Forum: Politik
Frontstadt in der Ostukraine: Slowjansk fürchtet den Sturmangriff
DPA

Sie heben Schützengräben aus, errichten Barrikaden. Die Menschen in Slowjansk, der Frontstadt in der Ostukraine, bereiten sich auf das Schlimmste vor: den Angriff der ukrainischen Armee.

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fidelix 06.05.2014, 21:51
110. Wo bleibt die Menschlichkeit ?

Wenn es legitim ist, die Einwohner einer Stadt mit 120000 Einwohnern mit Panzern und Geschützen niederzumetzeln und die westlichen Politiker dabei von legitimen Interssen der Ukraine reden (Originalton US-Präsident als er von Toten Separatisten in Slawjansk gehört hatte), dann ist die westliche Zivilisation in tiefste Barberei zurückgefallen.

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Hape1 06.05.2014, 21:51
111. ...

Zitat von Onkel.d.
(...) Was soll ein Land denn tun, wenn der Staatspräsident Angst um sein Leben bekommt und flieht? Das Parlament muss eine Übergangsregierung wählen und diese muss versuchen das Land zusammen zu halten bis eine neu gewählte Regierung die Geschäfte übernimmt. (...)
Ja genau....als Wulf und Köhler ihr Amt nieder legten wurde in DEU sofort eine Übergangsregierung eingesetzt. Klar. :-)

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drittaccount 06.05.2014, 21:51
112.

Zitat von commentsWelcome
... Also ruhig bleiben und der Gerechtigkeit ihren Lauf lassen.
Wie im Gewerkschaftshaus in Odessa!?

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HJK42 06.05.2014, 21:52
113. Interessant, sehr interessant...

Da verbarrikadieren sich in der Ostukraine die Menschen aus Angst, aus Ablehnung und aus blanker Wut und Ohnmacht vor dieser illegitimen Junta in Kiew. Ihre Bewaffnung? Pistolen, alte Maschinengewehre, ein paar erbeutete Schützenpanzer gegen die von faschistischen Maidangetreuen durchsetzten Truppen der Nationalgarde. Russische Eliteeinheiten mit Superwaffen? Ja, wo laufen sie denn? Nicht die Spur davon zu erkennen. So, wie unsere Freunde der amerikanischen Administration und ihrer transatlantischen Seilschaften deutsch-amerikanischer Eliten, die mit dem Großeinsatz der fragwürdigen nationalistisch-rechten Korruptionsveranstaltung in Kiew nun endlich wieder ihren (selbst-)"gerechten" Lohn erwarten. Die Schätze der Ostukraine, die - so scheint es - die Russen nun doch nicht so sehr einfordern, wie man es gerne behauptet. Doch abwarten.

Bis dahin bleibt der schale Geschmack, dass unsere Regierung und die EU die Gewalttäter vom Maidan, die sich dort nach den Unruhen in die Regierung gewütet haben, klatschend in ihrer Mitte empfangen haben, wie man es bei Empfängen für Klitschko und Timoschenko tat, während man den Russen allen erdenklichen Unflat, denjenigen, die sich in die russische Haltung hineindenken konnten, sie eher verstehen und mit logischer Abwägung die Interessen Russlands als immanenter und wichtiger einstuften als die der EU oder gar der treibenden amerikanischen Elite. Sie wurden hier immer als kremltreue Putinversteher in eine unerwünschte Ecke geschoben, der Kriegspropaganda des Westens wurde dafür umso lieber geglaubt. Nicht von den besagten kritischen Geistern, dafür von den Amerikafreunden und den durch Propaganda weichgeklopften Unschlüssigen, Uninformierten etc. Dass nun die Verurteilung des Handelns der Kiewer Führung ausbleibt, dieselbe Verurteilung, die man einer weit weniger drastisch vorgehenden und im Wortlaut wesentlich gemäßigteren Regierung Janukowitschs aussprach, die man auch noch der russischen Regierung hinterherwarf auch bis zu dem Handeln der jetzigen Widerständler in der Ostukraine, das wirft ein verheerend heuchlerisches Bild gerade auf die GroKo in Deutschland, der man immer schon eine Einflüsterung aus Washington nachsagt und der EU. Von der amerikanischen Elite, deren Lautsprecher von Paul Craig Roberts ungeniert Idioten genannt werden, ist man mittlerweile nichts anderes mehr gewohnt als die Doppelstandards bei der Beurteilung der Welt.

Aber ergehe man sich doch weiter in der einseitigen Beurteilung der Unzulänglichkeiten russischer Demokratie, aber vergessen wir nicht den Blick auf uns und unsere EU, die sich diesen Unzulänglichkeiten rasend schnell annähert, wenn nicht irgendjemand die Reisleine zieht. Der Konflikt in der Ukraine, die andauernde unqualifizierte Kritik an Russland, diese Nibelungentreue zu den USA - all das lenkt wunderbar von den Segnungen ab und verstärkt den Zuspruch für solche undemokratischen Ungeheuerlichkeiten wie das TTIP, das völlig aus dem Blickfeld gerät und weiterhin in den Suppenküchen der politischen Hinterzimmer brodelt, so wie andere Zumutungen.

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stonecold 06.05.2014, 21:52
114.

Zitat von matijas
Eher würde ich auswandern. Das werden übrigens auch viele Ukrainer müssen, auch - oder gerade dann - wenn ihr Land "geeint" bleibt.
Das hört man ja auch von manchen "Demokratieverteidigern" hier im Forum, "sollen sie doch nach Russland gehen, wenn es ihnen in der Ukraine nicht passt". Sind ja auch nur ein paar Millionen Leute. Und der aktuell in der Ukraine praktizierte Minderheitenschutz (einer der europäischen Grundwerte, wenn ich mich richtig erinnere, außer er wurde außer Kraft gesetzt, wenn es nur um die richtige Minderheit geht) ist ja auch vorbildlich, gäbe keinen Grund zur Unzufriedenheit.

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matijas 06.05.2014, 21:53
115. Reden ohne Risiko

Zitat von lampenschirm73
Und den Einsatz von Militär, oder noch schlimmer fanatischen nationalistischen Milizen, gegen die Bevölkerung finden Sie jetzt gut? Selbst wenn die Ostukrainische Bevölkerung verblendet wäre, wäre das ein Verbrechen.
Manchen scheinen damit leider gar kein Problem zu haben, solange es "die Richtigen" trifft. Die leben ja nicht in den betroffenen Gebieten und können somit noch nicht mal als Kollateralschaden tangiert werden, also große Klappe ohne Risiko.

Die hundert Toten des Maidan waren von der Regierung als "Massenmord" bezeichnet worden, man erinnere sich.
Jetzt sind bald schon 100 "Separatisten" tot.
Statt Aufschrei und Aufhören jetzt nur Rechtfertigungen.

Also SO hätte auch Janukowitsch die "Einheit" und "Stabilität" des Landes absichern können. Dann wär das Geschrei groß gewesen. Warum eigentlich, wenn doch die "Einheit" des Landes angeblich wichtiger ist als Menschenleben?

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Spiegelkritikus 06.05.2014, 21:53
116. Die Gewalt des Kapitals

......
.Es besteht die Gefahr eines 3. Weltkriegs. Sie sollten sich über die finanzielle Lage der Amis Gedanken machen. Es droht die Entmachtung der Weltleitwährung. Welche Konsequenzen hätte das für die USA. Dass spielt alles eine Rolle bei der Beurteilung der Situation. Dann machen auch die Aufforderung der Sanktionen gegen Russland aus amerikanischer Sicht einen Sinn.[/QUOTE]Ein ganz wichtiger Aspekt für das Handeln der Amis. Immer, wenn sich in den letzten Jahren ein Land vom "Petrodollar" verabschiedet hat bzw. das vorhatte, wurde es postwendend mit Krieg überzogen. Auch Russland wehrt sich gegen die Dollar-Vorherrschaft, ebenso wie viele Schwellenländer. China wird irgendwann folgen. Jetzt ist aber erst mal Russland an der Reihe, zumal der enorme Rohstoffreichtum und ein grosser Markt locken. Der wehrhafte, schlaue Putin muss natürlich weg vom Fenster und den Weg freimachen.

Die Zeit des Dollars als Weltwährung Nr. 1 neigt sich rapide ihrem Ende zu, wenn sich die USA nicht schleunigst umfangreiche neue Ressourcen einverleiben und ihr Dominion ausbauen können (Europa ist dafür von zentraler Bedeutung, zumal sich die EU nicht wehrt, im Gegenteil). Die Gewalt des Grosskapitals dirigiert die US-Politik wie eine Marionette und diese wiederum andere Regierungen wie die in der Ukraine oder auch die deutsche. Das anonyme Kapital geht dabei skrupellos über Leichen und opfert zur Not auch ganze bevölkerungen, das ist nichts Neues.

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stonecold 06.05.2014, 21:56
117.

Zitat von Listkaefer
dürfen nicht gewinnen. Niemand hat sie gerufen. Sie haben mit Waffengewalt ausserhalb jeder Legalität die Macht ergriffen. Das lässt sich kein Staat der Welt gefallen. Wer sind diese Leute denn? Gäbe es sie nicht, stünde die Ukraine nicht wie jetzt vor dem Chaos..
Dass die derzeitige Regierung AUCH durch mit Waffen ausgeübte Gewalt an die Macht kam, verdrängen Sie anscheinend. Aber das Thema ist ausgeleiert. Für den einen Helden, für den anderen Putschisten. Wenn ich mir allerdings die Bilder aus Kiew Dezember-Februar in Erinnerung rufe, fällt es mir schwer, in denen, die monatelang Brandsätze auf die völlig passive Staatsmacht geworfen haben, als Leute mit demokratischen Absichten zu betrachten.

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deemes 06.05.2014, 21:56
118. Nationalgarde

Zitat von wauz
ist die mangelnde Legitimität der Regierung. Sollte es in Slowjansk ein Blutbad geben, werden wahrscheinlich mehr und mehr Armeeangehörige die Seite wechseln.
Nicht mehr. Es sind jetzt die Nationalgardisten beteiligt. Das sind überwiegend die ehemaligen Maidan-Hundertschaften, Anhänger des Rechten Sektors und von Swoboda. Das sind Überzeugungstäter, die schraken auch vor ein paar Monaten nicht vor einem Blutbad zurück.

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matijas 06.05.2014, 21:58
119. passt nicht

Zitat von delta058
Komisch nur, das die ganze Zeit verschwiegen wurde, das die Krim z.B. schon 1990 nicht zur Ukraine gehören wollte.
Passt halt nicht ins Konzept. Der Russe muss der böse sein, basta. Viele finden es unerträglich, dass es beim Krim-Anschluss an Russland nicht viele Tote gab. Man hätte so gerne darauf herumgeritten.

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