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Frauenrechte: Polens Parlament stimmt für radikales Abtreibungsverbot
DPA

Kulturkampf um Schwangerschaftsabbrüche in Polen: In erster Lesung hat das Parlament in Warschau einen Gesetzesvorschlag für ein beinahe komplettes Abtreibungsverbot angenommen.

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Aurora vor dem Schilf 24.09.2016, 07:25
40. Leben um jeden Preis

Die Riege der Menschen, die alles und jedes gewaltsam und rücksichtslos am Leben halten will, nervt mich zunehmend. Wieso hat eine befruchtete Eizelle eigentlich einen höheren Wert als zB Kreaturen die wir in Käfigen halten, damit sie unseren Wohlstand mehren? (Oder will jetzt einer Entgegnen, ein Schlachter führe seine Arbeit aus dem Idealismus aus, das keiner verhungere?...)

Es ist davon auszugehen, dass Abtreibungsregeln nicht einem einzigen Menschenkind, seien es Mutter, Vater oder Kind, zu einem positiven Dasein verhilft. Es verhilft einfach zu einem Dasein. Wir sind ja erst 7.5 Mrd Menschen. Da sollten wir dringend jeden 90-jährigen und jede befruchtete Eizelle am Leben halten.

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Hagbard_Celine235 24.09.2016, 07:39
41. Ist Religion heilbar?

Alte Männer bestimmen über die Körper von Frauen, weil ihr imaginärer Freund es so will.
Eklig ist an sich, wie hier mal wieder der Begriff "Ethik" vergewaltigt (scnr) wird.

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marcaurel1957 24.09.2016, 08:30
42.

Zitat von angelamerkel123
Abtreibung ist (ohne jede positive oder negative Wertung )das Töten eines Lebewesens. Wann soll Mord erlaubt sein, wann nicht?Vielleicht eher Heime fördern statt Mord?
Abtreibung ist das entfernen eines Zellhaufens,der sich gegen den Willen der Frau in ihr eingenistet hat.

Mord ist nach unserer Rechtsordnung das Töten eines anderen Menschen.

Die Eigenschaft Mensch ensteht nit dem Beginn der Geburt, d.h. mit Einsetzen der Wehen.

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grotefend 24.09.2016, 09:33
43. Eben...

Zitat von Fragen&Neugier
Das Gesetz definiert das Leben des Menschen mit Beginn und Ende: von der Geburt bis zum Hirntod heute. Ermorden kann man aber nur einen Menschen und ein Fötus ist kein Mensch und die kann nicht ermordet werden.
Genau das ist es ja. Es ist gesetzlich definiert. Und egal wie man zu der Entscheidung des polnischen Sejm steht - ich begrüße sie nicht -, ein Gesetz kann man eben ändern. Moralische Fragen gesetzlich zu regeln ist immer schwierig. Eine gesetzlich geregelte moralische Frage allerdings als einzig geltende Wahrheit anzunehmen, ist naiv.

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grotefend 24.09.2016, 09:34
44. Jeden Tag....

Zitat von Frida_Gold
Jeden Tag gehen unzählige Schwangerschaften in den ersten Wochen zu Ende - ganz natürlich. Ganz normal. Ja, ein Schwangerschaftsabbruch ist ein ernster Eingriff mit Konsequenzen für ein ungeborenes Leben. Aber es ist kein Mord. Mit Gesetzen wie dem in Polen werden alle Frauen mit natürlichen Abgängen pauschal unter Abtreibungsverdacht gestellt. Vergewaltigte Frauen werden gezwungen, die Kinder auszutragen. Da helfen auch keine Heime, vorher müssen sie 9 Monate durch die Schwangerschaft und dann durch die Geburt! Und das in einem Land wie Polen, was meinen Sie, was Nachbarn und Arbeitgeber sagen werden, wenn eine Frau erst schwanger ist und dann ohne Kind herumläuft, weil sie es weggeben hat? Sie unterstützen den kompletten sozialen Tod von Frauen, die ein Kind nicht austragen können oder wollen. Heime helfen keiner ungewollt schwanger gewordenen Frau!
....sterben auch Menschen eines natürlichen Todes. Trotzdem sieht Mord in diesem Land unter Strafe.

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lupo44 24.09.2016, 09:40
45. was sagt denn die EU dazu bei so einen gesetzesvorhaben.....

Polen ist doch Mitglied der EU .Oder? Sie mischen sich doch sonst überall ein.
Es ist eine Nachricht wie aus vorsinnlicher Zeit.Selbst die Gesellschaftsordnung "Sozialismus" ließ es zu ,dass angehende Mütter hier eine freie Entscheidung treffen konnten.

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kyon 24.09.2016, 09:49
46. Geregelter Schwangerschaftsabbruch als zivilisatorischer Reifegrad

Religionen sitzen trotz ihrer besonderen historischen bzw. auch teilweise noch gegenwärtigen Gewaltaffinität auf einem hohen moralischen Ross. In Wirklichkeit geht es ihnen nicht um Humanität, sondern um Machtausübung, besonders Frauen gegenüber. Zu allen Zeiten und in allen Kulturen waren ungewollte Schwangerschaften für Frauen ein Problem. Sie mussten und müssen zu Quacksalbern gehen oder selbst auf grausame Weisen versuchen, die unerwünschte Schwangerschaft zu beenden. Es ist ein Zeichen von zivilisatorischer Reife, wenn eine Gesellschaft es den Frauen nach Vergewaltigungen, bei gesundheitlichen Gefährdungen körperlicher oder psychischer Art, bei schweren Missbildungen des zu erwartenden Kindes, bei schweren innerfamiliären Konflikten, bei Teenagerschwangerschaften u.a.m. -gesetzlich geregelt und ärztlich begleitet- ermöglich, straffrei eine bestehende Schwangerschaft abbrechen zu lassen.

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cobaea 24.09.2016, 10:00
47. wie in El Salvador

Zitat von Frida_Gold
Jeden Tag gehen unzählige Schwangerschaften in den ersten Wochen zu Ende - ganz natürlich. Ganz normal. Ja, ein Schwangerschaftsabbruch ist ein ernster Eingriff mit Konsequenzen für ein ungeborenes Leben. Aber es ist kein Mord. Mit Gesetzen wie dem in Polen werden alle Frauen mit natürlichen Abgängen pauschal unter Abtreibungsverdacht gestellt. ...
In Polen wird es dann zugehen, wie in El Salvador, wo jede Frau, die eine Fehlgeburt erleidet bzw. einen spontanen Abgang des Fötus in den ersten drei Monaten wegen verboetener Abtreibung im Gefänghnis landet. Derzeit sind dort 17 Frauen zu bis zu 14 Jahren Gefängnis verurteilt und und inhaftiert. Die bereits geborenen Kinder dieser Frauen, die ohne Mutter zurückbleiben, interessieren die Lebensschützer deutlich weniger als die nicht geborenen. Das wird letztlich in Polen genauso sein: ist das Kind erstmal auf der Welt, hat die Kirche ja ihre Aufgabe erfüllt. Es heisst ja nur "seid fruchtbar und mehret euch" ...

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cobaea 24.09.2016, 10:05
48.

Zitat von Miere
Oder ist das allein Sache der Mitgliedsländer? Also, wenn wie damals in Irland nun ein polnisches Gericht zB einer vergewaltigten 14jährigen eine Abtreibung verweigern sollte, ist das dann einfach so hinzunehmen, oder gibt es irgendwas, womit man sich an den Europäischen Gerichtshof wenden könnte, um solche Gesetze zu kippen?
Das ist Sache der Mitgliedsländer. Das von Ihnen genannte Beispiel traf bis vor Kurzem in Irland vollständig zu. Dort wurde noch vor wenigen Jahren sogar einer Schwangeren die Abtreibung verweigert, bei der völlig klar war, dass sie und das Kind bei der Geburt sterben würden - was dann auch eintraf. Erst dieser Fall hat eine Lockerungs des rigiden (katholisch bedingten) Abtreibungsverbots bewirkt.

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notbehelf 24.09.2016, 10:07
49. Gut?

Zitat von brotherandrew
... gute Gesetzesinitiative. Wahrscheinlich wird mein Beitrag aber der PC zum Opfer fallen.
Was ist denn daran gut, Frauen zu zwingen nach einer Vergewaltigung das Kind auszutragen oder ein behindertes Kind zur Welt zu bringen?

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