Forum: Politik
Fremdenhass in Deutschland: Nie wieder

Der Hass auf Fremde ist in Deutschland wieder salonfähig, die Aggressiven bestimmen die Schlagzeilen. Es wird Zeit, ihnen entgegenzutreten.

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bekkawei 25.02.2016, 07:18
20.

Sie machen den ständig wiederholten Fehler, die politische Lage und die Vorkommnisse Anfang der 30er Jahre mit der von heute zu vergleichen.

Das ist eine vollkommen andere Ausgangssituation.
Die Gewalt gegen unauffällige Minderheiten in unser eigenen Bevölkerung wie Juden, Kommunisten, Behinderte u.s.w. ging damals vom Staat aus.
Die wirtschaftliche Lage war schlecht und man suchte Sündenböcke.
Merken Sie den Riesenunterschied zu heute?

Unser Problem ist, dass der Staat und die Politik schwach sind (wir werden regelrecht von "Europa" vorgeführt). Mit diesen unglaublich vielen Menschen, die hierher kommen und zu einem großen Teil "Demokratieverächter" sind, was man gar nicht, was man anfangen soll.
Diese Hilflosigkeit der Staatsmacht und des Gewaltmonopols tritt an allen Ecken und Ende zu Tage, in Köln genau so wie in Bautzen.

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Meconopsis 25.02.2016, 07:22
21. Wehret dem Abstieg !

Wie der Autor bin ich auch ein Kind der 70er-Jahre. Ja, wir haben uns im Geschichtsunterricht die meiste Zeit mit dem Dritten Reich beschäftigt. Ja, dieses "Wehret den Anfängen" ist auch mir in den Kopf gebrannt. Aus der Distanz betrachtet und mit einer gewissen Aussensicht, neige ich aber nicht mehr zum Dramatisieren. Nein - wir leben nicht mehr in der Weimarer Republik. Nein, diese Zeit ist eine ganz andere. Wir leben in einer hochkomplexen, multimedialen Welt. Ein Handyupload von einem einzigen Punkt Deutschlands wird quasi in Echtzeit ins Netz gestellt werden... und am nächsten Tag redet die ganze Republik darüber, und am übernächsten Tag debattiert auch schon der Bundestag darüber. Dass an 1000 anderen Orten Deutschlands die Ankunft von Migranten in ihrer Unterkunft völlig geräuschlos über die Bühne geht, oder sogar von einem Willkommenskomittee begleitet wird, das verschwindet dann sofort aus dem Bewusstsein. Zurück bleibt der Pöbel von Clausnitz... das sind die Deutschen ! Inzwischen glaube ich, unsere Selbstwahrnehmung ist komplett gestört. Ja, wir haben einen 2.WK-Komplex. Und aus dem entwickelt sich hysterisches Verhalten und eine völlig vernebelte Sicht auf die Realitäten.

Eine Realität, die ausserhalb Deutschlands fast alle anderen Europäer inzwischen anerkennen, von Österreich bis Schweden, von Italien bis Polen ist z.B.: dass es so nicht weitergehen kann mit der grenzenlosen Humanität. Das ist kein braunes Gedankengut, das ist einfach nur rationales Denken und Selbsterhaltungstrieb. Und der müsste eigentlich jedem sagen, dass wir eben nicht jedes Jahr 1 Million Menschen unkontrolliert aufnehmen können, dass unser Sozialsystem Grenzen hat, dass wir letztendlich auch nicht bereit sein werden, auf diese Weise alles zu teilen und herzugeben und ein prekäres Chaosland zu schaffen, in dem sich am Ende niemand mehr wohlfühlt.Mit den alten Reflexen a la "Wehret den Anfängen" kommen wir an dieser Stelle überhaupt nicht weiter.

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K.Ama-ndereVorstellung. 25.02.2016, 07:24
22.

Ich glaube, dass die meisten Menschen auch irgendeine Haltung vertreten, da wir ja alle auf dieser Welt leben. Ebenfalls zu anderen WICHTIGEN Problemen, wie (das ganze imperalistische Weltsystem), die Umweltzerstörung, Freihandelsabkommen, Ausbeutung von Mensch u. Natur, Massenarbeitslosigkeit etc..

Wie können überhaupt Menschen andere Menschen(!) so dermaßen unwürdig und menschenverachtend behandeln?! Hat sich schon mal jemand gefragt warum diese Menschen FLÜCHTEN?? Oder woher die Ursachen für die Massenflucht kommen?
Denken Sie darüber nach, (während Sie auf ihrer bequemen Couch vor dem Fernseher sitzen), wie es doch wäre, wenn Sie nicht dieses verdammte Glück hätten in einem solchen Land wie Deutschland geboren worden zu sein, sondern z.B in einem Kriegsland wie Syrien. Wie wäre das? JEDER! Wirklich JEDER, wäre geflohen, wenn er die Chance dazu hätte. Selbst diese gefühlskalten Rechtsextremisten.
Nach einer langen bzw. komplizierten Reise kommen Sie schließlich in Deutschland an, und das erste was ihnen entgegen kommt, sind empathie- bzw. herzlosen, brüllende Wahnsinnige, denen es völlig Egal zu sein scheint, wie es diesen Menschen dabei ergeht!! Jeder könnte doch genauso gut in Afghanistan oder Somalia geboren worden sein.. ALLE haben die SELBEN Chancen im Leben verdient!
Die Welt ist halt ungerecht und wir müssen es schaffen weltweit den echten Sozialismus zu erkämpfen!

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senso-neu 25.02.2016, 07:24
23. Sehr guter Kommentar

Dies ist ein sehr guter Kommentar.
Leider wird so etwas von denen nicht gelesen, für die es eigentlich wichtig wäre.
Leider werden viele bei den nächsten Wahlen in der Kabine nicht an solche Worte denken, sondern wählen, ohne zu denken.

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sabato.74 25.02.2016, 07:25
24. Ein schöner Kommentar

Ich finde mich in diesem Text wieder. Ich finde allerdings auch, dass es sich um ein Problem der Medien handelt. Zeitungen wie die FAZ oder Die Welt geben sich dem Rechtspopulismus hin, statt Haltung zu bewahren. Die Angst vor dem Leserschwund bei älteren Herren mit weißer Haut ist wohl zu groß.

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Max Super-Powers 25.02.2016, 07:25
25.

Ein guter Artikel. Bedanken Sie sich bei Ihrem Kollegen Kleinhubbert, dass er leider nichts ändern wird: Der behauptet einige Artikel weiter nämlich, dass es in Deutschland gar keine armen Menschen gäbe und dass jeder, der was anderes behaupten würde, nur den Rechten Wasser auf ihre Mühlen pumpen würde.

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coyote38 25.02.2016, 07:29
26. Nicht mehr mein Land.

In der Tat ist dies nicht mehr mein Land. Aber dies ist nicht mehr mein Land, weil ich keine Lust habe zuzusehen, wie die beste Demokratie die Deutschland je hatte, peu à peu in eine moralisch und gesinnungsethisch gleichgeschaltete DDR 2.0 umgebaut wird.

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cicali 25.02.2016, 07:30
27. Ökonomische Ängste sind selten das Problem

Bei den wenigsten dieser Menschen geht es wirklich um ökonomische Ängste im engeren Sinne. Es geht um ein zutiefst gestörtes Selbstwertgefühl, welches aus gefühlter Irrelevanz ("für uns interessiert sich ja niemand") und als Reaktion darauf eine narzissistische Selbstüberhöhung ("wir sind das eigentliche, richtige Volk") Interessant wäre zu überlegen, was man hier verbessern könnte. Wie kriegt man es hin, dass die Menschen denken: in einer Gesellschaft bin ich ein Teil vom Ganzen. Wichtig, aber nicht wichtiger als Andere. Ich erwarte von der Leitung dieser Gesellschaft, dass sie sich um die Belange aller kümmert und ich akzeptiere, dass dazu gehört, dass dabei nicht immer nur meine Wünsche erfüllt werden können. Gute Demokratie funktioniert nur, wenn der Einzelne in der Lage ist, sich selbst zurückzunehmen für das größere Ganze ohne dabei gleich einen Minderwertigkeitskomplex zu entwickeln.

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besserwessixxl 25.02.2016, 07:33
28. Nicht überraschend

Das einzige, was eine Spaltung der Bevölkerung in Deutschland verhindern kann, wäre eine Volksabstimmung zur Flüchtlingsfrage. Dann hätte man klare Verhältnisse zu dem, was die Mehrheit der Bevölkerung möchte. Die wird es jedoch nicht geben, da das zu erwartende Ergebnis den etablierten Parteien nicht ins Konzept passt. Damit sind sie es jedoch, die den demokratischen Diskurs verlassen. Wenn eine Minderheit anfängt, eine Mehrheit zu bevormunden, dann ist dies der Auslöser für brennende Häuser.

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harmlos01 25.02.2016, 07:34
29. Sehr richtig

Vor allem debatieren und nicht herumpöbeln. Dazu gehört eine gute Debattenkultur in der es keine Denkverbote gibt. Dazu gehört aber auch, dass die wenigen, die die Kommentarfunktionen und sozialen Netzwerke mit ihren lautstarken Minderheitsmeinungen beherrschen sehen, dass sie in Wirklichkeit nur eine Minderheit sind. Zu dem zwecke halte ich eine Klarnamenspflicht in Kommentarfunktionen für sinnvoll!

Das würde den Ton stark verbessern, denn niemand kann sich mehr hinter einem Synonym verstecken.

Hochachtungsvoll

Ansgar Heinze

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