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Friedensnobelpreis für EU: Euro-Skeptiker lästern über "Aprilscherz"
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Es ist ein willkommener Motivationsschub in der Krise: Mit Genugtuung haben europäische Regierungschefs den Friedensnobelpreis für die EU begrüßt. Die Europa-Skeptiker im Staatenbund aber sind außer sich über die Entscheidung - sie verhöhnen die Jury in Oslo.

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bjuv 12.10.2012, 20:49
330. Was ist Krieg? Vielleicht auch derjenige um die Demokratie

- der DEMOKRATIE - also der Rückführung jeden politischen Handelns auf den Souverän, das Volk tobt schon lange wieder in der EU. Nur mit anderen Mitteln. So wie man Feinde inzwischen nicht mit dem Schwert bekämpft, sondern mit Drohnen, so kämpft der Souverän heute mit den Waffen des Verfassungs- und Vertragsrechtes. UND VERLIERT DOCH MIT JEDER ENTSCHEIDUNG: Nein, es herrscht Krieg - um die Demokratie

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Lanc 12.10.2012, 20:51
331. Zum letzten Gruß: Strohhalm

Dem sinkenden Schiff wird noch einmal ein Strohhalm gereicht. Das Komitee kann eigentlich nur die Zeit vor der Euroeinführung meinen. Die war wirklich friedlich - trotz Kalten Krieges.

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vandenplas 12.10.2012, 20:52
332. Nigel Farage

soll den Friedensnobelpreis übernehmen. Seine Rede würde ich mir gerne anhören.

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old-chatterhand 12.10.2012, 20:54
333.

Zitat von toskana2
Es lag nicht in meiner Absicht, "ein schönes Stück Prosa" zu schreiben, weil mir Europa eine Herzensangelegenheit ist. Wissen Sie warum? Ich habe als 8-jähriger Junge miterlebt, wie mein Onkel während eines Cafe-Besuchs von der Polizei abgeführt wurde. Weil er die "falsche Zeitung", eine KP-Zeitung, las.
Ein dunkles Kapitel deutscher Geschichte, aber erstens nicht das einzige und zweiten haben es die Kommunisten auch nicht viel besser gemacht. Klassenkampf statt Rassenkampf. Hat mich noch nie überzeugt.
Zitat von toskana2
Wer so etwas erlebt hat, der gewichtet anders als die, die Freiheit als "gegeben" empfinden. Das ist das Eine. Ihrer Kritik schliesse ich mich an. Unsere Eliten scheinen im Moment ziemlich überfordert. Denen sollte wir den Marsch blasen. Es bleibt aber: Dieses Europa ist das eine, was wir haben, das einzige, was uns bleibt.
Ja, aber nicht die einzig vorstellbare EU. Oder lese ich gerade die falsche Zeitung?
Zitat von toskana2
Und ich bin überzeugt, es ist lohnend, sich dafür einzusetzen.
Ganz ehrlich? Das Individuum spielt nicht den Hauch einer Rolle in diesem Apparat.
Zitat von toskana2
Ob das Projekt "richtig" war, darüber werden andere befinden, die nach uns kommen.
Nee, ein Urteil kann ich mir selbst dazu bilden. Das Denken lass ich mir von niemandem abnehmen. Es wäre fatal alle Eurokritiker als EU Feinde wahrzunehmen. Die Meisten sind enttäuschte EU Anhänger. Vielleicht sollte man mehr nach den Gründen für so viel Enttäuschung forschen, anstatt Skeptiker pauschal als nationalistisch zu stigmatisieren.

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deSelby 12.10.2012, 20:54
334. Nun ja...

Zitat von PK2011
Na, 90% der Foristen begrüssen die Preisverleihung an die EU nun doch nicht. Eher so die Hälfte. Aber Sie haben recht: Diejenigen haben von Geschichte nicht viel Ahnung. So gab es aufgrund der Machtkonstellation in der Welt ("kalter Krieg") und speziell Europa (Vordringen der Roten Armee bis nach Mitteldeutschland) keinerlei weitere Möglichkeit für Westeuropa ein 1870, 1914, 1939 zu wiederholen. Der Frieden in Europa entwickelte sich zwangsläufig.
Weniger Überheblich wäre mehr... denn Sie überschätzen mit Ihrer Sichtweise die langfristige Wirkungsmächtigkeit der "zwei Blöcke Periode", die in der langen Geschichte Europas ein winziges Interludium war, ganz gewaltig und übersehen, daß sich dort wo es keine EU gab ältere nationale Ressentiments sehr schnell wieder Bahn brachen.

Es war nicht die EWG/EG/EU alleine, die wichtige Weichenstellungen in Westeuropa vornahm, aber Ihre Sichtweise übersieht wesentliche Dinge, die absolut nichts mit der Blockbildung an sich zu tun hatten und ist auch nicht in der Lage die Unterschiedlichkeit der Entwicklung politischer Mentalitäten innerhalb und außerhalb der EU zu erfassen.

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alexander.v.witzleben 12.10.2012, 20:55
335. Der Krieg war noch nah 1952 - 2012 leider kein Verständnis

Zitat von sysop
Es ist ein willkommener Motivationsschub in der Krise: Mit Genugtuung haben europäische Regierungschefs den Friedensnobelpreis für die EU begrüßt. Die Europa-Skeptiker im Staatenbund aber sind außer sich über die Entscheidung - sie verhöhnen die Jury in Oslo.
Wenn ich immer Vorträge über die EU halte, frage ich die Zuhörer zuerst, was zur Kriegsführung notwendig ist. Reaktion: in der Regel, Erstaunen und dann kommen die Antworten zögerlich, Soldaten? Generäle?, .... wenn die Zuhörer (Schüler, Studenten) dann schließlich auf Flugzeuge oder Panzer kommen, frage ich, wie diese Waffen hergestellt werden. So langsam kriegen wir es dann hin: Ah ja, man braucht Kohle, um Stahl zu produzieren und damit werden dann Waffen hergestellt... in der Tat, 1952 war es Plan B der Franzosen, denn sie hatten eigentlich das Ruhrgebiet besetzen wollen (damals so wichtig wie Silicon Valley heute), aber die Amis machten nicht so richtig mit. Also Plan B : die Franzosen stimmten zu, eigentlich unglaublich 1952, 7 Jahre nach dem Krieg, die europäische Kohle- und Stahlproduktion von 6 Staaten (darunter die Hauptkampfhähne) unter eine gmeinsame Kontrolle zu stellen. Der Anfang der EU war die Sehnsucht nach Frieden und das hat 60 Jahre gehalten. Es gab kaum ein Jahr im 19 Jahrhundert in Europa ohne einen Krieg. Europa war so, wie wir es heute tagtäglich in Afrika, Syrien oder Afghanistan sehen. Was die EU der Welt heute zeigt, ist gigantisch. 60 Jahre Frieden. Es ist der größte Fortschritt, den die Menschheit je erreicht hat, aber es ist erschreckend die negativen Kommentare zur Entscheidung der Nobelkomitees zu lesen. Geschichte ist keine Tagespolitik. Das Nobelkomitee konnte keine bessere Entscheidung treffen.

Dr. Alexander von Witzleben

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bdr_boxter 12.10.2012, 20:55
336. Sie haben sich soeben

Zitat von rufus008
90% der Kommentare hier sind wirklich unter aller Kanone. Eine solche Ballung von Ignoranz und Geschichtsvergessenheit ist mir selten untergekommen. Dass all diese Leute wählen dürfen, lässt mich ja schon fast an der Demokratie an sich zweifeln.
für höhere Aufgaben in der EU Demokratie qualifiziert. Ein goldene Zukunft steht ihnen dort bevor. Aber Achtung - die Franzosen im Jahr 1789 dürften auch nicht wählen. Hat sie aber nicht daran gehindert ihr und das Schicksal des Herrscherhauses selbst in die Hand zu nehmen.


Gott zum Gruß

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carletto 12.10.2012, 20:58
337.

Zitat von Palmstroem
60 Jahre Frieden in Europa waren mehr als selten. Ich gehöre zur ersten Generation, die erlebte, wie aus Feinden Freunde wurden. Leider vergißt der Mensch sehr schnell und hält das Europa von heute für selbstverständlich. Das war es aber nie! Hier ist nur mal die Liste der Kriege im 18. und 19. Jahrhundert
Mag ja sein, aber was hat die Friedenszeit nach 45 mit der EU zu tun?
Die EU und der Euro ist ein Zwangskorsett das Unfrieden schafft und noch mehr schaffen wird, und vor allem spaltet sie die Gesellschaften.

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pragmat. 12.10.2012, 20:59
338. Erhöhte Öffentlichkeitsarbeit für Europa

mit Friedensnobelpreis ein guter Anschub
bitte mehr
tragts aus in alle Schulen und in die ganze Welt..
Zitat von sysop
Es ist ein willkommener Motivationsschub in der Krise: Mit Genugtuung haben europäische Regierungschefs den Friedensnobelpreis für die EU begrüßt. Die Europa-Skeptiker im Staatenbund aber sind außer sich über die Entscheidung - sie verhöhnen die Jury in Oslo.

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adrianralle 12.10.2012, 20:59
339.

Zitat von opel-kapitän
Ich möchte auf ein anständiges Miteinander nicht verzichten wollen
Genau deshalb sollte man zumindest ein Euro-Kritiker sein.

Zitat von cato.
dass Deutschland geteilt war und bis heute Auflagen bei der Rüstung hat,
Ist egal, ob es Auflagen für die Rüstung gibt. Krieg wollen wir eh nicht mehr machen.

Zitat von shmubu
Alle, die hier "lächerlich", "Farce" und "Aprilscherz" schreien, haben nur deswegen nie einen Krieg erlebt, nie in Angst vor Bombenhagel leben müssen, weil es die EU gibt.
Selbst wenn es so wäre. Jetzt stehen wir wegen der jetzigen EU vor dem Krieg. Toll gemacht, kann man da nur sagen.

Zitat von Whitejack
Man darf viele der Kommentare hier nicht so ernst nehmen. Der Punkt ist der, dass sehr viele Leute Frieden ohnehin nicht besonders wertschätzen.
Natürlich. Ob Frieden ist, ist den meisten Leuten egal (Ironie).

Zitat von Peet89
Aber ich will damit sagen, das Europa es schaffen kann, endlich einmal in Frieden und ohne Vorurteile gegenüber Ländern oder bestimmten Volksgruppen leben zu können.
Aber doch so nicht. Wie soll es Europa schaffen, wenn eine Währung nicht zu den Ländern passt?

Zitat von Liberalitärer
Wäre alles perfekt, würde der Mensch vor Langeweile sterben.
Es gibt gute Hobbys.

Zitat von rasenmähermann75
Das ist nun wirklich Geschichtsklitterung und einfach nur peinlich. Ich kann nur hoffen, dass hier nicht viele Ausländer mitlesen, sonst denken die noch, alle Deutschen seien so beschränkt.
Ich hoffe viele Ausländer lesen mit damit sie denken, dass alle Deutschen so schlau sind.

Zitat von kannmanauchsosehen
Europa-Skeptiker, bleibt einfach an der Seitenlinie stehen und geifert weiter, während die EU Karawane weiter zieht. Schade eigentlich, Eure konstruktive Mitarbeit wäre wichtig gewesen.
Für was wichtig? Um Armut und Krieg zu schaffen?

Zitat von mundi
Die heutige Generation kann sich überhaupt nicht vorstellen, dass es in Europa zwischen einzelnen Staaten Krieg geben könnte. Man nimmt es einfach zu Kenntnis, ohne zu bemerken, dass der Grund hierfür die Idee der Vereinigten Staaten von Europa ist.
So ein Unfug. Der Grund ist, weil wir wissen, das Krieg Unheil bringt und Unheil möchte halt kaum einer.

Zitat von mundi
Ein Europa ohne Grenzen, wo Streitigkeiten von Gerichten entschieden werden, wo Menschen sich überall niederlassen dürfen und überall die gleichen Gesetze bezüglich der Menschenrechte gelten. Ein wunderbares Konstrukt.
Ich darf keinen Schweizer verklagen oder nicht in die Schweiz ziehen?

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