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Friedensgespräche mit Taliban: Bundesregierung warnt Trump vor Blitz-Abzug aus Afghan
REUTERS

Glaubt man Donald Trump, ist ein Friedensdeal für Afghanistan nahe, ebenso wie ein Abzug der US-Truppen. Die Bundesregierung hält das nach SPIEGEL-Informationen für blauäugig - und warnt vor den Tweets des Präsidenten.

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Kurt Kraus 12.02.2019, 20:46
1. Ausgerechnet unsere Regierung nennt jemanden blauäugig

Seht lieber zu, wo ihr die Lufttransportkapazitäten für unsere Armeeattrappe herkriegt. Ihr macht euch Sorgen, die Taliban könnten keine Zugeständnisse machen? Taliban mögen primitiv sein, aber sicher nicht doof. Die werden jede Menge Zugeständnisse machen, nur werden ungefähr soviel wert sein, wie die Garantien, die der Vietcong der Regierung von Südvietnam gegeben haben.

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kuac 12.02.2019, 20:47
2. Unsichere Zukunft

Erst nach dem Abzug der US Truppen werden die Angriffe auf die Regierungssoldaten, Polizei und angestellten richtig losgehen. Wer wird diese Leute schützen? Pakistan wird wieder mit Millionen Flüchtlingen konfrontiert. Und der Kampf wird dort weitergehen, weil auch in Pakistan Talibans gibt. Trump hat keine Ahnung.

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briefzentrum 12.02.2019, 20:55
3. Deutschlands Dummheit wird auch am Hindukusch verteidigt

Man muss hinter Trumps Abzugsplänen, gleich ob in Syrien oder Afghanistan, keine ausgeklügelte außenpolitische Strategie vermuten. Indes, eine solche hatten auch bisher weder die USA noch Deutschland in Afghanistan. Der Westen hat sich in Afghanistan einmal mehr in der Geschichte verrannt. Dieser Einsatz am Hindukusch ist ein schönes Beispiel dafür, wie man Kriege nicht führen soll. Man soll eben nicht in Länder einmarschieren, wenn man nicht weiß, wie man wieder heraus kommt. Ich kenne das 12 Seiten-Papier der Bundesregierung nicht. Dass es sich dabei aber um ein "Strategiepapier" handeln soll, das wird niemand ernstlich annehmen. Eine Strategie für Afghanistan, und sei es nur für den Einsatz der Bundeswehr und ein militärisches oder politisches Ziel der Truppen, hatte Deutschland in den letzten siebzehn Jahren nicht. Nie war die Lage im Land unsicherer und weniger politisch berechenbar als heute - nach siebzehn Jahren Besatzung. Dass deutsche Truppen die Taliban in Schach halten oder das afghanische Militär ausbilden würden, ist doch ein Wunschbild, an das vermutlich nicht mal mehr die Bundestagsabgeordneten glauben, die ansonsten in ihrer Ahnungslosigkeit immer alles abgenickt haben und abnicken werden. Die Wahrheit ist: Was aus Afghanistan wird, bestimmt allein Afghanistan und ein wenig auch der pakistanische Geheimdienst. Weder Demokratie nach westlichem Verständnis, noch Mädchenschulen, noch eine good governance ohne Korruption, Mohnanbau und Heroinexport wird es in den nächsten Jahrzehnten in Afghanistan geben. Insofern gilt: Trump hat vermutlich keine Strategie für den Abzug; aber eine Alternative für einen Abzug der sinnlosen westlichen Alliierten gibt es auch nicht. Alles andere ist bundesdeutsche Träumerei von Schaufensterpolitikern wie Von der Leyen, Merkel und Maas.

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xxgreenkeeperxx 12.02.2019, 21:03
4. Deutschland wird nun mal nicht am Hindukusch verteidigt.

Da ich immer noch dieser Meinung bin wünsche ich Mr. Trump viel Erfolg bei seinem Vorhaben, egal aus welchen Gründen er es plant. Wenn dadurch der in meinen Augen sinnloseste und zugleich teuerste Auslandseinsatz der Bundeswehr endlich beendet wird dann sollte man Mr. Trump in seinen Bemühungen unterstützen und ihm keine Steine in den Weg legen. Ich hoffe dass er das Strategiepapier der Bundesregierung ungelesen in den Papierkorb befördert, da wo es meiner Meinung nach auch hingehört. Ich werde seine Tweets deshalb jetzt wieder etwas aufmerksamer lesen.

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irobot 12.02.2019, 21:20
5.

Afghanistan ist ein Fass ohne Boden. Korruption ohne Ende, Stammesdenken, Rivalitäten, wo immer man hinsieht. Kann man das Land befrieden? Ich glaube nicht.

Zieht man ab, werden über kurz oder lang die Taliban die Herrschaft übernehmen. Und dann? Wahrscheinlich gehen sich die einzelnen Gruppen dann gegenseitig an die Gurgel und der Krieg dauert an.

Bleibt man, unterstützt man eine Regierung ohne Rückhalt im eigenen Volk und der Krieg geht ebenfalls weiter.

Verhandlungen? Bringen garnichts, wenn nicht eine entsprechende Macht da ist, die ein mögliches Ergebnis notfalls gewaltsam durchsetzen kann. Also weiter Krieg.

Die Afghanen sollen selber über ihr Schicksal entscheiden? Bitte, dann hört der Krieg nie auf.

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Fuscipes 12.02.2019, 21:23
6.

Besonders hohl, aber die Sicherheitskonferenz steht auch an, die letzte wie ich jedes Mal hoffe.
Der Ort könnte geeignet sei, da Deutschland sowohl bei der afghanischen Regierung als auch bei den Taliban den Ruf eines neutralen Vermittlers genießt.
Muss ich mich jetzt wohl verlesen haben, aber da steht es. Neutral, guten Ruf bei den Taliban vielleicht, die Lügenmärchen werden immer schlimmer, die Beurteilung des Bundeswehreinsatzes in Afghanistan sollte man nicht dieser Regierung überlassen.
In Kabul könnte man weitermachen? Was sagt man dazu? Unverantwortlich.

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Watschn 12.02.2019, 21:46
7. Eher könnte es ein Camp David mit den Taliban geben...

als ein erneutes Petersberg mit der Fehlerkorrektur des Jahres 2001, wo man sträflich die Taliban aussen vor liess. Hätte man den Geist damals erweitert und die Taliban ebenfalls am Tisch zugelassen, so wäre der internat. Blutzoll vermutl. erheblich kleiner und es wären vielleicht längst keine ausl. Militärmächte mehr in Afghanistan. Man mag von Trump halten was man will, aber Trump ist erfrischend unkonventionell, und bringt dadurch einiges Eingefahrene in Bewegung - wenn nicht gar ins Rollen...

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Periklas 12.02.2019, 21:54
8. Friedensgespräche ?

Friedensgespräche werden es sein wenn die Taliban vor Ort also in Afghanistan diese Gespräche signalisieren. Das würde auch heißen eine Delegation der Taliban wird zu den Friedensgespräche nach Camp David eingeladen müssen. Da gibt es berechtigte Zweifel das Donald Trump um diese Diplomatie sich ernsthaft und mit Engagement bemüht.
Nur eine weiterer Wahlkampagne für seine Wiederwahl und wenn die Taliban keine Friedensgespräche führen hat der nächste Präsident das Problem. Entweder man es richtig aber nicht lausig und nicht schludrig auf Kosten der Bevölkerung in Afghanistan und schon gar nicht als Oberbefehlshaber, der als Vorbild für seine Soldaten dient.

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walter_de_chepe 12.02.2019, 21:55
9. Wir schaffen das!

Dann soll doch die Bundeswehr die Lücke schließen. Oder können wir das etwa nicht? Wir werden Deutschland doch noch verteidigen können. Kein anderes Land als Deutschland hat gesagt, dass es am Hindukusch verteidigt wird. Also nur zu, Ab geht‘s zum Hindukusch.

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