Forum: Politik
Früherkennung: Gröhe will Vorsorgeuntersuchungen für Grundschüler
DPA

Gesundheitsminister Gröhe will das System der Vorsorgeuntersuchungen für Kinder ausweiten. Bisher gibt es nach dem Schuleintritt eine große Lücke. Künftig soll es bis zum 18. Lebensjahr drei weitere Untersuchungen geben.

Seite 4 von 6
lobatul 08.12.2014, 11:01
30. Das wäre schön ...

Zitat von dererzer
damit wäre so manche Misshandlung oder Krankheit früher aufgefallen.
... wenn dem so wäre, wäre das schön.

Es ist ja aber nicht so, dass eine U ein eindeutiges Ergebnis liefert. Kein Kinderarzt ist in der Lage einen Befund für irgendwas zu erstellen. D.h. man wird in der Regel an einen Facharzt überwiesen. Oder Logopäden, oder Psychater oder was auch immer.
Das ist tatsächlich so. Der Kinderarzt schaut dem Kind in die Augen und sagt: "mit dem Augenarzt abklären". Dann greift er an den Pimmel und sagt: "hm, vielleicht etwas eng, mit dem Urologen abklären". Das Kind wird irgendwann vor Langeweile nervös und hüpft von einem Bein auf das andere: " ohh, ADHS, mal mit dem Psyochologen abklären".


Für einen Elternteil bedeutet das in der Regel: Vollbeschäftigung mit dem "Gesundheits"system. Das hat was Kettenbriefmässiges. Wenn der Orthopäde nicht weiterweiss, dann wird man weiterverwiesen an den Urologen, Schamanen usw.usf. und irgendwann "erbarmt" sich einer und kommt nach mehreren Seufzern zur Erkenntnis: "nee, da is nix".

Das System ist einfach nur zum Kotzen. Beim ersten Kind haben wir das (aus Unerfahrenheit) noch mitgemacht. Seit dem zweiten Kind sage ich schon mal: Leck mich! (Im übertragenen Sinne sowohl zu den Ärzten als auch den Überwachenden Behörden. Ja, in NRW wird man vom Gesundheitsamt angerufen, sollte man es wagen die U7 auszulassen).

Beitrag melden Antworten / Zitieren
StefanXX 08.12.2014, 11:04
31. Das Geld-Argument ...

Zitat von SabineHäberle
Und, um es nicht zu vergessen: Geld kostet's auch noch!! ;-) Vieleicht könnten einige Kinder, die misshandelt/schlecht versorgt werden, so viel früher erkannt und entsprechende Maßnahmen ergriffen werden. Ich würde es diesen Kindern wünschen.
Ja genau das Geld-Argument kommt dann noch obendrauf und ist ein genauso trauriges wie kurzsichtiges. Denn 1. Sollte man bei der Gesundheit als letztes sparen, 2. Kostet es soooo viel nun auch nicht wenn man jedes Kind in 2 Jahren oder so einmal 30 Min. untersucht, ich behaupte das fällt in Relation zu all den anderen Arztgängen der Leute überhaupt nicht ins Gewicht und 3. Gibt es bestimmt auch Fälle in denen sich damit sogar Geld einsparen lässt wenn man manche Krankheiten früher erkennt und entsprechend früher darauf reagieren kann.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
schutsch 08.12.2014, 11:06
32. Wie in der DDR...

Kontrolle, Kontrolle, Kontrolle! Solange, bis man die Schnauze voll hat und einen auf Durchzug macht. Motivation der Bürger fördert man durch Vertrauen!

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Das Pferd 08.12.2014, 11:07
33.

Zitat von auf_dem_Holzweg?
.................................... Eben deswegen sind ein paar Routine-Untersuchungen nur richtig. Schade, daß der Plan wegen der Regierung scheitern wird. Hier geht es nur um die schwarze Null und um die Wirtschaftsbosse, deren Interessen gedeckt sein müssen. Sich um Kinder zu kümmern steht nicht auf dem Plan.
Ich denke, das sehen Sie zu schwarz. Routineuntersuchungen gibt es ja schon länger, ohne daß die "Wirtschaftsbosse" (bitte gelegentlich durch ein Formulierung ersetzen, die die Frauenquote mit benennt) sich dagegen gewehrt hätten. Und auch das Gesundheitswesen (incl Pharma- und Sozialindustrie) ist eine Industrie, jedes entdeckte behandlungsbedürftige Kind ist Umsatz.
Und gesamtgesellschaftlich ist die frühzeitige Behandlung praktisch immer billiger, als chronisch Kranke oder Leute, die ihr Entwicklungspotential nicht ausschöpfen.
Mit einer erkannten Fehlsichtigkeit eine verkorxte Schulkarriere verhindert bedeutet u.U., daß ein Mensch die nächsten 40 Jahre die Sozialkassen, den Konsum und gerne auch die Unternehmensgewinne erhöht, statt zu kosten. Bei gleichzeitig höherer Lebensqualität.
Wenn solche Untersuchungen nicht im Formalismus enden, halte ich sie für gut, und nur bei oberflächlicher Betrachtung für Kosten.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
StefanXX 08.12.2014, 11:16
34.

Zitat von lobatul
... wenn dem so wäre, wäre das schön. .... Das System ist einfach nur zum Kotzen. Beim ersten Kind haben wir das (aus Unerfahrenheit) noch mitgemacht. Seit dem zweiten Kind sage ich schon mal: Leck mich! (Im übertragenen Sinne sowohl zu den Ärzten als auch den Überwachenden Behörden. Ja, in NRW wird man vom Gesundheitsamt angerufen, sollte man es wagen die U7 auszulassen).
Das ist falsch. Nur weil solche Untersuchungen nur selten eindeutige Ergebnisse liefern, ist das kein Grund sie deshalb zu verteufeln. Denn selbst wenn nur in diesen seltenen Fällen dann geholfen werden kann, ist das alleine schon Grund genug es zu tun. Wenn ein Kind z.B. am ganzen Körper blaue Flecken hat, dann ist es offensichtlich dass es sich hier um eine Misshandlung handelt. Und das kann jeder Arzt relativ gut abschätzen. Und das hat mir ein Arzt aus meinem Bekanntenkreis auch so bestätigt als wir das Thema vor einigen Jahren mal angeschnitten hatten.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Robeuten_II 08.12.2014, 11:20
35.

Zitat von no arzt
Was sollte die Konsequent daraus sein? Die wenigen Eltern, die ihre Kinder gesund erziehen, haben dies meist nicht nötig. Bei fast allen Eltern stoßen ärztliche Ratschläge auf taube Ohren - weil die Eltern sich von einem Arzt nicht sagen lassen wie sie IHR Kind zu erziehen haben - oder die Eltern haben noch in der Arztpraxis beste Absichten, welche spätestens innerhalb von 2 Tagen am Widerstand ihrer Kinder scheitern. So viele fette und gehbehinderte Kinder gibt es erst seitdem diese an Xbox, WII und Computer mehr Zeit verbringen, anstatt sich durch Spiel körperlich auszutoben. Das Geld für diese Untersuchungen kann man getrost sparen, denn eine Diagnostik ohne folgende Konsequenzen ist sinnlos. Ja, und dann bin ich auch noch einer dieser Ärzte, die daran verdienen würden.
Lieber Kollege,

ja, jenseits des üblichen Ärztebashings ist das die entscheidene Frage:
Können wir beweisen, daß der jetzige Uxxx-Zauber wirklich positive Auswirkungen hat? Ich denke, schon jetzt ist es so, daß vernünftige Eltern den richtigen Zeitpunkt zum Aufsuchen eines Paediaters nicht verpassen - umgekehrt wird man der Probleme bei asozialen Familien durch noch mehr Dokumentation des Elends ja nicht Herr!

Beitrag melden Antworten / Zitieren
karteileiche007 08.12.2014, 11:21
36. Ratschläge sind auch Schläge

Zitat von no arzt
Bei fast allen Eltern stoßen ärztliche Ratschläge auf taube Ohren - weil die Eltern sich von einem Arzt nicht sagen lassen wie sie IHR Kind zu erziehen haben [...] So viele fette und gehbehinderte Kinder gibt es erst seitdem diese an Xbox, WII und Computer mehr Zeit verbringen, anstatt sich durch Spiel körperlich auszutoben.
Ja, sorry, ein Mensch der mein Kind einmal im Jahr sieht, hat mir keine Erziehungsratschläge zu erteilen. Schlimm genug, dass solche Leute - die ein Kind nie im Alltag erleben - Aussagen darüber treffen dürfen, ob ein Kind schulreif ist oder nicht.

So viele fette und gehbehinderte Kinder gibt es seitdem Kinder in dieser Gesellschaft nur noch lästig zu sein scheinen - oder als Zielgruppe der Spielzeug- oder Lebensmittelindustrie missbraucht werden. Der Gesetzgeber weiß das, agiert aber im Interesse der Wirtschaftsunternehmen.

Kinderärzte, die statt faktenschaffender Untersuchungen lieber pauschal Krankschreibungen ausstellen oder Antibiotika verschreiben (oder gleich auf den Zug irgendeiner Modediagnose aufspringen), tun ihr Übriges um die Gesundheit der Kinder zu verpfuschen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Robeuten_II 08.12.2014, 11:23
37.

Zitat von Odde23
IMHO ist es gar nicht zu bezahlen, da es überflüssig ist. Viele Generationen von Kindern sind auch ohne diesen Käse groß und arbeitsfähig geworden, warum braucht man das jetzt. IMHO geht es um Bevormundung und Regulierung des Lebens der Bürger bis ins Kleinste private Details und das möglichst von der Wiege bis zu Bahre.
Ich denke, die Idee war eine andere: man hat - zurecht - festgestellt, daß es Familien in Deutschland gibt, die ihre Kinder verwahrlosen lassen. Hier könnten regelmäßige Pflichtuntersuchungen zumindest das Elend dokumentieren, und vielleicht kann man das Schicksal der Kinder dann auch verbessern.
Da es aber politisch höchst unkorrekt ist, eine asoziale Familie als solche zu bezeichnen, und womöglich sogar irgendwo aktenkundig den Status festzuhalten, müssen halt die 99% Vernünftigen ebenfalls ihre Kinder zur Zwangsuntersuchung schleppen....

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Robeuten_II 08.12.2014, 11:27
38.

Zitat von SabineHäberle
Und, um es nicht zu vergessen: Geld kostet's auch noch!! ;-) Vieleicht könnten einige Kinder, die misshandelt/schlecht versorgt werden, so viel früher erkannt und entsprechende Maßnahmen ergriffen werden. Ich würde es diesen Kindern wünschen.
Ja, nee, schon klar, ein Wochen im Voraus feststehender Termin ist natürlich viel besser geeignet, als ein unangekündigter Besuch vom Jugendamt...
NEIN, es bringt nichts, mit läppischen Untersuchungen ein ganzes Volk in Geiselhaft zu nehmen, weil man sich politisch nicht traut, asoziale Eltern als asoziale Eltern zu bezeichnen, und NUR DIE dann sehr sehr genau anzuschauen!
Was nützt es z.B., wenn ich auf dem Notfall ganz klar Verdacht habe, das Kind hat nicht nur harmlose Spielverletzungen, sondern wird von den Eltern geschlagen, und das Jungendamt macht a) gar nichts b) deckt micht mit xxx Rückfragen ein c) agiert nach sage und schreibe doch nur 8 Monaten (je nacht Stadt dürfen Sie es sich aussuchen!)

Beitrag melden Antworten / Zitieren
g_bec 08.12.2014, 11:32
39. Is klar!

Zitat von kezia_BT
noch mehr Regulation, noch mehr Pflichten - verbessert lieber die Versorgung für die als krank Erkannten und laßt die Gesunden in Ruhe!
Mit Vorsorge will man ja die Kranken finden.
Und heutzutage sind die Eltern das größte Risiko für Kinder.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 4 von 6