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Fußball-WM 2022: Katars Lebensversicherung
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Heute in vier Jahren beginnt die Fußball-WM in Katar, das Emirat investiert Milliarden. Aus Sicht des Herrscherhauses ein guter Deal: Die weltweite Aufmerksamkeit soll dem Zwergstaat das Überleben sichern.

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Grünspahn 20.11.2018, 12:46
1.

Eine recht interessante Sichtweise auf das Verhalten Katars. Aus dem Blickwinkel habe ich das noch nicht gesehen. Ein mittlerweile seltenes Highlight auf SPON. Für das Aufzeigen anderer Sichtweisen habe ich früher den Spiegel gern gelesen.

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mopsfidel 20.11.2018, 12:54
2. Brot und Spiele im arabischen "Disney-World"

Die Städte sehen aus wie aus dem 3D-Drucker und sind großflächig lebensunfreundlich. Jetzt kommen noch Weltspiele dazu, damit Millionen von Menschen für Wochen etwas Unterhaltung sehen können. Und die Austragungsbedingungen sind obendrein verrückt.
Wenn dies alles nicht so grotesk wäre, könnte ich noch etwas sehenswertes daran abgewinnen. So bleibt es eine selten schräge und sündhaft teure Veranstaltung.

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wi_hartmann@t-online.de 20.11.2018, 13:01
3. Fußball

Das Fußballgeschäft folgt dem Geld. Das Regime in Katar hat mit
einer liberalen Gesellschaftsordnung nichts im Sinn. Unter
unmenschlichen Bedingungen werden Arbeitssklaven zur
Erstellung der Prachtstadien gehalten.
Die FIFA hat ausser ein paar lauwarmen Erklärungen zu diesem
Thema nichts unternommen, Hauptsache die Kasse stimmt.

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syuyucu34 20.11.2018, 13:04
4. Qatar hat sich mittlerweile auch

mit der Türkei militärisch und Wirtschaftlich verbündet. Während der Blockade durch die Saudis (wurden die Supermärkte leer gefegt) hat die Türkei tonnenweise Lebensmittel ins Land geflogen.
Die Türkei unterhält dort auch einen militärischen Stützpunkt, der immer weiter ausgebaut wird.
Außerdem hat Qatar Milliarden schwere Investitionen in der Türkei getätigt (Mehrheitlich Beteiligungen an Türkischen Banken und Unternehmen)

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hessenkarussel 20.11.2018, 13:34
5. Normal ist nicht normal

Zitat von mopsfidel
Die Städte sehen aus wie aus dem 3D-Drucker und sind großflächig lebensunfreundlich. Jetzt kommen noch Weltspiele dazu, damit Millionen von Menschen für Wochen etwas Unterhaltung sehen können. Und die Austragungsbedingungen sind obendrein verrückt. Wenn dies alles nicht so grotesk wäre, könnte ich noch etwas sehenswertes daran abgewinnen. So bleibt es eine selten schräge und sündhaft teure Veranstaltung.
Ihre Sichtweise in allen Ehren. Aber für einen Zentralafrikaner dürfte die Ausrichtung einer Fußball-Weltmeisterschaft im kalten Schweden ein Affront sein, während er aus SEINER Perspektive die Temperaturen in Katar als durchaus "normal" und "angenehm" bezeichnen würde.

Um die Welt zu verstehen bedarf es seine eigene Sichtweise zu hinterfragen. Es gibt schlichtweg kein "normales" Klima; für einen Eskimo sind eisige Temperaturen normal, für einen Zentraleuropäer der Wechsel auf Plus- und Minusgraden, für einen Zentralafrikaner wird alles unter 20 Grad als kalt empfunden.

Und so ist es eben mit ALLEM auf diesem Planeten. Es gibt schlichtweg kein "normal" oder richtig und falsch. Auch was richtig und falsch ist, ist immer der Konsens einer Gemeinschaft. Nicht mehr, aber auch nicht weniger. Während in den USA die Mehrheit der Menschen für den privaten Waffenbesitz sind, wird hierzulande darüber den Kopf geschüttelt. Aber wehe sie fragen mal einen US-Amerikaner nach einem nicht vorhandenen Tempolimit auf der Autobahn.

Für all diese Dinge gibt es zahllose Beispiele. Es steht uns gut zu Gesicht nicht unsere Sicht der Dinge als normal zu betrachten, sondern als eine unter vielen Arten ein Gemeinwesen zu gestalten.

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HerrPeterlein 20.11.2018, 13:49
6. Instabil

Ein sehr guter Bericht, er zeigt mir aber auch wie instabil letztendlich die ganze Region dort ist. Amerikanisches und türkisches Militär ist gut, genauso wie die weltweite Aufmerksamkeit. Doch wenn es hart auf hart kommt, dann kommt es auf die Kampfmoral darauf an. Dann ist schnell Ende wenn es um ein fremdes Land, Geld oder eine Herrscherdynastie geht, wenn das Volk nicht wirklich dahinter steht.

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redebrecht 20.11.2018, 14:04
7. Glaube ich nicht

Katar ist doch nicht deswegen sicherer, weil es jeder kennt. Die Bekanntheit eines Staates hat noch nie einen Krieg verhindert. Wenn Katar einen Krieg und die Annektion vermeiden will, braucht es Verbündete. Am besten in in Saudi Arabien selbst. Aber auf keinen Fall sollte man den Fehler machen sich Verbündete im feindlichen Lager zu suchen, wenn dieses Lager den Schutz nicht garantieren kann. Auch ein Stützpunkt der USA macht Katar nicht sicherer, denn das kann die USA auch von Saudi Arabien haben. Der Einfluss der USA kann zwar helfen, aber nur wenn die USA dabei nicht ihren Einfluss auf Saudi Arabien verlieren. Denn wie man zuletzt an Assad in Syrien sieht, ist die Freundschaft mit den USA den dortigen Herrschern nicht viel wert.

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jeby 20.11.2018, 14:10
8.

Zitat von hessenkarussel
Ihre Sichtweise in allen Ehren. Aber für einen Zentralafrikaner dürfte die Ausrichtung einer Fußball-Weltmeisterschaft im kalten Schweden ein Affront sein, während er aus SEINER Perspektive die Temperaturen in Katar als durchaus "normal" und "angenehm" bezeichnen würde. Um die Welt zu verstehen bedarf es seine eigene Sichtweise zu hinterfragen. Es gibt schlichtweg kein "normales" Klima; für einen Eskimo sind eisige Temperaturen normal, für einen Zentraleuropäer der Wechsel auf Plus- und Minusgraden, für einen Zentralafrikaner wird alles unter 20 Grad als kalt empfunden. Und so ist es eben mit ALLEM auf diesem Planeten. Es gibt schlichtweg kein "normal" oder richtig und falsch. Auch was richtig und falsch ist, ist immer der Konsens einer Gemeinschaft. Nicht mehr, aber auch nicht weniger. Während in den USA die Mehrheit der Menschen für den privaten Waffenbesitz sind, wird hierzulande darüber den Kopf geschüttelt. Aber wehe sie fragen mal einen US-Amerikaner nach einem nicht vorhandenen Tempolimit auf der Autobahn. Für all diese Dinge gibt es zahllose Beispiele. Es steht uns gut zu Gesicht nicht unsere Sicht der Dinge als normal zu betrachten, sondern als eine unter vielen Arten ein Gemeinwesen zu gestalten.
Wirklich niemand entpfindet die Temperaturen in Katar im Sommer als angenehm, noch niemals die Katarer selbst. Sie halten sich den ganzen Tag über in klimatisierten Bereichen auf oder machen Urlaub in kälteren Ländern. Nur die Gastarbeiter werden gezwungen in der brütenden Hitze zu schuften.

Deshalb findet ja jetzt auch die WM vom 21. Nov. 2022 – 18. Dez. 2022 statt. Im Dezember liegen die Temperaturen so zwischen 15 und 25 Grad. Da ist es zumindest in der südlichen Hälfte von Schweden im Sommer auch nicht unbedingt kälter.

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Krefey 20.11.2018, 14:14
9.

Zitat von hessenkarussel
Ihre Sichtweise in allen Ehren. Aber für einen Zentralafrikaner dürfte die Ausrichtung einer Fußball-Weltmeisterschaft im kalten Schweden ein Affront sein, während er aus SEINER Perspektive die Temperaturen in Katar als durchaus "normal" und "angenehm" bezeichnen würde. Um die Welt zu verstehen bedarf es seine eigene Sichtweise zu hinterfragen. Es gibt schlichtweg kein "normales" Klima; für einen Eskimo sind eisige Temperaturen normal, für einen Zentraleuropäer der Wechsel auf Plus- und Minusgraden, für einen Zentralafrikaner wird alles unter 20 Grad als kalt empfunden. Und so ist es eben mit ALLEM auf diesem Planeten. Es gibt schlichtweg kein "normal" oder richtig und falsch. Auch was richtig und falsch ist, ist immer der Konsens einer Gemeinschaft. Nicht mehr, aber auch nicht weniger. Während in den USA die Mehrheit der Menschen für den privaten Waffenbesitz sind, wird hierzulande darüber den Kopf geschüttelt. Aber wehe sie fragen mal einen US-Amerikaner nach einem nicht vorhandenen Tempolimit auf der Autobahn. Für all diese Dinge gibt es zahllose Beispiele. Es steht uns gut zu Gesicht nicht unsere Sicht der Dinge als normal zu betrachten, sondern als eine unter vielen Arten ein Gemeinwesen zu gestalten.
Alles richtig. Das Gemecker deutscher Fußballfans, als man überlegte, die WM im Dezember aus zu tragen, weil da vernünftige Temperaturen herrschen habe ich noch im Ohr. Wie soll man neben dem Fernseher Grillen und sein Sommerabendbier genießen.

Es gibt viele Gründe, warum man die WM in Katar ablehnen könnte.

Ich persönlich finde, dass man niemals und nirgends ein Sportgroßereignis machen sollte, wenn die Infrastruktur nicht schon da ist (Warum z.B. olympische Spiele in einer Stadt – Die Spiele von München wäre Wahnsinn. Besser in einem Land, genau wie eine WM, die olympischen Spiele von Deutschland wären ohne Neubauten realisierbar). Wenn man genug ausreichend gute Stadien hat, dann kann man eine WM machen, sonst halt nicht.

Die Behandlung der Arbeiter.

Die allgemeine Intoleranz des Systems gegenüber anderen Religionen, Weltanschauungen, Orientierungen.

Alles gute Gründe, in dem Land keine WM zu machen.

Aber das Wetter? Na dann macht man es halt mal im Winter. Niemand hat ein Recht darauf in der Badehose im Garten zu sitzen, wenn WM ist. Stattdessen hat jedes Land, das in einem Sportverbund organisiert ist das Recht, Ereignisse des Verbandes durchzuführen und zwar dann,wenn es in dem Land am besten passt.

Ich hätte nichts dagegen, wenn man mal olympische Winterspiele in einem Skigebiet in den Anden machen würde. Keine Ahnung, ob es da welche gibt, aber wenn ja, dann hat Chile genau so großes Recht auf Spiele wie Österreich und dann sind die Winterspiele eben mal im August wenn es auf der Südhalbkugel Winter ist.

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