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Früherer türkisches Ministerpräsident: Davutoglus späte Abrechnung mit Erdogan
AFP

Treue bis zum letzten Atemzug schwor Ahmet Davutoglu einst seinem Präsidenten Erdogan - selbst nach ihrem Zerwürfnis. Mit dem Frieden ist es nun offenbar vorbei: Der Ex-Ministerpräsident teilt aus.

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joe_ucker 01.05.2019, 11:27
1. Erdogan und seine diktatorische Züge reiten die Türkei ...

... rein ins Chaos und den wirtschaftlichen Niedergang.

Man könnte dieses Geschwafel "...wir wissen, wo du wohnst" ja als Lächerlich abtun, wenn es nicht so fürchterlich ernst für die Betroffenen wäre.

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Atheist_Crusader 01.05.2019, 11:40
2.

"Was in welcher Provinz, in welchem Bezirk passiert, all diese Informationen kommen bei uns an."

Mit anderen Worten: "Ich weiß wo Du wohnst!"

Da wundert es mich nicht, dass Erdogan bei so vielen Auslandstürken so beliebt ist - er ist die Verkörperung so vieler negativer Klischees über seine Landsleute: immer große Klappe, immer bereit zum zuschlagen, und eine abweichende Meinung zu tolerieren ist der absolute Zenit ihrer Gnade.
Ich kann mir kaum vorstellen wie das für die liberaleren Türken ist das mit ansehen zu müssen.

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neanderspezi 01.05.2019, 12:07
3. Opposition aus den eigenen Reihen dürfte Erdoğan verschrecken

Wenn ein Politiker gegen die Politik seines Präsidenten aus der eigenen Partei auf Konfrontationskurs gehen möchte, dann sollte er sich nicht scheuen, den Reiter der das Land reitet und schindet beim Nahmen zu nennen, damit dessen Unanfechtbarkeit oder gar Heiligkeit den verdienten Makel erhält. Wird eine solche klare Aussage in eine allgemeine Klage gegen die Aktivitäten der eigenen Partei eingebettet, so dürfte das bei der Bevölkerung eher wie eine Weichspülung ankommen und der eigentliche Urheber der Misere nach wie vor als grundgütiger und über allem stehender unanfechtbarer Führer der Nation weiterhin überhöht werden. Mit anderen Worten, Anklagen müssen den Hauptschuldigen treffen und nicht sein Beiwerk, allerdings dürfte dies bei diesem Autokraten, der Opposition stets auszumerzen bemüht ist, der Unversehrtheit des Anklagenden schlecht bekommen.

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recepcik 01.05.2019, 12:08
4. Es ist eine Frage der Zeit

Wann Erdogan Davutoglu als Gülen Anhänger einsperrt. In seinen Medien wird er schon als Gülenist aufgeführt.

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isar56 01.05.2019, 12:15
5.

Zitat von Atheist_Crusader
"Was in welcher Provinz, in welchem Bezirk passiert, all diese Informationen kommen bei uns an." Mit anderen Worten: "Ich weiß wo Du wohnst!" Da wundert es mich nicht, dass Erdogan bei so vielen Auslandstürken so beliebt ist - er ist die Verkörperung so vieler negativer Klischees über seine Landsleute: immer große Klappe, immer bereit zum zuschlagen, und eine abweichende Meinung zu tolerieren ist der absolute Zenit ihrer Gnade. Ich kann mir kaum vorstellen wie das für die liberaleren Türken ist das mit ansehen zu müssen.
Meine liberale türkische Kollegin ist wortgewandt in Deutsch und Türkisch, hat eine Ausbildung absolviert und ist seit mehr als 30 Jahren berufstätig, wie ihr Mann und ihre Kinder.
Sie sagt, die Erdogansympathiesanten gehören der sog. bildungsfernen Schicht an, wollen sich gar nicht integrieren, sprechen kaum deutsch und/oder reden oftmals rechtsradikalen Schwachsinn, rasen mit den tiefergelegten BMWs von Papa durch die Innenstädte .... kurzum, sind strohdoof. Ich erinnere mich: Zwei Drittel der wahlberechtigten Türken in Deutschland wählten Erdogan.
Frau C.Roth wollte es nicht wirklich gelingen diese Zahl schön zu rechnen.
Um dieses schöne Land Türkei bleibt nur innig zu hoffen, dass diese Aera zügig vorüber geht.

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decathlone 01.05.2019, 12:20
6. Der Herbst des Patriarchen...

... hat schon längst begonnen. Schade für die Türkei, die durch die chauvinistische (und dumme) Politik der AKP um Jahre zurückgeworfen wurde. Leider ist das in fast allen muslimischen Gesellschaften zu beobachten. Die Türkei ist da eher noch harmlos, auch wenn sich das jetzt seltsam anhört. Trotzdem sollten wir der türkischen Regierung und der AKP verstärkt auf die Finger schauen, bei dem, was sie hier in Deutschland veranstalten. Gerade Regime, die mit dem Rücken zur Wand stehen, sind gefährlich.

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kajoter 01.05.2019, 12:26
7. Etwas spät

Davutoglu vergisst oder verdrängt, dass er selbst dabei half, Erdogan zu dem zu machen, was er jetzt darstellt. Dieses "mea culpa" sollte am Anfang einer Kritik stehen, wie er sie jetzt äußert. Aber das System Erdogan wird nicht so schnell abgewählt werden können wie die Autokratie Trumps .- auch wenn dieser vermutlich ebenfalls eine Wahlniederlage anfechten wird.
Macht oder die Aussicht darauf muss auf einige Menschen eine unwiderstehliche Anziehungskraft ausüben, so dass sie bereit sind, jeden Schritt selbst unter eigener Selbstverleugnung mitzugehen. Und bei Erdogan wie auch bei Trump war von Anfang an klar, welchen Kurs er einschlagen wlürde. Daher: Nicht nur etwas, sondern eigentlich viel zu spät. Die beiden Gesellschaften müssen jetzt die Katastrophe erleiden und versuchen, sie zu bewältigen.

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mirroroffline 01.05.2019, 12:29
8. Im Untergang vereint

Es ist doch überall auf der Welt das gleiche Schauspiel: Die ungebildeten Teile de Bevölkerung schmeißen sich an einen Autokraten heran und bleiben loyal bis zum bitteren Ende. Nichts kann sie davon abhalten, bis der Schaden riesig ist. Sie geben erst auf, wenn alles in Schutt und Asche liegt.?

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syracusa 01.05.2019, 12:56
9.

Zitat von isar56
Sie sagt, die Erdogansympathiesanten gehören der sog. bildungsfernen Schicht an, wollen sich gar nicht integrieren, sprechen kaum deutsch und/oder reden oftmals rechtsradikalen Schwachsinn, rasen mit den tiefergelegten BMWs von Papa durch die Innenstädte .... kurzum, sind strohdoof. Ich erinnere mich: Zwei Drittel der wahlberechtigten Türken in Deutschland wählten Erdogan.
Warum verbreiten Sie so dreiste Falshcbehauptungen, mit denen Sie die in Deutschland lebenden Türken diffamieren?

Tatsache ist, dass nur ein knappes Viertel der wahlberechtigten Türken in Deutschland Erdogan gewählt hat. 60% der wahlberechtigten Türken in Deutschland haben kein Interesse mehr an der Türkei und haben deshalb auch nicht gewählt. Von den 40%, die tatsächlich gewählt haben, haben 60% für Erdogan gestimmt. Das sind also 24% der Wahlberechtigten.

Tatsächlich ist wg des Verfolgungsdrucks auf Kurden, Aleviten und Oppositionellen in der Türkei der Anteil der Erdogan-Gegner in Deutschland sehr viel höher als in der Türkei. Von denen geht aber keiner mehr in ein türkisches Konsulat.

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