekommen wir die Quittung dafür. Solange ein paar "Prinzen" im Luxus lebten, kam der Planet damit zu recht. Aber mit Millionen Prinzchen und Prinzessinnen, die mit ihren Kutschen herumfahren, in Urlaub fliegen und auch sonst nicht schlecht leben, ist der Planet überfordert. Und jedes Jahr mehr Wohlstand (idealerweise bei schrumpfenden Arbeitszeiten) ist auch nicht möglich. Also kann die Politik die Wunschzettel (Ansprüche) der Leute nicht mehr erfüllen. Und da die Altparteien nun mal regieren, werden sie dafür abgestraft: Das Christkind hat nicht geliefert, was bestellt wurde. Nun soll es der Weihnachtsmann (die "Neuparteien") besser machen, wie schon einst in der Weimarer Republik. Nur, der Weihnachtsmann kann nur im Märchen zaubern. In der Realität verwandelt er sich dann in Knecht Ruprecht mit der Rute. Aber wer lernt schon aus der Geschichte?
besser kann man es nicht auf den Punkt bringen.
Vergleiche ich die heutige Zeit mit meiner Jugend (Ende 70er,80er) so hat sich der Wohlstand rasant ausgebreitet (nur mal als Beispiel die Anzahl der privaten PKWs oder die Tatsache dass wir immer noch Reiseweltmeister sind).
Aber da der Wohlstand in der Masse den einzelnen nicht mehr abhebt hat Genosse Neid die Zufriedenheit abgelöst.
Und kaum kommt mal eine kleine "Wohlstandsdelle" wird gleich der Weltuntergang prognostiziert....und Schuld sind natürlich die Parteien.

Früher war wirklich alles besser...oder besser eines:Das geringere Anspruchsdenken...und die grössere Zufriedenheit.

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hans_olo_ 04.06.2019, 08:33
19. Begrifflichkeit

Was ist denn mit dem Spiegel passiert? Altparteien? Das ist alte NSDAP Sprechweise und nun der AFD.

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