Forum: Politik
Frankreichs Präsident Hollande: Fehlbesetzung im Elysée
AFP

Bauern gehen auf die Barrikaden, Unternehmer verweigern Beiträge, Fußballprofis drohen wegen der Reichensteuer mit Streik: In Frankreich herrscht Krisenstimmung. Präsident Hollande verliert an Ansehen und Autorität.

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fatherted98 31.10.2013, 15:57
100. Frankreich wird....

...das zweite Italien. Die Franzosen haben einfach keinen Bock zum arbeiten...wer mal in einer französischen Firma die ausgedehnte Mittagspause erlebt hat...die fast unmittelbar an das Frühstücks Croissant anknüpft und dann vom Absacker am Nachmittag begeleitet wird...der wundert sich das da drüben überhaupt was geht....

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berpoc 31.10.2013, 16:00
101. :)

Zitat von skywalker1609
wenn Sozialisten eine ( noch ) führende Industrienation im Herzen Europas regieren... Sollte allen linkspopulistischen Politikern in unserem Lande zu denken geben und erklärt mehr als deutlich warum die Menschen hier Mutti wählen...
Sie glauben unsere (relative) wirtschaftliche Prosperität habe mit Frau M. zu tun?
:)

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ichbins777 31.10.2013, 16:03
102. Versicherung

Zitat von karl-der-gaul
Mal überlegen wie viele Jahre ein Sportler aktiv sein kann, eine Karriere kann durch Verletzung enden oder werden von jüngeren ersetzt. Die Spieler müssen in einer beschränkten zeit ihr Geld verdienen und Hollande hat kein moralisches recht auf 75% steuern.
Jeder Spieler wird dementsprächend versichert oder er versichert sich selbst.

Berufsunfähigkeit kann jeden treffen.

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newbie99 31.10.2013, 16:08
103. Fazit: Klassenkampf-Getöse hilft nicht!

Für den echten Klassenkämpfer ist ein Gehalt über 1 Mio. € ohnehin schon ein Verbrechen. Jenseits solcher Plattitüden zeigt sich hier das eigentlichen Problem. Wer einige mehrere Millionen € verdient, muss künftig den größten Teil seines Einkommens i. F. v. Steuern abgeben. Da kommt es zu Widerständen. Viele werden geeignete Maßnahmen ergreifen, dass sie für den frz. Staat halt nicht unbedingt viel mehr als 1. Mio. verdienen. Andere verzichten halt auf die frz. Staatsbürgerschaft oder nutzen ihre Popularität, um Druck auszuüben. Eine große Ausweitung der Steuereinnahmen zumindest stet kaum zu erwarten. Stattdessen kommt es zu Abwanderungen oder anderen Gegenreaktionen, die der frz. Wirtschaft teuer zu stehen kommen werden. Auch wenn die Klassenkämpfer der Ansicht sind, dass jeder "über" ist, der so ein Gehalt kassiert. Man wird feststellen, dass das halt nicht so ist. Aber das ist ja so schön sozial gerecht. Und so geht man halt unter, aber wenigstens sozial gerecht!

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dunham 31.10.2013, 16:08
104. türlich türlich

Zitat von sysop
Bauern gehen auf die Barrikaden, Unternehmer verweigern Beiträge, Fußballprofis drohen wegen der Reichensteuer mit Streik: In Frankreich herrscht Krisenstimmung.
Das ist gleich mehrfach falsch: die lauten der reichen Franzosen wollen ihren Beitrag nicht bezahlen. Die Bauern ihren Anteil auch nicht. Das war immer schon so und wird immer so sein, weil Jammern unter Reichen zum Geschäft gehört. Keine Meldung wert.

Es kommt nun darauf an, was die Presse daraus macht. Ich nehme an, Hollande wird weiter totgeschrieben, tritt zurück oder verliert die nächste Wahl. Wenn Bauern, Unternehmer und Fußballer nicht zahlen, dann zahlen Kleinverdiener, Sozialhilfeempfänger, Alleinerziehende und bei Ersteren knallen die Sektkorken.

Dann sind die Reichen wieder still. Und wir wissen, warum sich die linke Mehrheit im Bundestag nicht traut, den Wählerauftrag auszuführen...

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dale_gribble 31.10.2013, 16:19
105.

Zitat von rulamann
Kein Mensch braucht einemillion Euro Jahresgehalt, sowas ist schlicht unverschämt, das hat nichts mit Neid zu tun das nennt man Gerechtigkeit.
Es liegt, GOTT SEI DANK, nicht in Ihrem Verantwortungsbereich was irgendjemand "braucht" oder nicht!

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skywalker1609 31.10.2013, 16:21
106. Linksverhinderung

Zitat von berpoc
Sie glauben unsere (relative) wirtschaftliche Prosperität habe mit Frau M. zu tun? :)
Eher damit, dass mit der Wahl von Frau M. verhindert werden kann die Eskapaden der Sozialromantiker zu vermeiden, welche über kurz oder lang eben diese französischen Verhältnisse zu uns überschwappen lassen würden...

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tubelayer53 31.10.2013, 16:29
107.

Zitat von sysop
Über der V. Republik liegt ein Hauch von Revolte: In der Bretagne gingen Bauern und Lkw-Fahrer gegen die Ökosteuer auf die Barrikaden, auf dem Kopf die rote Phryger-Mütze der Jakobiner. Nach Straßenschlachten mit der Polizei wurde das Gesetz gekippt. Zuvor hatten die Unternehmer gegen eine Abgabenerhöhung auf ihre Profite demonstriert - mit Erfolg. Und höhere Abzüge bei Lebensversicherungen und Bausparverträgen wurden nach Protesten der Bevölkerung zurückgenommen.
Frankreich ist das neue Griechenland !

Eine Oberklasse, die sich die Taschen vollmacht, kombiniert mit der allseitigen Unfähigkeit zu Weitsicht und Reformen. - Schlimm ist daran vor allem, dass Frankreich so viel größer ist - und stärker verwoben mit Deutschland: Griechenland war ein Klötzchen, Frankreich ist nun auf dem Weg zum Mühlstein am Bein von Deutschland.

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Red Herring 31.10.2013, 16:37
108.

Zitat von Spiegelkritikus
[...] Dann kommt der Punkt, wo wie immer Deutschland einspringen muss, genauer: die deutschen Steuerzahler. Da dürfte es kein Problem geben, Frankreich ist noch wichtiger als Griechenland oder Portugal. Deutschland steht bereit, Monsieur Hollande, die Eurozone wird gerettet, koste es, was es wolle!
Die Eurozone wird kaputtgelabert, das ist auch schon alles.

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analysatorveritas 31.10.2013, 16:39
109. Jetzt wird's spannend!

Zitat von sysop
Bauern gehen auf die Barrikaden, Unternehmer verweigern Beiträge, Fußballprofis drohen wegen der Reichensteuer mit Streik: In Frankreich herrscht Krisenstimmung. Präsident Hollande verliert an Ansehen und Autorität.
Wie kann Hollande Frankreich wirtschaftlich fit für die Eurozone machen? Ein Umbau der französischen Wirtschaft à la Hartzer Gaz-Gerd führte bildlich gesprochen direkt ins Jahr 1789 zurück. Die französische Wirtschaft ist angeschlagen, sie steht unter einem enormen Anpassungsdruck. 1960 kostete der neue französische Franc noch 1,10 DM, 1998 kostete ein französischer Franc noch gerade 29,8 Pfennige.

Die EZB duldet den von französisch dominierten intransparenten STEP-Markt, die Arbeitslosigkeiten erreichen historische Höchstmarken. Konkurrenz droht von Madame LePen, die anstehenden Kommunalwahlen und auch die Europawahl werden für Hollande und seine Partei zu einem Härtetest. Viel Spielraum hat Hollande nicht mehr, die Auseinandersetzung mit der Besteuerung französischer Fußballspieler (die Club's sollen die Steuerlast übernehmen) sind ein gutes Indiz dafür.

Zudem liegen die Unruhen in den französischen Vororten noch nicht so lange zurück. Selbst Sarkozy geriet unter erheblichen innenpolitischen Druck. Ein Aufflammen der Proteste und Unruhen ist also durchaus wieder möglich, das Potential jedenfalls ist nach wie vor gegeben. Es wird eng für Hollande und es dürfte recht einsam im Élysée-Palast um ihn werden.

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