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Frankreichs Sozialisten: "Die Lage ist übel"
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Frankreichs Sozialisten blicken in eine düstere Zukunft: Nach dem Debakel bei den Präsidentschafts- und den Parlamentswahlen zerlegt sich die Partei. Ein paar Unerschütterliche versuchen den Neuanfang.

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marthaimschnee 27.12.2017, 10:21
1. überall das selbe

ob sie nun Sozialdemokraten heißen, oder Sozialisten, alle sind dadurch negativ aufgefallen, daß sie eine rechtsliberale Wirtschaftspolitik verbrochen haben. Sie haben den Arbeiter, ohne den keinerlei Werte entstehen, verraten und ihn dem Kapital geopfert. Und dafür haben sie überall völlig zu Recht vom Wähler die Axt in den Kopf bekommen. Lediglich der deutsche Michel ist mal wieder blöd genug, sie erneut an die Macht zu bringen. Wobei die Alternative eines Rechtsschwenks ja auch nicht besser ist, führt diese Politik ja auch bloß in die gleiche Richtung. Man kann der Sozialdemokratie also mit Fug und Recht vorwerfen, dem Wähler eine brauchbar Alternative geraubt und Demokratie damit radikalisiert zu haben.

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seine-et-marnais 27.12.2017, 12:19
2. Requiem für die Linke

Die französische Linke ist auf nationaler Ebene tot. Und das gilt nicht nur für den PS. Dafür gibt es mehrere Gründe.
zum Beispiel:
1. Warum hat Macron den PS so einfach aufrollen können? Der PS war zerstritten, zwischen den 'Frondeuren' also denen die Hollandes Politik bekämpften, und Hollande der nur 'irgendwie' und 'grottenschlecht' die Präsidentschaft ausübte und nur vor sich hinwurstelte. Die Mehrheit des PS, die heute bei Macron ist, schlief den Schlaf der Gerechten, besoffen und träumend vom 'Sozialliberalismus' was immer das auch ist. Und die Abgeordneten des PS in ihrer Mehrheit folgten dem Ruf der Karriere, denn man strich einfach 'sozial' bei sozialliberal und ersetzte es durch 'neo'. Schliesslich handelte es sich bei Macron ja um Hollandes Kronprinzen und man konnte da Karriere machen wie es beim verknöcherten PS nicht der Fall war.
2. Der zweite Grund ist das Marketing des PS. Statt der Parteimitglieder des PS vor Ort bestimmte zB der think tank Terra Nova was zukünftig 'sozialistische' Politik sein sollte. Aus mit den Prolos, den Arbeitern, den 'Verdammten dieser Erde', hin zu Minderheiten die Zuwachsraten versprachen. Der PS behielt zwar seine Stammwähler bei den Beamten, aber die Arbeiter wanderten ab. Der PS kämfte für die feministische Sache, für Gays, Lesben und Transgender aller Art, für Migranten und Moslems, für Ökofreaks und was sonst noch an Minderheiten zu finden war, und die Stammwählerschaft war verstört. Die hatte ihre Probleme mit Arbeitslosigkeit, mit wackelnder Infrastruktur, mit Steuererhöhungen und Kaufkraftproblemen, nur das war ja für den PS ein 'Nichtthema'.
3. Das Problem mit Politikern, Highlights sind hier Royal und Hidalgo. Wâhrend Royal als Umweltministerin, und quasi Ex-Premier Dame zB bei der Ecosteuer Milliarden versenkte, möchte auch Hildalgo Karriere machen. Olympiade und Weltausstellung, da ist nichts zu teuer, Wahnsinn bei der Verkehrsplanung, wenn das der 'feminine' Anteil beim PS ist, dann ein grosses 'Nein Danke'. Nicht zu vergessen die Endkandidaten bei der Vorwahl zur Präsidentschaft, Valls ist bei Macron untergekrochen, und Hamon irrt mit 'seiner Partei' irgendwo zwischen Ökologisten und France insoumise herum.
4. Der Rest der Linken, NPA vergessen wir, die Kommunisten spielen keine grosse Rolle mehr, und Mélenchon hat sein Präsidentenkandidatschaftshabit abgelegt und versenkt gerade durch klassenkämpferische Parolen und Islamogauchismus seine eigene Bewegung.
Fazit, Frankreichs Linke lebt noch lokal weiter, aber auf nationaler Ebene ist sie tot. Sollte allerdings Macron scheitern, dann steht ihre Auferstehung bevor, mit welchen Gruppierungen und Politikern, mit welchem Programm, das zeigt dann die Zukunft.

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002614 27.12.2017, 15:32
3. Nachtigall....

Zitat von marthaimschnee
ob sie nun Sozialdemokraten heißen, oder Sozialisten, alle sind dadurch negativ aufgefallen, daß sie eine rechtsliberale Wirtschaftspolitik verbrochen haben. Sie haben den Arbeiter, ohne den keinerlei Werte entstehen, verraten und ihn dem Kapital geopfert. Und dafür haben sie überall völlig zu Recht vom Wähler die Axt in den Kopf bekommen. .....
"Überall dasselbe" - ob sie nun Sozialdemokraten heißen oder Sozialisten".... -- und da fällt Ihnen nichts auf? -
Spätestens seit es die Globalisierung und seit es ein Europa ohne Grenzen gibt, hat sich auch die linke Politik ändern müssen.

Dem Arbeiter, (ohne den tatsächlich keine Werte entstehen) konnte ab Mitte der 80er Jahre nicht weiterhin mehr und mehr Wohlstand verschafft werden, weil der weltweite Handel und der Wegfall der Grenzen in Europa bewirkte, dass es in Deutschland Betriebsschließungen gab mit schließlich 5 Mio. von Arbeitslosen. Betriebe gingen nach Russland, nach China, Indien usw. - In diesen Ländern ist jetzt mehr Wohlstand und sind viele neue Arbeitsplätze entstanden. - Ja, auch auf unsere Kosten. Dafür führen wir billigere Waren ein. Und etliche Firmen kommen auch wieder nach Deutschland zurück, weil ihnen auch an Rechtssicherheit etwas liegt, was nicht überall selbstverständlich ist.

Die Sozialdemokratie muss sich neu definieren. - "Den Arbeiter dem Kapital geopfert..." - diese Polarisierung ist schädlich. Sie verhindert eine gedeihliche Zusammenarbeit, wie sie in der sozialen Marktwirtschaft gedacht war.

Das ist das Problem der Sozialdemokratie - (wie auch des Sozialismus). Seit es keine Grenzen mehr gibt, halben sie ein Problem: - Die Leute laufen ihnen weg....

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my-space 27.12.2017, 17:55
4. Ganz schlechtes Beispiel

Zitat von marthaimschnee
ob sie nun Sozialdemokraten heißen, oder Sozialisten, alle sind dadurch negativ aufgefallen, daß sie eine rechtsliberale Wirtschaftspolitik verbrochen haben. Sie haben den Arbeiter, ohne den keinerlei Werte entstehen, verraten und ihn dem Kapital geopfert. Und dafür haben sie überall völlig zu Recht vom Wähler die Axt in den Kopf bekommen. Lediglich der deutsche Michel ist mal wieder blöd genug, sie erneut an die Macht zu bringen. Wobei die Alternative eines Rechtsschwenks ja auch nicht besser ist, führt diese Politik ja auch bloß in die gleiche Richtung. Man kann der Sozialdemokratie also mit Fug und Recht vorwerfen, dem Wähler eine brauchbar Alternative geraubt und Demokratie damit radikalisiert zu haben.
Hollande hat ja gerade eben Ur-Linke unternehmerfeindliche Gewerkschaftspolitik umgesetzt. Mit extremer Reichensteuer und allem auf dem Wunschzettel, den die LINKE in Deutschland mit unterschreibt. Ergebnis: Frankreich den Bach runter.

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Japhyryder 27.12.2017, 18:13
5. Was die französischen Sozialisten angeht,

keine Ahnung, wie sie aus dem Loch herauskommen können. Anerderseits: Wer weiß wozu der Niedergang gut ist? Ich kann mir jedenfalls keine funktionierende Politik ohne Linke vorstellen. Das ist eine historische Zäsur. Ich habe kürzlich ein Buch über das Jahr 1968 gelesen. Das war hochinteressant. Es warf einen Rückblick u. a. auf die studentischen Demonstrationen in Frankreich. Und die Weigerung der Arbeiter, diese zu unterstützen. Die Gewerkschaften stellten sich nicht an deren Seite. Und die Studenten konnten mit deren schwerfälligen Apparaten nichts anfangen. Weiß nicht, warum mir das gerade einfällt. Vielleicht sind die Arbeiter auch einfach zu "tumb" und manchge Parteien in ihrer Struktur zu fett und schwerfällig geworden.

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herbert 27.12.2017, 18:17
6. Moechte daran erinnern !!!!

Der Hollande war just gewaehlt und an der Macht !
Da machten sich die drei Sozi Koenige aus Deutschland auf dem Weg mit Namen Steinmeier, Gabriel, Steinbrueck und gratulierten Hollande zu seinem riesigen Erfolg.

Auszug aus dem Spiegel
www.spiegel.de › Politik › Deutschland › SPD
12.06.2012 - Die SPD verbündet sich mit François Hollande: Unmittelbar nach den Fiskalpakt-Verhandlungen mit der Kanzlerin reist die Troika aus Gabriel, Steinmeier und Steinbrück am Mittwoch zu Frankreichs Präsidenten. Die rote Achse soll den Druck auf Angela Merkel erhöhen

Fazit heute

Hollande ist wie die deutschen Sozis so etwas von politisch abgestuerzt !!!

Mit dem Unterschied die SPD in Deutschland hat noch immer nicht begriff3en, dass sie geistig Pleite ist !

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Bernhard.R 27.12.2017, 18:23
7. "sozialistisch " stand nur im Namen

Aber Namen sind im günstigen Fall Schall und Rauch, im ungünstigen sind sie eine Lüge. Wir Deutschen haben diese Erfahrung mehrmals gemacht. Inhaltlich hatte sich Hollande z. B. mit dem Überfall auf den gerade gegründeten Staat Nord-Mali weit von sozialistischen Idealen entfernt. Zum Schluß gerieten er und seine Partei in die sprichwörtliche Not.

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brux 27.12.2017, 18:28
8. Mathe fünf

3400 qm für 4.5 mio wären in Paris ein echtes Schnäppchen. Das Komma ist überflüssig.




- - - - Vielen Dank für den Hinweis, wir haben den Fehler korrigiert.
K. Bonte/Redaktion

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brux 27.12.2017, 18:35
9. Unsinn

Zitat von Bernhard.R
Aber Namen sind im günstigen Fall Schall und Rauch, im ungünstigen sind sie eine Lüge. Wir Deutschen haben diese Erfahrung mehrmals gemacht. Inhaltlich hatte sich Hollande z. B. mit dem Überfall auf den gerade gegründeten Staat Nord-Mali weit von sozialistischen Idealen entfernt. Zum Schluß gerieten er und seine Partei in die sprichwörtliche Not.
Die PS hat ein Problem und das heisst Godesberg.
Bis heute hat man das Konzept der Marktwirtschaft nicht akzeptiert.
Spätestens als Mitterand mit seinem Versuch, die französische Wirtschaft zu ruinieren, gescheitert ist, hätte man das korrigieren müssen.
Die PS ist aber leider als Partei der arbeitsscheuen Staatsbeschäftigten dazu nicht fähig.

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