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G-20-Hype: Südkorea verordnet seinen Bürgern Dauerlächeln

Für Südkorea ist G20 der Gipfel. Seoul versteht seine Gastgeberrolle als Chance, Werbung in eigener Sache zu betreiben - und inszeniert den Besuch der Staats- und Regierungschef als Harmonie-Show. Kritiker warnen allerdings: Zu viel Gleichklang wirkt befremdlich.

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Giruvegan 10.11.2010, 13:46
1. .

Oha, also nur lächeln und den "Fremden" schüchtern ein 'hello' entgegenhauchen? Ist das jetzt Nord- oder Südkorea?

Und für die letzten Rationalen, die sich dieser Propaganda der Wirtschaftsextremisten entziehen und protestieren, gibts die in Südkorea üblichen Knüppelgelage der hiesigen Polizei.

Zur Abwechslung vielleicht mal eine interessantere Betrachtung des Geschehens: http://de.indymedia.org/2010/11/293941.shtml und http://www.demotix.com/news/499981/f...ing-g20-summit

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elbröwer 10.11.2010, 14:06
2. Verwunderung

"G20 hat eine treue Fangemeinde in Korea" Sie sind wirklich anders die Koreaner. Dort wird nur gelabert, blockiert, das Blaue vom Himmel versprochen jedoch nichts eingehalten. Außer Spesen und dem Bankett nichts gewesen und die Koreaner finden es toll. Vielleicht liegts an den Genen, Milch oder Alkohol vertragen die wohl auch nicht so gut.

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säsch 10.11.2010, 15:07
3. falsche Ansichten

Zitat von Giruvegan
Oha, also nur lächeln und den "Fremden" schüchtern ein 'hello' entgegenhauchen? Ist das jetzt Nord- oder Südkorea? Und für die letzten Rationalen, die sich dieser Propaganda der Wirtschaftsextremisten entziehen und protestieren, gibts die in Südkorea üblichen Knüppelgelage der hiesigen Polizei. Zur Abwechslung vielleicht mal eine interessantere Betrachtung des Geschehens: und

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säsch 10.11.2010, 15:23
4. stolze Koreaner

Ich lebe seit nun knapp 2 Jahren in Seoul und will hier mal einige Sachen klar stellen. Die populistischen und schlichtweg falschen Aussagen von "Giruvegan" kann man nicht unkommentiert so stehen lassen.
Eins ist Fakt. Um den G20 Gipfel wird viel Hype betrieben und viele Koreaner denken auch, dass es ein wenig übertrieben ist.
Doch aus eigener Erfahrung weiß ich um die Zustimmung und Freude von mindestens 95% der Koreaner auf diese Event.
Und die "Smilie Korea - Smile Seoul" Kampagne gab es auch schon vor 2 Jahren als ich hier angekommen bin.
Außerdem sind Koreaner an sich mehr als freundlich und zuvorkommend, da hätte es eine solche Kampagne nicht gebraucht. Es liegt an der koreanischen Mentalität, dass ein solcher Hype veranstaltet wird. Koreaner fühlen sich von der restlicen Welt nicht genug wahrgenommen und wollen nun zeigen was für ein tolles Land sie sind. Und das können sie mit Fug und Recht auch behaupten.
Auch die zwei aufgeführten links von "Giruvegan" sind einfach einseitig betrachtet.
Bei jeder Demonstration in Korea sind extrem viele Polizisten anwesend. Auch bei den Demos gegen Nordkorea sind viele Polizisten im Einsatz und es kommt regelmäßig zu Ausschreitungen. Und das liegt nicht daran, weil die Regierung mit Hilfe der Polizei die Meinung nicht zulassen will, sondern an der Eigendynamik dieser Demonstrationen.
Die Koreaner sind alle sehr respektvoll im Umgang miteinander und es verbietet sich allein schon aus kulturellen Gründen Menschen einfach so Schaden zuzufügen.
Es kann meiner Meinung nach einfach nicht sein, dass Leute hier Sachen kommentieren und schlecht machen, von denen sie keine Ahnung haben.
"Giruvegan" ist bestimmt auch gegen Stuttgart 21 und kommt nicht aus der Gegend bzw. hat keine Ahnung über die genauen Fakten.

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habnichviel 10.11.2010, 16:28
5. G-20 Gipfel und die Südkoreaner

Apropos Koreaner, da möchte ich mal was zu sagen. Jedes Jahr fliege ich im Winter auf die Philippinen für mindestens 3 Monate. Habe dort ein paar kleine Immobilien vermarktet und kann dann dort ein sogenanntes bescheidenes zweites Leben leben. All die Jahre domimierten dort als Ausländer die Amis und die Aussies. Seit 3Jahren aber werden die Philippinen von Südkoreanern regelrecht überrannt. Die gründen dort viele kleine Existenzen und da die Philippinen ein englischsprechendes Land sind, müssen die dort englisch sprechen. Und da beginnt für sie eine enorme Herausforderung. Da sprießen Englisch-Sprachschulen aus dem Boden wie bei uns im Frühjahr die Tulpen. Da könnte sogar ich als 72-jähriger noch den Englischlehrer machen. Ich habe mir nun schon seit den Jahren den Kopf zerbrochen, warum die Koreaner solche enormen Probleme mit Englisch haben. Ich glaube das liegt daran. das diese Menschen aus ihrem Land bis Anfang des 2.Jahrtausends nicht herausgekommen sind und erleben jetzt die Vielfältigkeit der Welt. Natürlich sind schon Millionen von Koreanern im 19.Jahrhundert wegen Hunger nach Amerika emigriert, aber das hatten wir auch in Europa. Jetzt haben die Südkoreaner begriffen, das die Globalisierung für sie eine große Chance bietet, der man sich aber weltweit stellen muß und nicht nur im Mutterland hocken und produzieren. Besonders fällt auf, das viele der Koreaner auf den Philippinen aus der unteren Mittelschicht kommen, ein Segen für 3.Weltländer wie die Philippinen. Das Geld wird nicht mit der Gießkanne über den Philippinen ausgegossen, wie früher bei den Amis. Man zeigt den Leuten wie hart Geld verdient wird. Und so profitiere auch ich mit meinen bescheidenen Einnahmen, davon. Kann sogar einen neuen kleinen Koreaner fahren und in einer Sonderwirtschaftszone im Hotel leben, weil meine Immobilien bewohnt sind. Unvorstellbar in West-Euroland. Die Koreaner machen vor, wie man ein Land wie die Philippinen mitziehen kann und dann natürlich im Verbund mit China, die das Land mit Ware zuwerfen und dann die China-Ware noch billiger als bei uns verkaufen. Es ist klar das die Koreaner im Moment ein anderes Verhältnis zur Globalisierung haben als wir. Die sind halt mehr positiv davon betroffen. Für die gehts aufwärt für alle. Bei uns gehts abwärts für viele, besonders in den USA. Und das ist zwangsläufig, wenn man über seine Verhältnisse lebt.

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Der Pragmatist 10.11.2010, 16:37
6. Ein friedliches G20 Treffen waere schoen

Zitat von sysop
Für Südkorea ist G20 der Gipfel. Seoul versteht seine Gastgeberrolle als Chance, Werbung in eigener Sache zu betreiben - und inszeniert den Besuch der Staats- und Regierungschef als Harmonie-Show. Kritiker warnen allerdings: Zu viel Gleichklang wirkt befremdlich.
Was wuerde der SPIEGEL denn lieber sehen? Randalierer, die fast ganze Staedte zerstoeren, wie es bei anderen G20 Gipfeln vorgekommen ist? Die Koreaner sind eben ein viel freundlicheres Volk als vorherige G20 Tagungsstaetten.
Wenn es also in Seoul nicht zu Massenzerstoerungen kommt, dann wird die linke Garde wahrscheinlich sehr trauring sein und behaupten, die Koreaner seinen von der Regierung gegaengelt und underdrueckt wirden.

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heliconia 10.11.2010, 17:03
7. Re

Zitat von sysop
Für Südkorea ist G20 der Gipfel. Seoul versteht seine Gastgeberrolle als Chance, Werbung in eigener Sache zu betreiben - und inszeniert den Besuch der Staats- und Regierungschef als Harmonie-Show. Kritiker warnen allerdings: Zu viel Gleichklang wirkt befremdlich.
"Freundlichkeit aus Eigennutz ist trügerisch"
Asiatische Weisheit

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butter_milch 10.11.2010, 18:01
8. ...

Wirkt auf mich wie eine verweichlichte Version des Nordens.

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vierzig 11.11.2010, 06:48
9. Schade sowas auf SPON zu lesen

Wäre ich mir nicht sicher gewesen auf SPON zu sein, so hätte ich fast gedacht eine Seite von BILD erwischt zu haben.

Aus meiner Sicht wurde dieser Artikel von einer Person verfasst, die entweder Südkorea gar nicht kennt, oder sich nicht die Mühe machte die Mentalität der Südkoreaner zu verstehen.

Wer mit solchen Sätzen arbeitet "Wenn du einen Ausländer siehst, nicht erschrecken...." betreibt in meinen Augen ganz miese Propaganda.
Südkoreaner sind ein sehr aufgeschlossenes Volk, viele Ausländer sind im Land und viele Südkoreaner im Ausland, Oder wo kommt der Erfolg von Samsung, LG, Kia etc. her? Spielt hier evtl. Neid mit?
Und wer das Südkoreanische Volk kennt, weiß das es gegenüber der Politik schon immer sehr skeptisch eingestellt war! Aber, Südkoreaner haben es schon in die Wiege gelegt bekommen, immer ein sehr guter Gastgeber zu sein. Sie werden auch noch in Situationen lächeln, wo jeder Deutsche vielleicht "an die Decke" gehen würde.

Nach diesem Artikel würde ich vermuten, dass nicht ein Südkoreaner über einen Ausländer erschrickt und man ihm zum "Hello" sagen annimieren muss, sonder nach der Lektüre trifft das dann wohl eher auf SPON-Leser zu.

Und auch die Überschrift: Südkorea verordnet.... Wer Südkoreaner wirklich kennt, der weiß das sie sich nichts verordnen lassen.


SCHADE

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