Forum: Politik
Front National: Nur auf den ersten Blick ein Rückschlag
REUTERS

Die gute Nachricht: Der Front National übernimmt in keiner Region Frankreichs die Regierung. Die schlechte: Die Wahlniederlage der Rechtsextremen ist in Wahrheit keine - sie konnten ihr bislang bestes Ergebnis einfahren.

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osmun 14.12.2015, 12:26
1. Tendiziös geschrieben

Ich bin politisch linksorientiert aber mir zieht es bei den tendiziösen Formulierungen der Spiegelartikel manchmal schon die Schuhe aus. Auch wenn ich nicht begrüße, dass die Front National Siege einfährt, so sollte es doch die Pflicht einer großen Zeitung sein Nachrichten nicht vorzukauen und gleich in Gut und Böse einzuteilen. Meiner Meinung sollte es jedem Leser selbst überlassen sein sich ungestört eine Meinung zu bilden. Was denkt ihr anderen Foristen darüber? Seit ihr auch für eine objektievere Berichterstattung?

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schaafsnase 14.12.2015, 12:30
2. Bedenkt man

Frankreichs jüngere Geschichte und das Engagement mit denen man in Frankreich die Gräber der Weltkriege pflegt, dann ist das Wählen eines Mobs wie der FN nichts anderes als ehrabschneidet für Le Grand Nation. Umso mehr die Wahl der Erben der Täter hierzulande.

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static2206 14.12.2015, 12:31
3. Ein Armutszeugnis

egal ob in Frankreich oder Deutschland. Diese Parteien gehören zur Demokratie. Die Wahlerfolge der FN oder bei uns der NPD sind nicht auf die "Dummheit" der Wähler oder die "Lügen" der Parteien zurück zu führen. Sondern dass diese Parteien scheinbar für den Wähler "bessere" oder zumindest annehmbarer Politik betreiben als etablierten Parteien. Man muss sich mal das politische Versagen der großen Parteien vor Augen führen, dass extremere Randparteien einen so großen Zulauf bekommen. Denn mehr ist es nicht. Aber hetzen, verleumden und der Versuch den jeweiligen Dorn im Auge zu verbieten, ist einfach leichter als den Arsch hoch zu kriegen und anständig zu arbeiten.

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bene_lava 14.12.2015, 12:37
4. Hoffe der Spuk ist vorbei...

Es gibt leider immer wieder historische Konstellationen, die bestimmten Parteien auf Grund thematischer Korrelation enorme Zuwächse bescheren. Man erinnere sich an Fukushima und den Wählerzuwachs der Grünen. Oder die Elbflut und die SPD.

Dass die Flüchtlingskrise den rechten Parteien Aufwind geben würde, war doch eigentlich klar. Bei den kommenden Wahlen, wird die Flüchtlingskrise hoffentlich nicht mehr das beherrschende Thema sein.

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hinschauen 14.12.2015, 12:37
5. Die schlechte Nachricht: Bericht wird zum Kommentar

Ich halte nichts vom Front National. Aber 6,8 Millionen Franzosen sehen das anders. Und ein Grund dafür ist möglicherweise, dass auch sie nicht mehr wollen, dass Ihnen einzelne Redakteure von Nachrichtenmagazinen in einem Bericht (Falls das nicht mehr bekannt sein sollte: das ist etwas anderes als ein Kommentar) schon im Vorspann festlegen, ob ihr Wahlverhalten gut oder schlecht ist.

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Havel Pavel 14.12.2015, 12:38
6. Entscheiden Sie etwa was gut oder schlecht für die Franzosen ist?

Es mutet schon etwas bedenklich an, wenn Journalisten entscheiden wollen was für ein Wahlergebnis für ein Land gut ist und welches nicht. Etwas neutralere Berichterstattung wäre sicherlich unverfänglicher, der Leser und natürlich auch das die Wahl betreffende Volk werden sich schon selbst ihr Urteil bilden. Im 3. Reich hätten Leute wie Sie sicherlich auch Partei für die führende Partei ergriffen!

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u.b.leser 14.12.2015, 12:43
7. Sehe ich auch so

@osmun. Auch ich denke, dass dadurch nichts gewonnen ist. Es gilt immer noch das Diktum, das sich ein guter Journalist mit keiner Sache gemein machen soll, auch keiner guten (H.J. Friedrichs). Ich denke, dass sich in Deutschland die Wahrnehmung verschoben hat: auf der einen Seite misstrauen wir immer noch der Bevölkerung und hauen bei der kleinsten Orientierung in Richtung rechts mit der Moralkeule drauf. Auf der anderen Seite hat sich die politische Landschaft extrem verschoben (und mit ihr die mediale): Inzwischen sitzen 5 sozialdemokratische Parteien im Bundestag (jedenfalls sind die Unterschiede zwischen CSU und den Linken kleiner als die vor 20 Jahren zwischen Jusos und Seeheimer Kreis …) und die Außerparlamentarische Opposition ist nicht mehr links sondern konservativ. Da wird dann schon mal gern konservativ mit rechts und rechtsradikal verwechselt. Ich halte sowohl die Franzosen als auch die Deutschen für demokratie-erwachsen genug, nicht auf rechtsextreme Bauernfängerei hereinzufallen. Medien und Politik sollten sich allerdings fragen, wie dieses Flirten mit den Rechten überall in Europa entstanden ist und ob der eigene arrogante Umgang mit den Sorgen einfacher Leute nicht erheblich dazu beigetragen hat.

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dir-kl 14.12.2015, 12:47
8.

Zitat von bene_lava
Dass die Flüchtlingskrise den rechten Parteien Aufwind geben würde, war doch eigentlich klar. Bei den kommenden Wahlen, wird die Flüchtlingskrise hoffentlich nicht mehr das beherrschende Thema sein.
Nein, dann sind es die Folgen der Flüchtlingskrise, z.B. der damit verbundene notwendige Sozialabbau trotz der propagierten Bereicherung und erhöhter Staatsausgaben. Denn was wir jetzt geradezu in einer Zeit künstlicher Hochkonjunktur in Deutschland noch"schaffen", wird mit Annäherung an den Durchschnitt europäischen Arbeitslosenzahlen im Zuge des nächsten Konjunkturabschwunges dann nicht mehr ganz so prickeln. Ja, dieser Tage ist es nicht schwierig Prophet zu sein.

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jogi1709 14.12.2015, 13:05
9. Es ist immer wieder deprimierend,

festzustellen, was SPON unter Demokratie versteht.

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