Forum: Politik
Frankreichs neuer Präsident: Im Ausland hui, daheim na ja
REUTERS

Weltweit jubeln seine Fans - doch zu Hause häufen sich die Probleme: Emmanuel Macrons Umfragewerte sacken ab. Daran ist er selbst schuld.

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schwaebischehausfrau 01.08.2017, 17:02
50. Obama 2.0 reloaded...

Die "Größe" von Macron beruht ganz offensichtlich eher in den völlig überladenen Hoffungen nach einem neuen Heilsbringer im Ausland. Um so mehr, nachdem die "Lichtgestalt" Obama (der erste Mensch, der einen Friedensnobelpreis nicht für irgendwelche Taten bekommen hat, sondern nur weil man sich von ihm Taten erhoffte) nicht mehr da ist. Was soll Macron denn jetzt machen - weiter soziale Wohltaten verteilen? Für eine zwischenzeitliche "Verstaatlichung von Werften" hätte man auch keinen Regierungswechsel gebraucht, das hätte auch der Sozialist Hollande hinbekommen. Und sobald Macron irgenwo streicht, um den Haushalt zu konsolidieren, ist's auch wieder nicht recht. Hat irgend jemand ernsthaft geglaubt, die Mentalität einer ganzen Nation mit ihrem "Wasch mich, aber mach mich bitte nicht nass dabei"-Syndrom würde sich über Nacht ändern und Einsicht für dringend benötigte und sehr schmerzhafte Reformen einkehren, nur weil man einen neuen Präsidenten erfolgreich machen wolle? Macron landet eben kurz nach seiner Wahl hart in der Realität. Schulz ist glücklicherweise schon vor der Wahl dort wieder gelandet.

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seine-et-marnais 01.08.2017, 17:03
51. Vorsicht bei Eigentoren

Zitat von gersois
Wenn der alte Generalstabschef vor einer Kommission der Nationalversammlung gesagt haben soll „Je ne me laisserai pas baiser comme ça“, was man durchaus mit „Ich werde mich so nicht f*cken lassen“ übersetzen kann, so kann er gar nicht hart genug dafür öffentlich gemaßregelt werden! Aber für viele Franzosen, Pressekommentatoren und Meinungsmacher sind die Streitkräfte immer noch eine heilige Kuh. Die Kampagne gegen Macron hat erst danach richtig angefangen.
Interessant war die Erklärung im Canard enchaîné vom letzten Mittwoch. Der General de Villiers war das Bauernopfer. Newcomer in Bercy Gerard Darmanin hat zu schnell die Budgetpläne ausgeplappert. Und da man Darmanin nicht feuern konnte, schliesslich ist er eine LR-Eroberung, musste ein anderer dran glauben. Und das Ganze wurde vom Elysée so hochgespielt. Was dabei herauskam war ein hübsches Eigentor Macrons im Hôtel de Brienne, denn die Autoritätsdebatte hat ihm gewaltig geschadet. Das wirkliche Problem ist doch dass nun gewaltsam die 3% erreicht werden sollen, da gab es das Problem mit der Muette, die eben aufbegehrte, da gibt es ein gewaltiges Problem mit der Miethilfe APL und deren genereller Kürzung. Ein Staat lässt sich eben nicht mit Gewinn- und Verlustrechnungen kaufmännisch führen, da kommen viele andere Faktoren ins Spiel, vor allem bei den Regalministerien wie Verteidigung, Inneres oder Justiz.
Fazit: Macron hat da geglänzt wo es fromme Absichtserklärungen gab, Händeschütteln und 14. Juli mit Trump, Händeschütteln mit Putin, freundliches Foto vom G20. Sobald es aber konkret wird kommt er ins Rutschen, Budgetkürzungen, Führung seiner Bewegung, STX oder GM&S bei der Arbeitsplatzerhaltung. Was nun die Führung seiner 370000 I-like-it-Mitgliederbewegung angeht, da haben die Probleme gerade erst begonnen. Und die Hau-Ruck-Arbeitsmarktreformen per Ordonnanz kommen wohl im September, wenn alle aus dem Urlaub zurück sind. Die Frage stellt sich langsam ob Macron das Meistern kann was er als Zauberlehrling da ausgelöst hat.

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Ungarn 01.08.2017, 17:06
52. Macron ?

Über den frz Präsidenten darf man nicht enttäuscht sein ! Denn die " Hyperpräsidentenschaft " ist sozusagen eben in die Verfassung der V. Republik eingemeißelt, und am besten von Emmanuel Macron personifiziert !
Man brauche nur an de Gaulle oder an Mitterand zu denken, wie Sie es so gut schreiben.
Aber auch an die " Verstaatlichung der STX-Werften " in St-Nazaire, ein politisch-ökonomischer Hebel, der so gern von den erwähnten Präsidenten gebraucht worden ist, aber der oft parallel zu einer " dévaluation " des ehemaligen Francs gegangen ist... Denn frisches Geld gibt es doch nicht in der Kasse, da Frankreich auf zig Millarden Schuldenhaufen sitzt ! Und Macrons ökonomisches Programm besteht nur darin, immer den Mittelklassen Geld aus der Tasche nehmen, z.B. mit der versprochenen Maßnahme, die Wohnsteuer für 80% der frz Bürger einfach wegzuschaffen : eine riesengroße Lücke für die Gemeinden, die ihre eigenen Steuern einfach erhöhen wollen, die hauptsächlich von den Mittelklassen bezahlt werden ! Wenn man darüber hinaus daran denkt, dass nur 42% der Franzosen direkte Steuern zahlen ! Frankreichs Zukunft sieht gar nicht rosig aus, und der kommende Herbst wird sozial bestimmt heiß sein ...

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w.weiter 01.08.2017, 17:06
53. Viel versprochen,

noch nicht geliefert. Eher zurückgerudert.
Der Herr kommt aus "edlem Stall", der ist mit der
"Haute wo Laute" aufgewachsen.
Die berühmt/berüchtigten "100 Tage im Amt"?
Schonfrist für Politiker?
Nicht mehr in der heutigen Zeit. Die ist schnellstlebig.
Die Politiker haben ihr gut (oder schlecht) Teil daranschuld.
Twitter, facebook, andere social medias.
Tja, dann wird es schnell versemmelt, die Umfragewerte
gehen in den Keller. Selbst schuld.
Und wer muß es, wieder einmal, ausbaden? ............
Egal, Le Vent Nous Porteras.

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behemoth1 01.08.2017, 17:06
54. Punkten

Es ist eben gar nicht so leicht und das noch auf so kurzer Zeit Punkten zu können, es kann und hat nicht jeder das Format eines G Schröders, der es auch bis zu Ende durchgezogen hat.
Obwohl Herr Macron doch erst seit sehr kurzer Zeit im Amt ist, so sollte man ihm doch erst einmal arbeiten lassen.

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behemoth1 01.08.2017, 17:15
55. Punkten

Es ist eben gar nicht so leicht und das noch auf so kurzer Zeit Punkten zu können, es kann und hat nicht jeder das Format eines G Schröders, der es auch bis zu Ende durchgezogen hat.
Obwohl Herr Macron doch erst seit sehr kurzer Zeit im Amt ist, so sollte man ihm doch erst einmal arbeiten lassen.

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seine-et-marnais 01.08.2017, 17:26
56. Präsident des Couac40

Zitat von ssissirou
Informieren Sie uns auch, wieviel die bevorstehende Kürzung der Vermögenssteuer den französischen Staat kosten wird und wieviel Flaschen Champagner die Superreichen dann mehr saufen können?
Die APl-Kürzung ist idiotisch aus zwei Gründen, da sie zeitgleich mit einer Kürzung der Vermögenssteuer laufen soll, und da man das Pferd von hinten aufgezäumt hat, eine Kürzung und anschliessend will man eine (gerechtfertigte) grundlegende Reform der Mietbeihilfen machen.
Das Problem ist auch ein EU-Problem, zB Google weigert sich über eine Milliarde an Steuern in Frankreich zu zahlen. Solange nicht die Steueroasen wie Luxemburg und Irland, aber auch Malta und die Niederlande oder Belgien trocken gelegt werden, muss ewig der 'Kleine' dran glauben, denn nur an den kommt man ran und der muss dann für Infrastruktur und Verteidigung und alles und nochmal alles zahlen.
Anderes Beispiel, Frankreich gibt 1,5 Milliarden für die U-Bahn in Abidjian, aber gleichzeitig herrscht am Gare de Montparnasse in Paris das helle Chaos weil zuwenig in die vorhandene Infrastruktur investiert wird.
Es sind diese Punkte für die der Bürger kein Verständnis mehr hat. Spasshaft wird Macron ja jetzt "Präsident des couac40" genannt , CAC40 und jede Menge anfechtbarer Entscheidungen.

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gammoncrack 01.08.2017, 17:28
57. Sie müssen sich doch auch nichts erinnern.

Zitat von mostly_harmless
Interessant. Sie denken ernsthaft, Merkel hätte irgend etwas mit der positiven wirtschaftlichen Entwicklung der letzten Jahre zu tun? Da würd mich denn doch interessieren, was konkret Sie für die Ursache halten. Ich erinnere mich jedenfalls an NICHTS, was die Kanzlerin dazu beigetragen haben sollte.
Schauen Sie sich mir die Zufriendenheit der Deutschen bei Schröder's Regierungsende und die jetzige in Deutschland an, dann zeigen Sie doch einfach einmal den Zeitpunkt, an dem hier 82% der Menschen zufrieden waren.

Natürlich alles Zufall und hat mit Merkel überhaupt nichts zu tun. Alles Ergebnisse der Agenda 2000.

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behemoth1 01.08.2017, 17:34
58. Punkten

Es ist eben gar nicht so leicht und das noch auf so kurzer Zeit Punkten zu können, es kann und hat nicht jeder das Format eines G Schröders, der es auch bis zu Ende durchgezogen hat.
Obwohl Herr Macron doch erst seit sehr kurzer Zeit im Amt ist, so sollte man ihm doch erst einmal arbeiten lassen.

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matbhmx 01.08.2017, 17:34
59. Macron erlebt nichts anderes als ...

... den Grundsatz des "Macht korrumpiert"! Und in Frankreich gilt das ganz besonders, weil alle Franzosen, insbesondere aber die so genannten Elite Frankreichs sich nie von den Weltmachtträumen alter Zeiten verabschiedet haben. Und deswegen lebte sich schon Hollande als Sozialist (als Sozialist!!!!) im Gestus Louis XIV. aus, betrieb die Staatsgeschäfte einer Monarchie! Und Macron macht dasselbe. Die Staatsempfänge in Versailles sind unter Berücksichtigung der sozialen und wirtschaftlichen Situation Frankreichs nur eins: An Lächerlichkeit nicht zu überbieten. Ein kleiner Tipp zum Sparen an Macron: Schafft die peinlichen und reichlich teuren Militärparaden ab. Sowas gehört nicht mehr in die heutige Zeit, es sei denn, in Diktaturen. Frankreich und seine Politiker müssen endlich mehr Demut entwickeln.

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