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Französische Rechtspopulistin: Le Pen warnt Merkel vor "Explosion der EU"
REUTERS

Nach dem Triumph des Front National bei der Europawahl zeigt sich Parteichefin Le Pen selbstbewusst. Im Gespräch mit dem SPIEGEL warnt sie Kanzlerin Merkel vor dem Hass der Nachbarländer - und zeigt Bewunderung für Kremlchef Putin.

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neanderspezi 01.06.2014, 15:47
220. Die Dame scheint mit Putin zusammen einige autoritäre Eigenschaften zu teilen

Wer im EU-Konglomerat verschiedener nationaler Interessen mit nachgeordneten EU-weiten Interessen gibt auf ein Explosionsgefasel einer Nationalen Frontdame Le Pen einen Pfifferling oder gar einen Cent in EU-Prägung heraus? Die Dame befindet sich gegenwärtig im Genuss einer Beachtung frustrierter EU-müder national angehauchter Zuwähler, die im nächsten Moment ihrem politischen Zündeln überdrüssig einem Windhauch folgend, der nächsten nationalen Großsprecherei ihr Votum andienen. Für Hollande sollte nur wichtig sein, seinen Kurs unbeirrt fortzusetzen und damit einer Rechtspopulistin frühzeitig wieder das Wasser abzugraben, das sie mit populistischen Sprüchen vorübergehend auf ihren Acker gelenkt hat. Sehr wahrscheinlich haben die Kreuzchengeber für Le Pen in ihrem Langzeitgedächtnis noch ein intaktes EU-förderliches Zustimmungsreservoir versteckt, das durch ein paar gut plazierte Impulse auch von einem Hollande reaktiviert werden kann.

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joachim_m. 01.06.2014, 15:49
221.

Zitat von claude
Um zu verstehen, was Deutschland (zumindest in den Augen Le Pen's) mit der Misere zu tun hat, müssen Sie in die Niederungen des französischen EU-Wahlkampfs abtauchen. Le Pen hat einen Anti-Deutschland Wahlkampf geführt. Ein gerne bemühtes Beispiel waren Arbeiter einer französischen Firma, welche ihren Job verloren hatten. Diese Jobs wurden anschliessend an einen deutschen Subunternehmer vergeben, dessen Arbeiter die unsäglichen deutschen Tiefstlöhne bekamen. Dieses Thema wurde von Le Pen aufgebauscht und so dargestellt als seie Deutschland an der Misere der Französischen Wirtschaft Schuld. Typisches Hass schüren einer rechtsextremen Partei, auch wenn an der Kritik deutscher Kleinstlöhne ein Funken Wahrheit dran ist.
Sagen wir es doch einmal so:

Nehmen wir der einfachheithalber einmal an, dass es richtig ist, dass durch deutsche Niedriglöhne Jobs in Frankreich verloren gehen:

Opfer sind bei so etwas sowohl die französischen als auch die deutschen Arbeitnehmer, denn beide werden gegeneinander ausgespielt mit der Folge, dass erst auf der einen Seite der Grenze die Löhne fallen, die andere Seite muss notgedrungen auch die Löhne senken, um mithalten zu können, wenn sie es macht, dann übt das Druck auf die erste Seite aus, die Löhne erneut zu senken, damit nicht auf einmal französischen Niedriglöhner in Deutschland die Arbeitsplätze vernichten und so weiter und so weiter, das Spiel kann man so lange betreiben, bis sowohl in Frankreich und in Deutschland die Löhne auf dem niedrigst denkbaren Niveau sind.

Le Pen wählt als Nationalistin die Abschottung des französischen Marktes, die letztlich niemanden wirklich hilft, denn auch wenn das Druckmittel "deutsche Niedriglöhne" auf dem französischen Markt wegfällt, gibt es auch andere Mittel und Wege für Lohndrückerei, in Branchen, die nur für den französischen Markt Dienstleistungen erbringen (Friseure, Makler etc.) oder in Frankreich Dinge herstellen, die nur in Frankreich verbraucht werden können, zum Beispiel Bauwerke, die kann man nicht transportieren und damit auch importieren, zu bewerkstelligen. Außerdem kann man bei Waren und Dienstleistungen, die man im- und exportieren kann, diese auch im Ausland mit zu Dumpinglöhnen produzieren und einführen; deshalb gibt es heute kaum noch Schneider oder Textilfabriken in Europa.

Es gibt aber eine ganz andere Möglichkeit, um Lohndumping zu verhindern, eine europäische: Man bestimmt durch EU-Gesetz einen Mindeslohn, der in der gesamten EU gilt. Das wäre die richtige Reaktion auf dieses Problem in Europa, aber das ist weder mit den Parteien zu machen, die längst schon mehr oder weniger nur noch nach der Pfeife von den reichsten Menschen in Europa und den multinationalen Konzernen tanzen und den Nationalisten, die sich überall als Endlösung aller Probleme preisen - und die Opfer sind viele Bürger, so oder so.

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humpalumpa 01.06.2014, 15:57
222.

Le Pen hat völlig recht, auch wenn es mir nicht gefällt, aus welcher Partei die Aussage kommt.
Aber ich denke, in unserem freien, demokratischen Europa das wir alle so lieben, darf man sowas gar nicht zugeben. Weder dass man ihr zuhört, und wehe man gibt ihr auch noch Recht! Jetzt darf ich bestimmt nie wieder in die USA einreisen :) so ein Pech.

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Watschn 01.06.2014, 15:58
223.

Zitat von sonicmiles
Sieht schlecht aus für die EU... Bei der Arbeitslosigkeit auch kein Wunder... Aber was hat Deutschland damit zu tun, wenn die anderen Ländern nicht wirtschaften können???
Ganz Einfach....

Mit dem €uro, welcher vor knapp 15 Jahren durch Visionen von blumig-romantischen bzw. idealistisch-geleiteten Politik-Vertretern wie Kohl, Waigel, Genscher, Delors und Mitterand ohne fundierte Expertise, ohne penible ökonomische Prüfung an den europ. Völkern vorbei durchgedrückt wurde,

sind wir nun auch darin Verhangen. Die Geld-, Wechselkurs-, Zins-, und Inflationspolitik gestaltet für uns Deutsche nicht mehr die Bundesbank..., sondern die EZB unter Mario Draghi....

Einer EZB notabene, worin Deutschland 1 Stimme = gleichwertig eine unter anderen 18 Ländern zählt....
Deutschland hat aber einen Kapitalschlüssel (Aktiva wie EZB-Einlagen u. Verbindlichkeiten wie €-Staatsanleihenaufkäufe, frz. STEP-Kurzläufer, ELA-Notkrediten,....ESM) von aktuell 27% an der EZB. Dazu zurechnen sind noch aussstehende, potenzielle Target-Forderungen von aktuell ca. 500 Mrd €.

Deutschland ist also durch Partizipation im €uro im gleichen Einheitswährungsraum gefangen...., und nun steuert die Geldpolitik die EZB in Nullzinsen (Deflation) für gesamt €uroland, anstatt die dt. Bundesbank (wie in der VOR-Eurozeit)........für Deutschland in heutigen, inflationär gerichteten Zeiten....

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armerDemokrat 01.06.2014, 16:03
224. Das gefährliche

Zitat von kritischerkritiker
>>Merkel verteidige eine Politik, die für Deutschland vorteilhaft sei, aber schädlich für alle anderen Länder, sagte Le Pen weiter. das sollte Ihnen doch nach eigener Aussage imponieren ""Ich habe eine gewisse Bewunderung für Wladimir Putin, denn er lässt sich nicht von diesem oder jenem Land Entscheidungen aufzwingen." (Le Pen)
Aber genau das ist das fatale am Euro.
Er schadet jeder Volkswirtschaft. Der Durchschnittsbürger versteht die volkswirtschaftlichen Zusammenhänge nicht, kein Staat profitiert nur eine kleine Interessengruppe sahnt ab.
Wenn die Franzosen nun anfangen zu denken, dass ihr Land wegen den "deutschen" untergeht, wird es ungemütlich.

Ich begreife einfach nicht wie soviel Menschen ideologisch verblendet sein können.

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barth1808 01.06.2014, 16:03
225. Nazi bleibt Nazi

egal welche Fahne er/sie trägt. Leider sieht Le Pen nur neidvoll den Erfolg in Deutschland - den Preis sieht Sie nicht. Wir arbeiten eben mehr als 35 Stunden in der Woche, machen unbezahlte Überstunden und wollen keine Rente mit 60 ...
Die Reformen von Schröder übersieht diese Dame gerne - wäre ja auch dumm den eignen Leuten sagen zu müssen Ihr müsst mehr Arbeiten, anstat alles auf den bösen Deutschen zu schieben ...

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fritzyoski 01.06.2014, 16:07
226. Lehrgeld

Zitat von michaelslo
der Deutschen die CDUSPDGRüN-Politik mehrheitlich unterstützen, müssen in absetzbarer Zeit a l l e Deutschen-auch die Nichtwähler-die Ab-Rechnung bezahlen. Auch die AfD-Basher!
Wer lernresistent ist muss entsprechend Lehrgeld zahlen. An Lernresistenz sind die Deutschen nicht zu ueberbieten. Es wird dann ziemlich lange Gesischter geben wenn sich herrausstellt das die "Kredite" und Target2 Salden alles reine Luftnummern waren. Jahrzehnte lange hart gearbeitet und sich selbst nie was gegoennt und am Ende doch nichts davon gehabt. Tja, dumm gelaufen.

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g32 01.06.2014, 16:20
227. Denkzettel

Je größer die Gesellschaft, je größer die Märkte, desto komplexer die Zusammenhänge und desto größer die Abhängigkeit.
Jede Woche ein neues Land in die EU aufzunehmen und nach Transnistrien den Irak.

Die einfachen Leute, die in der Normandie nach der Schließung des Schlachthauses ihren Job verloren, haben LePen gehört und gewählt:
Sie hatte ihnen persönlich und vor Ort erklärt, wer daran Schuld sei, nämlich die Deutschen, die billiger schlachten.
Mindestens einmal jede Woche sendet Spiegel-TV live aus dem Schlachthaus, und prangert an: Zuletzt die Werkverträge die bulgarischen Werktätigen.

Auch im Jahrhundert der totalen Information wählen die Menschen immer noch die Unterinformiertheit, bevorzugen die Dummheit eines Simplicissimus und neigen zur Komplexitätsarmut.
Die großgesellschaftliche Ordnung wird komplexer und unzuverlässiger während die tradierten Strukturen wie z.B. Familie zerfallen.
Multiple Jobs, multiple Beziehungen und Multitasking in einer Multikulti-Umgebung: Modern Times essen Seele auf!
Der Sozialstaat ist noch nicht und demografisch alles andere als stabil, die Sozialunion wurde niemals angedacht und die Familie ist schon tot.

Menschen brauchen etwas Sicherheit bzw. Stabilität, damit sie ein Leben planen und gestalten können.
Ständig an Europa herumflicken, neue Länder jede Woche, bis Transnistrien und Irak auch noch europäisch sind.
Wozu?
O-Ton des Oetker-Konzern-Chef: „Natürlich werden wir die EU-Hilfen im Tschechien mitnehmen“
O-Ton Willi Betz: „Wir wären dumm, würden wir nicht alle LKWs in Ungarn zulassen würden“
Niemand kann in einer zunehmend heterogenen Gesellschaft eine Identität finden, also das Gefühl entwickeln, am rechten Platz zu sein.
Die EU ist überreizt, die Übergewichtung wirtschaftlicher Interessen zwingt zur ständigen Neuaufnahme von Mitgliedern, um des Wachstums Willen in einer morbiden, im Aussterbenden befindlichen Gesellschaft.

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linus23 01.06.2014, 16:20
228.

Zitat von ixap
Können Sie Google bedienen? Ja, dann sollten es nicht lange dauern und Sie können die Frage selber beantworten. Ich jedenfalls will nicht noch mehr verallgemeinschaftete Schulden, damit die Krisenländer im Euro weiter in Saus und Braus leben können auf Kosten Deutschlands. Ja, die Alternativen sind genauso bescheiden. Deshalb raus dem Euro. Sollen die Anderen sich Kredite bei Deutschland besorgen und mit Zinsen zurückzahlen.
das was Sie da beschreiben, ist doch der aktuelle Stand der Dinge ...
So wie es momentan abläuft, ist es eine Vergemeinschaftung !

Aus dem Euro raus würde bedeuten, dass eine zukünftige deutsche Währung enorm aufwerten würde. Folge wäre der drastische Einbruch des Exports und damit verbundener Verlust von Millionen Arbeitsplätzen.
Dann könnte man ja die nächste Runde von rabiaten Lohnkürzungen einleiten. Wollen Sie das im Ernst ?

Alternativ wäre ein Eurobonds, welcher die Brandmauer um Europa gleichhoch ziehen würde und die Spekulanten in die Schranken verweisen würde.

Es müsste eine der EZB vorgeschaltete Institution geschaffen werden, welche jährlich z.B. 3 % der Wirtschaftsleistung eines Landes an Bonds herausgibt, zu 0 % (!) Zinsen. Altschulden würden z.B. mit 1,5 - 3 % "gedeckelt" - Privatbanken würden aus der künftigen Staatsrefinanzierung herausgenommen. Die Bevölkerung muss endlich die Souveränität über die Währung zurückzuerhalten.

Die Schulden bleiben selbstverständlich bei JEDEM Land. So wie in Deutschland bayerische und berliner Schulden bayerische und berliner bleiben. Ein Finanzausgleich für wirtschaftlich weniger leistungsfähige Länder wäre immer noch um Welten günstiger, als die gigantischen Beträge zu stemmen, um welche es jetzt geht ...

So könnte man den Teufelskreis durchbrechen, dass immer mehr europäische Länder sich zu Tode sparen müssen / sollen, damit die von den Banken geforderten immer höheren Zinsen auch brav bedient werden können (Kreditwürdigkeit, welche den Staaten durch Banken abgesprochen wird, für welche sich eben dieses Staaten verbürgt hatten - ein gigantischer Witz ..)

Ein glaubwürdiger EURO kann nicht zulassen, dass einzelne Staaten durch Hasardeure in die Pleite getrieben werden können.

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ofelas 01.06.2014, 16:22
229. Im Westen nichts neues

Zitat von Holledauer
Und wir Deutschen werden noch sehen, dass wir Frankreichs Glorie finanzieren. Ist es schon so weit?
das tun wir doch schon seit Jahrzehnten nur wird kein reiner Wein eingeschenkt. Der Spiegel hat in den 90er Jahren ein Artikel herausgebracht in dem die Bundesregierung einen grossen Consulltingunternehmen beauftragte die Zahlungen in der EU zu analysieren, es soll dabei herausgekommen sein das Frankreich der groesste Benefaktor ist und dann wurde der Bericht nie herausgegeben.

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