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Freispruch im Korruptionsprozess: Die gerettete Ehre des Christian Wulff
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Der Freispruch für Christian Wulff war zugleich Kritik an den Anklägern. Sie hätten eine eindrucksvolle Indizienkette präsentiert, doch entlastende Faktoren nicht gewürdigt und letztlich keine Beweise für ein Vergehen geliefert - dies sagte Richter Rosenow in der Urteilsbegründung.

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hubertrudnick1 27.02.2014, 18:36
30. Medienschande

Zitat von Heiner Hannappel
Es ist gut, dass dieses unwürdige Gezerre um Herrn Wulff endlich aufhört. Hier wurde schon lange nicht mehr die Verhältnismäßigkeit gewahrt. Die Vorwürfe schrumpften letztlich auf 750 Euro zusammen,lächerlich. Wer fragt noch nach der Parteispendenaffäre unter Kohl ,oder nach unserem famosen Finanzminister Schäuble mit seiner Spenden-Gedächnislücke. Oder wer fragt danach,dass unsere Bundesregierung in Ihrem Eurorettungswahn deutsche Steuergelder in zig Milliardenhöhe auf den Altar einer nie Wirklichkeit werdenden Europäischen Vision opfert und verschleudert.Hier wurden und werden uns noch künftig Steuergelder in dreistelliger Milliardenhöhe gestohlen, welche hier bei uns in Deutschland an allen Ecken fehlen.Schauen wir uns unsere maroden Straßen,Schulen,die Altersarmut heute und später,die zu knappen Löhne, die Infrastrukturen an. Wer klagt denn diese Regierung an, welche wieder unverantworlich mit Wahlgeschenken um sich wirft, Oder wer klagt die vergangenen Merkelregierungen an, welche die Maastrichtverträge brach und uns in die Schuldensümpfe anderer Nationen mit Billionenrisiken hineinmanövrierte. Das sind die wirklichen Größenordnungen, welche anzuklagen sind.Bei uns in Deutschland laufen die Relationen aus dem Ruder, überdeutlich an diesem unsinnigen Prozess zu erkennen. Heiner Hannappel Koblenz heiner.hannappel(at)gmx.de
Diese widerliche Geschichte ist nur eine Medienschande, all Medien haben dabei mitgewirkt.
Es hat sich gezeigt, dass man die Medien nicht vertrauen kann, jegliche Nachricht und Meinung sollte man hinterfragen.
Auch die Journalisten die heute ihre Kommentare dazu abgeben, sollten mal in sich gehen.
Aber der Fall Wulff schlägt noch eine andere Frage auf und zwar die nach den Hintermännern aus der Politik.

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ehFrank 27.02.2014, 18:37
31.

Zur Verständnis des ganzen Wahn sei dringens zu empfehlen:

Wulff rechnet in Lindau mit den Euro-Rettern ab Zitat:

"Die Politik ließe sich „am Nasenring“ von Banken, Ratingagenturen und Medien „durch die Manage führen“, rügt Wulff.

Wenig verdeckt kritisiert er, dass die Parlamente kaum noch beteiligt sind an den Entscheidungen. Und generell missfällt ihm, dass auf die geplatzte Kreditblase mit immer neuen Schulden reagiert wird.

"Politische Richtlinien für eine institutionelle Informations- und Kommunikationskampagne" der EU Zitat:

"Denn trotz der – so das Dokument wörtlich – "unbestreitbaren Erfolgsgeschichte" habe man feststellen müssen, dass aufgrund der "gegenwärtigen wirtschaftlichen und finanziellen Krise" und hoher Arbeitslosigkeit das Vertrauen in die Brüsseler Institutionen schwinde. Man müsse deshalb, die Wahrnehmung,()"umdrehen" und die Parole kommunizieren, "mehr Europa und nicht weniger" sei die Lösung"

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marken13 27.02.2014, 18:45
32. unsinn

Wulff ist zurückgetreten, weil er in den Jahren zuvor geklüngelt hat und sich klare Vorteile über sogenannte Freunde, die er seinem Amt als Ministerpräsident zu verkanken hat, verschafft hat. Das ist eines Präsidenten unwürdig und er musste infolgedessen zurücktreten. Dieses Verhalten der Rumklüngelei hat ihn seine "Ehre" gekostet.
Durch diesen Prozess hat er seine Ehre bestimmt nicht zurück bekommen. Das Gericht konnte nur nicht beweisen, was eben sehr schwer zu beweisen ist. Daher in dubio pro reo. Soweit alles in Ordnung. Nur mit seiner Ehre und seinem vielleicht nicht justitiablen Fehlverhalten hat der Prozess nichts zu tun. Moralisch ist er eine Niete. Darum musste er weg vom Amt des Präsidenten. Bei Klüngelei hart an der Grenze zur Korruption gibt es keinen Toleranzraum. Sonst haben wir irgendwann italienische Verhältnisse.

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Wertheo 27.02.2014, 18:50
33. Lob und Tadel

Ein ausdrückliches Lob an Frau Friedrichsen, die hier einen fundierten, fachlich differenzierten und bestens informierten Artikel geschrieben hat. Sie beweist, dass es noch guten, weil fachkundigen Journalismus gibt.

Zugleich zeigt Frau Friedrichsens Qualität den Mangel dieser Qualität bei sehr, sehr vielen Journalistenkollegen. Und zwar nicht nur in der causa Wulff! Irgendwie wäre vielen, nicht nur BILD-Journalisten, ein Grundkurs in Rechtssystematik und Rechtsdenken zu empfehlen. Manche Vorverurteilung mit der Folge öffentlicher Hetze wäre uns erspart geblieben.

Die Ehre von Herrn Wulff ist wie erwartet wieder hergestellt. Die Vertrauenskrise der Medien und des Journalismus ist vertieft - wer glaubt denn noch den Medien nach irgendeiner Sache? Nebenbei ist auch die Politik angekratzt, die doch populistisch und tatsächlich die Vokabel "wulffen" in Talkshows verwendet hat, alle Vorurteile missbrauchend.

Aber noch wichtiger: der Pöbel, der sich inquisitorisch im Land ausgetobt hat (Shitstorms), ist hoffentlich gewaltig blamiert und demaskiert. Die selbstgerechten Spießbürger der Leserbriefe und Internet-Kommentare wissen jetzt, was sie getan haben. Oder auch nicht: der natürliche Reflex diese Hexen/r-Jäger wird sein, dass im Sinne von "Ich habe immer Recht!" das Urteil gewiss so hinzubiegen, dass sie den unschuldigen Wulff weiter schuldig sprechen, ganz im Sinne der richterlichen Kritik an der Staatsanwaltschaft: fehlende Beweise werden als Beleg für eine Verschwörung genommen, aus einer juristischen Unschuld wird eine moralische Schuld gebastelt, was krasser Unsinn ist (wer nichts angestellt hat, ist weder juristisch noch moralisch schuldig).

Es wird Zeit, diese unmenschliche Verfolgermentalität zu ächten. Sie ist weder chic noch apart zeitgeistig. Sie ist einer humanen Demokratie zutiefst unwürdig.

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spiegelator 27.02.2014, 18:56
34. Bloß keine Legenden....

Zitat von albert schulz
............... Das waren sicher nicht die Medien, sie wurden nur genutzt, wie sonst auch. Das ist übrigens jedem Bürger klar. Da können die Zeitungen schreiben, was sie wollen.
Es gab mal Zeiten, da hat das MfS seine Wunschartikel mühelos in der deutschen Presse untergebracht.

Gott sei dank sind diese Zeiten vorbei, wo jeder seine Zielsetzungen in der deutschen Presse unterbringen kann. Die NSA und die Briten machen so etwas ja nicht. Speziell die Briten mit ihrem Londoner Bankensektor hatten z.B. überhaupt kein Interesse an der Euro-Rettung.

Mit freundlichen Grüßen

Jacob und Wilhelm Grimm

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Forenadmin 27.02.2014, 18:56
35. .

Nach einer aktuellen und repräsentativen Umfrage der GfK gehören Journalisten zu den unbeliebtesten Berufen in Deutschland. Ich finde das tun sie nicht ohne Grund. Sie sind selbstverliebt, arrogant und versuchen ständig die Bevölkerung zu erziehen und eine Meinung zu verbreiten, die sie in der linken Studentenszene kennen gelernt haben aber die in der Bevölkerung auf Ablehnung stößt. Bei den Deutschen sind selbst Banker und Bankangestellte beliebter - knapp aber immerhin.

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DerBlicker 27.02.2014, 18:57
36. Quatsch ist was anderes

Zitat von pumpernickl1811
für mich sah das sehr klar danach aus, als hätte Wulff sein Amt genutzt, um sich persönliche Vorteile zu verschaffen. Ist ja bekannt: Recht bekommen heisst nicht im Recht sein- und umgekehrt. Jetzt also dass richterliche Urteil als Beweis zu sehen, dass er sich nichts hat zu Schulden kommen lassen, halte ich für Quatsch.
Der Freispruch beweist ja gerade, dass Wulff unschuldig ist, denn genau das wurde heute gerichtlich festgestellt. Demnach hat sich Herr Wulff nichts zu schulden kommen lassen,Moral spielt im Rechtsstaat zum Glück keine Rolle, da diese total subjektiv ist. Im demokratischen Rechtsstaat muss man sich nur an die Gesetze erhalten, mehr zum Glück nicht, Moral kann einem egal sein, da können wir alle heilfroh sein.

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chemnitz 27.02.2014, 18:59
37. ich hoffe

es ist nun gut und ich hoffe ich höre bald nix mehr davon, weil es nur noch nervt.
und wie viel hat den steuerzahler der Prozess gekostet

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DerBlicker 27.02.2014, 19:01
38. doch das heißt genau das

Zitat von spiegeluhr
Wulff hat gelogen, betrogen und war korrupt und daher in keiner Hinsicht für diese Position mit Vorbildfunktion geeignet. Das nun im Prozess nichts davon als strafbar angesehen wurde, heißt nicht, dass es nicht passiert ist.
Und wenn Sie Herrn Wulff trotzdem Betrug und Korruption unterstellen, mchen Sie sich strafbar, denn Verleumdung ist strafbar.

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kreisklasse 27.02.2014, 19:05
39. Quod licet iovi non licet bovi

Was sagt es ueber eine Gesellschaft aus, in der ein Richter ueber einen ex MP sagt, dass es absurd sei anzunehmen, dass er sich von 700Euro beeinflussen liesse, waehrend ein Arbeitsgericht eine Kassiererin wegen Pfandbons fuer 2 Euro als Diebin klassifiziert und zurArbeitslosigkeit verurteilt? Sind Politiker die besseren Menschen? Oder kommt hier einmal mehr die Mathematikschwaeche vieler Juristen zum Tragen.

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